Tom Hillenbrand’s Netzfundbüro

Der wahre Jakob

24 February 2010 — News

Ist schon mal jmd. aufgefallen, dass Jakob Augstein genau wie Joaquin Phoenix aussieht? Aber sowas von!

Joaquin Phoenix

Jakob Augstein

Digitale Bücher: König Artus muss ein Papierritter bleiben

24 February 2010 — News


Aus irgendeinem unerfindlichen Grund hatte ich Lust, den etwas schmalzigen und sehr länglichen Artus-Schinken “Nebel von Avalon” noch einmal zu lesen. Statt den unzeitgemäßen Gang in den nächsten Buchladen zu absolvieren, warf ich also meinen Amazon Kindle an, um mir die englische Ausgabe herunterzuladen.

Gibt es natürlich nicht.

Warum nicht? Vermutlich weil Marion Zimmer Bradleys Buch ein Riesen-Bestseller war (damals in den frühen Achtzigern, noch bevor Kohl Kanzler wurde) und die Verlage bei der Digitalisierung ihrer Inhalte derzeit dem Vorbild anderer Medienunternehmen zu folgen scheinen: Bloß nicht den guten content ins Internet stellen, sondern lieber erst mal den alten Schrott. Nach letztetem gibt es nämlich kaum Nachfrage - sodass man die Gefahr minimiert, dass einer die schönen Bücher klaut.

Wie ich feststellte, besaß ich Buch schon: auf deutsch, als Hardcover. Es steht seit Jahrzehnten bei meiner Mutter auf dem Dachboden, hat 1100 Seiten und wiegt soviel wie achtzig afrikanische Schwalben. Deshalb ist es als Bettlektüre viel zu unhandlich.

Ich wollte das Buch also weiterhin in digitaler Form. Ich wollte dafür zahlen. Also nochmal zahlen. Für ein Buch, das ich bereits habe, und das schon reichlich oll ist.

Von einer CD, die mir gehört, dürfte ich mir eine Sicherheitskopie machen. Darf ich mein Avalon-Hardcover zerschneiden, durch den Scanner jagen, per OCR in Text umwandeln und auf meinen Kindle laden? Vermutlich schon.

Ein Blick ins Internet zeigte mir, dass genau dies jemand mit der englischen Ausgabe bereits gemacht hat - man kann sie als PDF-Raubkopie herunterladen.

Irgendwie kommt mir diese traurige Geschichte bekannt vor. Es ist die der Musikindustrie.

Bahngeschichten: Wenn der Lokfürer seinen Zug nicht findet

23 February 2010 — News, Tests, Debatte, Wirtschaft, Mobilität, Autos auf Schienen

Altona Freight Yard • Pool "Effect"

Wie die Deutsche Bahn funktioniert - oder genauer gesagt, wie sie nicht funktioniert - das ist mir als Fahrgast häufig ein Mysterium. Neulich, bei einer Fahrt von Hamburg nach Frankfurt konnte ich durch ein Gespräch mit einem Lokführer allerdings einige interessante Einblicke in das Chaos hinter den Kulissen gewinnen.

Mein Zug sollte morgens von Hamburg-Altona nach Frankfurt fahren. Der Zug wird in Altona eingesetzt, wie das im Bundesbahnerdeutsch heißt, weswegen er eigentlich keine Verspätung haben sollte.

Der Zug war zur Abfahrtszeit aber nicht da. Das irritierte mich. Der Lokführer, der neben mir in der Kälte stand, war deutlich gelassener.

“Wo ist der Zug denn?”, fragte ich. “Und wenn der Zug nicht hier ist, wieso sind sie es?”

Der Zug, erklärte er mir, stehe in einem Depot. Es gibt zwei davon eines an der S-Bahn-Haltestelle Elbgaustraße und eines in Langenfelde. Es gibt einen Menschen, der dafür zuständig ist, die geparkten Züge nach Altona oder in einen der anderen Hamburger DB-Bahnhöfe zu verbringen und sie dort dem Lokführer zu übergeben.

Dummerweise, so der Lokführer, werden die Züge mitunter verparkt. Da komme man dann frühmorgens in der Elbgaustraße an und bekomme vom Depotwächter beschieden, der fragliche ICE sei nicht hier.

