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	<title>Tom Hillenbrand &#187; E-Book / E-Reader</title>
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		<title>Kambrium oder Kollaps?</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Oct 2011 10:20:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die gerade viel diskutierte These in Sachen Buchmarkt ist, leicht überspitzt, folgende: Die vordigitalen Verlage vereinen in sich die pathologische...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die gerade viel diskutierte These in Sachen Buchmarkt ist, leicht überspitzt, folgende:</p>
<p><strong><em>Die vordigitalen Verlage vereinen in sich die pathologische Realitätsverweigerung der Musikindustrie und die gnadenlose Selbstüberschätzung der Zeitungsbranche. Deswegen droht ihnen unweigerlich der Tod (nach langem, qualvollen Siechtum).</em></strong></p>
<p>In Kürze wird es dieser These zufolge praktisch gar keine Verlage mehr geben. Nach dem Verlagssterben werden Autoren ihre Buchstaben entweder selbst durch die Datenpipe pusten. Oder Jeff &#8220;The Devourer&#8221; Bezos wird es für sie tun, als erster, einziger und letzter volldigitaler Verleger des Planeten.</p>
<p>Glaub&#8217; ich nicht.</p>
<p>Was sicherlich stimmt, ist, dass Buchverlage so pfadabhängig sind, dass es jedem technologieaffinen Menschen weh tun muss. Als das Ebook noch nicht da war (aber man schon ahnte, das es bald kommen würde), da sagten sie: &#8220;Niemand will Mankell auf einem Bildschirm lesen.&#8221;</p>
<p>Als Amazon <a href="http://venturebeat.com/2011/05/19/kindle-books-surpass-print/ ">mehr Ebooks als Papierbücher verkaufte</a>, erwiderten sie: &#8220;Na und? Ob wir unsere Bücher auf Papier verkaufen oder digital, das ist doch gehupft wie gesprungen.&#8221;</p>
<p>Als Amazon eigene Verlage gründete, erklärten sie: &#8220;Die köcheln auch bloß mit Wasser.&#8221;</p>
<p>All diesen Paraphrasen ist gemein, dass sie als Stichtagsbetrachtungen absolut zutreffen, jedoch von geringer Halbwertzeit sind. Denn wenn einen das Internet eines lehrt, dann ist es das: Das Web ermöglicht es, eine Dienstleistung oder ein Produkt zu niedrigeren Grenzkosten anzubieten als zuvor im Meatspace. Es reißt außerdem stets die Eintrittsbarrieren für neue Marktteilnehmer nieder. Die Erfahrung lehrt, dass deshalb plötzlich ganz neue Spieler auftauchen. Und die begnügen sich nie damit, das vorhandene, vordigitale Geschäftsmodell zu digitalisieren. Sie erfinden es neu, from the ground up.</p>
<p>Für die etablierten Verlage mag das eine schlechte Nachricht sein, siehe Zeitungsbranche. Aber für die Buchbranche, diese kulturell enorm wichtige Branche, ist es eine großartige. Denn es werden, glaube ich, bald viele neue Verlage entstehen. Sascha Lobo hat sehr richtig erkannt, dass Autoren meist nur schreiben wollen und <a href="http://saschalobo.com/2011/10/25/allgemeine-feststellungen-zur-buchsituation/ ">überhaupt keinen Bock auf den ganzen anderen Kladderadatsch haben</a>, der für ein Buch notwendig ist (mal abgesehen davon, dass sie das meiste davon auch gar nicht könnten, selbst wenn sie es wollten). Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Man ist als Autor schon allein genug, und einen guten Verlag zu haben, der einen unterstützt und an einen glaubt, ist Gold wert.</p>
<p>Michael Arrington hat bei Techcrunch einst darüber sinniert, <a href="http://techcrunch.com/2009/07/30/what-if-the-new-new-york-times/ ">wie die Kostenstrukturen der NYT aussähen, gründete man sie heute komplett neu</a>. Man kann das gleiche Gedankenspiel für Verlage anstellen. Sobald der Vertrieb volldigital ist (das dauert ja nicht mehr soo lange), dann ändert sich das Spiel völlig: Jeder motivierte junge Verleger kann dann einen geilen kleinen Verlag auf die Beine stellen. Er braucht nur ein paar gute Gehirne und DSL. Er muss sich nicht mehr mit Buchhandelsvertretern oder Druckereien herumschlagen. Er kann sich auf das Wesentliche konzentrieren: Guten Autoren helfen, hervorragende Bücher zu machen und diese dann an den Mann zu bringen.</p>
<p>Ich bin mir sicher, dass es da draußen eine Menge frustrierte Großverlagslektoren  gibt, die genau darüber nachdenken. Genauso wie sich Nachrichtenbereich mit Politico, Techcrunch oder Huffpost komplett neue Spieler etabliert haben, wird es auch bei den Bücher laufen. Mit dem Ergebnis, dass es vielleicht in zehn Jahren mehr Verlage geben wird als heute. Was ziemlich cool wäre. Also bitte nicht zu sehr über Jeff Bezos aufregen. Der hat ja mal gesagt: &#8220;Heutzutage is das Internet so was, wie die Explosion im Kambrium vor 550 Millionen Jahren.&#8221; Vielleicht gibt es ja bald ein Kambrium für Bücher. Am besten gleich einen geilen Verlag gründen. Es gab nämlich nie eine bessere Zeit, Verleger zu werden als heute.</p>
