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Posts from the ‘Wirtschaft’ Category

Abgestaubt: Sterntaler in New York

Juli 1st, 2010

Tom

Aus meinem Fundus, erschienen am 21. Juni 2004 bei SPIEGEL ONLINE:

Es war einmal ein kleines Unternehmen namens Travelzoo.com, das schenkte den Besuchern seiner Webseite 700.000 scheinbar wertlose Aktien. Jetzt fällt Geld vom Himmel. Ein Dotcom-Märchen.

Es gab eine Zeit, da taten Internet-Unternehmen alles, um Websurfer auf ihre Seiten zu locken. Sie boten Gutscheine. Nackte Mädels. Oder Aktien. Pionier der Gratisaktie war seinerzeit Travelzoo.com. Die Tourismusseite schenkte jedem, der ihren Newsletter abonnierte, drei Aktien. Wer weitere Interessenten köderte, konnte bis zu zehn Travelzoo-Anteilsscheine umsonst bekommen.

Es war eine hübsche PR-Aktion, die sich der deutsche Travelzoo-Gründer Ralph Bartel damals ausgedacht hatte. Die Surfer kamen in Scharen und alle großen Blätter, darunter die “New York Times” und das “Wall Street Journal” druckten die Geschichte – wenn auch meist mit einem negativen Tenor. Travelzoos Massenbeschenkung galt vielen als Beweis dafür, dass die junge Internet-Branche inzwischen völlig durchgeknallt war (dabei wurde es später noch viel schlimmer). Auch das “Handelsblatt” witterte Verrat: “Die Angebote”, meckerte die Zeitung, “riechen nach Bauernfängerei.”

www.mumpitz.com

Das Misstrauen war durchaus berechtigt. Weder Travelzoo noch ein anderes Unternehmen, das so genannte Aktien verschenkte, notierte seinerzeit an der Börse, die Papiere waren folglich nichts wert. Für das zweifelhafte Privileg, Shareholder einer drittklassigen Internet-Firma sein zu dürfen, hatten die Beschenkten im Gegenzug ihre persönlichen Daten herausrücken müssen. Das sah nach einem ungleichen Tauschgeschäft aus. Auch gab es Ärger mit der US-Börsenaufsicht SEC. Die störte sich an dem ihrer Ansicht nach irreführenden Begriff “Aktie”.

Dennoch versicherte Travelzoo seinen Aktionären, ganz im träumerischen Stil der Zeit, dass große Reichtümer auf sie warteten. Im Kapitel Frage-und-Antwort der Webseite wurde auch der Wert der Anteilsscheine diskutiert. Das Unternehmen wies darauf hin, dass die beliebtesten Websites im Internet “1.000.000.000 Dollar oder mehr” wert seien. “Travelzoo ist keine von ihnen”, kommentierte das Börsenmagazin “Barrons” damals trocken.

Auch in den kommenden Jahren wurde aus Travelzoo kein Amazon und auch kein Yahoo!. Nicht einmal innerhalb des Universums der Reiseseiten wurde das Unternehmen eine bekannte Marke; wer in den USA Flüge oder Hotels bucht, klickt eher zu Expedia, Orbitz oder Hotels.com. Travelzoo listet hingegen lediglich die Werbeangebote von Fluggesellschaften oder Autoverleihen auf. Und so geriet die ganze Sache schnell in Vergessenheit. Es schien sinnvoller, abgelaufene Rabattmarken aufzubewahren denn Travelzoo-Aktien. Erstere besitzen zumindest einen – wenn auch geringen – Materialwert.

So kann man sich irren.

www.spaetzuender.com

Mit einer an Starrsinn grenzenden Zielstrebigkeit machte Vorstandschef Bartel nach dem Platzen der Dotcom-Blase weiter. Zunächst verlegte Travelzoo seinen Firmensitz von den Bahamas nach Delaware. Dann brachte der studierte Journalist sein Unternehmen im August 2002 an den so genannten OTC-Markt der Börse. Das ist das Wall Streetsche Pendant zu Rudis Resterampe, aber immerhin. Anfang 2004 erreichte Bartel dann sein Ziel: Nicht zuletzt dank eines soliden Geschäfts und schwarzer Zahlen gelang Travelzoo im Januar der Wechsel an die Wachstumsbörse Nasdaq.

