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Posts from the ‘Cyberspace’ Category

Facebook Places? Facebook Things!

August 20th, 2010

Tom

Vor einigen Jahren waren RFID-Chips ein großes Thema, und eine Prognose lautete, durch das Taggen von Alltagsgegenständen werde das sogenannte “internet of things” entstehen: Kühlschränke, die mit Milchtüten kommunizieren, Fußbälle, die mit Torpfosten Daten austauschen und so weiter.

Der Erfolg von RFID war zwar bislang überschaubar – aber dieses Experiment im Coca-Cola-Village, einem israelischen Vergnügungspark für Teenager, zeigt, was man mit RFID noch so alles anstellen könnte.

An zahlreichen Objekten des Parks wurden Like-Schilder angebracht – die Besucher haben RFID-Armbänder, die mit ihrem Facebook-Login verknüft sind und können so Objekte direkt faven, was dann in ihrem Stream abgebildet wird.

Interessantes, sicher ausbaufähiges Konzept. Vielleicht ist Facebook Places nur ein Vorläufer von … Facebook Things?

Via Digital Buzz Blog

Endlich mehr Sachlichkeit: Streetview als Video

August 18th, 2010

Tom

In der zunehmend hysterischen Debatte über Google Streetview wäre etwas mehr Sachlichkeit angebracht. Hinzu kommt, dass die meisten Menschen das Thema möglicherweise überhaupt nicht richtig verstehen – was angesichts der hohen technischen Komplexität freilich auch schwierig ist.

Da ist es erfreulich, dass die taiwanesische Next Media Animation dieses nüchterne, ausgewogene Erklärvideo produziert hat.

Besonders gut gefallen mir Eric Schmidts Teufelshörner.

Via Gawker TV

Banal, aber genial

August 16th, 2010

Tom

Social-Media-Nutzung als Film:

logged in from josh schaub on Vimeo.

Luke & Leia: Die schreckliche Wahrheit

August 13th, 2010

Tom

Via Deathstar PR

Urheberrechte im Web: Der Fall Twitpic

Juni 30th, 2010

Tom

Viele von uns knipsen mit ihrem Handy unterwegs Sachen und twittern diese dann mit Hilfe von Twitpic, einer auf den Microbloggingdienst zugeschnittenen Fotoplattform. Kaum jemand macht sich Gedanken darüber, was mit den Bildern im weiteren passiert. Im Web geht immer wieder das Gerücht um, wer Bilder bei Twitpic hochlade, der trete alle Rechte an seinen Aufnahmen ab.

Das ist Quatsch; Twitpics AGB erscheinen vielmehr äußerst fair, soweit ich das als juristischer Laie beurteilen kann. Dort heißt es:

By uploading your photos to Twitpic you give Twitpic permission to use or distribute your photos on Twitpic.com or affiliated sites. All images uploaded are copyright © their respective owners. For clarity, you retain all of your ownership rights in your Content.

Klingt sauber. Aber seit heute weiß ich, dass diese Regelung nicht so weitgehend ist, wie man als Nutzer vielleicht vermutet.

Der Blogdienst Posterous hat am Mittwoch eine Importaktion für Twitpic-Bilder gestartet. Das USP von Posterous ist es, eine sehr einfach handhabbare Blogplattform bereit zu stellen, die den dort geposteten Content automatisch an Twitter. Facebook, Flickr etc. weiterzuverteilt.

Posterous’ neuer, aggressiver Marketingdreh besteht darin, Importtools für Seiten wie Ning oder Twitpic anzubieten. Das ganze ist Teil einer großangelegten “Switch to Posterous”-Kampagne. Den Switchern verspricht das Unternehmen, alle relevanten Bilder, Texte oder Videos aus ihrem jeweiligen digitalen Altbestand (geplant sind 15 Dienste) zu migrieren.

Da ich ohnehin seit längerem ein Posterous-Blog unterhalte, habe ich versucht, meine derzeit knapp 50 Twitpic-Bilder zu importieren. Sollte kein Problem sein, dachte ich. Sind ja meine Bilder.

Das geht jedoch nicht mehr, denn Twitpic hat den Anwalt von der Leine gelassen und es Posterous untersagt, über die (offene?) API Bilder abzusaugen.

