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Posts from the ‘Wirtschaft’ Category

Ein Milestone für unser Venture

Februar 10th, 2011

Tom

berater

Mit der Facebook-Seite Beratersprech wollte ich Typen auf die Schippe nehmen, die ständig sprechen wie eine Powerpointfolie mit Beinen. Menschen, die dauernd Anglizismen einstreuen (“zero visibility”) oder arg seltsames Deutsch verwenden (“aufgleisen”, “aufschlauen”, “globalgalaktisch”).

Also Unternehmensberater, Marketingfuzzis, Werber – und nicht zuletzt mich selbst. Denn zehn Jahre Wirtschaftsjournalismus haben tiefe Spuren in meinem Wortschatz hinterlassen.

Mit diesem Erfolg hatte ich freilich nicht gerechnet. Inzwischen ist Beratersprech eine brummende Community mit vielen Fans und Tausenden wunderbaren Kommentaren. Vielen Dank an alle Fans. Ihr seid es, die dieses business erst possible machen.

Heute konnte Beratersprech den zehntausendsten Facebook-Fan begrüßen. Oder wie wir sagen: “10K customer milestone? Der Drops ist gelutscht.” Zur Feier dieses denkwürdigen Moments möchte ich ein leider in Vergessenheit geratenes Meeting-Spiel wiederbeleben: Bullshit Bingo.

Also dann ohne weitere Remarks: Downloaden, ausschneiden, spielen!

Berater-Bingo

Wie sich Alexander Bell einen Korb holte

Januar 20th, 2011

Tom

Das ist wunderhübsch:

Mr. Bell,

after careful consideration of your invention, while it is a very interesting novelty, we have come to the conclusion that it has no commercial possibilities.

Aus einem Brief der Telegraphen-Gesellschaft Western Union an Alexander Graham Bell, den Erfinder des Telefons. Cit. op.: Bil Bryson: “Made in America”.

iPad als Rollenspiel-Plattform

September 2nd, 2010

Tom

Eigentlich hatte ich gedacht, mein iPad würde mir die Möglichkeit geben, endlich mal wieder ein gutes Computer-Rollenspiel zu spielen. So etwas wie Baldur’s Gate oder Neverwinter Nights.

Aber es gibt nur Mist.

Jetzt gebe ich zu, dass ich diesbezüglich ein schwieriger Kunde bin. Daran sind die 25 Jahre Pen & Paper schuld. Ich fand schon Diablo grottig (hirnloses Mausgeklicke) und ich will auch nicht 5000 Brote backen, bevor ich mir den ersten Dolch kaufen kann.

Aber die Unreal-Engine für iOS und die dazugehörige Demo sieht schon ziemlich gut aus. Da das Ganze als Devkit ausgeliefert wird, kommen demnächst bestimmt ein paar schöne RPG.

Quelle: Screenshots aus der iPhone App Epic Castle

Ausgegraben: Steve Jobs’ TV-Strategie

September 1st, 2010

Tom

Stellt Apple heute ein TV-Gerät vor? Was ist Steve Jobs’ TV-Strategie? Man muss in diesem Fall gar nicht so viel Kaffeesatzlesen wie sonst, denn der Apple-Chef hat sich neulich bereits umfänglich zu der Frage geäußert. Verkürzt sagte er bei der D8-Konferenz imJuni 2010: Eine schöne Settopbox zu bauen, ist nicht das Problem. Die in den Markt zu drücken, ist eines, weil es keinen nationalen Kabelanbieter gibt, mit dem man partnern kann.

Ein neuartiges Fernsehen werde nur funktionieren

“(When you) go back to square one, tear up the set top box and redesign it from scratch with a consistent UI … and get it to the consumer in a way that they’re willing to pay for it.

