The problem: Tupperware containers are stackable, but Tupperware container lids are not. Which means that they will turn your scrupulously clean tidy cheerful kitchen into a chaotic hellhole. It’s a lid induced Tuppergeddon, basically.
But there is a solution:
German engineering. Vorsprung durch persnicketiness.
Die Deutsche Telekom will die DSL-Flatrate abschaffen und durch Kontingente ersetzen, wie man es aus dem Mobilfunk kennt. Das kleinstmögliche Kontingent soll 75 Gigabyte betragen.
Ist das nicht ausreichend Bandbreite? Warum die Aufregung?
Weil die Flatrate nicht nur ein Tarif ist, sondern eine zivilisatorische Errungenschaft. Wem das zu zu sehr nach argumentativer Überhöhung klingt, der erinnere sich an das Pleistozän des Internet. Um 1997 herum saßen wir vor unseren Rechnern und gafften staunend durch ein Fenster namens Netscape in diese interessante neue Welt, oft mit halboffenem Mund und unter Verlust jeglichen Zeitgefühls. Letzteres kam den frühen Infonauten teuer zu stehen – weil die Verweildauer im Netz damals noch in Telekom-Gesprächseinheiten abgerechnet wurde.
Weil es noch keine Flatrate gab.
In den USA verbreitete sich das Internet damals viel rasanter als in Europa. Und einer der Gründe, den Experten immer wieder anführten, war die Flatrate. Amerikaner mussten sich zwar ebenfalls über ein 56K-Modem bei AOL oder Compuserve einnödeln – das Tarifsystem der meisten Baby Bells sah jedoch free unlimited local calls vor. Dadurch war es in den USA von Anfang an egal war, wie lange man im Netz hing und was man herunterlud.
Flatrate bedeutete Fortschritt.
Den Siegeszug des stationären Internets Mitte der Nullerjahre, als jedes Jahr mehr als eine Million Breitbandanschlüsse in Deutschland hinzukamen, begründete wieder die Flatrate. Rückblickend kann man sagen, dass das moderne Web, dieses Ich-hab-Skype-LastFM-und-Youtube-offen-und-saug-derweil-Spielfilme-Internet ohne Flatrate unvorstellbar wäre. Es ist undenkbar, dass die Glotze irgendwann ausgeht, weil man zuviel TV geschaut hat. Und es ist inzwischen genauso undenkbar, dass man mit dem Internet nicht jederzeit soviel Daten austauschen kann, wie für die persönlichen Bedürfnisse erforderlich ist.
All das wäre die Flatrate nie passiert.
Nun argumentiert die Telekom, ein unbegrenztes Datenvolumen sei für den normalen Nutzer gar nicht notwendig – die vorgesehenen Kontingente würden für so ziemlich alle vorstellbaren Anwendungen reichen. Das mag sogar stimmen – aber was ist mit den unvorstellbaren Anwendungen? Es gehört zum Wesen von neuen Technologien, dass man sie sich weder vorstellen noch sie zielgenau prognostizieren kann. Hätte man 1995 Internetuser gefragt, ob ein monatliches Datenvolumen von 1 GB für alle Zeit ausreichend sei, dann hätte die überwiegende Mehrheit wohl mit “Ja” geantwortet.
Das Lustige an dem Strategieschwenk der Deutschen Telekom: Noch vor gar nicht so langer Zeit argumentierte sie in genau die umgekehrte Richtung.
Mitte des vergangenen Jahrzehnts, als der Konzern einen neues Glasfasernetz (VDSL) baute, da forderte Unternehmenschef Kai-Uwe Ricke von der Bundesregierung für diese neue Infrastruktur Regulierungsfreiheit. Die Argumentation der Bonner ging damals ungefähr folgendermaßen:
- Wir bauen ein geiles Netz mit pornöser Bandbreite.
- Niemand kann derzeit sagen, was für coole neue Dienste darauf entstehen werden.
- Weil das alles so neu ist, muss man es juristisch als“ neuen Markt“ werten.
- Neue Märkte werden nicht reguliert.
- Deshalb darf VDSL von der Bundesnetzagentur zunächst nicht reguliert werden.