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		<title>Zwischenstand: Virale Buchwerbung via Social Media</title>
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		<pubDate>Sun, 01 May 2011 19:01:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor einigen Wochen habe ich zum Verkaufsstart meines Krimis “Teufelsfrucht” ein kleines Social Media-Gewinnspiel losgetreten (siehe auch diesen Artikel im...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/hilli/4953851590/" title="Word of mouth by netzfundbuero, on Flickr"><img src="http://farm5.static.flickr.com/4130/4953851590_96afc30cb7.jpg" width="500" height="375" alt="Word of mouth"/></a></p>
<p>Vor einigen Wochen habe ich zum Verkaufsstart meines Krimis <a href="http://www.amazon.de/Teufelsfrucht-kulinarischer-Krimi-Tom-Hillenbrand/dp/3462042874%3FSubscriptionId%3D0V4JT1H35KWYMF0SKQR2%26tag%3Dnove01-21%26linkCode%3Dxm2%26camp%3D2025%26creative%3D165953%26creativeASIN%3D3462042874">“Teufelsfrucht”</a> ein kleines Social Media-Gewinnspiel losgetreten (siehe auch diesen <a href="http://www.buchreport.de/nachrichten/online/online_nachricht/datum/2011/04/13/teufelsfrucht-fuer-digitale-botschafter.htm">Artikel im Buchreport</a>). Denn obwohl Bücher immer noch vornehmlich in Buchläden verkauft werden glaube ich als Webjunkie, dass bei der Vermarktung von Literatur übers Internet noch viel mehr geht.</p>
<p>Nun wollte ich Interessierten ein kleines Update geben, wie sich das Ganze entwickelt. Zunächst ein paar Worte zur Funktionsweise des Gewinnspiels, dass ich mittels des (großartigen) Webtools <a href="http://launchrock.com/qz97k">Launchrock</a> erstellt habe:</p>
<p>Jeder, der sich unter <a href="http://teufelsfrucht.eu">teufelsfrucht.eu</a> anmeldet, erhält via Email einen <em>unique link</em>, den er im Web teilen kann. Der Text der Mail:</p>
<blockquote><p>Danke fürs Mitmachen!</p>
<p>Bitte teilen Sie Ihren Link via Twitter, Facebook oder Email mit Bekannten &#8211; das erhöht Ihre Chance auf ein vom Autor signiertes Freiexemplar: http://teufelsfrucht.eu/xm7lw).</p>
<p>Wenn Sie Ihre Email erneut eingeben, können Sie sehen, wie viele Ihrer Freunde sich bereits angemeldet haben.</p>
<p>Viel Glück! Ihr Tom Hillenbrand</p></blockquote>
<p>Die Analyse-Software von Launchrock wertet für mich aus, wer die meisten Leute auf mein Buch aufmerksam gemacht hat. Wie genau geht das? Launchrock zählt die Menschen, die über einen bestimmten unique link (z.B. teufelsfrucht.eu/23erds4) auf die Seite gekommen sind und sich angemeldet haben. </p>
<p>Die fünf Top-Sharer bekommen von mir dann signiertes Buch zugeschickt.</p>
<p>Getrommelt habe ich für diese Aktion über meinen <a href="http://twitter.com/#!/tomhillenbrand">Twitter-Account</a> und meine <a href="http://www.facebook.com/thillenbrand">Autorenpage bei Facebook</a>; auch auf der Facebook-Seite meines Verlags <a href="http://www.facebook.com/pages/Verlag-Kiepenheuer-Witsch/72473292706">Kiepenheuer &#038; Witsch</a> wurde das Gewinnspiel beworben.</p>
<p>Bis zum 1. Mai 2011 hatten 3435 Personen <a href="http://teufelsfrucht.eu">teufelsfrucht.eu</a> aufgerufen; gut 10 Prozent (356 Personen) haben sich für das Gewinnspiel angemeldet und ihre Email-Adresse hinterlegt. Launchrock erlaubt es mir, die Mailadressen der angemeldeten User zu sehen; ferner das Datum, die generierten Clicks und die Anzahl der Menschen, die über einen bestimmten dazugekommen sind. </p>
<p>Die überwiegende Zahl der User (258) hat demnach niemand neues in das Spiel hereingezogen. Das heißt entweder, dass diese User das Prinzip nicht verstanden haben (unwahrscheinlich) oder aber dass keiner ihrer Freunde/Follower den unique link geklickt hat. </p>
<p>Auf der anderen Seite gibt es ein paar Megabotschafter. Über den Topsharer sind 56 Leute auf das Buch aufmerksam gemacht worden, 22 von ihnen haben sich angemeldet. Die Top-10-Sharer haben 70 Menschen reingeholt und sind für 191 PIs verantwortlich.</p>
<p>Ich habe zudem Google Analytics über die Seite laufen lassen (allerdings wegen technischer Probleme nicht vom ersten Tag an, sodass die Zahlen nicht ganz perfekt sind). Das Interessanteste sind die Zugriffsquellen:</p>