Das Video dazu gibt es hier:

Abgestaubt: Kaliforniens Trigema-Mann

August 18th, 2010

Tom

American Apparel 2

Jetzt, wo American Apparel offenbar vor der Insolvenz steht, ist es Zeit diese Geschichte aus dem Jahr 2004 abzustauben. Damals war AA ganz oben und ich traf Unternehmenschef Dov Charney in seinem Haus in L.A. Ich erinnere mich noch genau. Er hatte nur eine pinkfarbene Unterhose an und empfing mich mit den Worten: “I am having some rice for chow, man. You dig some?” Dann zog er sich zum Glück ein Shirt über und gab bereitwillig Auskunft.

American Apparel: Kaliforniens Trigema-Mann (SPON, 04.07.2004)

Anders als der Rest der US-Textilbranche lässt American Apparel nicht in Billiglohnländern fertigen. Der exzentrische Unternehmenschef Dov Charney produziert ausschließlich mit eigenen Mitarbeitern – mitten in Los Angeles’ teurer Downtown.

Los Angeles – Nur mit einer kurzen rosafarbenen Hose und einem gelben Poloshirt bekleidet sitzt Dov Charney auf dem heimischen Sofa und zitiert Ronald Reagan. “Ich habe gehört, Reagan kränkelt etwas”, meint der Gründer von American Apparel und grinst. “Egal, er hat ein paar echt gute Sachen gesagt, zum Beispiel: ‘Was für Menschen werden wir in vierzig Jahren sein? Mögen wir freie Menschen sein, fest in der Überzeugung, dass Freiheit nicht das Vorrecht weniger ist, sondern das universelle Recht aller Kinder Gottes.’” Der drahtige kleine Mann wirft die Arme nach vorne, krallt seine Hände in den Bezug des Fauteuils. “Universalität, Mann. Darum geht es.”
J
In der Branche gilt der aus Montreal stammende Kanadier als Sonderling, und das liegt nicht nur an seinem Auftreten. Charneys American Apparel (AA) ist der letzte Mohikaner der US-Textilbranche. Mit 83 Millionen Dollar Jahresumsatz ist die Firma inzwischen der größte heimische T-Shirt-Hersteller, weil der Rest der Branche seine Fertigung komplett nach Asien und Mittelamerika verlagert hat. Charney hingegen ist nicht nur geblieben, er hat seine Fabrik zudem von South Carolina ins teure Los Angeles verlegt. “Hier gibt es haufenweise kreative Designer und Modeleute, das ist wichtig für uns”, sagt er. “Und viele mexikanische Immigranten.” Ein wenig erinnert Charney an Wolfgang Grupp. Der deutsche Sportartikelhersteller Trigema lässt auch nicht in Übersee fertigen. Und auch der “König von Burladingen” gilt in der Branche als schräger Vogel.

Der Rest bei SPIEGEL ONLINE

Endlich mehr Sachlichkeit: Streetview als Video

August 18th, 2010

Tom

In der zunehmend hysterischen Debatte über Google Streetview wäre etwas mehr Sachlichkeit angebracht. Hinzu kommt, dass die meisten Menschen das Thema möglicherweise überhaupt nicht richtig verstehen – was angesichts der hohen technischen Komplexität freilich auch schwierig ist.

Da ist es erfreulich, dass die taiwanesische Next Media Animation dieses nüchterne, ausgewogene Erklärvideo produziert hat.

Besonders gut gefallen mir Eric Schmidts Teufelshörner.

Via Gawker TV

“The Times” verliert 66% ihrer Leser – ein Erfolg?

Juli 19th, 2010

Tom

Elektrisiert hat mich diese Meldung, laut der “The Times” seit Errichtung einer Paywall rund zwei Drittel ihrer Leser veloren hat:

Citing data from Experian Hitwise, which monitors Internet traffic, the Observer said visits to The Times’s website had fallen to 33 percent of the levels seen before readers were asked to register and pay for access.

Das klingt katastrophal. Aber ist es vielleicht doch ein Win? Angeblich kalkulierte die Murdoch-Zeitung intern mit einem Leserverlust von 90 Prozent.

Es ist schwer zu ermessen, was der immense Reichweitenverlust für die Anzeigenerlöse bedeutet. Aber man könnte ja auch folgende Rechnung aufmachen: Die Onlineausgaben “Times” und “Sunday Times” haben nach eigenen Angaben 20 Millionen unique visitors. Genauer gesagt: Hatten.