“Und dann? Kann die Leitstelle den Zug lokalisieren?”, fragte ich.

“Nö”, erwiderte er. “Dann geht man wieder zur S-Bahn, fährt zum anderen Depot und guckt halt da mal.”

So etwas könne ein halbes Stündchen dauern, mitunter länger - das wisse man vorher nie sogenau. Entsprechend sei auch die gelautsprecherte Ansage, dass sich der ICE nach Frankfurt um 15 Minuten verspäte, bloße Mutmaßung. Das sei eine Schätzung, die der Gleisansager aus der la main macht.

Wir plauderten etwa eine halbe Stunde und schauten auf das zugeschneite Gleisbett. “Holen wir unsere Verspätung wieder auf?”, fragte ich. “Nie im Leben”, sagte er. “Wir fahren bei der Kälte nämlich nur 150.”

“Jetzt frag’ ich doch mal nach”, sagte der Lokführer und nahm sein Handy aus der Tasche. Eigentlich, schob er erklärend nach, müsste irgendjemand ihn schon vor einer halben Stunde darüber informiert haben, wo denn der Zug bleibe.

Das schien mir keine überzogene Erwartungshaltung zu sein. Schließlich sollte der Mann den Zug ja fahren. Ich sagte etwas in diese Richtung, aber der Lokführer schüttelte den Kopf. “Uns Bescheid sagen, das machen die kaum noch.”

Der Lokführer telefonierte mit der Leitstelle. “Auf den Zug können wir hier lange warten”, sagte er. “Der ist gerade auf einem abweichenden Gleis eingefahren.”

Eine entsprechende Durchsage hatte es nicht gegeben. Aber wenn man nicht einmal den eigenen Lokführer über den Verbleib seines Zuges informiert, warum sollte man dann seine Fahrgäste ins Vertrauen ziehen?

Nachtrag: Eine Stunde nach der offiziellen Abfahrtszeit überquerten wir die Elbbrücken. Der Zug von Frankfurt nach Hamburg fuhr hingegen pünktlich ab. Dafür blieb er allerdings in Harburg liegen.

Foto: Alter Altonaer Güterbahnhof. by realityscans

Abgestaubt: Das Schönste aus meinem Archiv

5 February 2010 — News, Abgestaubt

In zehn Jahren kommt ganz schön was zusammen und beim Durchstöbern alter Unterlagen stoße ich immer wieder auf die eine oder andere Geschichte, die immer noch lesenwert oder wegen aktueller Ereignisse gerade wieder relevant ist.

Deshalb finden sich hier ab sofort unter dem Label “Abgestaubt” alte Texe von mir, meistenteils erschienen in Handelsblatt, SPIEGEL ONLINE oder der FTD. Viel Spaß damit.

Den Anfang macht Guido “PKV” Westerwelle.

Polit-Marketing: Westerwelle wirbt für DKV (SPIEGEL ONLINE, 26.01.2004)

FDP-Parteichef Guido Westerwelle macht neuerdings ganz unverhohlen PR für die Deutsche Krankenversicherung. In einem Werbeprospekt erklären die Liberalen ihren Mitgliedern, warum ein guter Freidemokrat eine Privatpolice bei der DKV abschließen sollte. mehr.

5 February 2010 — News


Alle Jahre wieder: The wunderfull Weihnachts-Poem

18 December 2009 — News

A Weihnachts poem

When the snow falls wunderbar
And the children happy are,
When the Glatteis on the street,
And we all a Gluehwein need,
Then you know, es ist soweit:
She is here, the Weihnachtszeit.

Every Parkhaus is besetzt,
Weil die people fahren jetzt
All to Kaufhof, Mediamarkt,
Kriegen nearly Herzinfarkt.
Shopping hirnverbrannte things
And the Christmasglocke rings.

