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Posts from the ‘Werbung’ Category

Der bissigste Journalistenpreis der Welt

Dezember 3rd, 2009

Tom

Journalisten haben eine hehre Aufgabe. Sie sollen Politikern auf den Zahn fühlen und beherzt bohren. Sie sollen Licht ins Dunkel bringen, auch in die Zwischenräume schauen, damit bisher unentdeckte Fälle von Fäulnis ans Licht kommen. Aber dabei sollen sie stets konstruktiv arbeiten und auch Brücken schlagen.

Wer das alles leistet, der hat fürwahr Anerkennung verdient. Zum Glück gibt dafür jetzt den passenden Journalistenpreis: Den “Abdruck 2010″.

Hier der zugehörige Pressetext:

ProDente Journalistenpreis “Abdruck 2010″: Zähne im Blickpunkt der Öffentlichkeit

proDente zeichnet Pressebeiträge zur Zahnmedizin und Zahntechnik aus

Bereits zum fünften Mal schreibt die Initiative proDente e.V. in 2010 den Journalistenpreis „Abdruck“ für besonderes Engagement in den Themen Zahnmedizin, bzw. Zahntechnik aus. Herausragende journalistische Arbeiten, die in 2009 zahnmedizinische und zahntechnische Themen einer breiten Öffentlichkeit allgemein verständlich zugänglich machen sollen hier geehrt werden.

Zugelassen sind alle journalistischen Stilformen wie Reportage, Feature, Hintergrundbericht.

Hmmm, ein schönes Feature über Prämolare, so etwas wollte ich schon immer mal schreiben. Oder vielleicht doch lieber eine Strähnchenreportage, mit der ich beim “Bob”, dem Journalistenpreis für die anspruchsvolle Berichterstattung über Friseurdienstleistungen abräumen kann? Schwierige Entscheidung.

Schräge Schilder als Video (Werbung)

November 23rd, 2009

Tom

Kann man kaufen.

Schöner schenken mit Amazon

November 22nd, 2009

Tom

Besonders gut gefallen mir der zauselige Ehemann und “Leute, die schon alles haben”:

Pacta sunt servanda

November 20th, 2009

Tom

Die Herren von der DKV schreiben: “Natürlich ist jede Preiserhöhung eine wenig erfreuliche Nachricht. Andererseits ist es beruhigend zu wissen, dass Ihnen die vertraglich vereinbarten Leisungen sicher sind.”

Jetzt soll ich schon dankbar dafür sein, dass Ihr Euch an Recht und Gesetz haltet.

Werbung bizarr: Post schließt alle Filialen – wirbt aber mit 1000 Neueröffnungen

November 19th, 2009

Tom

Ach, die Werbung, dieser flitternde Vogel. Selten entsprechen ihre Aussagen uneingeschränkt der Wahrheit, mitunter sind sie dreiste Lügen. Und manchmal bewegen sich Werbebehauptungen im Bereich des Surrealen, wie bei der neuen Kampagne der Deutschen Post, deren Motive im Internet und auf Billboards zu sehen ist.

Dieses ist besonders schön:

1000 neue Filialen seit 2002? 15 pro Monat? Das klingt irgendwie kontraintuitiv, denn die Deutsche Post reduziert die Zahl der selbst betriebenen Außenstellen seit Jahren. Einstmals waren es Tausende, jetzt sind nur noch rund 500 übrig.

Dennoch gibt es in Deutschland aktuell etwa 14.000 Postshops, weil das Unternehmen parallel zur Schließung seit Jahren auf private Drittanbieter als Service- bzw. Franchisepartner setzt. 2011 soll es nur noch private Postfilialen geben.

Wenn aber ein rechtlich von der Deutschen Post unabhängiges Unternehmen, sagen wir, zum Beispiel ein türkischer Gemüsehändler in meiner Nachbarschaft einen kleinen gelben Counter neben seine Tomaten stellt und draußen eine Briefkasten anschraubt (nein, das habe ich mir nicht ausgedacht), dann kann man – zumindest nach meinem Verständnis von Wahrhaftigkeit und Lauterkeit kaum behaupten, man eröffne selber neue Filialen.

