I. If you are a bestselling star novelist, you do not need a publishing company between you and and your readers.
II. If you are brand new, arrogant and avantgarde, you do not want a a publishing company between you and and your readers.
III. Receiving thirty percent of a digital book’s cover price from Amazon feels like theft if you are a publisher.
IV. Receiving thirty percent of a book’s cover price from Amazon feels like a bonanza if you are an author.
V. If you are a reader, you do not care about authors and publishers, analog and digital. You care about good stories.
VI. The first print bastion to fall will not be book, but comic publishers.
VII. Agents und publisher’s long monopoly has convinced them they know what people want to read.
VIII. Agents and publishers do not have an inkling what people want to read.
IX. The length of books does not have anything to do with artistic decisions; it is merely a function of production logic.
X. The second golden age of pulp fiction short stories is upon us.
XI. Newspapers have a size advantage over computer screens; the only advantage books have over e-readers is battery life.
XII. When you can reduce the weight of “War & Peace” by 80 percent, you have got a winner.
XIII. When you can enable people to read “The Adventures Of A Slut” unnoticed in public, you have got a winner.
Note: Okay, I know that the internet is full of manifestos these days. While the idea of adressing issues about the future of media, journalism or the internet through apodictic Moses-style prose seems to be very popular, it also can be extremely preposterous and leaves a lot to be desired; but when you think about what e-readers will do to books (as I have been frequently in the last couple of months) you realize that apart from specific business-model and technology considerations, there are quite a few very fundamental truths (okay, probably too big a word) about the impending book revolution that one might consider to be axiomatic - manifestoish stuff, sort of.
That is to say we do know a few constituting elements of the revolution to come, but not the ramifications - they are known unknowns and unknown knowns in the Rumsfeldian sense. Flatly predicting that the book as we know it will be dead in 10, 20 or 50 years is lacking in humility in my opinion, as is telling publishers precisely what they ought to do. I all sounds too much like another swankypants manifesto to me. So let’s call the above statements observations, not commandments or truths. I hope you have fun with them.
Wie die Deutsche Bahn funktioniert - oder genauer gesagt, wie sie nicht funktioniert - das ist mir als Fahrgast häufig ein Mysterium. Neulich, bei einer Fahrt von Hamburg nach Frankfurt konnte ich durch ein Gespräch mit einem Lokführer allerdings einige interessante Einblicke in das Chaos hinter den Kulissen gewinnen.
Mein Zug sollte morgens von Hamburg-Altona nach Frankfurt fahren. Der Zug wird in Altona eingesetzt, wie das im Bundesbahnerdeutsch heißt, weswegen er eigentlich keine Verspätung haben sollte.
Der Zug war zur Abfahrtszeit aber nicht da. Das irritierte mich. Der Lokführer, der neben mir in der Kälte stand, war deutlich gelassener.
“Wo ist der Zug denn?”, fragte ich. “Und wenn der Zug nicht hier ist, wieso sind sie es?”
Der Zug, erklärte er mir, stehe in einem Depot. Es gibt zwei davon eines an der S-Bahn-Haltestelle Elbgaustraße und eines in Langenfelde. Es gibt einen Menschen, der dafür zuständig ist, die geparkten Züge nach Altona oder in einen der anderen Hamburger DB-Bahnhöfe zu verbringen und sie dort dem Lokführer zu übergeben.
Dummerweise, so der Lokführer, werden die Züge mitunter verparkt. Da komme man dann frühmorgens in der Elbgaustraße an und bekomme vom Depotwächter beschieden, der fragliche ICE sei nicht hier.
“Und dann? Kann die Leitstelle den Zug lokalisieren?”, fragte ich.
“Nö”, erwiderte er. “Dann geht man wieder zur S-Bahn, fährt zum anderen Depot und guckt halt da mal.”
So etwas könne ein halbes Stündchen dauern, mitunter länger - das wisse man vorher nie sogenau. Entsprechend sei auch die gelautsprecherte Ansage, dass sich der ICE nach Frankfurt um 15 Minuten verspäte, bloße Mutmaßung. Das sei eine Schätzung, die der Gleisansager aus der la main macht.
Wir plauderten etwa eine halbe Stunde und schauten auf das zugeschneite Gleisbett. “Holen wir unsere Verspätung wieder auf?”, fragte ich. “Nie im Leben”, sagte er. “Wir fahren bei der Kälte nämlich nur 150.”
