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The music industry vs. globalized culture

Juni 26th, 2011

Tom

I have spent way too much time on the social music platform Turntable.fm recently. It is highly addictive and I have been pondering what the secret sauce of this thing is, why it is such a sticky experience.

Thanks to the music industry I now know why.

Since Saturday, Turntable.fm has been forced to block all non-US users from its service “due to licensing constraints”. In other words, the internetophobic music industry felt that tens of thousands of Asians, Europeans and South Americans listening to music streamed by an NYC company was unacceptable.

I will try to skip the long rant about this pathetic joke of an industry that comes to my mind almost instantaneously. Here is an industry that considers any kind of innovation a threat. An industry that after years of decline appears to have been bereft of any smart managers at all. They all have fled in terror and disbelief and only the weak and the crippled remain. Turntable.fm might be the most brilliant music discovery and distribution tool on the web so far. I spent 40 euros on new music within the first week – more than I normally spend in a month. All because of Turntable.fm.

Uh, sorry. Promised I would not rant, didn’t I.

Trying to analyze what makes Turntable.fm so addictive, I came up with three things that make the service valuable:

  • It lets me discover new music – not through dumb algorithms, but through fellow human beings.
  • It lets me show of my DJ skills and it lets me introduce others to music I love.
  • It lets me chat with other music lovers.
  • All this might seem pretty obvious to anyone who has used the service – but something is missing here. Something not so obvious, some other more ethereal component that makes Turntable.fm, well, spin. And it only occurred to me after all non-US users had their residential permits voided.

    PC Magazine opined that the blocking of non-US users was inconsequential and that Turntable.fm “seems to have a bright future ahead of it”, provided “that most of the company’s growth didn’t come from overseas” (a very US centric term for those other 9 billion people, a.k.a. the whole wide world).

    Dead wrong. While we do no know how many of the estimated 140.000 beta users are non-US residents, anecdotal evidence points to a substantial number. When I managed to get in again through a masked IP address on Saturday night, Turntable.fm appeared to be pretty deserted. Normally crowded rooms like “Coding Soundtrack” were almost empty. My favorite, the “80s play 3 & step down” used to have around 25-40 clubbers in the evening – now it has just 4 or 5.

    More importantly, without all those people from different countries participating, the site loses a lot of its cosmopolitan magic. At least for me that ethnic diversity is the missing component, the secret sauce that makes Turntable.fm so great.

    There may be other music discovery services – but spinning tunes with people from so many different countries is quite an experience. The 80s room I frequent has Brits, South Africans, Americans, Brazilians. I have been to Japanese rooms where everything is in Kanji and Hiragana, listening to obscure J-Pop stuff. It’s mind-opening.

    Listening to music together, in a virtual discotheque without borders, regardless of race or creed, without opening hours, 24/7, with people from all over the globe. It is a fantastic experience. Opens people’s hearts. Opens their wallets, too. Anyone can understand that, right? Anyone but the moronic music industry.

    Wie man seine eigene Shorturl bastelt

    August 26th, 2010

    Tom

    /freebox smily#─────██████████════█

    Es gibt so Dinge, die braucht eigentlich kein Mensch. Ein iPad. Beheizte Autositze. Hemden mit eingestickten Initialien.

    Oder eine eigene Shorturl.

    Bei Bit.ly, Arm.in und vielen anderen Diensten kann man lange Internetadresse in kurze verwandeln (lassen). Eine eigene Shorturl braucht deshalb keiner, schon gar kein Betreiber eines Winzblogs wie ich. Eigentlich.

    Trotzdem habe ich mir eine geschnappt. Erstens, weil es irgendwie Geekchic ist. Zweitens, weil ich wissen wollte, wie das technisch funktioniert.

    Okay, es gibt natürlich auch sachliche Gründe. Jede Bit.ly-URL ist meines Erachtens eine verpasste Branding Opportunity. Außerdem kann ich mit meiner eigenen Shorturl analysieren, wieviel Traffic durch welche Tweets durchgegangen ist. Das gibt mir Aufschluss darüber, was meine Follower interessiert.