Seit dem Börsengang 2002 hatten Travelzoos Gratisaktionäre zwei Jahre Zeit, ihre Alt-Anteile in richtige Aktien zu konvertieren. Nur wenige nahmen das Angebot wahr, die meisten hatten vermutlich bereits vor Jahren die Hoffnung aufgegeben. Schade eigentlich: Am Tag der Erstnotierung an der Nasdaq kostete das Papier mit dem Kürzel TZOO 8,65 Dollar. Wer viereinhalb Jahre zuvor die maximale Stückzahl von zehn Aktien abgegriffen hatte, bekam somit 86,50 Dollar geschenkt. Nicht die Welt, aber immerhin ein flottes Abendessen zu zweit. Und umso beachtenswerter, als man an der Wall Street für gewöhnlich nichts geschenkt bekommt – außer zweitklassigen Analystenberichten, wenn einem der Broker eine angeblich sensationelle Aktie andrehen will.

www.kursgranate.com

Aber der wahrhaft märchenhafte Teil der Geschichte kommt erst noch.

Ende April 2004 setzte bei Travelzoo die Schwerkraft aus. Binnen eines Monats stieg die Aktie um 224 Prozent auf 22,56 Dollar. Anfang Juni kletterte der Preis auf den bisherigen Höchststand von 27,25 Dollar. Warum, weiß keiner so genau. Gerüchte über eine Übernahme oder einen bevorstehenden Riesendeal gibt es nicht. Auch das Unternehmen hat nach eigenen Angaben keine Ahnung, warum die Aktie durch die Decke geht.

Ein Rücksturz zur Erde scheint unausweichlich. Irgendwann wird den Börsianern auffallen, dass eine werbelastige Reiseseite mit ein paar Millionen Abonnenten keine 350 Millionen Dollar wert ist. Der Kurs bröckelt bereits wieder. Bis auf weiteres können sich die Aktionäre von einst jedoch freuen. Am Freitag waren zehn Travelzoo-Aktien 179,90 Dollar wert. Bartel sieht die Entwicklung einer Unternehmensmitteilung zufolge mit gemischten Gefühlen: “Wir glauben nicht, dass es im Interesse unseres Unternehmens oder unserer Aktionäre ist, wenn Handel auf Basis unfundierter Gerüchte … stattfindet.” Na ja. Für den Mehrheitsaktionär ist mit ein paar Jahren Verspätung der Traum jedes Dotcom-Gründers wahr geworden. Mit einem Aktienpaket im Wert von über 240 Millionen Dollar ist der Deutsche nun märchenhaft reich.

Wie man ein gutes Produkt baut

Juni 2nd, 2010

Tom

In diesem Video von der Technologiekonferenz D8 spricht Steve Jobs vordergründig darüber, warum er auf seinen Geräten kein Flash zulässt. Aber eigentlich erklärt er, in sehr einfachen Worten, wie man ein gutes Produkt baut und erklärt die Kunst des Weglassens. Anschauen und lernen.

Ist Weniger das neue Mehr?

Mai 27th, 2010

Tom

Neulich war ich auf der Internetkonferenz next10. Die Qualität der Vorträge war durchwachsen, einer lässt mir jedoch keine Ruhe: Der von Ben Hammersley. Der Brite ist Editor at Large bei “Wired” und arbeitet für eine Kreativagentur. Er erzählte von seinen Eindrücken in Sachen iPad.

Allen, die glauben, das iPad werde die Printmedien retten sagt Hammersley: Das Ding macht alles erst einmal noch schlimmer. Warum? Weil es den Konkurrenzdruck massiv erhöht. Schon jetzt ist es ja so, dass der “Kleckersdorfer Anzeiger” wegen des Internet mit der “New York Times”, der BBC sowie Blogs, Youtube, Suchmaschinen etc. konkurrieren muss.

Demnächst, prohezeit Hammersley, werde das iPad dafür sorgen, dass der Wettbewerbsdruck weiter steigt. Dank des Formfaktors und des hervorragenden Displays konvergierten darauf alle Medien. Dann werde noch stärker als bisher gelten, dass Printmedien auch mit TV & Co. im Wettbewerb stehen.