“Jetzt frag’ ich doch mal nach”, sagte der Lokführer und nahm sein Handy aus der Tasche. Eigentlich, schob er erklärend nach, müsste irgendjemand ihn schon vor einer halben Stunde darüber informiert haben, wo denn der Zug bleibe.
Das schien mir keine überzogene Erwartungshaltung zu sein. Schließlich sollte der Mann den Zug ja fahren. Ich sagte etwas in diese Richtung, aber der Lokführer schüttelte den Kopf. “Uns Bescheid sagen, das machen die kaum noch.”
Der Lokführer telefonierte mit der Leitstelle. “Auf den Zug können wir hier lange warten”, sagte er. “Der ist gerade auf einem abweichenden Gleis eingefahren.”
Eine entsprechende Durchsage hatte es nicht gegeben. Aber wenn man nicht einmal den eigenen Lokführer über den Verbleib seines Zuges informiert, warum sollte man dann seine Fahrgäste ins Vertrauen ziehen?
Nachtrag: Eine Stunde nach der offiziellen Abfahrtszeit überquerten wir die Elbbrücken. Der Zug von Frankfurt nach Hamburg fuhr hingegen pünktlich ab. Dafür blieb er allerdings in Harburg liegen.
Foto: Alter Altonaer Güterbahnhof. by realityscans
Der schwedische Airportshuttle-Betreiber Flyggbussarna wollte seinen Kunden klarmachen, das Coachbusse viel umweltfreundlicher sind als Pkw und ließ deshalb von der Werbeagentur Acne Advertising eine aus 50 gestapelten Pkw bestehenden Coachbus auf dem Mittelstreifen der Stockholmer Flughafenautobahn aufstellen - mit dem Resultat, dass es wochenlang Staus am Airport gab. Eine ziemlich gelungene Kampagne, die Acne in diesem Film dokumentiert hat (als bitte mit ein bisschen Salz konsumieren).
Diese Woche ist der Kopenhagener Klimagipfel das A-Thema. Manche Unternehmen schalten deshalb Werbung, um zu belegen, wie grün sie schon sind. Andere schauen betreten zu Boden und halten die Klappe. Und wieder andere schleudern dem Konsumenten ein fröhliches “Vernunft ist für Luschen” entgegen.
Journalisten haben eine hehre Aufgabe. Sie sollen Politikern auf den Zahn fühlen und beherzt bohren. Sie sollen Licht ins Dunkel bringen, auch in die Zwischenräume schauen, damit bisher unentdeckte Fälle von Fäulnis ans Licht kommen. Aber dabei sollen sie stets konstruktiv arbeiten und auch Brücken schlagen.
Wer das alles leistet, der hat fürwahr Anerkennung verdient. Zum Glück gibt dafür jetzt den passenden Journalistenpreis: Den “Abdruck 2010″.
Hier der zugehörige Pressetext:
ProDente Journalistenpreis “Abdruck 2010″: Zähne im Blickpunkt der Öffentlichkeit
proDente zeichnet Pressebeiträge zur Zahnmedizin und Zahntechnik aus
Bereits zum fünften Mal schreibt die Initiative proDente e.V. in 2010 den Journalistenpreis „Abdruck“ für besonderes Engagement in den Themen Zahnmedizin, bzw. Zahntechnik aus. Herausragende journalistische Arbeiten, die in 2009 zahnmedizinische und zahntechnische Themen einer breiten Öffentlichkeit allgemein verständlich zugänglich machen sollen hier geehrt werden.
Zugelassen sind alle journalistischen Stilformen wie Reportage, Feature, Hintergrundbericht.
Hmmm, ein schönes Feature über Prämolare, so etwas wollte ich schon immer mal schreiben. Oder vielleicht doch lieber eine Strähnchenreportage, mit der ich beim “Bob”, dem Journalistenpreis für die anspruchsvolle Berichterstattung über Friseurdienstleistungen abräumen kann? Schwierige Entscheidung.
Die Herren von der DKV schreiben: “Natürlich ist jede Preiserhöhung eine wenig erfreuliche Nachricht. Andererseits ist es beruhigend zu wissen, dass Ihnen die vertraglich vereinbarten Leisungen sicher sind.”
Jetzt soll ich schon dankbar dafür sein, dass Ihr Euch an Recht und Gesetz haltet.
Ach, die Werbung, dieser flitternde Vogel. Selten entsprechen ihre Aussagen uneingeschränkt der Wahrheit, mitunter sind sie dreiste Lügen. Und manchmal bewegen sich Werbebehauptungen im Bereich des Surrealen, wie bei der neuen Kampagne der Deutschen Post, deren Motive im Internet und auf Billboards zu sehen ist.
