Das ist wunderhübsch:
Mr. Bell,
after careful consideration of your invention, while it is a very interesting novelty, we have come to the conclusion that it has no commercial possibilities.
Aus einem Brief der Telegraphen-Gesellschaft Western Union an Alexander Graham Bell, den Erfinder des Telefons. Cit. op.: Bil Bryson: “Made in America”.
Dinge vorherzusagen ist knifflig, und die meisten Versuche gehen schief. Meine liebste Anekdote ist folgende: In den achtziger Jahren beauftragte AT&T die Beratung McKinsey, vielverspechenden neue Geschäftsfelder zu evaluieren, darunter den Markt für Mobiltelefone. Das Verdikt der Berater: Finger weg, wird kein Massenmarkt, geschätzte Verbreitung im Jahr 2000: 1 Mio.Geräte. Fehlerquote: 99,9 %.
Geradezu prophetisch erscheint dagegen ein alter Artikel über Nikola Tesla aus “Popular Mechanics”, den das Magazin nun ausgegraben hat. Darin sagt der Erfinder das Mobiltelefon voraus und den Blackberry ebenfalls:
“So wird es bald möglich sein, dass ein Geschäftsmann in New York einen Text diktiert und dieser umgehend seinem Partner in London erscheint. (…) Dazu wird man lediglich einen preiswerten Gegenstand benötigen, nixnt größer als eine Uhr. Man wird Musik und Sprache von überall auf der Welt (drahtlos) übertragen können.”
Das war übrigens 1909. Wow.
Manche Aufräumarbeiten dauer etwas länger.Die Markenarchitektur der Deutschen Telekom zum Beispiel, von dem ehemaligen Kommunikationschef Jürgen Kindervater entworfen, ist über die Jahre zu einem veritablen Dschungel mutiert. T-Home, T-Shop, T-Com, T-Systems – da blickt schon lange kein Schwanz mehr durch. Heute hat das Unternehmen seine Kunden per SMS informiert, dass T-Mobile und T-Home verschwinden. Fortan gibt es nur noch Telekom.de.
Eine gute Idee, denn trotz allem Gemäkel ist das magentafarbene T eine der stärksten Marken, die es in Deutschland gibt. Sie ist nur lange stümperhaft gemanagt worden.
Aus gegebenem Anlass habe ich meinen dazugehörigen Artikel abgestaubt:
Verloren im T-Dschungel
Von Thomas Hillenbrand & Isabell Hülsen; 9. Januar 2007; Financial Times Deutschland
Mit einer unstimmigen Kommunikationsstrategie hat die Deutsche Telekom ihre Marke beschädigt. Der neue Konzernchef RenéObermann will nunOrdnung in das Werbechaos bringen
Am Anfang war das T. Als die neu geschaffene Deutsche Telekom Mitte der 90er-Jahre ihr Logo und ihre Identitä als Konzern entwarf, war das T-Universum noch üerschaubar. Üerall prangte der Namenszug der Telekom oder schlicht ein “T”, stets in den Farben Magenta und Grau.
Zehn Jahre späer ist die Markenstrategie von Europas größem Telefonkonzern selbst fü Insider kaum mehr durchschaubar: Es gibt T-Mobile, T-Com, T-Home, T-Service und sogar eine T-Gallery. “Aus Konsumentensicht ist das Bild der Telekom zerfasert und chaotisch”, sagt Udo Klein-Böting, Chef der Beratung BBDO Consulting. Lägst hat jede der drei Telekom-Sparten ihre eigene Markenstrategie, eine gute Handvoll Werbeagenturen frickelt – unabhägig voneinander – am T herum.
Nun soll das Dickicht gelichtet werden. “Es kann nicht sein, dass wir einen wahren Dschungel von T-Marken haben, deren Zusammenspiel nicht ersichtlich ist”, schreibt der neue Telekom-Chef RenéObermann in einem Brief an die Mitarbeiter. Der Top-Manager, berichten Insider, drükt aufs Tempo: Bis zum Früjahr soll ein Konzept auf dem Tisch liegen. Helfen soll dabei Tonio Kröer, Deutschlandchef der Agentur DDB, und in Obermanns neuem füfköfigen Beraterstab zustädig fü Ideen zur Markenfürung. Gut mölich, dass einige Konzernmarken dabei bald in der Versenkung verschwinden.