    Wie geht das? Es ist ziemlich einfach, dauert nicht lange und kostet fast nix. Wer auch eine personalisierte Shorturl möchte, für den folgt hier eine kleine Anleitung.

    1. Shorturl-Domain reservieren. Meistens nimmt man eine Internetadresse, die an den eigenen Seitennamen erinnert. Beispiele sind nyti.ms, pep.si, oder yhoo.it. Wer Inspirationen sucht, geht am Besten zu Domainr und gibt seinen Markennamen ein. Domainr ermittelt dann Kombinationen – z.B. Nfbue.ro. Sehr hilfreich, weil kein Mensch die ganzen Domainendungen auf dem Schirm hat.

    Wichtig: Umlautdomains sind zwar oft noch zu haben, aber machen ständig Ärger – so werden sie z.B. bei Tweetdeck oder Seesmic nicht als Hyperlinks eingefügt. Klickt folglich keiner. Meine erste Wahl (fubü.net) musste ich deshalb durch eine andere Shorturl (nfbr.de) austauschen.

    2. Bit.ly-Pro-Account einrichten. Die Proversion ist Beta, man braucht eine Einladung, das dauert ein paar Stunden. Ist aber umsonst. Es gibt auch eine Premiumversion, die kostet aber 1000 Dollar im Jahr und ist nur für Dickschiffe zu empfehlen.

    3. Shorturl mit Bitly verlinken. Hierzu muss man das A-Record ändern oder, wenn man für die Shorturls eine Subdomain verwendet (z.B. l.faz.de), das C-Name-Record. Das wird bei Bit.ly gut erklärt und ist, z.B. über das Controlpanel von 1&1, eine Sache von einer Minute.

    4. Hauptdomain mit Bit.ly verlinken. Dazu muss ein kleiner HTML-Fitzel auf der Webseite eingefügt werden.

    5. Kaffee holen. Verifikation läuft. Bit.ly pingt die Seiten, dauert ca. 10 Minuten.

    6. Einrichtung eines URL-Shorteners. Es gibt Bit.ly-Widgets, z.B. für Firefox. Damit kann man jede URL kürzen und das Ergebnis direkt twittern oder facebooken. Das Widget verwendet automatisch die eigene Shorturl.

    7. Einrichtung auf der Webseite. Bei Blogsoftware (z.B. WordPress) ist das relativ simpel. Man braucht ein Plugin, z.B. Twitter Tools und Twitter Tools: bit.ly Links sowie den API-Schlüssel von Bit.ly (zu finden in den Settings). Dann kann man es so einrichten, dass z.B. bei jedem neuen Post ein Tweet mit der Shorturl rausgeschossen wird.

    Das wars schon. Also, ich finds cooler als Initialen aufm Hemd.

    Herr Zuckerberg, ich kapituliere!

    April 27th, 2010

    Tom

    social_media_sketch_09

    Jeden Tag klicke ich zigfach auf Retweet-, Facebook- sowie diverse andere Rating- und Sharingbuttons – und neuerdings auf den notorischen Like-Button. Zusätzlich lade ich Bilder hoch und verteile sie über Flickr, Posterous und Tumblr. Vielen Seiten habe ich eine Freigabe erteilt, sodass sie meine Aktionen automatisch in meine sozialen Netzwerke posten – Favoriten auf Youtube landen zum Beispiel automatisch in meinem Facebook-Newsfeed.

    Das war schon immer kompliziert. Aber nun, das muss ich gestehen, habe ich endgültig den Überblick verloren.

    Vielleicht bin ich zu dämlich für Social Media? Oder zu alt? Glaube ich nicht. Seit es Akustikkoppler gibt, hänge ich im Netz, ich blogge, seit zehn Jahren arbeite ich unter anderem für SPIEGEL ONLINE. Ich studiere das Kleingedruckte in den Privatsphäre-Einstellungen, lese täglich Fachpublikationen wie Mashable, schreibe manchmal über Social Media und betreue über zehn Facebook-Pages.