Merry Christmas, merry Christmas,
Hear the music, see the lights,
Frohe Weihnacht, Frohe Weihnachvt,
Merry Christmas allerseits …

Mother in the kitchen bakes
Schoko-, Nuss- and Mandelkeks
Daddy in the Nebenraum
Schmücks a Riesen-Weihnachtsbaum
He is hanging auf the balls,
Then he from the Leiter falls …

Finally the Kinderlein
To the Zimmer kommen rein
And es sings the family
Schauerlich: “Oh, Christmastree!”
And then jeder in the house
Is packing die Geschenke aus.

Merry Christmas, merry Christmas,
Hear the music, see the lights,
Frohe Weihnacht, Frohe Weihnacht,
Merry Christmas allerseits …

Mama finds unter the Tanne
Eine brandnew Teflon-Pfanne,
Papa gets a Schlips and Socken,
Everybody does frohlocken.
President speaks in TiVi,
All around is Harmonie.

Bis mother in the kitchen runs:
Im Ofen burns the Weihnachtsgans.
And so comes die Feuerwehr
With Tatü, tata daher,
And they bring a long, long Schlauch
And a long, long Leiter auch.
And they cry - “Wasser marsch!”,

Merry Christmas, merry Christmas,
Hear the music, see the lights,
Frohe Weihnacht, Frohe Weihnacht,
Merry Christmas allerseits…*

Quelle: Ina Christou

Desaströses Timing: Renaults Peugeots Vollgas-Werbung zum Klimagipfel

7 December 2009 — News, Debatte, Autos, Energie, Wirtschaft, Werbung, Carmageddon

Diese Woche ist der Kopenhagener Klimagipfel das A-Thema. Manche Unternehmen schalten deshalb Werbung, um zu belegen, wie grün sie schon sind. Andere schauen betreten zu Boden und halten die Klappe. Und wieder andere schleudern dem Konsumenten ein fröhliches “Vernunft ist für Luschen” entgegen.

Gefunden in der SZ vom 7. Dezember 2009

Der bissigste Journalistenpreis der Welt

3 December 2009 — News, Medienmassaker, Wirtschaft, Werbung, Printen

Journalisten haben eine hehre Aufgabe. Sie sollen Politikern auf den Zahn fühlen und beherzt bohren. Sie sollen Licht ins Dunkel bringen, auch in die Zwischenräume schauen, damit bisher unentdeckte Fälle von Fäulnis ans Licht kommen. Aber dabei sollen sie stets konstruktiv arbeiten und auch Brücken schlagen.

Wer das alles leistet, der hat fürwahr Anerkennung verdient. Zum Glück gibt dafür jetzt den passenden Journalistenpreis: Den “Abdruck 2010″.

Hier der zugehörige Pressetext:

ProDente Journalistenpreis “Abdruck 2010″: Zähne im Blickpunkt der Öffentlichkeit

proDente zeichnet Pressebeiträge zur Zahnmedizin und Zahntechnik aus

Bereits zum fünften Mal schreibt die Initiative proDente e.V. in 2010 den Journalistenpreis „Abdruck“ für besonderes Engagement in den Themen Zahnmedizin, bzw. Zahntechnik aus. Herausragende journalistische Arbeiten, die in 2009 zahnmedizinische und zahntechnische Themen einer breiten Öffentlichkeit allgemein verständlich zugänglich machen sollen hier geehrt werden.

Zugelassen sind alle journalistischen Stilformen wie Reportage, Feature, Hintergrundbericht.

Hmmm, ein schönes Feature über Prämolare, so etwas wollte ich schon immer mal schreiben. Oder vielleicht doch lieber eine Strähnchenreportage, mit der ich beim “Bob”, dem Journalistenpreis für die anspruchsvolle Berichterstattung über Friseurdienstleistungen abräumen kann? Schwierige Entscheidung.

Schräge Schilder als Video (Werbung)

23 November 2009 — News, Autos, Werbung, Social Media


Kann man kaufen.

Pacta sunt servanda

20 November 2009 — News, Wirtschaft, Werbung

Die Herren von der DKV schreiben: “Natürlich ist jede Preiserhöhung eine wenig erfreuliche Nachricht. Andererseits ist es beruhigend zu wissen, dass Ihnen die vertraglich vereinbarten Leisungen sicher sind.”

Jetzt soll ich schon dankbar dafür sein, dass Ihr Euch an Recht und Gesetz haltet.