Seinen Ursprung hat das Markenchaos in der Dezentralisierungsstrategie des im Dezember zurükgetretenen Konzernchefs Kai-Uwe Ricke. Er veranlasste, dass die Sparten Mobilfunk (T-Mobile), Festnetz (T-Com) und Geschätskunden (T-Systems) weitgehend unabhägig voneinander agieren. Jede Einheit bekam eine eigene Zentrale – und eine eigene Marke. “Plözlich machte jeder sein eigenes Ding”, erinnert sich ein ehemaliger Telekom-Manager. “Mit Markenstrategie hatte das wenig zu tun, aber viel mit Eitelkeit.”
In der Kleinstaaterei aber ging das groß T verloren: Die Telekom tritt heute als Absender ihrer Produkte kaum noch in Erscheinung. Bei T-Home, der neuen Internet-TV-Plattform des Konzerns, taucht der Name gar nicht auf. Markenexperten halten das fü gefärlich, zumal die Telekom dem Kunden doch am liebsten gleich alle Dienste im Büdel verkaufen will. “Der Kunde muss als Telekom-Kunde behandelt werden, nicht als T-Com- oder T-Mobile-Kunde”, sagt Hans Albers, Kreativchef der Werbeagentur Economia, die fü T-Com arbeitet. Mit dem T zu werben häte noch einen weiteren Vorzug: Der Telekom haftet zwar immer noch das piefige Behödenimage an – zugleich gilt der Konzern aber im Gegensatz zu seinen Rivalen als grundsolide.
Auch beim Sportsponsoring macht bisher jeder, was er will: Die Radsportmannschaft Team Telekom heiß inzwischen Team T-Mobile. Mölicher Namenssponsor der Fußall-Bundesliga sollte ursprüglich nicht die Telekom sein, sondern die T-Com – obwohl diese Branchenexperten zufolge nicht einmal 50 Prozent der Deutschen kennen. “Telekom” hat dagegen einen Bekanntheitsgrad von 97 Prozent. Noch ist unklar, ob der Konzern seine Option zum Liga-Sponsoring üerhaupt nutzt und welche Marke verwendet wüde. Bis zum 15. Februar hat Obermann Zeit von der Deutschen Fußall Liga bekommen, um eine Entscheidung zu treffen.
Üerlebensgefärdet sind derweil neben der Marke T-Com vor allem einige der jügeren Schöfungen. Dazu zälen T-One (ein Kombitelefon) oder Congster (ein DSL-Anbieter). Unter dem Kahlschlag könte auch manche Agentur leiden, die bisher in den Diensten der einen oder anderen Sparte steht. “Es wird sicher eine Bereinigung geben. Von den etwa füf Agenturen, die den Konzern in der klassischen Werbung betreuen, sind vielleicht drei oder vier zu viel”, sagt ein Werber. Dass auf die Werber harte Zeiten zukommen hat auch Obermann schon klar gemacht: Mit der “ineffizienten Verwendung unserer Werbegelder” müse Schluss sein.
Die Flatrate ist nicht nur ein Tarif – sie ist ein zivilisatorische Errungenschaft. Wem das zu zu sehr nach argumentativer Überhöhung klingt, der erinnere sich an das Pleistozän des Internet. Um 1997 herum saßen wir vor unseren Rechnern und gafften staunend durch ein Fenster namens Netscape in diese interessante neue Welt, oft mit halboffenem Mund und unter Verlust jeglichen Zeitgefühls. Letzteres kam den frühen Infonauten teuer zu stehen – weil die Verweildauer im Netz damals noch in Telekom-Gesprächseinheiten abgerechnet wurde.
Weil es noch keine Flatrate gab.
In den USA verbreitete sich das Internet damals viel rasanter als in Europa, und einer der Gründe, den Experten immer wieder anführten, war die Flatrate. Amerikaner mussten sich zwar ebenfalls über ein 56K-Modem bei AOL oder Compuserve einnödeln – das Tarifsystem der meisten Baby Bells sah jedoch free unlimited local calls vor, sodass es in den USA von Anfang an egal war, wie lange man im Netz hing und was man herunterlud.