    Es gibt bestimmt viele Leute, die bei dem Thema mehr Durchblick haben. Aber, und das soll jetzt nicht großkotzig klingen: Wenn ein Profi wie ich das alles nicht mehr versteht, wie sollen es dann normale User überreißen?

    Das Problem wurde mir schlagartig bewusst, als ich Likebutton.me bewunderte, eine Aggregator-Seite, die aus den Handlungen meiner Bekannten im erweiterten sozialen Netz (was inzwischen fast gleichbedeutend ist mit dem Web) eine Übersicht relevanter Inhalte erstellt.

    Weiß meine Kollegin, dass ich jetzt weiß, dass sie eine Geschicnte über Pornographie auf Mobiltelefonen gefaved hat? Und was, verdammt nochmal, sehen die Leute dort über meine Aktivitäten im Netz?

    Die Antwort lautet: Ich weiß es nicht. Ich kann schlichtweg nicht mehr nachvollziehen, welche Implikationen meine Handlungen im Netz haben. Mashables Chefredakteur Peter Cashmore kommentiert ironisch, niemand könne Facebook stoppen, weil niemand mehr verstehe, was Facebook eigentlich tue.

    Da hat er wohl recht. Herr Zuckerberg, ich kapituliere! Jetzt kann man sich natürlich fragen, ob man als User alles verstehen muss. Ich weiß schließlich auch nicht genau, wie meine Mikrowelle funktioniert. Aber die sendet, so hoffe ich, auch keine Daten durch die Gegend.

    Bei Google Buzz patzte ich zum ersten Mal und gab, wie Tausende andere auch, kurzfristig die Namen von Menschen preis, mit denen ich in häufigem privaten Mailkontakt stehe; im Falle von Open Graph, Facebooks neuem Personalisierungtool (wenn es das trifft), wird mir möglicherweise ähnliches passieren. Oder vielleicht auch nicht. Ich kann das schlichtweg nicht genau sagen, weil ich die Implikationen des Dienstes bislang noch nicht ausreichend verstehe (obwohl ich ein Dutzend Artikel darüber gelesen habe).

    Am Wochenende werde ich mich hinsetzen und die Dokumentation von vorne bis hinten durchlesen. Dann werde ich entscheiden, ob ich das neue Facebook-Tool komplett ausknipse – was übrigens ein grotesk schwieriges Unterfangen ist, siehe diese Anleitung.

    Bah! Jetzt muss man für Social Media schon ellenlange Gebrauchsanleitungen studieren – so etwas gab es bislang nur bei Videorekordern und Herz-Kreislauf-Medikamenten. Da liest das Zeug in der Regel keiner. Vermutlich ist genau das auch hier die Intention.

    Enzyklopädie: Jesus = Mormone, Kohl = Merkel

    April 14th, 2010

    Tom

    Die sehr, sehr seltsame Suchmaschine Cuil hat ein neues Projekt gestartet. Bei Cpedia kann man eine Frage eingeben, statt herkömmlichen Treffern bekommt man einen von einer Maschine automatisch aus Webfitzeln generierten Text.

    Der Erkenntniswert dieser Traktate geht gegen null, aber der Unterhaltungswert ist riesig. Lesen sich wie schlecht redigierte Welt-Online-Text von 2003. Erfreute Cuil durch gewagte Bild-Text-Kombos (mir war stets ein Foto Hanns-Martin Schleyers in Geiselhaft zugeordnet) sind Cpedias Ergüsse eher von brüchigem Charme. Kostproben:

    Helmut Kohl

    British Prime Minister Margaret Thatcher and West German Chancellor Helmut Kohl, in Washington for valedictory visits to Reagan, took Bush aside to voice their concerns about the U.S. economy.

    Schöner Einstieg. Ab hier vermerkelt es dann etwas:

    Born after the war, she and Sarkozy bear none of the personal scars that marked previous French-German gestures most notably the 1984 visit by President Francois Mitterrand and Chancellor Helmut Kohl to the French battle site of Verdun.

