Heute bestand Facebook sehr hartnäckig darauf, mein Profil mit neuen “Gemeinschaftsseiten” zu Arbeitgeber, Wohnort und Ausbildungsstätte (SPIEGEL ONLINE, Hamburg, Uni-Duisburg-Essen) zu verknüpfen.
“Dein Profil besteht jetzt aus Kategorien und ist direkt mit offiziellen sowie Gemeinschaftsseiten über deine Interessen verlinkt. Jetzt kannst du dich in deinem Profil besser ausdrücken und deine Freunde können mehr über dich erfahren, indem sie einfach auf deine Interessen klicken.”
Da geht natürlich gleich wieder die Alarmglocke an – was genau bedeutet das? Laut Facebook werden die verlinkten Informationen irgendwie öffentlich angezeigt, wobei die Formulierung etwas schwammig ist:
“Duch (sic!) das Verlinken deines Profils mit Seiten werden diese Verbindungen öffentlich gemacht.”
Das Prompt-Popup, das mir Facebook dazu vorsetzt, lässt sich nicht wegklicken. Ich muss entweder zustimmen oder die Häkchen wegmachen und abspeichern. Dann erhalte ich allerdings folgende bedrohliche Nachricht:
“Wenn du dein Profil mit keinen Seiten verlinkst, bleiben diese Abschnitte in deinem Profil leer.”
Man kann den Browser schließen, der Prompt verschwindet dann. Langfristig kommt man an der Verlinkung mit Gemeinschaftsseiten aber offenbar nicht vorbei: Wenn ich in meinem Profil (zum Beispiel nach einem Umzug) den Wohnort ändern will, dann muss ich in Zukunft anscheinend einer Verknüfpung zur entsprechenden Gemeinschaftsseite zustimmen – Ausnahmen sind offenbar nicht vorgesehen.
Die Sache mit den Gemeinschaftsseiten habe ich noch nicht völlig überrisssen – es scheint aber so zu sein, dass dort eine automatisierte Suche einläuft, die aus dem Facebook-Gesamtstream passende Posts von Mitgliedern herausfischt und diese für alle Nutzer sichtbar publiziert.
Das heißt wohl im Klartext: Wer z.B. bei Siemens arbeitet und mit der Siemens-Gemeinschaftsseite verknüpft ist, der erscheint dort mit Posts, in denen er sich über Siemens auslässt oder in denen er zu Siemens verlinkt. Alle Facebook-Mitglieder können das dann sehen, nicht nur die eigenen Freunde.
Update (26/05/10): Offenbar sind die Einträge nur dann sichtbar, wenn man seine Pinnwand auf “öffentlich gestellt hat (siehe Kommentare).
Ja, man hat dem irgendwie zugestimmt. Nein, das wird den meisten Menschen nicht klar sein.
Das ist mal wieder typisch Facebook: Unverständlicher Prompt, den man nicht wegklicken kann und der zur umfassenden Freigabe von Infos führt, die man eigentlich nicht mit allen teilen will – ohne wirkliche Alternativen, ohne Erklärung, verbunden mit einer ominösen Löschungsandrohung.

