Gerade beim Aufräumen gefunden: Dieses schöne Promo-T-Shirt. Zu Zeiten des letzten Börsenbooms gab es ein Anlegermagazin namens “Die Telebörse”, bei dem ich mein Volontariat verbracht habe – und dieser Claim war das Heilsversprechen. Tja.
Vor einigen Wochen habe ich zum Verkaufsstart meines Krimis “Teufelsfrucht” ein kleines Social Media-Gewinnspiel losgetreten (siehe auch diesen Artikel im Buchreport). Denn obwohl Bücher immer noch vornehmlich in Buchläden verkauft werden glaube ich als Webjunkie, dass bei der Vermarktung von Literatur übers Internet noch viel mehr geht.
Nun wollte ich Interessierten ein kleines Update geben, wie sich das Ganze entwickelt. Zunächst ein paar Worte zur Funktionsweise des Gewinnspiels, dass ich mittels des (großartigen) Webtools Launchrock erstellt habe:
Jeder, der sich unter teufelsfrucht.eu anmeldet, erhält via Email einen unique link, den er im Web teilen kann. Der Text der Mail:
Danke fürs Mitmachen!
Bitte teilen Sie Ihren Link via Twitter, Facebook oder Email mit Bekannten – das erhöht Ihre Chance auf ein vom Autor signiertes Freiexemplar: http://teufelsfrucht.eu/xm7lw).
Wenn Sie Ihre Email erneut eingeben, können Sie sehen, wie viele Ihrer Freunde sich bereits angemeldet haben.
Viel Glück! Ihr Tom Hillenbrand
Die Analyse-Software von Launchrock wertet für mich aus, wer die meisten Leute auf mein Buch aufmerksam gemacht hat. Wie genau geht das? Launchrock zählt die Menschen, die über einen bestimmten unique link (z.B. teufelsfrucht.eu/23erds4) auf die Seite gekommen sind und sich angemeldet haben.
Die fünf Top-Sharer bekommen von mir dann signiertes Buch zugeschickt.
Getrommelt habe ich für diese Aktion über meinen Twitter-Account und meine Autorenpage bei Facebook; auch auf der Facebook-Seite meines Verlags Kiepenheuer & Witsch wurde das Gewinnspiel beworben.
Bis zum 1. Mai 2011 hatten 3435 Personen teufelsfrucht.eu aufgerufen; gut 10 Prozent (356 Personen) haben sich für das Gewinnspiel angemeldet und ihre Email-Adresse hinterlegt. Launchrock erlaubt es mir, die Mailadressen der angemeldeten User zu sehen; ferner das Datum, die generierten Clicks und die Anzahl der Menschen, die über einen bestimmten dazugekommen sind.
Die überwiegende Zahl der User (258) hat demnach niemand neues in das Spiel hereingezogen. Das heißt entweder, dass diese User das Prinzip nicht verstanden haben (unwahrscheinlich) oder aber dass keiner ihrer Freunde/Follower den unique link geklickt hat.
Auf der anderen Seite gibt es ein paar Megabotschafter. Über den Topsharer sind 56 Leute auf das Buch aufmerksam gemacht worden, 22 von ihnen haben sich angemeldet. Die Top-10-Sharer haben 70 Menschen reingeholt und sind für 191 PIs verantwortlich.
Ich habe zudem Google Analytics über die Seite laufen lassen (allerdings wegen technischer Probleme nicht vom ersten Tag an, sodass die Zahlen nicht ganz perfekt sind). Das Interessanteste sind die Zugriffsquellen:
Twitter spielte offenbar als Verbreitungsquelle kaum keine Rolle – die Leute kommen über Facebook (25%) oder über den direkten Link (55%), was darauf hindeutet, dass viele das Gewinnspiel über die gute alte Email geteilt haben. Easywin ist übrigens eine Gewinnspielplattform (die ich nicht angeschrieben hatte).