<p><a href="http://www.netzfundbuero.de/wp-content/uploads/2011/05/Bildschirmfoto-2011-05-01-um-20.24.47.png"><img src="http://www.netzfundbuero.de/wp-content/uploads/2011/05/Bildschirmfoto-2011-05-01-um-20.24.47.png" alt="" title="Bildschirmfoto 2011-05-01 um 20.24.47" width="580" height="260" class="aligncenter size-full wp-image-1324" /></a></p>
<p>Twitter spielte offenbar als Verbreitungsquelle kaum keine Rolle &#8211; die Leute kommen über Facebook (25%) oder über den direkten Link (55%), was darauf hindeutet, dass viele das Gewinnspiel über die gute alte Email geteilt haben. Easywin ist übrigens eine Gewinnspielplattform (die ich nicht angeschrieben hatte).</p>
<p>Ist das jetzt ein Erfolg? Angesichts des minimalen Aufwands von ca. 3 Stunden, um die kostenlose Launchrock-Seite einzurichten, zumindest ein kleiner, finde ich. Das Experiment zeigt zudem, dass Buchleser nicht “irgendwie offline” sind, wie es manche Leute in der Verlagsbranche immer noch zu glauben scheinen.</p>
<p>Man muss sich mal,überlegen, wie so eine Aktion liefe wenn man:</p>
<li>Ein bisschen Anschubwerbung im Netz schaltet</li>
<li>Es sich um einen bekannten Bestsellerautor handelt</li>
<li>Man einen fetteren Preis als nur ein signiertes Buch auslobt.</li>
<p>Ich werde die Launchrock-Aktion noch bis zum 15.5. laufen lassen, dann wird das Gewinnspiel geschlossen.</p>
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		<title>In eigener Sache: Experiment zu viraler Buchvermarktung im Web 2.0</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Mar 2011 10:43:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Trotz E-Book und Amazon werden Bücher auch heutzutage vornehmlich im Buchladen verkauft &#8211; als Social-Media-Junkie glaube ich aber, dass die...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Trotz E-Book und Amazon werden Bücher auch heutzutage vornehmlich im Buchladen verkauft &#8211; als Social-Media-Junkie glaube ich aber, dass die Vermarktung von Literatur hierzulande noch allzu traditionell läuft.</p>
<p>Deshalb versuche ich für meinen demnächst bei Kiepenheuer &#038; Wirtsch erscheinenden Roman etwas Neues: Ich verschenke signierte Exemplare meines Buches. Und zwar an jene &#8220;Botschafter&#8221;, die <a href="http://www.amazon.de/Teufelsfrucht-Ein-kulinarischer-Krimi-Hillenbrandt/dp/3462042874">meinen Krimi &#8220;Teufelsfrucht&#8221;</a> via Social Media am tatkräftigsten bewerben.</p>
<p>Das funktioniert folgendermaßen: Jeder, der sich unter <a href="http://teufelsfrucht.eu">teufelsfrucht.eu</a> anmeldet, erhält einen individuellen Link, den er im Web teilen kann. Eine Software von Launchrock wertet für mich aus, wer die meisten Leute auf mein Buch aufmerksam macht (i.e. Launchrock zählt die Menschen, die sich über einen bestimmten unique link angemeldet haben). </p>
<p>Die Top-Sharer bekommen dann ein von mir signiertes Exemplar von &#8220;Teufelsfrucht: Ein kulinarischer Krimi&#8221; zugeschickt.</p>
<p>Mit der Aktion will ich zum einen Werbung für mein Buch machen; zum anderen interessiert mich, ob überhaupt genügend Krimileser auf Social-Media-Plattformen aktiv sind, um die Aktion zu einem Erfolg zu machen. Daten &#038; Ergebnisse des Experiments werde ich nach dem Ende der Aktion auf meiner Webseite präsentieren.</p>
<p>Über Feedback freue ich mich!</p>
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		<title>Infografiken auf dem iPad</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 11:19:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Für die iPad-App des SPIEGEL werden jede Woche zahlreiche exklusive Features produziert &#8211; eines davon war die Infografik &#8220;Die Griechenland...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für die iPad-App des SPIEGEL werden jede Woche zahlreiche exklusive Features produziert &#8211; eines davon war die Infografik &#8220;Die Griechenland -Krise&#8221; von Roman Höfner, Jens Radü und mir (Ausgabe Nr. 24). </p>
<p><object width="500" height="340"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/KS6UKntbgOk&amp;hl=de_DE&amp;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/KS6UKntbgOk&amp;hl=de_DE&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="500" height="340"></embed></object></p>
<p>Vorbild für das Video war diese meines Erachtens <a href="http://www.youtube.com/watch?v=oosq3TPgHH0&#038;feature=player_embedded">geniale animierte Infografik zur US-Finanzkrise</a>:</p>