Jetzt könnte ich die Fotos, die sich irgendwo auf meinem Mac befinden, natürlich auch einzeln migrieren, was freilich mühsam ist. Ich würde aber lieber ungehindert meine Eigentumsrechte ausüben, die Twitpic ja bisher nicht bestritten hatte (“you retain all of your ownership rights”).

Posterous fertigt ja nur digitale Kopien an und löscht die Bilddateien, die ich Twitpic zur Verfügung gestellt habe, nicht. Zudem ist Posterous ja von mir mandatiert.

Schon klar, dass Twitpic Angst hat, dass ihnen die User weglaufen. Ist aber ja wohl nicht mein Problem. Ich habe deshalb um Stellungnahme gebeten:

Hey @TwitPic, why won’t you let me move my photos wherever I want? Seems to me this contradicts IP rights & your fine print, too!

Der Fall ist interessant, weil er ein grundsätzliches Dilemma aufzeigt: Jeder dieser Dienste, ob Facebook, Twitpic oder Posterous, hat ein großes Interesse daran, wie ein Schwamm usergenerierten Content aufzusaugen, es dem Nutzer dann aber möglichst schwer (am besten unmöglich) zu machen, diesen wieder zu exportieren. Ich bin gespannt, wie der Fall ausgeht.

Das Ganze ist ein bisschen so, wie wenn ein Self-Storage-Anbieter mir offerierte, meine Bücher und mein Kellergerümpel abzuholen und umsonst feinsäuberlich einzulagern. Und mir später, wenn ich meinen Krempel wieder abholen will, verbietet, mit der Sackkarre in seine Lagerhalle zu fahren oder gar fremde Möbelpacker zu beauftragen.

Ist Weniger das neue Mehr?

Mai 27th, 2010

Tom

Neulich war ich auf der Internetkonferenz next10. Die Qualität der Vorträge war durchwachsen, einer lässt mir jedoch keine Ruhe: Der von Ben Hammersley. Der Brite ist Editor at Large bei “Wired” und arbeitet für eine Kreativagentur. Er erzählte von seinen Eindrücken in Sachen iPad.

Allen, die glauben, das iPad werde die Printmedien retten sagt Hammersley: Das Ding macht alles erst einmal noch schlimmer. Warum? Weil es den Konkurrenzdruck massiv erhöht. Schon jetzt ist es ja so, dass der “Kleckersdorfer Anzeiger” wegen des Internet mit der “New York Times”, der BBC sowie Blogs, Youtube, Suchmaschinen etc. konkurrieren muss.

Demnächst, prohezeit Hammersley, werde das iPad dafür sorgen, dass der Wettbewerbsdruck weiter steigt. Dank des Formfaktors und des hervorragenden Displays konvergierten darauf alle Medien. Dann werde noch stärker als bisher gelten, dass Printmedien auch mit TV & Co. im Wettbewerb stehen.

Das tun sie natürlich schon heute. Aber mit dem iPad verhält es sich meiner Ansicht nach ein bisschen wie mit einem Jahrmarkt mit Dutzenden Attraktionen: Jedes mal, wenn der Konsument sein Tablet in die Hand nimmt, wird er sich die Frage stellen, ob er jetzt wirklich Zeitung lesen soll. Oder ob er nicht lieber Comics anschaut, Fernsehen guckt oder Baseballstatistiken wälzt. Das ist nämlich möglicherweise viel kurzweiliger, und nur einen Fingerwisch weit entfernt.

Von der “FAZ” zu RTL umzuswitchen, stellte bisher einen Medienbruch dar. Jetzt funktioniert der Wechsel ohne Unterbrechung. Hammersley formuliert es so:

“You have to make your content really really beautiful. Otherwise you are screwed.”

Wenn er recht hat (ich würde glauben: er hat), muss man sich als Printheini ein bisschen fürchten. Denn Zeitungen oder Newssites sind im besten Fall: klug, originell, überraschend, intellektuell stimulierend, informativ. Aber schön?