Ist das jetzt ein Erfolg? Angesichts des minimalen Aufwands von ca. 3 Stunden, um die kostenlose Launchrock-Seite einzurichten, zumindest ein kleiner, finde ich. Das Experiment zeigt zudem, dass Buchleser nicht “irgendwie offline” sind, wie es manche Leute in der Verlagsbranche immer noch zu glauben scheinen.
Man muss sich mal,überlegen, wie so eine Aktion liefe wenn man:
Ich werde die Launchrock-Aktion noch bis zum 15.5. laufen lassen, dann wird das Gewinnspiel geschlossen.
Trotz E-Book und Amazon werden Bücher auch heutzutage vornehmlich im Buchladen verkauft – als Social-Media-Junkie glaube ich aber, dass die Vermarktung von Literatur hierzulande noch allzu traditionell läuft.
Deshalb versuche ich für meinen demnächst bei Kiepenheuer & Wirtsch erscheinenden Roman etwas Neues: Ich verschenke signierte Exemplare meines Buches. Und zwar an jene “Botschafter”, die meinen Krimi “Teufelsfrucht” via Social Media am tatkräftigsten bewerben.
Das funktioniert folgendermaßen: Jeder, der sich unter teufelsfrucht.eu anmeldet, erhält einen individuellen Link, den er im Web teilen kann. Eine Software von Launchrock wertet für mich aus, wer die meisten Leute auf mein Buch aufmerksam macht (i.e. Launchrock zählt die Menschen, die sich über einen bestimmten unique link angemeldet haben).
Die Top-Sharer bekommen dann ein von mir signiertes Exemplar von “Teufelsfrucht: Ein kulinarischer Krimi” zugeschickt.
Mit der Aktion will ich zum einen Werbung für mein Buch machen; zum anderen interessiert mich, ob überhaupt genügend Krimileser auf Social-Media-Plattformen aktiv sind, um die Aktion zu einem Erfolg zu machen. Daten & Ergebnisse des Experiments werde ich nach dem Ende der Aktion auf meiner Webseite präsentieren.
Über Feedback freue ich mich!
Die Deutsche Post hat gerade eine Plattform für Textverkäufe eröffnet. Sie heißt DieRedaktion.de und ist laut Pressemitteilung ein “Online-Marktplatz für Qualitätsjournalismus”. Seltsam erscheint mir, dass gerade die Post solch ein Portal aufzieht.
Noch seltsamer finde ich, dass in der PM auch davon die Rede ist, Corporate Publishing-Dienstleister, also von Unternehmen für ihre Schalmeien bezahlte Agenturen, würden auf der Plattform ebenfalls Texte einstellen. (Das fiel zuerst Freischreiber.de auf)
Wenn DieRedaktion wirklich eine Plattform für Qualitätsjournalismus wäre, müsste sie eigentlich darauf achten, dass es nicht zu einer Vermischung von PR und Journalimus kommt. Wie unsensibel der Konzern bei diesem Thema jedoch zu sein scheint, zeigt das Testimonial, mit dem DieRedaktion seit Tagen auf ihrer Seite und in Mediendiensten wie Turi2 wirbt:
Der hier abgebildete Herr ist laut Bildtext” Journalist”. Er heißt Sven Hansel und ist laut seinem Xing-Profil tatsächlich Journalist – und außerdem PR-Berater. Er bietet u.a. “Krisen -PR” und “PR-Strategien” an.
Jetzt darf ja jeder machen, was er will, und vielleicht kann man seine PR-Tätigkeit von seiner journalistischen abgrenzen (wobei ich da persönlich skeptisch bin). Hansel muss man zugute halten, dass er sich vollkommen transparent verhält. “Ob man das in der Anzeige hätte kenntlich machen müssen, weiß ich nicht. Ich mache jedenfalls aus meinem Portfolio kein Geheimnis, wie Sie (und jeder, den es interessiert) es ja auch meinem XING-Profil entnehmen können”, schrieb er auf meine Anfrage.
Aber was Herr Hansel tut oder nicht tut, ist ja eigentlich auch wurscht. Der Punkt ist: Wenn sich die Post gerade so jemanden als Testimonial aussucht, dann spricht das Bände über ihr Qualitätsverständnis. Die Deutsche Post hat bisher noch nicht auf eine Bitte um Stellungnahme reagiert.