Den Siegeszug des stationären Internets Mitte der nuller Jahre, als jedes Jahr mehr als eine Million Breitbandanschlüsse in Deutschland hinzukamen, begründete wieder die Flatrate. Rückblickend kann man sagen, dass das moderne Web, dieses Ich-hab-Skype-LastFM-und-Youtube-offen-und-saug-derweil-Spielfilme-Internet ohne Flatrate unvorstellbar wäre. Es ist undenkbar, dass die Glotze irgendwann ausgeht, weil man zuviel TV geschaut hat. Und es ist inzwischen genauso undenkbar, dass man mit dem Internet nicht jederzeit soviel Daten austauschen kann, wie für die persönlichen Bedürfnisse erforderlich ist.
Mit dem stationären Internet, wohlgemerkt.
Inzwischen ist das Internet mobil. Millionen von Menschen nutzen es, über iPhone, Blackberry oder Palm. Und der Ausgangspunkt war wieder einmal die Flatrate. Apple hat ein sehr gutes Smartphone entwickelt, aber wichtiger war vielleicht, dass Steve Jobs bei den großen Netzbetreibern erstmalig eine Art Datenflat durchsetzte. Seitdem explodiert die Nutzung des mobilen Internets. Davor war die Sache nicht so richtig in die Gänge gekommen, trotz flächendeckend verfügbarem UMTS-Netz.
Aber diese erfreuliche Entwicklung droht ausgebremst zu werden.
Jahrelang haben sich T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 gegen das Flatratemodell gesträubt, und sie sträuben sich immer noch. Kaum einer der heute angebotenen Datentarife ist wirklich All-You-Can-Eat; wer zuviel saugt, wird ausgebremst. Derzeit sind die Obergrenzen – zumindest bei T-Mobile und Vodafone – noch so bemessen, dass die Mehrzahl der Nutzer nichts merkt. Nur Hardcore-User bekommen mitunter eine Betreiber-SMS, die sie informiert, dass sie den Rest des Monats mit angezogener Handbremse unterwegs sein werden.
Das wird sich ändern, und zwar schon bald. Denn wir werden in Zukunft viel mehr Daten durch das Handynetz pusten, und unser Kilobyte-Kontingent wird immer öfter schon vor Monatsende aufgebraucht sein. Wir werden unterwegs dauernd Daten saugen. Googles Nexus One zum Beispiel führt wichtige Software Updates über das UMTS-Netz durch – so etwas kostet Bandbreite. Und demnächst kommen Geräte wie Apples iPad auf den Markt, die Dank größerer, besserer Screens in der Lage sind, opulentere Grafiken oder gar HD-Filme anzuzeigen.
Dann wird auf dem mobilen Gerät das gleiche gelten wie bei Rechnern mit DSL: Nämlich, dass ein Datenvolumen von 1000 MB im Monat Killefitz ist. Das reicht nicht einmal für eine einzige “Lost”-Folge aus iTunes (die in HD 1,2 Gigabyte hat). Hinzu kommt, dass Uploads immer wichtiger werden. Mein iPhone wurde von T-Mobile im Dezember erstmalig ausgebremst, und ich vermute, dass es an den zahllosen Facebook- und Posterous-Updates lag, die ich vor Weihnachten hochgeladen habe.
Wenn sich das mobile Internet ungehemmt entwickeln soll, dann brauchen wir echte Flatrates. Das Argument, dass 1000, 1500 oder vielleicht demnächst 2000 MB nun wirklich jedem reichen müssen, zählt nicht. Jede Bremse, jeder Plafond behindert den Fortschritt.
Auszug aus den Tarifen deutscher Mobilfunkbetreiber:
“Ab einem Datenvolumen von 300 MB (Complete S, Complete 120), 1 GB (Complete M, Complete 240) oder 5 GB (Complete L und Complete 1200) wird die Bandbreite im jew. Monat auf max. 64 kbit/s (Download) und 16 kbit/s (Upload) beschränkt.”