Die Nutzer nach Vorstellung der Verlage zudem nicht nur einen Teil ihrer begrenzten iPad-Facetime für digitale Zeitungen reservieren – sie sollen dafür auch noch ordentlich latzen. Wenn man bei gestiegener Konkurrenz also den gleichen bzw. einen noch höheren Preis durchdrücken will, was muss man dann machen?

Eigentlich einfach: Als Tablet-Content kommt nur richtig dicke Suppe in Frage. Denn für Maggi-Fix zahlt erstens keiner und zweitens will die dünne Suppe auch umsonst niemand, wenn der Tisch so opulent gedeckt ist.

Das ist interessant, den zumindest bei Onlinepublikationen ging der Trend in den vergangenen Jahren ganz klar in Richtung immer mehr Geschichten und damit immer mehr Klicks/Visits. Das war für den Nutzer erfreulich, denn er bekam ein umfassenderes, bunteres Nachrichtenangebot. Und “All the news that’s fit to print” ist darüber hinaus ja auch ein hehrer journalistischer Ansatz.

Aber in erster Linie standen hinter dieser Mehr-Logik natürlich steigende Anzeigenerlöse. Klicks ließen sich nach einer jahrelangen Durststrecke plötzlich monetarisieren. Das Phänomen ist aus dem
Printbereich bestens bekannt. Im Jahr 1999 hatte etwa die “Wirtschaftswoche” bis zu 400 Seiten. Die IT-Bibel “The Industry Standard” war damals so dick wie ein Telefonbuch.

Das hatte nichts damit zu tun, dass die Informationsnachfrage oder das Nachrichtenaufkommen gestiegen waren. Sondern schlichtweg damit, dass man irgendwie all die Anzeigen unterbringen musste, mit denen die Kunden die Verlage zupflasterten (ach, damals!).

Nach der gleichen Logik verfuhrendie meisten Onlineseiten während des Werbebooms der Jahre 2005-2008. Mehr Stories; mehr Bildergalerien; mehr mehr.

Wenn die Inhalte aber jetzt “beautiful” werden sollen, wenn die Suppe dicker werden muss, dann kann das ja eigentlich nicht so weiter gehen. Man darf vermuten, dass kaum ein Verlag wegen des iPad 50 zusätzliche Leute einstellt. Die einzige andere Möglichkeit wäre folglich, dass die bestehenden Redaktionen mit der gleich großen Mannschaft weniger, aber dafür schönere Geschichten produzieren. Die man wirklich lesen will. Für die man zu zahlen bereit ist.

Ob das passiert? Ob Weniger das neue Mehr ist? Das wird auf jeden Fall interessant.

Facebook will schon wieder mehr Daten

Mai 25th, 2010

Tom

Heute bestand Facebook sehr hartnäckig darauf, mein Profil mit neuen “Gemeinschaftsseiten” zu Arbeitgeber, Wohnort und Ausbildungsstätte (SPIEGEL ONLINE, Hamburg, Uni-Duisburg-Essen) zu verknüpfen.

“Dein Profil besteht jetzt aus Kategorien und ist direkt mit offiziellen sowie Gemeinschaftsseiten über deine Interessen verlinkt. Jetzt kannst du dich in deinem Profil besser ausdrücken und deine Freunde können mehr über dich erfahren, indem sie einfach auf deine Interessen klicken.”

Da geht natürlich gleich wieder die Alarmglocke an – was genau bedeutet das? Laut Facebook werden die verlinkten Informationen irgendwie öffentlich angezeigt, wobei die Formulierung etwas schwammig ist:

“Duch (sic!) das Verlinken deines Profils mit Seiten werden diese Verbindungen öffentlich gemacht.”

Das Prompt-Popup, das mir Facebook dazu vorsetzt, lässt sich nicht wegklicken. Ich muss entweder zustimmen oder die Häkchen wegmachen und abspeichern. Dann erhalte ich allerdings folgende bedrohliche Nachricht:

“Wenn du dein Profil mit keinen Seiten verlinkst, bleiben diese Abschnitte in deinem Profil leer.”

