Tom Hillenbrand’s Netzfundbüro

Hilfe, die Twitter-Spamwelle rollt an

5 August 2009 — SEO/Suchmarketing, Debatte, Medienmassaker, Wirtschaft, Werbung, Social Media

Neulich habe ich vor einer Reise die Frage in die Twittosphäre gerufen, ob jemand ein gutes Hotel in Luxemburg kennt. Eine vernünftige Antwort bekam ich nicht, dafür aber einen Werbetweet eines Reiseportals. Ich dachte mir nix dabei.

Ich Depp.

Gestern habe ich den Twitterfeed von Heise entfollowed. Kurz darauf bekam ich folgende (mutmaßlich automatisierte) Nachricht:

Ist im Prinzip wie der Nachfassanruf, wenn man sein Zeitungsabo kündigt. Aber wenn das um sich greift (und das wird es), dann könnte es eine nervige Angelegenheit werden.

Update: Hinter dem nachfasstweet verbergen sich a) ein Skript und b) ein netter Kollege.

So etwas gibt es hier nicht

26 March 2008 — Suchmaschinen, SEO/Suchmarketing

Gefunden auf der deutschen Homepage von American Express - ein gutes Beispiel für eine Suchfunktion, die nur das findet, was der Kunden finden soll. Ebenfalls nicht auffindbar sind die Begriffe Kündigungsfrist, AGB, Geschäftsbedingungen oder Beschwerde.

Das hier könnte sehr weh tun

15 July 2007 — News, Google, SEO/Suchmarketing

Die australische Wettbewerbsbehörde hat ein Verfahren gegen Google eingeleitet. Geklärt werden soll die Verantwortung des Unternehmens für Inhalte der Anzeigen von Werbekunden. Das teilte die Australian Competition & Consumer Commission (ACCC) gestern in Melbourne mit.

Im Kern geht es darum, dass Googles gekaufte Werbelinks (AdWords), so der Vorwurf, die Nutzer irreführen. Die ACCC hat übrigens den Ruf, fast alle ihre Verfahren zu gewinnen, schreibt die FT. Autsch.

Google will TV-Werbung machen

3 April 2007 — News, Google, SEO/Suchmarketing

Lange erwartet, nun geht es los: Google wird in den Markt mit TV-Werbespots einsteigen. Zusammen mit dem Satelliten-TV-Betreiber EchoStar werde die Suchmaschine einen ersten bundesweiten Test starten, kündigte das Unternehmenan. EchoStar betreibt das DISH-Netzwerk, auf dem rund 120 TV-Sender von insgesamt 13,1 Millionen Zuschauern empfangen werden können.

Mehr beim Spiegel.

Google testet neues Anzeigensystem

21 March 2007 — News, Google, SEO/Suchmarketing

Ziemlich interessant Google testet ein neues Anzeigenprodukt, bei dem Werbetreibende nicht mehr jedesmal zahlen, wenn der Surfer auf den Anzeigenlink klickt (Pay per click), sondern nur dann, wenn er auf der durch den Link erreichten Webseite auch etwas tut, also zum Beispiel etwas kauft (pay per action). Michael Arrington hat die ganze Geschichte.

Steckt Google in der Text-Falle?

8 December 2006 — Google, SEO/Suchmarketing, Debatte

Meiner Meinung ist Google nach wie vor ein One-Trick-Pony - die Suchmaschine kann Text (Web, Mails etcs) durchsuchen - und sonst nix. Langfristig muss Google es jedoch schaffen, seine Kontextanzeigen auch in Zeitungen, Radio und TV zu platzieren. Wenn sich das Fernsehpublikum in den nächsten Jahren weiter zersplittert (Internet-TV, Tivo, Time-Shift-Festplattenrekorder), dann sind individualisierte Werbespots de rigeur. Das gleiche gilt auch für das Radio. Wie mickrig Googles Anteil am weltweiten Werbemarkt ist, verdeutlicht diese Tabelle von eMArketer:


(Zugehöriger Artikel hier)

Jetzt hat Google erste Tests mit Radio-Werbung gestartet. CEO Eric Schmidt hat sich außerdem schon vor einiger Zeit in der Richtung geäußert, dass Google auch den 74-Mrd-$.-Markt für Fernsehwerbung für sich reklamiert.

Ob Google das Rennen gewinnt, ist keineswegs ausgemacht. Bei vielen Spezialsuchen ist Google erwiesenermaßen eine Nullnummer. Auch bei Radiowerbung liegt Google weit hinter dem Platzhirsch Softwave. Außerdem könnten NBC, ABC, RTL, Murdoch, T-Online u.a. auf die Idee kommen, dass sie dieses Geschäft lieber selber machen wollen. Da mag Google zehnmal die bessere Technologie haben. “It’s about marketing power und distribution channels, baby”.

Kann ich meine Seite irgendwo registrieren?

16 November 2006 — News, Tips & Tricks, SEO/Suchmarketing

Na klar. Größere Firmen und Technikfreaks haben natürlich die Möglichkeit, sich einen Seitenoptimierer (SEO) zu leisten, der Tipps für optimale Verlinkung, Verschlagwortung und andere Sachen gibt, damit die eigene Seite möglichst weit oben in den Trefferlisten von Google und Co. auftaucht.

Kleinunternehmer, Normalsterblich udn Geizkrägen können ihre Seite stattdessen in Verzeichnisse und bei Suchmaschinen eintragen. Das ist freilich recht mühsam - wird aber jetzt einfacher. Die drei Dickschicffe Google, Yahoo und MSN haben sich darauf geeinigt, allesamt den gleichen Webindex-Standard zu verwenden. Genauer gesagt sind Yahoo und Microsoft auf Googles Sitemap-Protokoll umgeschwenkt.