<p><object width="500" height="340"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/oosq3TPgHH0&amp;hl=de_DE&amp;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/oosq3TPgHH0&amp;hl=de_DE&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="500" height="340"></embed></object></p>
<p>Als ich mir unser Video dann auf dem Apple iPad angeschaut habe, habe ich mich allerdings gefragt: Müssen wir in Zukunft Infografiken anbieten, die sich nicht nur bewegen, sondern die sich vielleicht sogar bewegen lassen? Würde der Leser den Griechen und die Investoren vielleicht gerne selber auf dem Touchscreen herumschubsen? </p>
<p>Technisch ist das (mit erheblichem Aufwand) machbar, journalistisch erscheint es mir reizvoll &#8211; aber ist das vielleicht zuviel Involvement für den Leser? Vielleicht will der sich ja auch lieber ein kurzes Video angucken und nicht so viel &#8220;selber arbeiten&#8221;. Wie beim Fernsehen, wo die interaktiven Features auch kaum jemand nutzt.</p>
<p>Man weiß es (noch) nicht. Die Sache steht noch ganz am Anfang, man muss einfach experimentieren und schauen, was der User goutiert.</p>
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		<title>Ist Weniger das neue Mehr?</title>
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		<pubDate>Thu, 27 May 2010 16:05:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/85308bb7f7d94e4d8a5fad263333b2c4" width="1" height="1" alt=""/><a href="http://www.netzfundbuero.de/wp-content/uploads/2010/05/nyt-e1274281088346.jpg"><img src="http://www.netzfundbuero.de/wp-content/uploads/2010/05/nyt-e1274281088346.jpg" alt="" title="nyt" width="420" height="315" class="alignnone size-full wp-image-480" /></a></p>
<p>Neulich war ich auf der Internetkonferenz <a href="http://nextconf.eu/next10/">next10</a>. Die Qualität der Vorträge war durchwachsen, einer lässt mir jedoch keine Ruhe: Der von <a href="http://benhammersley.com/">Ben Hammersley</a>. Der Brite ist Editor at Large bei &#8220;Wired&#8221; und arbeitet für eine Kreativagentur. Er erzählte von seinen Eindrücken in Sachen iPad.</p>
<p>Allen, die glauben, das iPad werde die Printmedien retten sagt Hammersley: Das Ding macht alles erst einmal noch schlimmer. Warum? Weil es den Konkurrenzdruck massiv erhöht. Schon jetzt ist es ja so, dass der &#8220;Kleckersdorfer Anzeiger&#8221; wegen des Internet mit der &#8220;New York Times&#8221;, der BBC sowie Blogs, Youtube, Suchmaschinen etc. konkurrieren muss.</p>
<p>Demnächst, prohezeit Hammersley, werde das iPad dafür sorgen, dass der Wettbewerbsdruck weiter steigt. Dank des Formfaktors und des hervorragenden Displays konvergierten darauf alle Medien. Dann werde noch stärker als bisher gelten, dass Printmedien auch mit TV &#038; Co. im Wettbewerb stehen.</p>
<p>Das tun sie natürlich schon heute. Aber mit dem iPad verhält es sich meiner Ansicht nach ein bisschen wie mit einem Jahrmarkt mit Dutzenden Attraktionen: Jedes mal, wenn der Konsument sein Tablet in die Hand nimmt, wird er sich die Frage stellen, ob er jetzt wirklich Zeitung lesen soll. Oder ob er nicht lieber Comics anschaut, Fernsehen guckt oder Baseballstatistiken wälzt. Das ist nämlich möglicherweise viel kurzweiliger, und nur einen Fingerwisch weit entfernt.</p>
<p><object width="420" height="300"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/D4c2vbzRv_I&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/D4c2vbzRv_I&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="420" height="300"></embed></object></p>
<p>Von der &#8220;FAZ&#8221; zu RTL umzuswitchen, stellte bisher einen Medienbruch dar. Jetzt funktioniert der Wechsel ohne Unterbrechung. Hammersley formuliert es so: </p>
<blockquote><p>&#8220;You have to make your content really really beautiful. Otherwise you are screwed.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wenn er recht hat (ich würde glauben: er hat), muss man sich als Printheini ein bisschen fürchten. Denn Zeitungen oder Newssites sind im besten Fall: klug, originell, überraschend, intellektuell stimulierend, informativ. Aber schön?</p>
<p><object width="420" height="300"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/yNx_XlK65k8&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/yNx_XlK65k8&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="420" height="300"></embed></object></p>
<p>Die Nutzer nach Vorstellung der Verlage zudem nicht nur einen Teil ihrer begrenzten iPad-Facetime für digitale Zeitungen reservieren &#8211; sie sollen dafür auch noch ordentlich latzen. Wenn man bei gestiegener Konkurrenz also den gleichen bzw. einen noch höheren Preis durchdrücken will, was muss man dann machen? </p>