    Jesus Christus

    By this feeling, we know that Jesus Christ is the Son of God, that Joseph Smith was a prophet, and that The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints is the only true church on the earth.

    Ach, er war Mormone. Ob er das wusste?

    Fünf Dinge, die am Kindle nerven

    Januar 4th, 2010

    Tom

    Nach einigen Monaten mit dem Amazon Kindle fallen mir immer mehr nervige Macken auf. Am Anfang ist so ein neues Spielzeug ja ganz toll, aber nun ist die rosarote Wölkchen-Phase vorbei und ich merke, was das Lesegerät alles nicht kann.

    Das Gute vorweg: Als Buch funktioniert der Kindle sehr ordentlich. Der Store von Amazon bietet zwar nur eine relativ klägliche Auswahl, aber Kauf und Download funktionieren reibungslos. Ich habe bereits geschätzte 1000 Seiten auf dem Kindle verzehrt, zurzeit gerade die “Nebel von Avalon”, eine fette Schwarte, die dank Kindle coole 1,5 Kilo leichter wird.

    Vieles nervt aber. Hier die schlimmsten Punkte.

    Zeitungen & Magazine auf dem Kindle sind unfassbar mies formatiert, inaktuell und schlecht navigierbar (eine ausführliche Kritik steht hier).

    Dokumente laden kostet Geld: Jeder Kindle-Besitzer bekommt eine eigene Email-Adresse im Format benutzer@kindle.com. Das ist eigentlich eine fantastische Idee, denn man kann z.B. ein längeres Dokument, das man während der Zugfahrt lesen möchte, per Email auf das Gerät pushen (lassen). Nur: Pro gepushtem Megabyte will Amazon dafür 1 Dollar haben, was die Funktion ad absurdum führt.

    PDFs lesen: Meine große Hoffnung, ich könnte die ganzen kiloschweren Ausdrucke von Analystenberichten, Studien und Recherchen künftig vor eine Reise auf den Kindle laden, sind ebenfalls enttäuscht worden. Der Kindle kann zwar PDF, aber er zeigt die Dokumente einfach auf einem Screen an, der um ca. 70 Prozent kleiner ist als ein A4-Blatt – da sieht man rein gar nichts. Vergrößern ist nicht möglich.

    Screen und Knöpfe: Der Bildschirm reflektiert das Leselicht ein wenig. Schlimmer ist, dass er schlichtweg zu klein ist, kleiner als ein Paperback. Der Kindle hat einen breiten Rand und eine Tastatur, die in dieser Größe kein Mensch braucht – ich benutze sie fast nie, denn meine eBücher ordere ich lieber über meinen Laptop auf Amazon.com, weil: schnellere Ladezeiten, komfortablere Suche, Farbe. Für das Keyboard wurde viel Platz verschwendet, den man für den Screen hätte gebrauchen können. Suboptimal ist zudem die Umblättern-Taste, die man jedes Mal sehr fest drücken muss. Touch wäre besser gewesen.

    Kindle iPhone-App: Dieses Programm ermöglicht es, auch auf dem Telefon zu lesen. Nimmt man später wieder den Kindle in die Hand, geht es an der zuletzt gelesenen Stelle weiter. Toll, aber: Warum funktioniert das nur mit Amazon.com-Downloads? Warum nicht mit dem “Graf von Monte Christo”, den ich ganz legal als Textfile geladen und auf den Kindle übertragen habe?

    Nick Bilton hat neulich die Ratings der Kindle-Reviews auf Amazon.com analysiert und kam zu dem Schluss: “Amazon’s Kindle customers aren’t getting any happier about the end product.” Man ahnt, warum das so ist.

    eReader: Wie sieht das Magazin der Zukunft aus?

    Dezember 17th, 2009

    Tom

    Keiner weiß es – aber der schwedische Verlag Bonnier und die Designer von BERG haben sich einige Gedanken gemacht und dazu ein Video erstellt.

    Mag+ from Bonnier on Vimeo.