Wer seine Seite dort anmeldet, kann nicht automatisch auf eine tolle Platzierung hoffen. Er hebt aber - im übetragenen Sinne - die Hand und ruft: “Hallo Kalifornien, ich hab auch so ne Webseite! Crawl mich, crawl mich!” Dazu muss man einen XML-Code-Fitzel auf seiner Seite einbauen. Könnte noch komfortabler sein, aber immerhin.

Wer einen RSS-Feed auf seiner Seite hat (vor allem Blogs und Nachrichtenseiten) kann sich zusätzlich bei Pingoat anmelden. Dadurch kommt man in alle möglichen RSS-Sammeldienste rein, kann die Zahl der Verlinkungen (und den Traffic) ebenfalls erhöhen.

Die teuersten Adwords der Welt

12 October 2006 — Google, SEO/Suchmarketing

Was sind Adwords?

Adwords sind die Auslöser für die kleinen Textanzeigen, die Ihr dauernd neben Euren Yahoo- oder Google Ergebnissen seht. Sucht Ihr nach “hotel + hamburg”, dann taucht neben den Treffern vielleicht Werbung für das Hotel Atlantik auf. Das Unternehmen hätte in diesem Beispiel dafür bezahlt, dass seine Anzeige neben dem Begriffspaar “hotel + hamburg” platziert wird.

Für diese Adwords gibt es in der Regel keinen festen Preis. Dank superschneller Computer findet ein Auktionsverfahren unter den potenziellen Anzeigenkunden statt, wenn Ihr Eure Suche eingebt. Dadurch wird der Preis festgelegt - den der Werbetreibende freilich nur dann entrichten muss, wenn jemand tatsächlich auf die Ad klickt.

So ein Adword kann wenige Cents kosten - oder einen höheren zweistelligen Eurobetrag. Das Blog Pro Guy hat dazu ein schönes Ranking englischer Begriffe (für Google). Danach ist “school loan consolidation” mit 69,16 Dollar das teuerste Adword. Der Preis versteht sich pro Klick (CPC). Auch fast alle anderen Begriffe haben mit Krediten und Finanzierung zu tun. Ausnahme: “houston criminal attorney”. Scheint ein gefährliches Pflaster zu sein.

Laut Googles Adword-Analyseprogramm ist das viel versprechendste Begriffspaar auf dieser Seite “suchmaschinen optimierung” mit einem CPC von 4,34 Euro. Not bad.

Danke an Jakob für den Tipp.

Google wird ein Fernsehsender

7 August 2006 — News, Google, SEO/Suchmarketing

… und dabei geht es nicht um Google Video, wo man Filmchen abrufen kann, sondern: Laut dem Wall Street Journal und Reuters wird Google in Zukunft Videos von Viacom/MTV syndizieren. Mitglieder von Googles Anzeigennetzwerk zeigen Filmchen wie “Spongebob Sqaurepants” in einem Fenster auf ihren Seiten, natürlich mit Werbung. Ich weiß nicht, ob jemand schon mal eine Nielsen-Messung zu so etwas gemacht hat: Aber MTVs Clips dürften damit auf Hunderten (Tausenden) weiterer Websites zu sehen sein.

Irgendwo ein Video zu embedden, ist nix besonderes, aber dass Google den TV-Sendern sein feinmaschiges Anzeigennetzwerk zur Syndication zur Verfügung stellt, ist interessant. Nach all den Null-Meldungen, die Google zuletzt produzierte, wird das ein großes Ding.

Ist nämlich nur ein Testlauf für Internetfernsehen (IPTV). Demnächst hat jeder Zuschauer eine IP-Adresse. Folglich könnte ein Werbetreibender oder ein Sender Google beauftragen, einen beliebigen Content mal an eine Millionen, sagen wir, Auto- oder Scifi- oder Porno-affine Couch Potatotes zu verschicken.

Klassische Mediaplaner begeben sich bitte mit einem Bleigewicht am Fuß zum Nikolaifleet oder Wahlweise zum Rhein. Euer bisheriger Job ist nunmehr leider überflüssig.

Reuters-Meldung bei CNet

Klickbetrug in Milliardenhöhe?

3 March 2006 — SEO/Suchmarketing, Debatte

Durch künstlich erzeugte Klicks auf Konztextanzeigen bei Google und Konsorten entsteht Unternehmen ein bisher schwer quantifizierbarer Schaden, weil die werbenden Firmen für jedes angeklickte Banner blechen müssen. Online-Werbevermarkter und Suchmaschinen bestreiten, dass das ein größeres Problem ist und sind zudem recht kulant, wenn ein Klickbetrug auffällt.

Man darf skeptisch sein: Als ich neulich mit dem CEO eines größeren Online-Werbevermarkters über das Thema sprechen wollte, wurde der sofort sehr ungehalten - meistens ein Zeichen dafür, dass man einen Wunden punkt getroffen hat.

Die Business Week hat eine interessante Geschichte zu dem Thema. Ein schönes Quote:

The percentage of advertisers listing click fraud as a “serious” problem tripled in 2005, to 16%, according to a survey by the Search Engine Marketing Professional Organization. Advertisers have filed at least two class-action suits saying Google, Yahoo, and other search engines ought to be more up-front about methods for combating the practice. Google says the suits are meritless. Yahoo declines to comment.