“Sie surfen mit der Vodafone SuperFlat Internet unbegrenzt … übers deutsche Vodafone-Netz im Internet. Dafür steht Ihnen bis zu einem Datenvolumen von 1 GB pro Abrechnungszeitraum eine Bandbreite von bis zu 7,2 MBit/s zur Verfügung. Ab 1 GB stehen Ihnen höchstens 64 KBit/s zur Verfügung.”
O2 Internet-Pack-M
“Ab einer Datennutzung von über 200 MB pro Abrechnungsmonat steht nur noch GPRS-Bandbreite zur Verfügung.”
E-Plus Handy Internet Flat Option
“Ab einem Datenvolumen von 250 MB im jeweiligen Kalendermonat steht GPRS-Bandbreite (max. 56 kbit/s) zur Verfügung.”
Dieser findige Herr steuert seinen 69er Pontiac GTO vermittels eines iPod Touch.
Via TUAW.
Mein Freund J. hat einen massiven Playmobil-Fetisch. An seinem Gartenteich stehen keine Sumpfpflanzen, sondern ein monströses Playmobil-Schloss, das aus zahllosen Teilen zusammengesetzt ist.
Langsam gerät die Sache aber völlig außer Kontrolle. Nun ist auch noch ein riesiger Bauernhof dazu gekommen und mehrere lebensgroße Figuren. Bekloppt, aber auch beeindruckend und ein Zeugnis, was geschieht, wenn mit einem Erwachsenen-Gehalt ausgestattete Kinder machen können, was sie wollen.
Nein das ist keine ironische Überschrift. Heute morgen war meine DSL-Leitung fratze und ich habe die Telekom-Störungsstelle angerufen. Nach dem ersten Klingeln ging ein freundlicher Herr an den Apparat. “Ja, Herr Hillenbrand, ich sehe ihre Nummer, ich ruf mir das kurz auf”. Zwei Minuten später ging alles wieder, und der Techniker versprach einen weiteren Rückruf nachdem er seinen Komplettcheckup beendet habe. Kam weitere drei Minuten später.
Also ich finde, das ist ziemlich ordentlich, hervorragend geradezu. Wenn ich ein Zyniker wäre, würde ich vermuten, dass meine Nummer automatisch auf eine VIP-Leitung weitergeroutet wird. Das würde ich aber wundern (ich habe keinen Journalistentarif oder so etwas). Außerdem ist es schon das zweite Mal, das mir so etwas passiert, das letzte Mal an einem Sonntag, auch da gings fix.
Beinahe täglich finde ich bei der Nutzung des wunderschönen iPhones weitere Non-Features – Funktionen, ohne die ein modernes Smartphone eigentlich undenkbar ist. Aber das ist Steve natürlich mal wieder blunzn.
Kontakte lassen sich nicht per SMS oder Email weiterleiten.
Die Adressbuchsuche durchsucht nicht die Funktionsbezeichnungen (z.B HNO-Arzt, Anwalt etc.).
Im Adressbuch tauchen Faxnummern in der Liste vor den Telefonnummern auf – das merkt man natürlich erst, wenn man das Gefiepse hört.
SMS lassen sich nicht weiterleiten.
An Emails lassen sich aus der Mail-Anwendung keine Fotos attachen
Man kann das unfassbar dämliche Apple-T9 nicht abklemmen
Das blöde MobileMe-Mail hat keinen Spam-Button
Das verdammte MobileMe-Mail hat keine Suchfunktion
Man kann über einen Kalendereintrag mit Ortsangabe nicht per Hyperlink zu Google Maps gelangen.
Die Suchfunktion für Kontakte befindet sich zwischen den Knöpfen “A” und “Neuer Kontakt”, sodass man jedes mal versehentlich eine neue Karteikarte anlegt
Das Mailprogramm hat keine Landscape-Ansicht
Das Mailprogramm hat keine breite Qwerty-Tastatur im nicht vorhandenen Landscape-Modus
Keine MMS
Keine Speicherkarte
Keine Videokamera
Keine vernünftige Kamera
Kein Multitasking
Synchronisieren ist Glückssache (Kontakte, Kalender abgleichen ist Grütze – trotz me.com)
Keine Themes (siehe MobileCrunch)
Part of an ongoing series …