    Via paidContent

    Wie die Zeitungsbranche ihr Debüt auf Amazons Kindle versemmelt

    November 10th, 2009

    Tom

    Seit etwa zwei Wochen besitze ich einen Amazon Kindle. Als elektrisches Buch macht er mir viel Freude. Zurzeit nehme ich meinen Kindle allabendlich mit ins Bett und lese auf ihm “Conan the Cimmerian”.

    Nur als Zeitung ist er eine große Enttäuschung.

    E-Reader sollen, das hoffen zumindest viele Verlagsmanager, die Zeitung retten. Auf den ersten Blick erschien mir das Gerät als Papierersatz recht viel versprechend. Auf dem Kindle gibt es derzeit 56 Zeitungen, darunter “New York Times”, “Mainichi Shinbun” und “Le Monde”.

    Die Titel kann man einzeln kaufen oder abonnieren. Dazu reicht ein Klick, die Zeitung wird dann über die Mobilfunkverbindung des Kindle binnen Sekunden auf das Gerät gepusht.

    Dass Menschen für ihre NYT wieder zwei Dollar berappen, statt sie umsonst im Netz zu lesen, ist natürlich eine große Chance für die Verlage. Mein erster Eindruck ist: Sie nutzen sie nicht. Kaum eines der auf dem Kindle erhältlichen Blätter scheint sich ernsthaft Gedanken darüber gemacht zu haben, wie es seine Inhalte für den E-Reader optimieren kann. Stattdessen werden die Papierausgaben 1:1 übertragen.

    Das Elend fängt bei der Optik an. Fotos sehen auf elektronischem Papier, gelinde gesagt, bescheiden aus. Sie wirken wie Schwarz-Weiß-Kopien, die jemand mit einer Xerox-Maschine aus den frühen Achtzigern gemacht hat.

    Oft sind bei der Umformatierung zudem die unterschiedlichen Typen verloren gegangen, sodass sich Vorspann und Lauftext nicht mehr unterscheiden lassen. Der Blocksatz der FAZ etwa wird auf dem Kindle mitunter völlig zerfetzt – auf dem ohnehin nicht gerade riesigen Bildschirm entstehen so Löcher, in denen ein Zwei-Euro-Münze Platz hat.

    Noch ärgerlicher ist das Fehlen einer vernünftigen Leserführung. Der größte Nachteil von Onlinemedien gegenüber der Zeitung (Zyniker würden sagen: der einzige) ist der kleinere Screen. Auf der Darstellungsfläche eines Laptops lassen sich bestenfalls halb so viele Artikel unterbringen wie auf der Doppelseite eines Broadsheets.

    Da aber der Kindle-Screen nochmals wesentlich kleiner ist (15 cm) als ein Laptop, müsste man sich irgendetwas einfallen lassen – hat man aber nicht. Es gibt, z.B. bei NYT, “Handelsblatt” und FAZ, eine Rubrikenübersicht (Wirtschaft, Finanzen, Politik) – aber kein Verzeichnis der einzelnen Artikel oder einen Index vorkommender Personen oder Unternehmen, wie es ihn in vielen gedruckten Zeitungen gibt.

    Stattdessen muss der geneigte Leser mit Hilfe des Jog-Dial durch die Zeitung blättern, Artikel für Artikel. Das ist ungefähr so komfortabel, als wenn man die gesamte NYT auf DIN-A-5-Seiten ausdrucken und zu einem großen Stapel auftürmen würde.

    Am aberwitzigsten finde ich jedoch, dass sich die teilnehmenden Blätter durch die Bank dazu entschlossen haben, einen elektronischen Always-Online-Device mit einem komplett statischen Produkt zu beliefern.

    Wie bei der guten alten Druckausgabe wird die Kindle-Zeitung einmal am Tag aktualisiert – und zwar früh morgens mit nachrichten vom Vorabend. Dabei wäre es dank des UMTS-Push ja problemlos möglich, auch zu anderen Zeiten zu aktualisieren.