Das tun sie natürlich schon heute. Aber mit dem iPad verhält es sich meiner Ansicht nach ein bisschen wie mit einem Jahrmarkt mit Dutzenden Attraktionen: Jedes mal, wenn der Konsument sein Tablet in die Hand nimmt, wird er sich die Frage stellen, ob er jetzt wirklich Zeitung lesen soll. Oder ob er nicht lieber Comics anschaut, Fernsehen guckt oder Baseballstatistiken wälzt. Das ist nämlich möglicherweise viel kurzweiliger, und nur einen Fingerwisch weit entfernt.

Von der “FAZ” zu RTL umzuswitchen, stellte bisher einen Medienbruch dar. Jetzt funktioniert der Wechsel ohne Unterbrechung. Hammersley formuliert es so:

“You have to make your content really really beautiful. Otherwise you are screwed.”

Wenn er recht hat (ich würde glauben: er hat), muss man sich als Printheini ein bisschen fürchten. Denn Zeitungen oder Newssites sind im besten Fall: klug, originell, überraschend, intellektuell stimulierend, informativ. Aber schön?

Die Nutzer nach Vorstellung der Verlage zudem nicht nur einen Teil ihrer begrenzten iPad-Facetime für digitale Zeitungen reservieren – sie sollen dafür auch noch ordentlich latzen. Wenn man bei gestiegener Konkurrenz also den gleichen bzw. einen noch höheren Preis durchdrücken will, was muss man dann machen?

Eigentlich einfach: Als Tablet-Content kommt nur richtig dicke Suppe in Frage. Denn für Maggi-Fix zahlt erstens keiner und zweitens will die dünne Suppe auch umsonst niemand, wenn der Tisch so opulent gedeckt ist.

Das ist interessant, den zumindest bei Onlinepublikationen ging der Trend in den vergangenen Jahren ganz klar in Richtung immer mehr Geschichten und damit immer mehr Klicks/Visits. Das war für den Nutzer erfreulich, denn er bekam ein umfassenderes, bunteres Nachrichtenangebot. Und “All the news that’s fit to print” ist darüber hinaus ja auch ein hehrer journalistischer Ansatz.

Aber in erster Linie standen hinter dieser Mehr-Logik natürlich steigende Anzeigenerlöse. Klicks ließen sich nach einer jahrelangen Durststrecke plötzlich monetarisieren. Das Phänomen ist aus dem
Printbereich bestens bekannt. Im Jahr 1999 hatte etwa die “Wirtschaftswoche” bis zu 400 Seiten. Die IT-Bibel “The Industry Standard” war damals so dick wie ein Telefonbuch.

Das hatte nichts damit zu tun, dass die Informationsnachfrage oder das Nachrichtenaufkommen gestiegen waren. Sondern schlichtweg damit, dass man irgendwie all die Anzeigen unterbringen musste, mit denen die Kunden die Verlage zupflasterten (ach, damals!).

Nach der gleichen Logik verfuhrendie meisten Onlineseiten während des Werbebooms der Jahre 2005-2008. Mehr Stories; mehr Bildergalerien; mehr mehr.

Wenn die Inhalte aber jetzt “beautiful” werden sollen, wenn die Suppe dicker werden muss, dann kann das ja eigentlich nicht so weiter gehen. Man darf vermuten, dass kaum ein Verlag wegen des iPad 50 zusätzliche Leute einstellt. Die einzige andere Möglichkeit wäre folglich, dass die bestehenden Redaktionen mit der gleich großen Mannschaft weniger, aber dafür schönere Geschichten produzieren. Die man wirklich lesen will. Für die man zu zahlen bereit ist.

Ob das passiert? Ob Weniger das neue Mehr ist? Das wird auf jeden Fall interessant.

BP nutzt Social Media für Schadensbegrenzung,

Mai 7th, 2010

Tom

BP's Oil Spill measured in Exxon Valdezes [original size]

Neulich habe ich darüber geschrieben, wie sich eine Facebook-Fanpage für Unternehmen zur Falle werden kann. Was auf der Seite passiert, lässt sich kaum kontrollieren, wie etwa Nestlé nach einer Greenpeace-Kampagne erfahren musste.

Dagegen zeigt BP gerade,wie man Social Media gekonnt einsetzt: Nach dem Deepwater-Horizon-Desaster hat das Unternehmen umgehend eine Facebook-Seite eingerichtet. Alle neuen Infos zum Sachstand gehen zuerst über FB und Twitter raus.