Dieses ist besonders schön:
1000 neue Filialen seit 2002? 15 pro Monat? Das klingt irgendwie kontraintuitiv, denn die Deutsche Post reduziert die Zahl der selbst betriebenen Außenstellen seit Jahren. Einstmals waren es Tausende, jetzt sind nur noch rund 500 übrig.
Dennoch gibt es in Deutschland aktuell etwa 14.000 Postshops, weil das Unternehmen parallel zur Schließung seit Jahren auf private Drittanbieter als Service- bzw. Franchisepartner setzt. 2011 soll es nur noch private Postfilialen geben.
Wenn aber ein rechtlich von der Deutschen Post unabhängiges Unternehmen, sagen wir, zum Beispiel ein türkischer Gemüsehändler in meiner Nachbarschaft einen kleinen gelben Counter neben seine Tomaten stellt und draußen eine Briefkasten anschraubt (nein, das habe ich mir nicht ausgedacht), dann kann man - zumindest nach meinem Verständnis von Wahrhaftigkeit und Lauterkeit kaum behaupten, man eröffne selber neue Filialen.
Wenn man es tut, dann muss man zumindest sehr viel Chuzpe besitzen.
Ein Post-Sprecher erklärte auf Anfrage, der wunderlich wirkenden Werbeslogan sei “kein Widerspruch, sondern offenbar nur ein begriffliches Missverständnis”. Die Sache mit den alten, neuen, postbetriebenen und privatbetriebenen Filialen sei recht komplex, so der Sprecher, und oft werde der Sachverhalt leider nicht korrekt wiedergegeben. “Hier handelt es sich einfach um das Phänomen der Verkürzung von Meldungen in den Medien.”
Wenn das so ist, dann handelt es sich bei der Post-Werbung offenbar um das Phänomen der Verkürzung von Fakten in der PR.
Wie wäre es dazu mit einem neuen Plakat auf dem steht: “Service ist für uns ein Versprechen, das wir durch die Schließung von 1.000 mit übellaunigen, langsamen Beamten besetzten Filialen eingelöst haben.”
Seit etwa zwei Wochen besitze ich einen Amazon Kindle. Als elektrisches Buch macht er mir viel Freude. Zurzeit nehme ich meinen Kindle allabendlich mit ins Bett und lese auf ihm “Conan the Cimmerian”.
Nur als Zeitung ist er eine große Enttäuschung.
E-Reader sollen, das hoffen zumindest viele Verlagsmanager, die Zeitung retten. Auf den ersten Blick erschien mir das Gerät als Papierersatz recht viel versprechend. Auf dem Kindle gibt es derzeit 56 Zeitungen, darunter “New York Times”, “Mainichi Shinbun” und “Le Monde”.
Die Titel kann man einzeln kaufen oder abonnieren. Dazu reicht ein Klick, die Zeitung wird dann über die Mobilfunkverbindung des Kindle binnen Sekunden auf das Gerät gepusht.
Dass Menschen für ihre NYT wieder zwei Dollar berappen, statt sie umsonst im Netz zu lesen, ist natürlich eine große Chance für die Verlage. Mein erster Eindruck ist: Sie nutzen sie nicht. Kaum eines der auf dem Kindle erhältlichen Blätter scheint sich ernsthaft Gedanken darüber gemacht zu haben, wie es seine Inhalte für den E-Reader optimieren kann. Stattdessen werden die Papierausgaben 1:1 übertragen.
Das Elend fängt bei der Optik an. Fotos sehen auf elektronischem Papier, gelinde gesagt, bescheiden aus. Sie wirken wie Schwarz-Weiß-Kopien, die jemand mit einer Xerox-Maschine aus den frühen Achtzigern gemacht hat.
Oft sind bei der Umformatierung zudem die unterschiedlichen Typen verloren gegangen, sodass sich Vorspann und Lauftext nicht mehr unterscheiden lassen. Der Blocksatz der FAZ etwa wird auf dem Kindle mitunter völlig zerfetzt - auf dem ohnehin nicht gerade riesigen Bildschirm entstehen so Löcher, in denen ein Zwei-Euro-Münze Platz hat.
Noch ärgerlicher ist das Fehlen einer vernünftigen Leserführung. Der größte Nachteil von Onlinemedien gegenüber der Zeitung (Zyniker würden sagen: der einzige) ist der kleinere Screen. Auf der Darstellungsfläche eines Laptops lassen sich bestenfalls halb so viele Artikel unterbringen wie auf der Doppelseite eines Broadsheets.