Man kann den Browser schließen, der Prompt verschwindet dann. Langfristig kommt man an der Verlinkung mit Gemeinschaftsseiten aber offenbar nicht vorbei: Wenn ich in meinem Profil (zum Beispiel nach einem Umzug) den Wohnort ändern will, dann muss ich in Zukunft anscheinend einer Verknüfpung zur entsprechenden Gemeinschaftsseite zustimmen – Ausnahmen sind offenbar nicht vorgesehen.

Die Sache mit den Gemeinschaftsseiten habe ich noch nicht völlig überrisssen – es scheint aber so zu sein, dass dort eine automatisierte Suche einläuft, die aus dem Facebook-Gesamtstream passende Posts von Mitgliedern herausfischt und diese für alle Nutzer sichtbar publiziert.

Das heißt wohl im Klartext: Wer z.B. bei Siemens arbeitet und mit der Siemens-Gemeinschaftsseite verknüpft ist, der erscheint dort mit Posts, in denen er sich über Siemens auslässt oder in denen er zu Siemens verlinkt. Alle Facebook-Mitglieder können das dann sehen, nicht nur die eigenen Freunde.

Update (26/05/10): Offenbar sind die Einträge nur dann sichtbar, wenn man seine Pinnwand auf “öffentlich gestellt hat (siehe Kommentare).

Ja, man hat dem irgendwie zugestimmt. Nein, das wird den meisten Menschen nicht klar sein.

Das ist mal wieder typisch Facebook: Unverständlicher Prompt, den man nicht wegklicken kann und der zur umfassenden Freigabe von Infos führt, die man eigentlich nicht mit allen teilen will – ohne wirkliche Alternativen, ohne Erklärung, verbunden mit einer ominösen Löschungsandrohung.

Abgestaubt: Als Bill Gates noch Maccie war

Mai 20th, 2010

Tom

Wer im Internet fischen geht, kann eine alte Apple-Werbebroschüre aus dem Jahr 1984 auf die Platte ziehen. Darin preist der milchgesichtige Vorstandschef einer zweitklassigen Software-Butze namens Microsoft den Macintosh als den besten Rechner aller Zeiten.

Bill Gates, Chairman und CEO des Softwareanbieters Microsoft Chart zeigen war voll des Lobes: “Um einen neuen Standard zu schaffen braucht man etwas, das nicht nur ein wenig anders ist. Man benötigt etwas, das wirklich neu ist und die Vorstellungen der Menschen einfängt. Macintosh erreicht diesen Standard.”

Der amerikanischen Zeitschrift “Newsweek” lag im Jahr 1984 ein 16-seitiger Prospekt bei, der dazu gedacht war, das Computersystem Macintosh einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Als Computerexperten, die auf Seite 10 verkündeten, was für ein einfach zu bedienender, intuitiver Rechner der Mac ist, traten drei Software-Experten auf: Mitch Kapor, der Chef von Lotus. Fred Gibbons, der Präsident der Software Publishing Corporation. Und der schon genannte Herr Gates, 29 und seit zehn Jahren bei Microsoft.

Den Rest gibt dieses 13.08.2003 erschienen Artikels gibt es bei SPIEGEL ONLINE.

Herr Zuckerberg, ich kapituliere!

April 27th, 2010

Tom

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Jeden Tag klicke ich zigfach auf Retweet-, Facebook- sowie diverse andere Rating- und Sharingbuttons – und neuerdings auf den notorischen Like-Button. Zusätzlich lade ich Bilder hoch und verteile sie über Flickr, Posterous und Tumblr. Vielen Seiten habe ich eine Freigabe erteilt, sodass sie meine Aktionen automatisch in meine sozialen Netzwerke posten – Favoriten auf Youtube landen zum Beispiel automatisch in meinem Facebook-Newsfeed.

Das war schon immer kompliziert. Aber nun, das muss ich gestehen, habe ich endgültig den Überblick verloren.

Vielleicht bin ich zu dämlich für Social Media? Oder zu alt? Glaube ich nicht. Seit es Akustikkoppler gibt, hänge ich im Netz, ich blogge, seit zehn Jahren arbeite ich unter anderem für SPIEGEL ONLINE. Ich studiere das Kleingedruckte in den Privatsphäre-Einstellungen, lese täglich Fachpublikationen wie Mashable, schreibe manchmal über Social Media und betreue über zehn Facebook-Pages.