Deren Beitrag zur Refinanzierung war null. Wenn Times.co.uk jetzt 7 Millionen zahlenden Kunden hätte, sähe es folgendermaßen aus. Das Paypaket “Times+” kostet 2 Pfund in der Woche – bei so vielen Kunden das wäre also ein Jahresumsatz von 728 Millionen Pfund.

Nie im Leben! Der Haken an dieser Milchmädchen-Rechnung ist ja, dass Hitwise nur ermittelt, wie viele Leute auf die “Times”-Webseite kommen, und nicht, wie viele ihre Kreditkarte durchziehen und das Abo kaufen. Man bräuchte Verlaufszahlen, um hier wirklich etwas hereindeuten zu können.

Wenn Times.co.uk 75 Prozent aller Leser verlöre, und der Rest zahlte – dann hätte die Webseite übrigens mehr zahlenden Kunden als Zeitung und Sonntagszeitung zusammen (4,9 Millionen).

Klingt für mich unwahrscheinlich, solange man den Guardian und die BBC umsonst lesen kann.

Dazu passt übrigens “Zahlen zur Medienkrise: Ökonomie eines Blutbads”

Update: “The Times has lost almost 90% of its online readership

Infografiken auf dem iPad

Juli 5th, 2010

Tom

Für die iPad-App des SPIEGEL werden jede Woche zahlreiche exklusive Features produziert – eines davon war die Infografik “Die Griechenland -Krise” von Roman Höfner, Jens Radü und mir (Ausgabe Nr. 24).

Vorbild für das Video war diese meines Erachtens geniale animierte Infografik zur US-Finanzkrise:

Als ich mir unser Video dann auf dem Apple iPad angeschaut habe, habe ich mich allerdings gefragt: Müssen wir in Zukunft Infografiken anbieten, die sich nicht nur bewegen, sondern die sich vielleicht sogar bewegen lassen? Würde der Leser den Griechen und die Investoren vielleicht gerne selber auf dem Touchscreen herumschubsen?

Technisch ist das (mit erheblichem Aufwand) machbar, journalistisch erscheint es mir reizvoll – aber ist das vielleicht zuviel Involvement für den Leser? Vielleicht will der sich ja auch lieber ein kurzes Video angucken und nicht so viel “selber arbeiten”. Wie beim Fernsehen, wo die interaktiven Features auch kaum jemand nutzt.

Man weiß es (noch) nicht. Die Sache steht noch ganz am Anfang, man muss einfach experimentieren und schauen, was der User goutiert.

Motivationshilfe: Die Grillwalker-Meditation

Juli 2nd, 2010

Tom

Es gibt ja so Tage, da findet man seinen Job, sein Los, sein Leben überhaupt, nicht ganz so optipoppi. Da geht einem dann dieser weinerliche alte Song von Ton Steine Scherben im Kopf herum: “Ich mach den ganzen Tag nur Sachen,die ich gar nicht machen will.”

In diesen Momenten gilt es sich ins Gedächtnis rufen, dass alles nicht so schlimm ist. Nicht heulen! Oder um einen anderen Songtext zu zitieren (diesmal von Cake): “Shut the fuck up. Learn to buck up.” Wenn das nicht hilft, empfehle ich zur Aufrechterhaltung der Motivation eine kleine Visualisierung.

Wenn ich wieder einmal einen Anflug von Wohlstandslarmoyanz bemerke, dann rufe ich mir den Berliner Grillwalker vor Augen.

GrillWalker

Grillwalken ist nämlich der mieseste Job der Welt. Du musst 20 Kilo glühendes Blech auf dem Buckel und vor der Plauze tragen, während Du fühlst, wie sich deine Bandscheiben reihenweise ins Altersheim verabschieden und Deine Nackenmuskulatur zu Granit wird.

Dabei züngelt Dir der Fettgeruch von Thüringern um die Nüstern. Es sind keine guten Thüringer, sondern Glutamat getränkte Fleischabfälle, die Du für 1 Euro an das Passantenpack verscheuern musst.