Wenn man es tut, dann muss man zumindest sehr viel Chuzpe besitzen.

Ein Post-Sprecher erklärte auf Anfrage, der wunderlich wirkenden Werbeslogan sei “kein Widerspruch, sondern offenbar nur ein begriffliches Missverständnis”. Die Sache mit den alten, neuen, postbetriebenen und privatbetriebenen Filialen sei recht komplex, so der Sprecher, und oft werde der Sachverhalt leider nicht korrekt wiedergegeben. “Hier handelt es sich einfach um das Phänomen der Verkürzung von Meldungen in den Medien.”

Wenn das so ist, dann handelt es sich bei der Post-Werbung offenbar um das Phänomen der Verkürzung von Fakten in der PR.

Die Post behauptet übrigens, Kunden seien mit nicht von der Post betriebenen Filialen zufriedener als mit Eigenfilialen. Wenn das so ist, dann wäre es vielleicht tatsächlich besser, die gesamte Paketabfertigung nebenbei von freundlichen, fleißigen Gemüsehändlern erledigen zu lassen.

Wie wäre es dazu mit einem neuen Plakat auf dem steht: “Service ist für uns ein Versprechen, das wir durch die Schließung von 1.000 mit übellaunigen, langsamen Beamten besetzten Filialen eingelöst haben.”

Also – mich würde das ansprechen.

Wie die Zeitungsbranche ihr Debüt auf Amazons Kindle versemmelt

November 10th, 2009

Tom

Seit etwa zwei Wochen besitze ich einen Amazon Kindle. Als elektrisches Buch macht er mir viel Freude. Zurzeit nehme ich meinen Kindle allabendlich mit ins Bett und lese auf ihm “Conan the Cimmerian”.

Nur als Zeitung ist er eine große Enttäuschung.

E-Reader sollen, das hoffen zumindest viele Verlagsmanager, die Zeitung retten. Auf den ersten Blick erschien mir das Gerät als Papierersatz recht viel versprechend. Auf dem Kindle gibt es derzeit 56 Zeitungen, darunter “New York Times”, “Mainichi Shinbun” und “Le Monde”.

Die Titel kann man einzeln kaufen oder abonnieren. Dazu reicht ein Klick, die Zeitung wird dann über die Mobilfunkverbindung des Kindle binnen Sekunden auf das Gerät gepusht.

Dass Menschen für ihre NYT wieder zwei Dollar berappen, statt sie umsonst im Netz zu lesen, ist natürlich eine große Chance für die Verlage. Mein erster Eindruck ist: Sie nutzen sie nicht. Kaum eines der auf dem Kindle erhältlichen Blätter scheint sich ernsthaft Gedanken darüber gemacht zu haben, wie es seine Inhalte für den E-Reader optimieren kann. Stattdessen werden die Papierausgaben 1:1 übertragen.

Das Elend fängt bei der Optik an. Fotos sehen auf elektronischem Papier, gelinde gesagt, bescheiden aus. Sie wirken wie Schwarz-Weiß-Kopien, die jemand mit einer Xerox-Maschine aus den frühen Achtzigern gemacht hat.

Oft sind bei der Umformatierung zudem die unterschiedlichen Typen verloren gegangen, sodass sich Vorspann und Lauftext nicht mehr unterscheiden lassen. Der Blocksatz der FAZ etwa wird auf dem Kindle mitunter völlig zerfetzt – auf dem ohnehin nicht gerade riesigen Bildschirm entstehen so Löcher, in denen ein Zwei-Euro-Münze Platz hat.

Noch ärgerlicher ist das Fehlen einer vernünftigen Leserführung. Der größte Nachteil von Onlinemedien gegenüber der Zeitung (Zyniker würden sagen: der einzige) ist der kleinere Screen. Auf der Darstellungsfläche eines Laptops lassen sich bestenfalls halb so viele Artikel unterbringen wie auf der Doppelseite eines Broadsheets.