Es gibt bestimmt viele Leute, die bei dem Thema mehr Durchblick haben. Aber, und das soll jetzt nicht großkotzig klingen: Wenn ein Profi wie ich das alles nicht mehr versteht, wie sollen es dann normale User überreißen?

Das Problem wurde mir schlagartig bewusst, als ich Likebutton.me bewunderte, eine Aggregator-Seite, die aus den Handlungen meiner Bekannten im erweiterten sozialen Netz (was inzwischen fast gleichbedeutend ist mit dem Web) eine Übersicht relevanter Inhalte erstellt.

Weiß meine Kollegin, dass ich jetzt weiß, dass sie eine Geschicnte über Pornographie auf Mobiltelefonen gefaved hat? Und was, verdammt nochmal, sehen die Leute dort über meine Aktivitäten im Netz?

Die Antwort lautet: Ich weiß es nicht. Ich kann schlichtweg nicht mehr nachvollziehen, welche Implikationen meine Handlungen im Netz haben. Mashables Chefredakteur Peter Cashmore kommentiert ironisch, niemand könne Facebook stoppen, weil niemand mehr verstehe, was Facebook eigentlich tue.

Da hat er wohl recht. Herr Zuckerberg, ich kapituliere! Jetzt kann man sich natürlich fragen, ob man als User alles verstehen muss. Ich weiß schließlich auch nicht genau, wie meine Mikrowelle funktioniert. Aber die sendet, so hoffe ich, auch keine Daten durch die Gegend.

Bei Google Buzz patzte ich zum ersten Mal und gab, wie Tausende andere auch, kurzfristig die Namen von Menschen preis, mit denen ich in häufigem privaten Mailkontakt stehe; im Falle von Open Graph, Facebooks neuem Personalisierungtool (wenn es das trifft), wird mir möglicherweise ähnliches passieren. Oder vielleicht auch nicht. Ich kann das schlichtweg nicht genau sagen, weil ich die Implikationen des Dienstes bislang noch nicht ausreichend verstehe (obwohl ich ein Dutzend Artikel darüber gelesen habe).

Am Wochenende werde ich mich hinsetzen und die Dokumentation von vorne bis hinten durchlesen. Dann werde ich entscheiden, ob ich das neue Facebook-Tool komplett ausknipse – was übrigens ein grotesk schwieriges Unterfangen ist, siehe diese Anleitung.

Bah! Jetzt muss man für Social Media schon ellenlange Gebrauchsanleitungen studieren – so etwas gab es bislang nur bei Videorekordern und Herz-Kreislauf-Medikamenten. Da liest das Zeug in der Regel keiner. Vermutlich ist genau das auch hier die Intention.

Enzyklopädie: Jesus = Mormone, Kohl = Merkel

April 14th, 2010

Tom

Die sehr, sehr seltsame Suchmaschine Cuil hat ein neues Projekt gestartet. Bei Cpedia kann man eine Frage eingeben, statt herkömmlichen Treffern bekommt man einen von einer Maschine automatisch aus Webfitzeln generierten Text.

Der Erkenntniswert dieser Traktate geht gegen null, aber der Unterhaltungswert ist riesig. Lesen sich wie schlecht redigierte Welt-Online-Text von 2003. Erfreute Cuil durch gewagte Bild-Text-Kombos (mir war stets ein Foto Hanns-Martin Schleyers in Geiselhaft zugeordnet) sind Cpedias Ergüsse eher von brüchigem Charme. Kostproben:

Helmut Kohl

British Prime Minister Margaret Thatcher and West German Chancellor Helmut Kohl, in Washington for valedictory visits to Reagan, took Bush aside to voice their concerns about the U.S. economy.

Schöner Einstieg. Ab hier vermerkelt es dann etwas:

Born after the war, she and Sarkozy bear none of the personal scars that marked previous French-German gestures most notably the 1984 visit by President Francois Mitterrand and Chancellor Helmut Kohl to the French battle site of Verdun.

Jesus Christus

By this feeling, we know that Jesus Christ is the Son of God, that Joseph Smith was a prophet, and that The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints is the only true church on the earth.

Ach, er war Mormone. Ob er das wusste?

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