<p>Eigentlich einfach: Als Tablet-Content kommt nur richtig dicke Suppe in Frage. Denn für Maggi-Fix zahlt erstens keiner und zweitens will die dünne Suppe auch umsonst niemand, wenn der Tisch so opulent gedeckt ist.</p>
<p>Das ist interessant, den zumindest bei Onlinepublikationen ging der Trend in den vergangenen Jahren ganz klar in Richtung immer mehr Geschichten und damit immer mehr Klicks/Visits. Das war für den Nutzer erfreulich, denn er bekam ein umfassenderes, bunteres Nachrichtenangebot. Und &#8220;All the news that&#8217;s fit to print&#8221; ist darüber hinaus ja auch ein hehrer journalistischer Ansatz.</p>
<p>Aber in erster Linie standen hinter dieser Mehr-Logik natürlich steigende Anzeigenerlöse. Klicks ließen sich nach einer jahrelangen Durststrecke plötzlich monetarisieren. Das Phänomen ist aus dem<br />
Printbereich bestens bekannt. Im Jahr 1999 hatte etwa die &#8220;Wirtschaftswoche&#8221; bis zu 400 Seiten. Die IT-Bibel &#8220;The Industry Standard&#8221; war damals so dick wie ein Telefonbuch. </p>
<p>Das hatte nichts damit zu tun, dass die Informationsnachfrage oder das Nachrichtenaufkommen gestiegen waren. Sondern schlichtweg damit, dass man irgendwie all die Anzeigen unterbringen musste, mit denen die Kunden die Verlage zupflasterten (ach, damals!).</p>
<p>Nach der gleichen Logik verfuhrendie meisten Onlineseiten während des Werbebooms der Jahre 2005-2008. Mehr Stories; mehr Bildergalerien; mehr mehr.</p>
<p>Wenn die Inhalte aber jetzt &#8220;beautiful&#8221; werden sollen, wenn die Suppe dicker werden muss, dann kann das ja eigentlich nicht so weiter gehen. Man darf vermuten, dass kaum ein Verlag wegen des iPad 50 zusätzliche Leute einstellt. Die einzige andere Möglichkeit wäre folglich, dass die bestehenden Redaktionen mit der gleich großen Mannschaft weniger, aber dafür schönere Geschichten produzieren. Die man wirklich lesen will. Für die man zu zahlen bereit ist.</p>
<p>Ob das passiert? Ob Weniger das neue Mehr ist? Das wird auf jeden Fall interessant.</p>
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		<title>13 Observations about the E-Book Revolution</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 13:46:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[E-Book / E-Reader]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Printen]]></category>
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		<description><![CDATA[I. If you are a bestselling star novelist, you do not need a publishing company between you and and your...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.netzfundbuero.de/wp-content/Foto%20am%2028-02-2010%20um%2014.07.jpg"><img src="http://www.netzfundbuero.de/wp-content/_Foto%20am%2028-02-2010%20um%2014.07.jpg" width="400" height="300" alt="" title=""  /></a></p>
<p><strong>I.</strong> If you are a bestselling star novelist, you do not need a publishing company between you and and your readers.</p>
<p><strong>II.</strong> If you are brand new, arrogant and avantgarde, you do not want a a publishing company between you and and your readers.</p>
<p><strong>III. </strong>Receiving thirty percent of a digital book&#8217;s cover price from Amazon feels like theft if you are a publisher.</p>
<p><strong>IV.</strong> Receiving thirty percent of a book&#8217;s cover price from Amazon feels like a bonanza if you are an author.</p>
<p><strong>V.</strong> If you are a reader, you do not care about authors and publishers, analog and digital. You care about good stories.</p>
<p><strong>VI.</strong> The first print bastion to fall will not be book, but comic publishers.</p>
<p><strong>VII.</strong> Agents und publisher&#8217;s long monopoly has convinced them they know what people want to read.</p>
<p><strong>VIII.</strong> Agents and publishers do not have an inkling what people want to read.</p>
<p><strong>IX.</strong> The length of books does not have anything to do with artistic decisions; it is merely a function of production logic.</p>
<p><strong>X.</strong> The second golden age of pulp fiction short stories is upon us.</p>
<p><strong>XI.</strong> Newspapers have a size advantage over computer screens; the only advantage books have over e-readers is battery life.</p>
<p><strong>XII.</strong> When you can reduce the weight of &#8220;War &#038; Peace&#8221; by 80 percent, you have got a winner.</p>
