Seit einiger Zeit nutze ich DragonDictate for Mac. Im Großen und Ganzen funktioniert diese Software recht gut. Aber was einen komplett in den Wahnsinn treiben kann, sind die Sprachbefehle. Zunächst einmal sind diese nicht logisch aufgebaut. Wenn man beispielsweise den Ruhemodus des Mikrofons beenden will, lautet der Befehl “Wach auf“. Will man jedoch in den Schlafmodus wechseln, dann lautet der Befehl nicht etwa „Schlaf ein“ – sondern inkonsistenterweise “Schlafmodus aktivieren”.
Noch absurder wird es, wenn man die zahlreichen anderen Sprachbefehle verwenden will, mit der man etwa durch Webseiten navigieren oder weitere Funktionen des Computers steuern kann. Der deutschen Version der Software liegt lediglich eine kleine Befehlsübersicht bei. Die vielen vielen weiteren Befehle, die es noch gibt, befinden sich in einem 200-seitigen Benutzerhandbuch, das nicht mitgeliefert wird.
Ich habe es mir runtergeladen, aber wie sich herausstellt, hat irgendjemand bei der Übersetzung dieses Handbuchs ganz große Scheiße gebaut. Sehr viele der dort angegebenen Sprachbefehle funktionieren schlichtweg nicht. Wenn man sich die insgesamt schlampige Übersetzung anschaut, dann wäre meine Vermutung dass sich die Programmierer, die die Sprachbefehle festlegten, nicht mit den Übersetzern koordinierten, die das Handbuch gestalteten.
Das ist sehr ärgerlich, denn fürs Diktieren funktioniert die Software eigentlich wirklich gut. Aber schon die Titelseite des Handbuchs verdeutlicht, was ich meine:
Nach dem Erscheinen meines ersten Krimis “Teufelsfrucht” wurde ich von Lesern gefragt, ob das Buch denn irgendwann verfilmt wird. Die wahrheitsgemäße Antwort lautete (und lautet), dass ich das nicht weiß. Aber die Frage führte dazu, dass ich mit Freunden bei einigen Gläsern Wein überlegte, wer denn wohl meinen Protagonisten, den genießerischen, bodenständigen und manchmal etwas grummeligen Luxemburger Koch Xavier Kieffer, am besten spielen könnte.
Damals war der Name, der mir als erstes einfiel, Gregor Weber – bekannt als Kriminaloberkommissar Stefan Deininger aus dem Saarbrücker “Tatort”. Nicht nur hat er das Format (schauspielerisch wie körperlich), er ist als gebürtiger Saarländer auch gut mit dem Leben drüben in Luxemburg vertraut. Weber ist außerdem gelernter Koch und kennt sich bestens mit haute cuisine aus – er absolvierte seine Lehre bei Kolja Kleeberg, im Sterne-Restaurant VAU. Ferner ist er selbst Krimiautor. Kurzum, Gregor Weber wäre der perfekte Xavier Kieffer.
Deshalb habe ich einen Luftsprung gemacht, als mir der Audio Media Verlag mitteilte, das Hörbuch zum zweiten Kieffer-Krimi “Rotes Gold” solle von Gregor Weber gelesen werden. Die Hörproben sind toll, das CD-Set (und die Downloads) erscheint im April parallel zum Buch.
A Weihnachts poem
When the snow falls wunderbar
And the children happy are,
When the Glatteis on the street,
And we all a Gluehwein need,
Then you know, es ist soweit:
She is here, the Weihnachtszeit.
Every Parkhaus is besetzt,
Weil die people fahren jetzt
All to Kaufhof, Mediamarkt,
Kriegen nearly Herzinfarkt.
Shopping hirnverbrannte things
And the Christmasglocke rings.
Merry Christmas, merry Christmas,
Hear the music, see the lights,
Frohe Weihnacht, Frohe Weihnachvt,
Merry Christmas allerseits …
Mother in the kitchen bakes
Schoko-, Nuss- and Mandelkeks
Daddy in the Nebenraum
Schmücks a Riesen-Weihnachtsbaum
He is hanging auf the balls,
Then he from the Leiter falls …
Finally the Kinderlein
To the Zimmer kommen rein
And es sings the family
Schauerlich: “Oh, Christmastree!”
And then jeder in the house
Is packing die Geschenke aus.
Merry Christmas, merry Christmas,
Hear the music, see the lights,
Frohe Weihnacht, Frohe Weihnacht,
Merry Christmas allerseits …
Mama finds unter the Tanne
Eine brandnew Teflon-Pfanne,
Papa gets a Schlips and Socken,
Everybody does frohlocken.
President speaks in TiVi,
All around is Harmonie.
Bis mother in the kitchen runs:
Im Ofen burns the Weihnachtsgans.
And so comes die Feuerwehr
With Tatü, tata daher,
And they bring a long, long Schlauch
And a long, long Leiter auch.
And they cry – “Wasser marsch!”,
Merry Christmas, merry Christmas,
Hear the music, see the lights,
Frohe Weihnacht, Frohe Weihnacht,
Merry Christmas allerseits…*
Quelle: Ina Christou
Die gerade viel diskutierte These in Sachen Buchmarkt ist, leicht überspitzt, folgende:
Die vordigitalen Verlage vereinen in sich die pathologische Realitätsverweigerung der Musikindustrie und die gnadenlose Selbstüberschätzung der Zeitungsbranche. Deswegen droht ihnen unweigerlich der Tod (nach langem, qualvollen Siechtum).
In Kürze wird es dieser These zufolge praktisch gar keine Verlage mehr geben. Nach dem Verlagssterben werden Autoren ihre Buchstaben entweder selbst durch die Datenpipe pusten. Oder Jeff “The Devourer” Bezos wird es für sie tun, als erster, einziger und letzter volldigitaler Verleger des Planeten.