    Nun habe ich nach den ersten zwei Wochen das Gefühl, dass der Kindle sich eher für ruhiges, konzentriertes Lesen längeter Texte eignet – wer ein Feuerwerk aus News-Updates möchte und gerne Headlines scannt, der geht vermutlich besser ins normale Internet. Aber dennoch: Auf einem UMTS-fähigen Gerät die Content-Auslieferungszyklen des Prä-Internetzeitalters 1:1 fortzuschreiben, mutet absurd an.

    Einige japanische Zeitungen haben Morgen- und Abendausgaben. Das wäre auch hier eine Möglichkeit. Vielleicht noch eine zusätzliche Mittagsausgabe. Zudem fände ich zumindest in zwei Fällen Push-Updates unverzichtbar:

    1. Wenn um 16 Uhr etwas wirklich Großes passiert, kann man seinen (zahlenden!) Abonnenten nicht weiter den ollen Aufmacher vorsetzen, der vor 21 Stunden an die Druckerei gesendet worden ist.

    2. Das gleiche gilt für Geschichten, die sich am Tag nach der Drucklegung als falsch erweisen bzw. bei denen sich die Sachlage grundlegend geändert hat. Die könnte man zurückziehen. Da es kein Seitenlayout gibt, wäre das einfach machbar.

    Der Fairness halber muss ich anmerken, dass ich nicht weiß, was Amazon den Verlagen für ihre Kindle-Versionen für Vorgaben gemacht hat. Aber da Amazon ein ziemlich innovatives Unternehmen ist und ein großes Interesse daran haben müsste, auf seinem neuen E-Book originelle Produkte mit added value zu offerieren, kann man zumindest mutmaßen, dass die Verlage einen gehörigen Anteil an der enttäuschenden Präsentation ihrer Inhalte auf dem Kindle haben.

    Ein letzter, ebenfalls wunderlicher Punkt. Nirgendwo habe ich Werbung gefunden. Wenn man eine Zeitung schon 1:1 für den gleichen Copypreis auf dem Kindle verkauft – wieso lässt man dann nicht die Anzeigen drin?

    Oder noch besser: Setzt neue rein. Der Common Sense scheint ja zu sein, dass journalistische E-Paper-Inhalte ohne Werbung auskommen müssen. Aber warum eigentlich?

    Werbeanzeigen auf dem Kindle müssten doch theoretisch die teuersten Display-Ads der Welt sein – denn die meisten der Besitzer füttern Amazons Recommendation System schließlich seit Jahren mit Daten zu ihren Shopping-Präferenzen. Exakteres Zielgruppenmarketing geht kaum.

    Zum Schluss noch eine kleine Absurdität: Als ich mir meine erste NYT heruntergeladen hatte, wollte ich die Technology Section lesen, die ich von NYT.com kenne und schätze. Auf dem Kindle gibt es sie jedoch nicht.

    Warum? Na, weil es sie in der Print-Ausgabe der Grey Lady auch nicht gibt. Der Papierversion liegt einmal wöchentlich die Beilage “Circuits” bei. Und deshalb ist das auf dem Kindle natürlich auch so.

    Flaschengeister!

    Oktober 28th, 2009

    Tom

    Als der Kollege diese verschlossene Coke aus dem Automaten zog, war ich baff:

    Aber zweimal hintereinander? What are the odds?

    Update: Und nun hatte er ein volle, dafür ohne ein Molekül Kohlensäure.

    Der feuchte Traum jedes Dungeons & Dragons-Spielleiters

    Oktober 28th, 2009

    Tom

    Naja, fast. Müsste halt Mac sein. Aber ansonsten eine hübsche Idee.

    Surfacescapes Demo Walkthrough from Surfacescapes on Vimeo.

    Unterwegs im Steckdosen-Prius

    April 21st, 2009

    Tom

    Vergangene Woche bin ich in Holland einen zum Plug-in Hybrid umgebauten Toyota Prius gefahren – dass solch ein Auto machbar ist, während GM und andere immer noch an ähnlichen Pkw im Teststadium herumfrickelen, sagt viel über die Innovationskraft der Autoindustrie aus. Mehr dazu in meiner Kolumne bei Spon. Fotos zum Prius PHEV gibt es hier.

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