<p><strong>XIII.</strong> When you can enable people to read &#8220;The Adventures Of A Slut&#8221; unnoticed in public, you have got a winner.</p>
<p><strong>Note:</strong> Okay, I know that the internet is full of manifestos these days. While the idea of adressing issues about the future of media, journalism or the internet through apodictic Moses-style prose seems to be very popular, it also can be extremely preposterous and leaves a lot to be desired; but when you think about what e-readers will do to books (as I have been frequently in the last couple of months) you realize that apart from specific business-model and technology considerations, there are quite a few very fundamental truths (okay, probably too big a word) about the impending book revolution that one might consider to be axiomatic &#8211; manifestoish stuff, sort of.</p>
<p>That is to say we do know a few constituting elements of the revolution to come, but not the ramifications &#8211; they are known unknowns and unknown knowns in the Rumsfeldian sense. Flatly predicting that the book as we know it will be dead in 10, 20 or 50 years is lacking in humility in my opinion, as is telling publishers precisely what they ought to do. I all sounds too much like another swankypants manifesto to me. So let&#8217;s call the above statements observations, not commandments or truths. I hope you have fun with them.</p>
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		<title>Fünf Dinge, die am Kindle nerven</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Jan 2010 16:53:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[E-Book / E-Reader]]></category>
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		<description><![CDATA[Nach einigen Monaten mit dem Amazon Kindle fallen mir immer mehr nervige Macken auf. Am Anfang ist so ein neues...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach einigen Monaten mit dem Amazon Kindle fallen mir immer mehr nervige Macken auf. Am Anfang ist so ein neues Spielzeug ja ganz toll, aber nun ist die rosarote Wölkchen-Phase vorbei und ich merke, was das Lesegerät alles nicht kann. </p>
<p>Das Gute vorweg: Als Buch funktioniert der Kindle sehr ordentlich. Der Store von Amazon bietet zwar nur eine relativ klägliche Auswahl, aber Kauf und Download funktionieren reibungslos. Ich habe bereits geschätzte 1000 Seiten auf dem Kindle verzehrt, zurzeit gerade die &#8220;Nebel von Avalon&#8221;, eine fette Schwarte, die dank Kindle coole 1,5 Kilo leichter wird.</p>
<p><img src="http://www.netzfundbuero.de/wp-content/thumb-kindle2_02.jpg" width="400" height="400" alt="" title="" /></p>
<p>Vieles nervt aber. Hier die schlimmsten Punkte.</p>
<p><strong>Zeitungen &#038; Magazine</strong> auf dem Kindle sind unfassbar mies formatiert, inaktuell und schlecht navigierbar (eine ausführliche Kritik <a href="http://www.netzfundbuero.de/2009/11/10/wie-die-zeitungsbranche-ihr-debut-auf-amazons-kindle-versemmelt/">steht hier</a>).</p>
<p><strong>Dokumente laden kostet Geld:</strong> Jeder Kindle-Besitzer bekommt eine eigene Email-Adresse im Format benutzer@kindle.com. Das ist eigentlich eine fantastische Idee, denn man kann z.B. ein längeres Dokument, das man während der Zugfahrt lesen möchte, per Email auf das Gerät pushen (lassen). Nur: Pro gepushtem Megabyte will Amazon dafür 1 Dollar haben, was die Funktion ad absurdum führt.</p>
<p><strong>PDFs lesen: </strong>Meine große Hoffnung, ich könnte die ganzen kiloschweren Ausdrucke von Analystenberichten, Studien und Recherchen künftig vor eine Reise auf den Kindle laden, sind ebenfalls enttäuscht worden. Der Kindle kann zwar PDF, aber er zeigt die Dokumente einfach auf einem Screen an, der um ca. 70 Prozent kleiner ist als ein A4-Blatt &#8211; da sieht man rein gar nichts. Vergrößern ist nicht möglich.</p>
<p><strong>Screen und Knöpfe: </strong>Der Bildschirm reflektiert das Leselicht ein wenig. Schlimmer ist, dass er schlichtweg zu klein ist, kleiner als ein Paperback. Der Kindle hat einen breiten Rand und eine Tastatur, die in dieser Größe kein Mensch braucht &#8211; ich benutze sie fast nie, denn meine eBücher ordere ich lieber über meinen Laptop auf Amazon.com, weil: schnellere Ladezeiten, komfortablere Suche, Farbe. Für das Keyboard wurde viel Platz verschwendet, den man für den Screen hätte gebrauchen können. Suboptimal ist zudem die Umblättern-Taste, die man jedes Mal sehr fest drücken muss. Touch wäre besser gewesen.</p>