Glaub’ ich nicht.
Was sicherlich stimmt, ist, dass Buchverlage so pfadabhängig sind, dass es jedem technologieaffinen Menschen weh tun muss. Als das Ebook noch nicht da war (aber man schon ahnte, das es bald kommen würde), da sagten sie: “Niemand will Mankell auf einem Bildschirm lesen.”
Als Amazon mehr Ebooks als Papierbücher verkaufte, erwiderten sie: “Na und? Ob wir unsere Bücher auf Papier verkaufen oder digital, das ist doch gehupft wie gesprungen.”
Als Amazon eigene Verlage gründete, erklärten sie: “Die köcheln auch bloß mit Wasser.”
All diesen Paraphrasen ist gemein, dass sie als Stichtagsbetrachtungen absolut zutreffen, jedoch von geringer Halbwertzeit sind. Denn wenn einen das Internet eines lehrt, dann ist es das: Das Web ermöglicht es, eine Dienstleistung oder ein Produkt zu niedrigeren Grenzkosten anzubieten als zuvor im Meatspace. Es reißt außerdem stets die Eintrittsbarrieren für neue Marktteilnehmer nieder. Die Erfahrung lehrt, dass deshalb plötzlich ganz neue Spieler auftauchen. Und die begnügen sich nie damit, das vorhandene, vordigitale Geschäftsmodell zu digitalisieren. Sie erfinden es neu, from the ground up.
Für die etablierten Verlage mag das eine schlechte Nachricht sein, siehe Zeitungsbranche. Aber für die Buchbranche, diese kulturell enorm wichtige Branche, ist es eine großartige. Denn es werden, glaube ich, bald viele neue Verlage entstehen. Sascha Lobo hat sehr richtig erkannt, dass Autoren meist nur schreiben wollen und überhaupt keinen Bock auf den ganzen anderen Kladderadatsch haben, der für ein Buch notwendig ist (mal abgesehen davon, dass sie das meiste davon auch gar nicht könnten, selbst wenn sie es wollten). Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Man ist als Autor schon allein genug, und einen guten Verlag zu haben, der einen unterstützt und an einen glaubt, ist Gold wert.
Michael Arrington hat bei Techcrunch einst darüber sinniert, wie die Kostenstrukturen der NYT aussähen, gründete man sie heute komplett neu. Man kann das gleiche Gedankenspiel für Verlage anstellen. Sobald der Vertrieb volldigital ist (das dauert ja nicht mehr soo lange), dann ändert sich das Spiel völlig: Jeder motivierte junge Verleger kann dann einen geilen kleinen Verlag auf die Beine stellen. Er braucht nur ein paar gute Gehirne und DSL. Er muss sich nicht mehr mit Buchhandelsvertretern oder Druckereien herumschlagen. Er kann sich auf das Wesentliche konzentrieren: Guten Autoren helfen, hervorragende Bücher zu machen und diese dann an den Mann zu bringen.
Ich bin mir sicher, dass es da draußen eine Menge frustrierte Großverlagslektoren gibt, die genau darüber nachdenken. Genauso wie sich Nachrichtenbereich mit Politico, Techcrunch oder Huffpost komplett neue Spieler etabliert haben, wird es auch bei den Bücher laufen. Mit dem Ergebnis, dass es vielleicht in zehn Jahren mehr Verlage geben wird als heute. Was ziemlich cool wäre. Also bitte nicht zu sehr über Jeff Bezos aufregen. Der hat ja mal gesagt: “Heutzutage is das Internet so was, wie die Explosion im Kambrium vor 550 Millionen Jahren.” Vielleicht gibt es ja bald ein Kambrium für Bücher. Am besten gleich einen geilen Verlag gründen. Es gab nämlich nie eine bessere Zeit, Verleger zu werden als heute.
Bei der Großregion-Krimilesenacht am 19.11.2011 gibt es Lesungen zahlreicher Autoren aus Deutschland, Belgien und Luxemburg. Ich lese dort aus Teufelsfrucht. Ein guter Grund zu vorbeikommen, ist auf jeden Fall das Essen:
18:30h Eröffnung mit einem Aperitif - Pâté de Riesling incisé à vif (Rieslingpastete)
19:00h Tullio Forgiarini - Un compressé d’Harry Cover et autre (Bohnensuppe)
19 :30h Aline Kiner - Risotto de blé des Gaulois (Dinkelrisotto)
20:00h Marco Schank - 20:30h Pause
20:50h Wolfgang Brenner - Marc Assassiné déconfit et marrons-nous (Wildschwein mit Esskastanien)
21:20h Armel Job - Une tartine d’Herve aux liégeois, disaient-ils (Brot mit belgischem Käse)
21:50h Tom Hillenbrand - Le fruit du diable… peut-être celui-là aussi (Obstsalat)
ab 22:30h Playlist mit Filmmusiken reloaded by Hans Fellner
Er hat geniale Geräte gebaut, Design-Ikonen geschaffen, die Musikindustrie umgekrempelt – ja, sicher. Doch Steve Jobs’ wahres Vermächtnis liegt woanders: Der Kalifornier war der größte praktische Philosoph unserer Zeit.
Vor allem seine Stanford-Rede ist ein Manifest, sie enthält so ziemlich alles, was man über das Leben wissen muss. Wer sich manchmal fragt, ob er eigentlich in die richtige Richtung läuft, der sollte sie sich anhören. 15 Minuten geballte praktische Philosophie sind das, die gesamte Lebensweisheit des Steve Jobs. Erklärt in jener einfachen und eindringlichen Sprache, die eine seiner größten Gaben war.
— Sent from my iPhone 5
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