Die Post hat mir inzwischen eine Stellungnahme geschickt.
Die Redaktion sei “eine Plattform im Internet für Inhalte, die Journalisten erstellen. Die Deutsche Post hat dies in Kooperation mit dem Deutschen Journalisten-Verband (DJV) entwickelt. Auch Unternehmen und Verbänden bietet sie Zugang zu professionellen Beiträgen für die interne und externe Kommunikation sowie die Gelegenheit, Aufträge für Artikel individuell einzustellen. Die Deutsche Post bietet den Zielgruppen der Plattform lediglich die technische Infrastruktur in Gestalt eines virtuellen Marktplatzes. Eine Einflussnahme im Zusammenhang mit angebotenen Beiträgen und ausgeschriebenen Aufträgen findet nicht statt. Da Sven Hansel auch als freiberuflicher Journalist tätig ist, sehen wir in der Veröffentlichung seines Testimonials auf der Plattform keinen Widerspruch.
Nachtrag: Der DJV erklärt auf Anfrage, er sei kein Koop-Partner der Post. Tester des DJV hätten DieRedaktion.de jedoch vorab geprüft (und offenbar für gut befunden). Die Vermischung von Journalismus und PR liege jedoch im Verantwortungsbereich des Betreibers, also der Post.
What if we all bought one share in a big bluechip company – and then used the power of the social internet to bundle our votes and really squeeze their balls? Couldn’t we change the world? If we could come up with a web based mechanism to gang up on immoral corporations through the proxy system – how powerful that would be.
PaidContent hat einen hübschen kleinen Artikel darüber, wie man einen Dotcom-Blase erkennt. Nun,
da Twitter ohne EBIT angeblich 10 Mrd.USD wert ist, lohnt es sich, das mal anzuschauen:
»
1. The arrival of a “New Thing” that cannot be valued in the old way. Dumb-money companies start paying over the odds for New Thing acquisitions.
» 2. Smart people identify the start of a bubble; New Thing apostles make ever more glowing claims.
» 3. Startups with founders deemed to have “pedigree” (for example, former employees of New Thing companies) get funded at eye-watering valuations for next to no reason.
» 4. There is a flurry of new investment funds catering for startups.
» 5. Companies start getting funded “off the slide deck” (that is, purely on the basis of their PowerPoint presentations) without actually having a product.
» 6. MBAs leave banks to start up firms.
» 7. The “big flotation” happens.
» 8. Banks make a market in the New Thing, investing pension money.
» 9. Taxi drivers start giving you advice on what stock to buy.
» 10. A New Thing darling buys an old-world company for stupid money. The end is nigh.
Mit der Facebook-Seite Beratersprech wollte ich Typen auf die Schippe nehmen, die ständig sprechen wie eine Powerpointfolie mit Beinen. Menschen, die dauernd Anglizismen einstreuen (“zero visibility”) oder arg seltsames Deutsch verwenden (“aufgleisen”, “aufschlauen”, “globalgalaktisch”).
Also Unternehmensberater, Marketingfuzzis, Werber – und nicht zuletzt mich selbst. Denn zehn Jahre Wirtschaftsjournalismus haben tiefe Spuren in meinem Wortschatz hinterlassen.
Mit diesem Erfolg hatte ich freilich nicht gerechnet. Inzwischen ist Beratersprech eine brummende Community mit vielen Fans und Tausenden wunderbaren Kommentaren. Vielen Dank an alle Fans. Ihr seid es, die dieses business erst possible machen.
Heute konnte Beratersprech den zehntausendsten Facebook-Fan begrüßen. Oder wie wir sagen: “10K customer milestone? Der Drops ist gelutscht.” Zur Feier dieses denkwürdigen Moments möchte ich ein leider in Vergessenheit geratenes Meeting-Spiel wiederbeleben: Bullshit Bingo.
Also dann ohne weitere Remarks: Downloaden, ausschneiden, spielen!