<p><strong>Kindle iPhone-App:</strong> Dieses Programm ermöglicht es, auch auf dem Telefon zu lesen. Nimmt man später wieder den Kindle in die Hand, geht es an der zuletzt gelesenen Stelle weiter. Toll, aber: Warum funktioniert das nur mit Amazon.com-Downloads? Warum nicht mit dem &#8220;Graf von Monte Christo&#8221;, den ich ganz legal als Textfile geladen und auf den Kindle übertragen habe?</p>
<p>Nick Bilton hat neulich die Ratings der Kindle-Reviews auf Amazon.com <a href="http://bits.blogs.nytimes.com/2009/12/24/is-amazon-working-backwards/">analysiert und kam zu dem Schluss</a>: &#8220;Amazon’s Kindle customers aren’t getting any happier about the end product.&#8221; Man ahnt, warum das so ist.</p>
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		<title>eReader: Wie sieht das Magazin der Zukunft aus?</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Dec 2009 14:06:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Keiner weiß es &#8211; aber der schwedische Verlag Bonnier und die Designer von BERG haben sich einige Gedanken gemacht und...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Keiner weiß es &#8211; aber der schwedische Verlag Bonnier und die Designer von BERG haben sich einige Gedanken gemacht und dazu ein Video erstellt.</p>
<p><object width="400" height="225"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="movie" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=8217311&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1" /><embed src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=8217311&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" width="400" height="225"></embed></object>
<p><a href="http://vimeo.com/8217311">Mag+</a> from <a href="http://vimeo.com/bonnier">Bonnier</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<p>Via <a href="http://paidcontent.org/article/419-bonnier-takes-a-stab-at-re-inventing-the-mag/">paidContent</a></p>
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		<title>Wie die Zeitungsbranche ihr Debüt auf Amazons Kindle versemmelt</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Nov 2009 11:45:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tom</dc:creator>
				<category><![CDATA[Debatte]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit etwa zwei Wochen besitze ich einen Amazon Kindle. Als elektrisches Buch macht er mir viel Freude. Zurzeit nehme ich...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit etwa zwei Wochen besitze ich einen Amazon Kindle. Als elektrisches Buch macht er mir viel Freude. Zurzeit nehme ich meinen Kindle allabendlich mit ins Bett und lese auf ihm &#8220;Conan the Cimmerian&#8221;. </p>
<p><a href="http://www.netzfundbuero.de/wp-content/kindle_conan.jpg"><img src="http://www.netzfundbuero.de/wp-content/_kindle_conan.jpg" width="400" height="300" alt="" title=""  /></a></p>
<p>Nur als Zeitung ist er eine große Enttäuschung.</p>
<p>E-Reader sollen, das hoffen zumindest viele Verlagsmanager, die Zeitung retten. Auf den ersten Blick erschien mir das Gerät als Papierersatz recht viel versprechend. Auf dem Kindle gibt es derzeit 56 Zeitungen, darunter &#8220;New York Times&#8221;, &#8220;Mainichi Shinbun&#8221; und &#8220;Le Monde&#8221;.</p>
<p>Die Titel kann man einzeln kaufen oder abonnieren. Dazu reicht ein Klick, die Zeitung wird dann über die Mobilfunkverbindung des Kindle binnen Sekunden auf das Gerät gepusht.</p>
<p>Dass Menschen für ihre NYT wieder zwei Dollar berappen, statt sie umsonst im Netz zu lesen, ist natürlich eine  große Chance für die Verlage. Mein erster Eindruck ist: Sie nutzen sie nicht. Kaum eines der auf dem Kindle erhältlichen Blätter scheint sich ernsthaft Gedanken darüber gemacht zu haben, wie es seine Inhalte für den E-Reader optimieren kann. Stattdessen werden die Papierausgaben 1:1 übertragen.</p>
<p>Das Elend fängt bei der <strong>Optik</strong> an. Fotos sehen auf elektronischem Papier, gelinde gesagt, bescheiden aus. Sie wirken wie Schwarz-Weiß-Kopien, die jemand mit einer Xerox-Maschine aus den frühen Achtzigern gemacht hat. </p>
<p><a href="http://www.netzfundbuero.de/wp-content/nyt%20one.jpg"><img src="http://www.netzfundbuero.de/wp-content/_nyt%20one.jpg" width="300" height="400" alt="" title=""  /></a></p>
<p>Oft sind bei der Umformatierung zudem die unterschiedlichen Typen verloren gegangen, sodass sich Vorspann und Lauftext nicht mehr unterscheiden lassen.  Der Blocksatz der FAZ etwa wird auf dem Kindle mitunter völlig zerfetzt &#8211; auf dem ohnehin nicht gerade riesigen Bildschirm entstehen so Löcher, in denen ein Zwei-Euro-Münze Platz hat.</p>