Das ist schneller als eine Pressemitteilung, was allerdings nicht der wichtigste Grund für dieses Vorgehen sein dürfte. Denn auch wenn die auf FB platzierten Informationen die gleichen sind wie in der PM, erweckt BP so den Eindruck, man wende sich direkt an die Betroffenen. Das ist ziemlich clever, denn eine Message besteht schließlich nur zu 20 Prozent aus Inhalt und zu 80 Prozent aus Ansprache und Melodie.

Außerdem kommt BP damit Umweltaktivisten zuvor, die ansonsten mit an Sicherheit grenzender wahrscheinlichkwit Anti-BP-Seiten auf FB eröffnen würden. Dadurch, dass BP Interessierten selber eine Plattform bietet, mildert die Firma den Imageschaden ab.

Ferner umgeht BP auf diese Weise die klassischen Medien. Die herausgegebenen Informationen gelangen direkt zum Leser und werden nicht mehr von kritischen Fachjournalisten gefiltert, die womöglich gemeine Nachfragen stellen und den Spin verändern könnten.

Mehr Hintergrund bei Reuters.

Nachtrag: Die beste Social Media PR nützt einem natürlich nichts, wenn der eigene CEO Tony Hayward in der Öffentlichkeit solch dämliche und lachhafte Ausflüchte versucht:

“The Gulf of Mexico is a very big ocean. The amount of volume of oil and dispersant we are putting into it is tiny in relation to the total water volume.”

Abgestaubt: Der Markendschungel der Telekom

April 17th, 2010

Tom

Manche Aufräumarbeiten dauer etwas länger.Die Markenarchitektur der Deutschen Telekom zum Beispiel, von dem ehemaligen Kommunikationschef Jürgen Kindervater entworfen, ist über die Jahre zu einem veritablen Dschungel mutiert. T-Home, T-Shop, T-Com, T-Systems – da blickt schon lange kein Schwanz mehr durch. Heute hat das Unternehmen seine Kunden per SMS informiert, dass T-Mobile und T-Home verschwinden. Fortan gibt es nur noch Telekom.de.

Eine gute Idee, denn trotz allem Gemäkel ist das magentafarbene T eine der stärksten Marken, die es in Deutschland gibt. Sie ist nur lange stümperhaft gemanagt worden.

Aus gegebenem Anlass habe ich meinen dazugehörigen Artikel abgestaubt:

Verloren im T-Dschungel

Von Thomas Hillenbrand & Isabell Hülsen; 9. Januar 2007; Financial Times Deutschland

Mit einer unstimmigen Kommunikationsstrategie hat die Deutsche Telekom ihre Marke beschädigt. Der neue Konzernchef RenéObermann will nunOrdnung in das Werbechaos bringen

Am Anfang war das T. Als die neu geschaffene Deutsche Telekom Mitte der 90er-Jahre ihr Logo und ihre Identitä als Konzern entwarf, war das T-Universum noch üerschaubar. Üerall prangte der Namenszug der Telekom oder schlicht ein “T”, stets in den Farben Magenta und Grau.

Zehn Jahre späer ist die Markenstrategie von Europas größem Telefonkonzern selbst fü Insider kaum mehr durchschaubar: Es gibt T-Mobile, T-Com, T-Home, T-Service und sogar eine T-Gallery. “Aus Konsumentensicht ist das Bild der Telekom zerfasert und chaotisch”, sagt Udo Klein-Böting, Chef der Beratung BBDO Consulting. Lägst hat jede der drei Telekom-Sparten ihre eigene Markenstrategie, eine gute Handvoll Werbeagenturen frickelt – unabhägig voneinander – am T herum.

Nun soll das Dickicht gelichtet werden. “Es kann nicht sein, dass wir einen wahren Dschungel von T-Marken haben, deren Zusammenspiel nicht ersichtlich ist”, schreibt der neue Telekom-Chef RenéObermann in einem Brief an die Mitarbeiter. Der Top-Manager, berichten Insider, drükt aufs Tempo: Bis zum Früjahr soll ein Konzept auf dem Tisch liegen. Helfen soll dabei Tonio Kröer, Deutschlandchef der Agentur DDB, und in Obermanns neuem füfköfigen Beraterstab zustädig fü Ideen zur Markenfürung. Gut mölich, dass einige Konzernmarken dabei bald in der Versenkung verschwinden.

