Er hat geniale Geräte gebaut, Design-Ikonen geschaffen, die Musikindustrie umgekrempelt – ja, sicher. Doch Steve Jobs’ wahres Vermächtnis liegt woanders: Der Kalifornier war der größte praktische Philosoph unserer Zeit.
Vor allem seine Stanford-Rede ist ein Manifest, sie enthält so ziemlich alles, was man über das Leben wissen muss. Wer sich manchmal fragt, ob er eigentlich in die richtige Richtung läuft, der sollte sie sich anhören. 15 Minuten geballte praktische Philosophie sind das, die gesamte Lebensweisheit des Steve Jobs. Erklärt in jener einfachen und eindringlichen Sprache, die eine seiner größten Gaben war.
Für die iPad-App des SPIEGEL werden jede Woche zahlreiche exklusive Features produziert – eines davon war die Infografik “Die Griechenland -Krise” von Roman Höfner, Jens Radü und mir (Ausgabe Nr. 24).
Vorbild für das Video war diese meines Erachtens geniale animierte Infografik zur US-Finanzkrise:
Als ich mir unser Video dann auf dem Apple iPad angeschaut habe, habe ich mich allerdings gefragt: Müssen wir in Zukunft Infografiken anbieten, die sich nicht nur bewegen, sondern die sich vielleicht sogar bewegen lassen? Würde der Leser den Griechen und die Investoren vielleicht gerne selber auf dem Touchscreen herumschubsen?
Technisch ist das (mit erheblichem Aufwand) machbar, journalistisch erscheint es mir reizvoll – aber ist das vielleicht zuviel Involvement für den Leser? Vielleicht will der sich ja auch lieber ein kurzes Video angucken und nicht so viel “selber arbeiten”. Wie beim Fernsehen, wo die interaktiven Features auch kaum jemand nutzt.
Man weiß es (noch) nicht. Die Sache steht noch ganz am Anfang, man muss einfach experimentieren und schauen, was der User goutiert.
In diesem Video von der Technologiekonferenz D8 spricht Steve Jobs vordergründig darüber, warum er auf seinen Geräten kein Flash zulässt. Aber eigentlich erklärt er, in sehr einfachen Worten, wie man ein gutes Produkt baut und erklärt die Kunst des Weglassens. Anschauen und lernen.