Die Telekom argumentierte damals also, man dürfe Zukunftstechnologien nicht mit Limits, Bremsen, Fußfesseln, ja: Drosselungen versehen, da man ansonsten eine viel versprechende Sache bereits abgewürge, bevor sie so richtig begonnen habe. Das gefährde den Fortschritt, den Standort Deutschland, Arbeitsplätze etc. pp,
Es sieht so aus, als wolle die Telekom von ihrer damaligen klugen Erkenntnis nun nichts mehr wissen.
München – Am frühen Morgen ist es in der bayrischen Hauptstadt zu einem schweren Gewaltverbrechen gekommen. Simon Petrus, einer der Topmanager der international tätigen God Group Inc., wurde in der Innenstadt auf offener Straße niedergeschossen. Er verstarb noch am Tatort.
Dringend tatverdächtig ist der Vierzigjährige Tom H. Augenzeugen zufolge soll er zahlreiche Schüsse auf dem Wirtschaftsführer abgegeben haben. “Signore Petrus kam jeden Morgen von seinem Büro in der Theatinerkirche zu uns herüber, um sechs oder sieben caffé corretto zu trinken“, erklärte Luigi R., Chefkellner im Café Tambosi.
Petrus, der bei der God Group die Funktion des Chief Weather Officers inne hatte, war offenbar gerade auf dem Weg zu seinem Stammcafé, als ihn H. auf offener Straße konfrontierte. Nach einem kurzen, heftigen Wortwechsel zog der Täter eine Pistole des Typs .50 Desert Eagle aus seinem Mantel und eröffnete das Feuer auf Petrus. Augenzeugen berichten, der Schütze habe mehrfach nachgeladen und sogar noch weitergefeuert, als der Wettermanager bereits regungslos am Boden lag.
Ein Polizeisprecher erklärte, der arbeitslose Kolumnist und Krimiautor H. sei inzwischen geständig. Nach Darstellung des Sprechers hegte der Schriftsteller offenbar bereits seit längerem einen Groll gegen sein Opfer, und soll die Bluttat mit dessen “total miesem Wettermanagement“ gerechtfertigt haben.
Der psychisch labile Mann leidet nach Meinung von Polizeipsychologen unter Frühlingswahnvorstellungen (med. superstitio veris). Angehörige und Freunde soll Tom H. bereits seit Wochen mit Prognosen genervt haben, die ein baldiges Ende des Winters vorhersagen. Am gestrigen Abend hatte H. nach eigenen Angaben der Wetter-App seines iPhones entnommen, beim Aufwachen würden ihn strahlend blauer Himmel und acht Grad erwarten.
Stattdessen gab es in ganz Bayern am Morgen starke Schneefälle. “Als seine Wahnvorstellung nicht eintraf, ist vermutlich irgendetwas in ihm zerbrochen“, erklärte ein Polizeisprecher.
Bei der Durchsuchung von H.s Haus im Münchner Westen fand die Polizei größere Mengen Sprengstoff und Munition, ferner mehrere Pistolen und zwei vollautomatische Sturmgewehre. Derzeit ist noch unklar, woher der von Gründungszuschuss und gelegentlichen Schreibarbeiten für eine Fernsehillustrierte lebende H. diese Waffen hatte. Bei der Vernehmung soll er lediglich gesagt haben, er benötige diese “für seine Arbeit als Krimiautor“.
Obwohl Sanitäter bereits nach wenigen Minuten am Einsatzort waren, konnten sie nicht mehr für den schwerverletzten Petrus tun. Der flüchtige Schütze wurde anderthalb Stunden später am Münchner Flughafen gestellt, als er mit zwei Pistolen und einer abgesägten Schrotflinte im Gepäck versuchte, für einen Flug nach San Francisco einzuchecken. In der Vernehmung soll H. erklärt haben, sein Ziel sei die Apple-Zentrale im kalifornischen Cupertino gewesen. Als Reisegrund gab er die inakkuraten Wetterdaten auf seinem iPhone an. Er sei auf dem Weg zu Apple Chef Tim-Cook gewesen, habe jedoch betont, “nur mit dem Mann reden wollen”.
Der kontroverse Petrus Simon war von seinen Kritikern in der Vergangenheit immer wieder wegen seines teils als erratisch empfundenen Wettermanagements kritisiert worden. “Unter Petrus sind die Jahreszeiten total versuppt“, erklärte Wettermoderator Jörg Kachelmann heute. “Es ist nicht schade um diese Pfeife, und die jetzt einsetzende mediale Hetzjagd auf Tom H. ist mal wieder typisch.”
Regierungs- und Wirtschaftsvertreter äußerten sich hingegen positiv über den Verstorbenen. “Wir hatten manchmal Differenzen, aber er war eine beeindruckende Persönlichkeit“, sagte Bahnchef Rüdiger Grube. Alexander Dibelius, Deutschlandchef der Investmentbank Goldman Sachs, bezeichnete Petrus als “den größte Rainmaker aller Zeiten”.
Wer Petrus’ Funktionen bei der God Group übernehmen wird, ist derzeit noch völlig unklar. Insidern zufolge haben sowohl der Manager J. Christ als auch sein Rivale H. Ghost gute Chancen auf den Job. Petrus war auch Stellvertreter von Unternehmenschef Louis Cyphre und galt seit fast 2000 Jahren als dessen möglicher Nachfolger.
Als Münchner mit Migrationshintergrund habe ich Gefallen am hiesigen Essen gefunden, insbesondere an der Brezel Breze, speziell der Butterbreze. Der Hamburger oder Frankfurter kann diese weder vernünftig backen, noch ist ihm beizubringen, dass man sie nicht mit Butter beschmieren und dann drei Stunden in der Auslage liegen lassen kann.
Innen matschige und außen bockelharte Brezen von Allwörden oder Kamps sind jedoch harmlos im Vergleich zu jenem Exemplar, dass meine Freundin Steffi unlängst in Berlin bei Kaisers/Tengelmann entdeckt hat.
Als sie begann, ihre Breze Brezel zu verzehren, bemerkte sie, dass diese im Abgang stark buttrig war – wider Erwarten, denn es handelte sich um ein unaufgeschnittenes Exemplar. Die Verkäuferin erklärte ihr auf die Frage, wie denn in die trockene Brezel Butter hineinkomme:
“Is’ einjespritzt.”
Und zwar mit insgesamt zehn Injektionen. Innovation, auch kulinarische, findet man eben immer dort, wo man sie überhaupt nicht vermutet. Man kann darüber die Nase rümpfen, aber in die Berliner (ich glaube, in Berlin sagt man: Pfannkuchen) wird die Marmelade schließlich ooch einjespritzt.
Diese Einbringnung schmackhafter Kondimente in Festprodukte, die ich einfach mal als “Berliner Methode” bezeichnen würde, ist extrem ausbaubar. Wieviel Zeit, Geld und Waschmittel könnten die Menschen sparen, wenn sie endlich aufhörten zu dippen, zu schmieren und zu tunken – und stattdessen einspritzten?
In Weißwürste könnte man süßen Senf injizieren, in Wienerle scharfen. Pommes Frites ließen sich mit Ketchup füllen – am besten händisch. Wegen des Manufakturcharakters. Handjespritzt, wa.
Sind die Likes auf Facebook wirklich alle echt? Seit das Netzwerk in meinem Stream mehr Werbung zeigt, fallen mir des öfteren Seltsamkeiten auf. Einige der gezeigten Seiten scheinen nicht zu den Personen zu passen, welche diese angeblich geliked haben.
In vielen Fällen stellt sich bei Nachfrage heraus, dass der Betreffende tatsächlich Fan von Coldplay, Lothar Matthäus oder der FDP ist. Aber nicht immer: Ein Rundruf im Facebook-Freundeskreis förderte unter anderem folgende Fälle zutage:
1. Der Social-Media-Experte B. fand in seiner Like-Liste die Seite “Need for Speed”,die er nach eigenen Angaben nie angeklickt hat.
2. Die Verlagsmitarbeiterin G. outete sich in den Streams ihrer Freunde als American-Express-Fan, gibt aber an, deren Seite nie geliked zu haben.
3. Der jazzbegeisterte Videogame-Redakteur T. fand unter seinen mageren 51 Fanpages auch den Prollrapper Denone, den er bis dato gar nicht kannte. Als er auf das Icon klickte, wurde er nach eigenen Angaben seltsamerweise direkt zu diesem Youtubevideo weitergeleitet.
Wie passiert so etwas? Mehrere Möglichkeiten sind denkbar:
1. Es handelt sich um Userfehler: Klickdemenz wäre denkbar, ferner Internet-Legasthenie oder Like-Amnesie.
2. Skrupellose SEO/Marketing-Ärsche haben eine Sicherheitslücke in Facebooks Plattform gefunden und jubeln den Nutzern nun Like-Spam unter.
3. Facebook lässt unter der Hand zu, dass sich Firmen Likes unbeteiligter Nutzer kaufen.
Das dritte erscheint mir, trotz der enormen Pressionen, die seit dem glücklosen Börsengang auf Facebook ruhen, äußerst unwahrscheinlich. Beunruhigend sind jedoch Berichte, nach denen es auch wesentlich größere Fälle gibt als das oben angeführte Kleinklein. Zum Beispiel bei Oracle, wo Nutzer ohne ihr Wissen auf Fanpages transferiert und/oder möglicherweise sogar wider Willen zu Fans gemacht wurden. In den USA zeigten im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen zudem die Profile eingefleischter Barack-Obama-Anhänger offenbar Likes für dessen Widersacher Mitt Romney an.
Momentan sieht es noch so aus, als ob sich diese Geschichten verhältnismäßig leicht aufklären ließen. Man kann das Ganze vermutlich auf ein paar schwarze Schafe unter den Marketern zurückführen.
Mein Gefühl ist dennoch, dass diese Sache viel größer wird. Denn das Kernproblem ist nicht irgendein Black-Hat-Marketer. Das Kernproblem ist, dass Facebook beschlossen hat, seine Nutzer in dieser Weise zu verkaufen. Durch die neuerdings aggressiv in den Streams, dem sanctum sanctorum der Site, präsentierten Anzeigen wird der User wider Willen zu einem Testimonial gemacht.
In dieser Weise für Werbung benutzt zu werden, das ist etwas völlig anderes, als im Freundeskreis mit einem einzeiligen Like-Statusupdate aufzutauchen.
Facebook muss dringend höhere Werbeeinnahmen und effektivere Anzeigen vorweisen, da viele die Ads des Netzwerks für ineffektiv halten. Und darum ballert der Zuck unsere Streams nun mit diesen Usertestimonials voll. Ich glaube, das ist ein großer Fehler. Denn unabhängig davon, ob jemand eine Seite tatsächlich geliked hat oder nicht, ist es ihm möglicherweise unangenehm, in einer derart prominent platzierten Werbeanzeige aufzutauchen.
Sicherlich steht irgendwo in den Nutzungsbedingungen, dass Facebook das alles darf. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass sich viele Nutzer instrumentalisiert fühlen werden.
Da köchelt was. Wer das nicht glaubt,der muss nur auf die Fanpage von Oracle schauen.
Nachtrag: Wen Ihr so geliked habt, könnt Ihr unter http://www.facebook.com/EUER_WERTER_NUTZERNAME/favorites sehen.
Mein Media Receiver 303, das ist die IPTV-Kiste der Deutschen Telekom, hat die eine oder andere Macke. Bildruckeln ist immer mal wieder ein Problem, ferner einfrierende Menüs. Aber der nervigste Bug ist der ohne Vorwarnung verschwindende Festplattenrekorder.
Now you see it, now you don’t: Wenn man das Gerät einschaltet, ist der Menüpunkt “Videorekorder” plötzlich weg. Das passiert alle paar Wochen. Fährt man die Box neu hoch, taucht er i.d.R. wieder auf (aber nicht sofort, sondern erst nach mehreren Minuten).
Das allein wäre schon ätzend genug, denn man kann seine Sendung nun nicht zum Wunschtermin schauen, sondern muss erst einmal 20 Minuten warten, bis der Neustart durch ist. Noch nerviger ist jedoch, dass keine Aufnahmen erfolgen, während der Videorekorder auf Betriebsausflug ist.
Ein tolles Feature bei Telekom Entertain ist ja eigentlich, dass ich über mein iPhone das TV-Programm durchsuchen und Sendungen aufnehmen kann – Instapaper fürs Fernsehen quasi. Dies bedeutet freilich auch, dass ich mitunter tage- oder wochenlang nicht in das Menü des Rekorders schaue. Und damit nicht sehe, dass der HD-Rekorder wieder mal ins Koma gefallen ist. Da die Aufnahmen lokal erfolgen und nicht über die Cloud, sind die programmierten Sendungen somit nicht auf der Platte.
Die Remedur? Niemand weiß Genaues, schon gar nicht die Telekom. Thomas Knüwer und ich haben einen längeren Twitterdialog mit dem Service geführt. Dem war das Problem offenbar unbekannt, obwohl es seit Jahren ein Forenthema zu sein scheint.
Der Lösungsvorschlag lautete: Manueller Softwareupdate. Da DT eingesteht, den Fehler nicht zu kennen ist das aber, befürchte ich, nur die Standard-1st-Level-Support-
Randbemerkung: Zur Durchführung des vom Service vorgeschlagenen “manuellen Softwareupdates” steht leider nichts in der Bedienungsanleitung des MR303. Der Service konnte auch keine andere Quelle nennen (sondern verwies uns mysteriöserweise an den Handysupport). Eine freundliche Twitterin klärte mich jedoch auf, man müsse die Box mit dem Schalter auf der Rückseite viermal an und ausschalten, dann gebe es einen forced Update. Das funktioniert auch. Ob es hilft?
Auf Twitter haben wir bereits weitere Leute getroffen, die das Problem ebenfalls kennen. Wenn man hämisch wäre, dann könnte man nun darüber frotzeln, dass dies bei einer Box, die auf Windows CE läuft, zu erwarten sei; interessanter fände ich aber, ob viele weitere Leute dasselbe Problem haben. Falls Euer Telekom-Rekorder auch spinnt, dann bitte mit Angabe des Modells unten kommentieren.
Und falls jemand eine Lösung kennt: Du bist mein Held, Fremder.
Als Reaktion auf die Aktion “Wir sind die Urheber” schreibt Alvar Freude, das ganze sei “ekelhaft und schäbig”.
Meine Replik in den Kommentaren und hier nochmal als eigener Post:
Ach Alvar. Du hättest Dich mit dem Umstand auseinandersetzen, können, dass weit mehr als 100 Künstler diesen Brief unterzeichnet haben. Mit dem Umstand, dass sie augenscheinlich Angst haben. Nicht um millionenschwere Pfründe, sondern i.d.R. um ein Gehalt, das auch nicht höher ist als das eines Facharbeiters. Machst Du aber nicht.
Stattdessen grätscht Du gleich pöbelnd rein (“ekelhaft”) und stellst das Ganze als Abwehrmaßnahme eines “millionenschweren” Literaturagenten dar, der die ganzen Unterzeichner offenbar irgendwie wollig gequatscht, damit sie das unterschreiben. Hat er nicht.
Dein Sound ist freilich nicht überraschend, denn er ist leider inzwischen Teil einer altbekannten und (gerade für einen bekennenden Webfuzzi wie mich) unglaublich ermüdenden rhetorischen Strategie: Künstler (oder allgemeiner gesagt Rechteinhaber) sind bei Euch stets ahnungslose Deppen, die von den bösen Kapitalisten der Verwertungsindustrie irgendwie geknechtet oder verführt werden und die man ganz dringend (mithilfe des Webs) befreien muss.
Ihr erinnert mich an den örtlichen Spinner von der MLPD in den Achzigern, der die Arbeiter vom Joch des Kapitalismus befreien wollte. Aber die wollten nicht befreit werden. Und die meisten Künstler wollen es auch nicht, schon gar nicht von Dir. Die Sichtweise ist natürlich immens praktisch, denn dank ihr muss man auf die Argumente dieser Künstlerdeppen gar nicht eingehen, sondern kann weiter gegen die Fiktion der Contentmafia rotzen, zu der bei Dir ja offenbar nicht nur Warner oder Sony gehören, sondern auch mittelständische Verlage und der Literaturagent.
Also jener Typ, der gerade dafür sorgt, dass wir Rechteinhaber von den Verwertern aus Hollywood und Minas Morgul nicht über den Tisch gezogen werden und was von der Kohle sehen.
Du argumentierst unlogisch, Du argumentierst ausweichend. Nachvollziehbar, denn Du argumentierst inhaltlich aus einer Position der Schwäche.
Mir war auch nicht bewusst, dass es neuerdings verboten ist, viel Geld zu verdienen. Vielleicht ist das in irgendeiner kommunitären virtuellen Messageboardwelt, in der Du lebst so, aber in meinem Land herrscht erfreulicherweise Marktwirtschaft. Die und das Internet gehören übrigens zusammen und sind einer der größten verdammten Fortschritts- und Freiheitstreiber, die es gibt. Danke fürs Zuhören.
Aus gegebenem Anlass: Wie man missglückte Vergleiche nachträglich erklärt.