Da aber der Kindle-Screen nochmals wesentlich kleiner ist (15 cm) als ein Laptop, müsste man sich irgendetwas einfallen lassen – hat man aber nicht. Es gibt, z.B. bei NYT, “Handelsblatt” und FAZ, eine Rubrikenübersicht (Wirtschaft, Finanzen, Politik) – aber kein Verzeichnis der einzelnen Artikel oder einen Index vorkommender Personen oder Unternehmen, wie es ihn in vielen gedruckten Zeitungen gibt.

Stattdessen muss der geneigte Leser mit Hilfe des Jog-Dial durch die Zeitung blättern, Artikel für Artikel. Das ist ungefähr so komfortabel, als wenn man die gesamte NYT auf DIN-A-5-Seiten ausdrucken und zu einem großen Stapel auftürmen würde.

Am aberwitzigsten finde ich jedoch, dass sich die teilnehmenden Blätter durch die Bank dazu entschlossen haben, einen elektronischen Always-Online-Device mit einem komplett statischen Produkt zu beliefern.

Wie bei der guten alten Druckausgabe wird die Kindle-Zeitung einmal am Tag aktualisiert – und zwar früh morgens mit nachrichten vom Vorabend. Dabei wäre es dank des UMTS-Push ja problemlos möglich, auch zu anderen Zeiten zu aktualisieren.

Nun habe ich nach den ersten zwei Wochen das Gefühl, dass der Kindle sich eher für ruhiges, konzentriertes Lesen längeter Texte eignet – wer ein Feuerwerk aus News-Updates möchte und gerne Headlines scannt, der geht vermutlich besser ins normale Internet. Aber dennoch: Auf einem UMTS-fähigen Gerät die Content-Auslieferungszyklen des Prä-Internetzeitalters 1:1 fortzuschreiben, mutet absurd an.

Einige japanische Zeitungen haben Morgen- und Abendausgaben. Das wäre auch hier eine Möglichkeit. Vielleicht noch eine zusätzliche Mittagsausgabe. Zudem fände ich zumindest in zwei Fällen Push-Updates unverzichtbar:

1. Wenn um 16 Uhr etwas wirklich Großes passiert, kann man seinen (zahlenden!) Abonnenten nicht weiter den ollen Aufmacher vorsetzen, der vor 21 Stunden an die Druckerei gesendet worden ist.

2. Das gleiche gilt für Geschichten, die sich am Tag nach der Drucklegung als falsch erweisen bzw. bei denen sich die Sachlage grundlegend geändert hat. Die könnte man zurückziehen. Da es kein Seitenlayout gibt, wäre das einfach machbar.

Der Fairness halber muss ich anmerken, dass ich nicht weiß, was Amazon den Verlagen für ihre Kindle-Versionen für Vorgaben gemacht hat. Aber da Amazon ein ziemlich innovatives Unternehmen ist und ein großes Interesse daran haben müsste, auf seinem neuen E-Book originelle Produkte mit added value zu offerieren, kann man zumindest mutmaßen, dass die Verlage einen gehörigen Anteil an der enttäuschenden Präsentation ihrer Inhalte auf dem Kindle haben.

Ein letzter, ebenfalls wunderlicher Punkt. Nirgendwo habe ich Werbung gefunden. Wenn man eine Zeitung schon 1:1 für den gleichen Copypreis auf dem Kindle verkauft – wieso lässt man dann nicht die Anzeigen drin?

Oder noch besser: Setzt neue rein. Der Common Sense scheint ja zu sein, dass journalistische E-Paper-Inhalte ohne Werbung auskommen müssen. Aber warum eigentlich?

Werbeanzeigen auf dem Kindle müssten doch theoretisch die teuersten Display-Ads der Welt sein – denn die meisten der Besitzer füttern Amazons Recommendation System schließlich seit Jahren mit Daten zu ihren Shopping-Präferenzen. Exakteres Zielgruppenmarketing geht kaum.

Zum Schluss noch eine kleine Absurdität: Als ich mir meine erste NYT heruntergeladen hatte, wollte ich die Technology Section lesen, die ich von NYT.com kenne und schätze. Auf dem Kindle gibt es sie jedoch nicht.

Warum? Na, weil es sie in der Print-Ausgabe der Grey Lady auch nicht gibt. Der Papierversion liegt einmal wöchentlich die Beilage “Circuits” bei. Und deshalb ist das auf dem Kindle natürlich auch so.