<p>Noch ärgerlicher  ist das <strong>Fehlen einer vernünftigen Leserführung</strong>. Der größte Nachteil von Onlinemedien gegenüber der Zeitung (Zyniker würden sagen: der einzige) ist der kleinere Screen. Auf der Darstellungsfläche eines Laptops lassen sich bestenfalls halb so viele Artikel unterbringen wie auf der Doppelseite eines Broadsheets. </p>
<p>Da aber der Kindle-Screen nochmals wesentlich kleiner ist (15 cm) als ein Laptop, müsste man sich irgendetwas einfallen lassen &#8211; hat man aber nicht. Es gibt, z.B. bei NYT, &#8220;Handelsblatt&#8221; und FAZ, eine Rubrikenübersicht (Wirtschaft, Finanzen, Politik) &#8211; aber kein Verzeichnis der einzelnen Artikel oder einen Index vorkommender Personen oder Unternehmen, wie es ihn in vielen gedruckten Zeitungen gibt.</p>
<p><a href="http://www.netzfundbuero.de/wp-content/hb%20Foto.jpg"><img src="http://www.netzfundbuero.de/wp-content/_hb%20Foto.jpg" width="300" height="400" alt="" title=""  /></a></p>
<p>Stattdessen muss der geneigte Leser mit Hilfe des Jog-Dial durch die Zeitung blättern, Artikel für Artikel. Das ist ungefähr so komfortabel, als wenn man die gesamte NYT auf DIN-A-5-Seiten ausdrucken und zu einem großen Stapel auftürmen würde.</p>
<p>Am aberwitzigsten finde ich jedoch, dass sich die teilnehmenden Blätter durch die Bank dazu entschlossen haben, einen elektronischen Always-Online-Device mit einem <strong>komplett statischen Produkt</strong> zu beliefern. </p>
<p>Wie bei der guten alten Druckausgabe wird die Kindle-Zeitung einmal am Tag aktualisiert &#8211; und zwar früh morgens mit nachrichten vom Vorabend. Dabei wäre es dank des UMTS-Push ja problemlos möglich, auch zu anderen Zeiten zu aktualisieren.</p>
<p>Nun habe ich nach den ersten zwei Wochen das Gefühl, dass der Kindle sich eher für ruhiges, konzentriertes Lesen längeter Texte eignet &#8211; wer ein Feuerwerk aus News-Updates möchte und gerne Headlines scannt, der geht vermutlich besser ins normale Internet. Aber dennoch: Auf einem UMTS-fähigen Gerät die Content-Auslieferungszyklen des Prä-Internetzeitalters 1:1 fortzuschreiben, mutet absurd an.</p>
<p>Einige japanische Zeitungen haben Morgen- und Abendausgaben. Das wäre auch hier eine Möglichkeit. Vielleicht noch eine zusätzliche Mittagsausgabe. Zudem fände ich zumindest in zwei Fällen Push-Updates unverzichtbar:</p>
<p>1.	Wenn um 16 Uhr etwas wirklich Großes passiert, kann man seinen (zahlenden!) Abonnenten nicht weiter den ollen Aufmacher vorsetzen, der vor 21 Stunden an die Druckerei gesendet worden ist. </p>
<p>2.	Das gleiche gilt für Geschichten, die sich am Tag nach der Drucklegung als falsch erweisen bzw. bei denen sich die Sachlage grundlegend geändert hat. Die könnte man zurückziehen. Da es kein Seitenlayout gibt, wäre das einfach machbar.</p>
<p>Der Fairness halber muss ich anmerken, dass ich nicht weiß, was Amazon den Verlagen für ihre Kindle-Versionen für Vorgaben gemacht hat. Aber da Amazon ein ziemlich innovatives Unternehmen ist und ein großes Interesse daran haben müsste, auf seinem neuen E-Book originelle Produkte mit added value zu offerieren, kann man zumindest mutmaßen, dass die Verlage einen gehörigen Anteil an der enttäuschenden Präsentation ihrer Inhalte auf dem Kindle haben.</p>
<p>Ein letzter, ebenfalls wunderlicher Punkt. Nirgendwo habe ich <strong>Werbung</strong> gefunden. Wenn man eine Zeitung schon 1:1 für den gleichen Copypreis auf dem Kindle verkauft &#8211; wieso lässt man dann nicht die Anzeigen drin? </p>
<p>Oder noch besser: Setzt neue rein. Der Common Sense scheint ja zu sein, dass journalistische E-Paper-Inhalte ohne Werbung auskommen müssen. Aber warum eigentlich? </p>
<p>Werbeanzeigen auf dem Kindle müssten doch theoretisch die teuersten Display-Ads der Welt sein &#8211; denn die meisten der Besitzer füttern Amazons Recommendation System schließlich seit Jahren mit Daten zu ihren Shopping-Präferenzen. Exakteres Zielgruppenmarketing geht kaum.</p>
<p>Zum Schluss noch eine kleine <strong>Absurdität</strong>: Als ich mir meine erste NYT heruntergeladen hatte, wollte ich die Technology Section lesen, die ich von NYT.com kenne und schätze. Auf dem Kindle gibt es sie jedoch nicht. </p>
<p>Warum? Na, weil es sie in der Print-Ausgabe der Grey Lady auch nicht gibt. Der Papierversion liegt einmal wöchentlich die Beilage &#8220;Circuits&#8221; bei. Und deshalb ist das auf dem Kindle natürlich auch so.</p>
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