Gestern hatte ich einen Facebook-Moment. Ich mag das Netzwerk, eigentlich, aber mit Facebook-Moment meine ich nichts Positives. Sondern jene Augenblicke, in denen man merkt, dass einem die Kontrolle über die eigenen Informationen wieder ein bisschen mehr entgleitet. In denen man etwas tut, das man eigentlich gar nicht tun wollte. Wegen Facebook.
In diesem Fall geht es um meine in Gründung befindliche kleine Artikelschmiede, das Textfundbüro. Weil ich bereits viel zu viele Webseiten, Twitter-Accounts und Facebook Pages unterhalte oder administriere, hatte ich mich ganz bewusst dafür entschieden, dass es diesen ganzen Quatsch beim Textfundbüro vorerst nicht geben wird.
Kein Social Media, kein SEO, keine Statusupdates. Stattdessen Visitenkarten aus Papier, eine Telefonnummer und (hoffentlich) ausgeschlafene, schöne Artikel. Sei mal kontrazyklisch, dachte ich mir. Focus on the product. Dieser ganze Quatsch, das lenkt dich nur ab.
Dann beging ich den dämlichen Fehler, Mark Zuckerberg von der Sache zu erzählen.
Das meine ich natürlich im übertragenen Sinne. Ich trug in meinem Facebook-Profil den Namen meiner neuen Firma ein. Ich dachte nicht groß darüber nach, ich tat es einfach, doofer Formularausfüllzombie, der ich manchmal bin.
Zwei Stunden später sah ich, dass mein Freund O. das Textfundbüro auf Facebook geliked hatte. Ich klickte auf den Link. Der führte zu einer Facebook-Page. Ich war verdutzt. Wieso hat mein Journalistenbüro eine Facebook-Page? Habe ich die angelegt?
Jein. Die wird bei der Eingabe eines neuen “Arbeitgebers” im Facebook-Profil offenbar automatisch generiert, sofern die Firma noch nicht in der Datenbank ist.
Da schwirrte sie also plötzlich durchs Netz, die ungewollte Fanseite meiner neuen Marke – hässlich, herrenlos, leer, unadministriert. Rasch beantragte ich die Adminrechte für das Textfundbüro – bevor es jemand anders tut.
Dafür musste ich ein Formular ausfüllen und Facebook gegenüber erklären, dass ich, der Inhaber des Textfundbüros, dazu autorisiert bin, das Textfundbüro zu vertreten. An Eides Statt.
Das ist doch Scheiße. Wieso sitze ich hier vor meinem Rechner und muss irgendwelchen Typen in Kalifornien darlegen, dass ich die Seite meiner eigenen Firma, die ohne meine Wissen (oder meinetwegen: aufgrund meines Unwissens) automatisch angelegt wurde, verwalten und hoffentlich bald wieder löschen darf (so wahr mir Gott helfe)?
Dienstag, 02.12.10, 16.15 Uhr – Nach der abgeschlossenen Eingabe beim Amt für soziale Vernetzung (i.e. Facebook) warte ich darauf, dass Facebook mir die Adminrechte für das Textfundbüro gnädigerweise gestattet.
Dienstag, 02.12.10, 16.28 Uhr – Ich habe nun ein Email erhalten, via enthaltenem Link meine Emailadresse bestätigt und harre fürderhin der weiteren Prüfung meines Antrags.
Dienstag, 29.03.11 – The Zucks Mühlen mahlen langsam, aber: Heute, vier Monate nach meiner Anfrage, hat Facebook mir eine Antwort auf meine Admin-Anfrage geschickt. Am Wording kann man erahnen, dass sich da jemand sehr gründlich mit der Sache befasst hat:
Unfortunately, after further review, you did not meet the requirements to take over the Page in question. At this time we will not be able to provide you admin rights to this Page. We apologize for any inconvenience this may cause.
For more information about this feature, as well as answers to frequently asked questions, please visit Facebook’s Help Center by clicking the link below:
http://www.facebook.com/help/?page=175