Seinen Ursprung hat das Markenchaos in der Dezentralisierungsstrategie des im Dezember zurükgetretenen Konzernchefs Kai-Uwe Ricke. Er veranlasste, dass die Sparten Mobilfunk (T-Mobile), Festnetz (T-Com) und Geschätskunden (T-Systems) weitgehend unabhägig voneinander agieren. Jede Einheit bekam eine eigene Zentrale – und eine eigene Marke. “Plözlich machte jeder sein eigenes Ding”, erinnert sich ein ehemaliger Telekom-Manager. “Mit Markenstrategie hatte das wenig zu tun, aber viel mit Eitelkeit.”

In der Kleinstaaterei aber ging das groß T verloren: Die Telekom tritt heute als Absender ihrer Produkte kaum noch in Erscheinung. Bei T-Home, der neuen Internet-TV-Plattform des Konzerns, taucht der Name gar nicht auf. Markenexperten halten das fü gefärlich, zumal die Telekom dem Kunden doch am liebsten gleich alle Dienste im Büdel verkaufen will. “Der Kunde muss als Telekom-Kunde behandelt werden, nicht als T-Com- oder T-Mobile-Kunde”, sagt Hans Albers, Kreativchef der Werbeagentur Economia, die fü T-Com arbeitet. Mit dem T zu werben häte noch einen weiteren Vorzug: Der Telekom haftet zwar immer noch das piefige Behödenimage an – zugleich gilt der Konzern aber im Gegensatz zu seinen Rivalen als grundsolide.

Auch beim Sportsponsoring macht bisher jeder, was er will: Die Radsportmannschaft Team Telekom heiß inzwischen Team T-Mobile. Mölicher Namenssponsor der Fußall-Bundesliga sollte ursprüglich nicht die Telekom sein, sondern die T-Com – obwohl diese Branchenexperten zufolge nicht einmal 50 Prozent der Deutschen kennen. “Telekom” hat dagegen einen Bekanntheitsgrad von 97 Prozent. Noch ist unklar, ob der Konzern seine Option zum Liga-Sponsoring üerhaupt nutzt und welche Marke verwendet wüde. Bis zum 15. Februar hat Obermann Zeit von der Deutschen Fußall Liga bekommen, um eine Entscheidung zu treffen.

Üerlebensgefärdet sind derweil neben der Marke T-Com vor allem einige der jügeren Schöfungen. Dazu zälen T-One (ein Kombitelefon) oder Congster (ein DSL-Anbieter). Unter dem Kahlschlag könte auch manche Agentur leiden, die bisher in den Diensten der einen oder anderen Sparte steht. “Es wird sicher eine Bereinigung geben. Von den etwa füf Agenturen, die den Konzern in der klassischen Werbung betreuen, sind vielleicht drei oder vier zu viel”, sagt ein Werber. Dass auf die Werber harte Zeiten zukommen hat auch Obermann schon klar gemacht: Mit der “ineffizienten Verwendung unserer Werbegelder” müse Schluss sein.

Webklassiker: Money Good! Napster Bad!

März 31st, 2010

Tom

Ein zehn Jahre altes Webvideo kann inzwischen durchaus schon als zeitgeschichtliches Dokument durchgehen. Dieses hier dreht sich um das Thema Bezahlinhalte. Damals gab es noch keine so grundlegende – und vor allem keine so verzweifelt geführte – Diskussion über die Frage, ob man für Content im Netz bezahlen sollte (und wenn ja für welchen).

Na ja, ganz richtig ist das nicht. Das Jahr 2000, das war die Ära von Napster, als sich irgendwie jeder gerippte Musik runterzog und die Plattenfirmen Zeter und Mordio schrien. Noch lautstarker als die Labels erregte sich damals eine Band namens Metallica, die Klage gegen die Filesharing-Plattform einreichte:

“We take our craft very seriously, as do most artists. It is therefore sickening to know that our art is being traded like a commodity rather than the art that it is. From a business standpoint, this is about piracy — a/k/a taking something that doesn’t belong to you; and that is morally and legally wrong. The trading of such information — whether it’s music, videos, photos, or whatever – is, in effect, trafficking in stolen goods.”