Der ranzige Gestank geht nie wieder ab, auch nach dem Duschen nicht, weswegen Du keinen Schlag bei den Damen hast. Die riechen Deinen Job nämlich zehn Meilen gegen den Wind und wollen nichts mit solch einer armen Wurst zu tun haben.

Während Du am Alex herumstehst, stinkend, schwitzend, schmerzend, denkst Du darüber nach, was Du mit Deinem Schichtlohn von 50 Euro nachher wohl Schönes machen könntest. Dann fallen Dir die ganzen Rechnungen ein und die Antwort gleich dazu: Nichts. Ende des Monats wirst Du Dich wieder von übrig gebliebenen, pechschwarzen Krakauer Käsekrachern ernähren müssen, weil das Geld vorne und hinten nicht reicht.

Du siehst die Passanten, sie grinsen, mitleidig. Du bist die ärmste Wurst in Mitte, und alle wissen es, alle sehen es. Ein Blitz. Das war jetzt der zehnte oder zwanzigste Tourist, der Dich heute fotografiert hat.

Jetzt geht’s besser, oder? Wer nun immer noch über seinen klimatisierten Bürojob mault, dem gebricht es an Demut und Dankbarkeit.

Abgestaubt: Sterntaler in New York

Juli 1st, 2010

Tom

Aus meinem Fundus, erschienen am 21. Juni 2004 bei SPIEGEL ONLINE:

Es war einmal ein kleines Unternehmen namens Travelzoo.com, das schenkte den Besuchern seiner Webseite 700.000 scheinbar wertlose Aktien. Jetzt fällt Geld vom Himmel. Ein Dotcom-Märchen.

Es gab eine Zeit, da taten Internet-Unternehmen alles, um Websurfer auf ihre Seiten zu locken. Sie boten Gutscheine. Nackte Mädels. Oder Aktien. Pionier der Gratisaktie war seinerzeit Travelzoo.com. Die Tourismusseite schenkte jedem, der ihren Newsletter abonnierte, drei Aktien. Wer weitere Interessenten köderte, konnte bis zu zehn Travelzoo-Anteilsscheine umsonst bekommen.

Es war eine hübsche PR-Aktion, die sich der deutsche Travelzoo-Gründer Ralph Bartel damals ausgedacht hatte. Die Surfer kamen in Scharen und alle großen Blätter, darunter die “New York Times” und das “Wall Street Journal” druckten die Geschichte – wenn auch meist mit einem negativen Tenor. Travelzoos Massenbeschenkung galt vielen als Beweis dafür, dass die junge Internet-Branche inzwischen völlig durchgeknallt war (dabei wurde es später noch viel schlimmer). Auch das “Handelsblatt” witterte Verrat: “Die Angebote”, meckerte die Zeitung, “riechen nach Bauernfängerei.”

www.mumpitz.com

Das Misstrauen war durchaus berechtigt. Weder Travelzoo noch ein anderes Unternehmen, das so genannte Aktien verschenkte, notierte seinerzeit an der Börse, die Papiere waren folglich nichts wert. Für das zweifelhafte Privileg, Shareholder einer drittklassigen Internet-Firma sein zu dürfen, hatten die Beschenkten im Gegenzug ihre persönlichen Daten herausrücken müssen. Das sah nach einem ungleichen Tauschgeschäft aus. Auch gab es Ärger mit der US-Börsenaufsicht SEC. Die störte sich an dem ihrer Ansicht nach irreführenden Begriff “Aktie”.

Dennoch versicherte Travelzoo seinen Aktionären, ganz im träumerischen Stil der Zeit, dass große Reichtümer auf sie warteten. Im Kapitel Frage-und-Antwort der Webseite wurde auch der Wert der Anteilsscheine diskutiert. Das Unternehmen wies darauf hin, dass die beliebtesten Websites im Internet “1.000.000.000 Dollar oder mehr” wert seien. “Travelzoo ist keine von ihnen”, kommentierte das Börsenmagazin “Barrons” damals trocken.