Trick or Treaty: Monster-Merkel meets Graf Sarko

Oktober 29th, 2009

Tom

Ein recht gelungenes Anzeigenmotiv aus der heutigen Financial Times, geschaltet von Avaaz.org. Die NGO fordert Bewegung beim Klimagipgel- “to avert real-life climate horror”.

Spam kann so poetisch sein

September 15th, 2009

Tom

Dieser Ausdruck! Diese Kraft!

Hallo

Ich habe dein Profil schön, und etwas motiviert mich, mit you’i kommunizieren found you at (www.spiegel.de) und wurde an Ihnen interessiert und verdient Anerkennung und fromm, My Dear in Ihrer gewohnten Zeit kann es gefällt dir zu schreiben mich zurück in E-Mail-Adresse (mirabelzarki@yahoo.com), so dass ich Ihnen meine Bilder und senden Ihnen auch sagen, mehr über mich. Eine Freundschaft ist das Fundament bauen auf anderen Verwandten Dinge come.May Gott segne Sie, wie ich ungeduldig warten, von Ihnen zu hören. Ihre einsamen Freund,
mirabel.

May Gott segne you auch, Mirabel …

Die dämlichste PM der Woche (und es ist erst Montag)

September 14th, 2009

Tom

Wenn man jeden Tag eine Zillion Pressemiteilungen erhält, dann sind naturgemäß auch immer ein paar dämliche dabei. Und ein paar selten dämliche. Und dann gibt es noch die astronomisch dämlichen. Die sind rar gesäht (zum Glück) und machen einen etwas sprachlos:

Mit Delticom zum Saturn: Über 1,6 Milliarden
Testkilometer zurückgelegt=

Reifentester aus 10 Ländern “landen auf dem Saturn”

HANNOVER, Deutschland –(BUSINESS WIRE)–14.09.2009–

Die unabhängige, internationale Plattform Reifentest.com, betrieben
von Europas führendem Online-Reifenhändler Delticom, ist im
internationalen Jahr der Astronomie (2009) ins Universum gestartet.
Die seit dem Jahr 2000 auf der Testseite zurückgelegten Testkilomter
von 1,6 Milliarden entsprechen mehr als der ungefähren Entfernung
zum Planeten Saturn, dem sechsten und zweitgrößten Planeten nach
Jupiter in unserem Sonnensystem.

Auf diesem Planeten ist teuer ja verpönt und es wird gerne gespart -
wie auch auf der Erde bei XXXXXXX.de, dem deutschen Reifenshop
der Delticom. Bevor die Erdbewohner hier neue Reifen kaufen, schauen
sie gerne mal auf der internationalen Testseite des
Online-Reifenexperten vorbei und informieren sich bei Reifentest.com
unabhängig und kostenlos über die schwarzen Rundlinge.

Die Distanz von mehr als 1,6 Milliarden (Test-)Kilometern erscheint in dem
Augenblick recht gering, in dem wir die Lichtgeschwindigkeit zu
Grunde legen. Dann würden wir nur ungefähr 70 Minuten benötigen, um
auf dem Saturn zu landen.

Und so schwurbelt es dann noch eine Seite lang weiter. Aber das erspar ich mir.

Hilfe, die Twitter-Spamwelle rollt an

August 5th, 2009

Tom

Neulich habe ich vor einer Reise die Frage in die Twittosphäre gerufen, ob jemand ein gutes Hotel in Luxemburg kennt. Eine vernünftige Antwort bekam ich nicht, dafür aber einen Werbetweet eines Reiseportals. Ich dachte mir nix dabei.

Ich Depp.

Gestern habe ich den Twitterfeed von Heise entfollowed. Kurz darauf bekam ich folgende (mutmaßlich automatisierte) Nachricht:

Ist im Prinzip wie der Nachfassanruf, wenn man sein Zeitungsabo kündigt. Aber wenn das um sich greift (und das wird es), dann könnte es eine nervige Angelegenheit werden.

Update: Hinter dem nachfasstweet verbergen sich a) ein Skript und b) ein netter Kollege.

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