Unter dem Strich war Metallica mit der Klage erfolglos – Musik-Visionäre wie Trent Reznor haben inzwischen gezeigt, dass man mit Offenheit und Copyleft-Strategien viel mehr Geld verdienen kann als mit restriktiver Politik. Das einzige, was die Aktion Metallica letzlich einbrachte, war ein massives Imageproblem, auf alle Zeiten verewigt in diesem wunderschönen Video von 2000. Viel Spaß damit.

13 Observations about the E-Book Revolution

Februar 28th, 2010

Tom

I. If you are a bestselling star novelist, you do not need a publishing company between you and and your readers.

II. If you are brand new, arrogant and avantgarde, you do not want a a publishing company between you and and your readers.

III. Receiving thirty percent of a digital book’s cover price from Amazon feels like theft if you are a publisher.

IV. Receiving thirty percent of a book’s cover price from Amazon feels like a bonanza if you are an author.

V. If you are a reader, you do not care about authors and publishers, analog and digital. You care about good stories.

VI. The first print bastion to fall will not be book, but comic publishers.

VII. Agents und publisher’s long monopoly has convinced them they know what people want to read.

VIII. Agents and publishers do not have an inkling what people want to read.

IX. The length of books does not have anything to do with artistic decisions; it is merely a function of production logic.

X. The second golden age of pulp fiction short stories is upon us.

XI. Newspapers have a size advantage over computer screens; the only advantage books have over e-readers is battery life.

XII. When you can reduce the weight of “War & Peace” by 80 percent, you have got a winner.

XIII. When you can enable people to read “The Adventures Of A Slut” unnoticed in public, you have got a winner.

Note: Okay, I know that the internet is full of manifestos these days. While the idea of adressing issues about the future of media, journalism or the internet through apodictic Moses-style prose seems to be very popular, it also can be extremely preposterous and leaves a lot to be desired; but when you think about what e-readers will do to books (as I have been frequently in the last couple of months) you realize that apart from specific business-model and technology considerations, there are quite a few very fundamental truths (okay, probably too big a word) about the impending book revolution that one might consider to be axiomatic – manifestoish stuff, sort of.

That is to say we do know a few constituting elements of the revolution to come, but not the ramifications – they are known unknowns and unknown knowns in the Rumsfeldian sense. Flatly predicting that the book as we know it will be dead in 10, 20 or 50 years is lacking in humility in my opinion, as is telling publishers precisely what they ought to do. I all sounds too much like another swankypants manifesto to me. So let’s call the above statements observations, not commandments or truths. I hope you have fun with them.

Werbebus legt Stockholmer Verkehr lahm

Januar 20th, 2010

Tom

Der schwedische Airportshuttle-Betreiber Flyggbussarna wollte seinen Kunden klarmachen, das Coachbusse viel umweltfreundlicher sind als Pkw und ließ deshalb von der Werbeagentur Acne Advertising eine aus 50 gestapelten Pkw bestehenden Coachbus auf dem Mittelstreifen der Stockholmer Flughafenautobahn aufstellen – mit dem Resultat, dass es wochenlang Staus am Airport gab. Eine ziemlich gelungene Kampagne, die Acne in diesem Film dokumentiert hat (als bitte mit ein bisschen Salz konsumieren).

50 cars or 1 coach? from acneadvertising on Vimeo.

Via Autobloggreen

eReader: Wie sieht das Magazin der Zukunft aus?

Dezember 17th, 2009

Tom

Keiner weiß es – aber der schwedische Verlag Bonnier und die Designer von BERG haben sich einige Gedanken gemacht und dazu ein Video erstellt.

Mag+ from Bonnier on Vimeo.

Via paidContent

Desaströses Timing: Renaults Peugeots Vollgas-Werbung zum Klimagipfel

Dezember 7th, 2009

Tom

Diese Woche ist der Kopenhagener Klimagipfel das A-Thema. Manche Unternehmen schalten deshalb Werbung, um zu belegen, wie grün sie schon sind. Andere schauen betreten zu Boden und halten die Klappe. Und wieder andere schleudern dem Konsumenten ein fröhliches “Vernunft ist für Luschen” entgegen.

Gefunden in der SZ vom 7. Dezember 2009

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