Auch in den kommenden Jahren wurde aus Travelzoo kein Amazon und auch kein Yahoo!. Nicht einmal innerhalb des Universums der Reiseseiten wurde das Unternehmen eine bekannte Marke; wer in den USA Flüge oder Hotels bucht, klickt eher zu Expedia, Orbitz oder Hotels.com. Travelzoo listet hingegen lediglich die Werbeangebote von Fluggesellschaften oder Autoverleihen auf. Und so geriet die ganze Sache schnell in Vergessenheit. Es schien sinnvoller, abgelaufene Rabattmarken aufzubewahren denn Travelzoo-Aktien. Erstere besitzen zumindest einen – wenn auch geringen – Materialwert.

So kann man sich irren.

www.spaetzuender.com

Mit einer an Starrsinn grenzenden Zielstrebigkeit machte Vorstandschef Bartel nach dem Platzen der Dotcom-Blase weiter. Zunächst verlegte Travelzoo seinen Firmensitz von den Bahamas nach Delaware. Dann brachte der studierte Journalist sein Unternehmen im August 2002 an den so genannten OTC-Markt der Börse. Das ist das Wall Streetsche Pendant zu Rudis Resterampe, aber immerhin. Anfang 2004 erreichte Bartel dann sein Ziel: Nicht zuletzt dank eines soliden Geschäfts und schwarzer Zahlen gelang Travelzoo im Januar der Wechsel an die Wachstumsbörse Nasdaq.

Seit dem Börsengang 2002 hatten Travelzoos Gratisaktionäre zwei Jahre Zeit, ihre Alt-Anteile in richtige Aktien zu konvertieren. Nur wenige nahmen das Angebot wahr, die meisten hatten vermutlich bereits vor Jahren die Hoffnung aufgegeben. Schade eigentlich: Am Tag der Erstnotierung an der Nasdaq kostete das Papier mit dem Kürzel TZOO 8,65 Dollar. Wer viereinhalb Jahre zuvor die maximale Stückzahl von zehn Aktien abgegriffen hatte, bekam somit 86,50 Dollar geschenkt. Nicht die Welt, aber immerhin ein flottes Abendessen zu zweit. Und umso beachtenswerter, als man an der Wall Street für gewöhnlich nichts geschenkt bekommt – außer zweitklassigen Analystenberichten, wenn einem der Broker eine angeblich sensationelle Aktie andrehen will.

www.kursgranate.com

Aber der wahrhaft märchenhafte Teil der Geschichte kommt erst noch.

Ende April 2004 setzte bei Travelzoo die Schwerkraft aus. Binnen eines Monats stieg die Aktie um 224 Prozent auf 22,56 Dollar. Anfang Juni kletterte der Preis auf den bisherigen Höchststand von 27,25 Dollar. Warum, weiß keiner so genau. Gerüchte über eine Übernahme oder einen bevorstehenden Riesendeal gibt es nicht. Auch das Unternehmen hat nach eigenen Angaben keine Ahnung, warum die Aktie durch die Decke geht.

Ein Rücksturz zur Erde scheint unausweichlich. Irgendwann wird den Börsianern auffallen, dass eine werbelastige Reiseseite mit ein paar Millionen Abonnenten keine 350 Millionen Dollar wert ist. Der Kurs bröckelt bereits wieder. Bis auf weiteres können sich die Aktionäre von einst jedoch freuen. Am Freitag waren zehn Travelzoo-Aktien 179,90 Dollar wert. Bartel sieht die Entwicklung einer Unternehmensmitteilung zufolge mit gemischten Gefühlen: “Wir glauben nicht, dass es im Interesse unseres Unternehmens oder unserer Aktionäre ist, wenn Handel auf Basis unfundierter Gerüchte … stattfindet.” Na ja. Für den Mehrheitsaktionär ist mit ein paar Jahren Verspätung der Traum jedes Dotcom-Gründers wahr geworden. Mit einem Aktienpaket im Wert von über 240 Millionen Dollar ist der Deutsche nun märchenhaft reich.

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