Da aber der Kindle-Screen nochmals wesentlich kleiner ist (15 cm) als ein Laptop, müsste man sich irgendetwas einfallen lassen - hat man aber nicht. Es gibt, z.B. bei NYT, “Handelsblatt” und FAZ, eine Rubrikenübersicht (Wirtschaft, Finanzen, Politik) - aber kein Verzeichnis der einzelnen Artikel oder einen Index vorkommender Personen oder Unternehmen, wie es ihn in vielen gedruckten Zeitungen gibt.
Stattdessen muss der geneigte Leser mit Hilfe des Jog-Dial durch die Zeitung blättern, Artikel für Artikel. Das ist ungefähr so komfortabel, als wenn man die gesamte NYT auf DIN-A-5-Seiten ausdrucken und zu einem großen Stapel auftürmen würde.
Am aberwitzigsten finde ich jedoch, dass sich die teilnehmenden Blätter durch die Bank dazu entschlossen haben, einen elektronischen Always-Online-Device mit einem komplett statischen Produkt zu beliefern.
Wie bei der guten alten Druckausgabe wird die Kindle-Zeitung einmal am Tag aktualisiert - und zwar früh morgens mit nachrichten vom Vorabend. Dabei wäre es dank des UMTS-Push ja problemlos möglich, auch zu anderen Zeiten zu aktualisieren.
Nun habe ich nach den ersten zwei Wochen das Gefühl, dass der Kindle sich eher für ruhiges, konzentriertes Lesen längeter Texte eignet - wer ein Feuerwerk aus News-Updates möchte und gerne Headlines scannt, der geht vermutlich besser ins normale Internet. Aber dennoch: Auf einem UMTS-fähigen Gerät die Content-Auslieferungszyklen des Prä-Internetzeitalters 1:1 fortzuschreiben, mutet absurd an.
Einige japanische Zeitungen haben Morgen- und Abendausgaben. Das wäre auch hier eine Möglichkeit. Vielleicht noch eine zusätzliche Mittagsausgabe. Zudem fände ich zumindest in zwei Fällen Push-Updates unverzichtbar:
1. Wenn um 16 Uhr etwas wirklich Großes passiert, kann man seinen (zahlenden!) Abonnenten nicht weiter den ollen Aufmacher vorsetzen, der vor 21 Stunden an die Druckerei gesendet worden ist.
2. Das gleiche gilt für Geschichten, die sich am Tag nach der Drucklegung als falsch erweisen bzw. bei denen sich die Sachlage grundlegend geändert hat. Die könnte man zurückziehen. Da es kein Seitenlayout gibt, wäre das einfach machbar.
Der Fairness halber muss ich anmerken, dass ich nicht weiß, was Amazon den Verlagen für ihre Kindle-Versionen für Vorgaben gemacht hat. Aber da Amazon ein ziemlich innovatives Unternehmen ist und ein großes Interesse daran haben müsste, auf seinem neuen E-Book originelle Produkte mit added value zu offerieren, kann man zumindest mutmaßen, dass die Verlage einen gehörigen Anteil an der enttäuschenden Präsentation ihrer Inhalte auf dem Kindle haben.
Ein letzter, ebenfalls wunderlicher Punkt. Nirgendwo habe ich Werbung gefunden. Wenn man eine Zeitung schon 1:1 für den gleichen Copypreis auf dem Kindle verkauft - wieso lässt man dann nicht die Anzeigen drin?
Oder noch besser: Setzt neue rein. Der Common Sense scheint ja zu sein, dass journalistische E-Paper-Inhalte ohne Werbung auskommen müssen. Aber warum eigentlich?
Werbeanzeigen auf dem Kindle müssten doch theoretisch die teuersten Display-Ads der Welt sein - denn die meisten der Besitzer füttern Amazons Recommendation System schließlich seit Jahren mit Daten zu ihren Shopping-Präferenzen. Exakteres Zielgruppenmarketing geht kaum.
Zum Schluss noch eine kleine Absurdität: Als ich mir meine erste NYT heruntergeladen hatte, wollte ich die Technology Section lesen, die ich von NYT.com kenne und schätze. Auf dem Kindle gibt es sie jedoch nicht.
Warum? Na, weil es sie in der Print-Ausgabe der Grey Lady auch nicht gibt. Der Papierversion liegt einmal wöchentlich die Beilage “Circuits” bei. Und deshalb ist das auf dem Kindle natürlich auch so.