Vorhin habe ich eine kleine Glosse über den unglaublichen Megastau in China geschrieben – 100 Kilometer lang, seit 10 Tagen löst er sich nicht auf. Laut den Agenturen sind u.a. Baustellen dran schuld. Ist sicherlich nicht falsch, aber was mir ein Leser dazu schrieb, fand ich sehr interessant:
Chinesische Baustellen haben in der Regel keine physisch getrennten Fahrstreifen (Mauern, Betonelemente, Pfähle, Graben dazwischen). Deshalb passiert das was in jeder Stadt auch passiert, die Autofahrer nutzen spontan jede Lücke um ein Stückchen nach vorn zu kommen.
Wenn also eine Baustelle 2 Fahrstreifen (je einen pro Richtung) hat, in der Mitte aber noch Platz für ein Auto ist, dann wird diese Lücke sofort von beiden Seiten genutzt, wodurch ebenso schnell zwei Autos Schnauze an Schnauze stehen und sich wieder jeweils nach rechts orientieren müssen um aneinander vorbeizukommen, wodurch der normalerweise stockende Kolonnenverkehr (Deutschland) sofort zum stehenden Gequetsche wird (China).
Es ist also der einfache Auto- und LKW-Fahrer, der sich selbst im Weg steht und hat nichts mit Verkehrsplanern, Politbossen oder anderen Bösewichten zu tun.
Jetzt wird mir doch ein bisschen mulmig: Kommende Woche muss ich insgesamt vier Bahnfahrten à vier Stunden absolvieren. Ich hatte mir das recht gemütlich vorgestellt, mit dem iPad im temperierten Abteil sitzend, vor mir eine geeiste Cola und ein in der Mikrowelle aufgewärmtes Tütengericht von Sarah Wiener.
Stattdessen erwarten mich wohl Tropenklima, schreiende Kinder und kreischende Schwangere, die verzweifelt mit dem Nothammer auf die Fenster eindreschen.
Aber hilft nix. Ich kann meine Reise nicht verschieben, ich muss da durch. Und was soll mir schon passieren? Ich habe schließlich schon Heathrow überlebt, mehrfach. Dazu British Rail und Amtrak. Schlimmer kann die Bahn ja wohl nicht sein.
Man muss sich einfach nur ordentlich vorbereiten. Das Motto lautet: Fully strapped, always packed. Deshalb lade ich jetzt bereits meine Halbautomatik, bügle meine Utilityweste und packe den Army-Rucksack.
Bahn-Sommerset:
3 Flaschen Evian (1,5 Liter) – geben Dehydration
500 Euro in kleinen Scheinen – damit man aufs Taxi umsteigen kann
1 asiatischer Klappfächer – zum Windmachen
2 frische T-Shirts – ist klar, oder?
1 Waschlappen – als kalte Kompresse für den Nacken
1 große Maglite-Lampe – bei Stromausfall und Sitzplatz-Disputen
1 Packung Elektrolytbeutel aus der Apotheke – bei fortgeschrittenen Dehydrationserscheinungen
1 Sitzkissen (aufblasbar) – zum Im-Gang-Hocken
1 Latthammer X-Striker – zerlegt selbst dicke Scheiben beim ersten Schlag
1 Defibrillator – zur Reanimation kollabierter Primaner
1 HK USP .45 Stainless Full-Size mit zwei Langmagazinen – zur crowd control und für alle Fälle
Dieser findige Herr steuert seinen 69er Pontiac GTO vermittels eines iPod Touch.
Via TUAW.
Der schwedische Airportshuttle-Betreiber Flyggbussarna wollte seinen Kunden klarmachen, das Coachbusse viel umweltfreundlicher sind als Pkw und ließ deshalb von der Werbeagentur Acne Advertising eine aus 50 gestapelten Pkw bestehenden Coachbus auf dem Mittelstreifen der Stockholmer Flughafenautobahn aufstellen – mit dem Resultat, dass es wochenlang Staus am Airport gab. Eine ziemlich gelungene Kampagne, die Acne in diesem Film dokumentiert hat (als bitte mit ein bisschen Salz konsumieren).
50 cars or 1 coach? from acneadvertising on Vimeo.
Via Autobloggreen
Im Elektroauto kann man nicht mehr Gas geben und im Leerlauf an der Ampel stehen geht auch nicht. Ein Leser schickte mir jetzt diese schöne Aufstellung von Teilen, Flüssigkeitennund Wartungen, die ebenfalls passé wären:
Folgende Teile fallen übrigens in der Anschaffung und Wartung bei Elektrofahrzeugen weg:
Getriebe
Anlasser
Thermostat
Turbolader
Differenzial
Kühler
Wasserpumpe
Kupplung
Katalysator
Auspuffanlage
Folgende Betriebsstoffe fallen weg:
Motor-Öl
Getriebe-Öl
Differenzial-Öl
Kühlerfrostschutz
Folgende Wartungsarbeiten fallen weg:
Ventileinstellen,
Zahnriemenwechsel,
Ölwechsel
Filterwechsel
Zündkerzenwechsel
Kupplungswechsel
Aus gegebenem Anlass ein Musiktipp: “Stainless Style” von Neon Neon. Das Konzeptalbum befasst sich ausschließlich mit dem Leben von John DeLorean:
Neon Neon – I Told Her On Alderaan
Ach ja, und noch mehr Fotos zu meinem Besuch bei Delorean-Händler Ed Uding in Hem gibt es hier:
