Jetzt wird mir doch ein bisschen mulmig: Kommende Woche muss ich insgesamt vier Bahnfahrten à vier Stunden absolvieren. Ich hatte mir das recht gemütlich vorgestellt, mit dem iPad im temperierten Abteil sitzend, vor mir eine geeiste Cola und ein in der Mikrowelle aufgewärmtes Tütengericht von Sarah Wiener.
Stattdessen erwarten mich wohl Tropenklima, schreiende Kinder und kreischende Schwangere, die verzweifelt mit dem Nothammer auf die Fenster eindreschen.
Aber hilft nix. Ich kann meine Reise nicht verschieben, ich muss da durch. Und was soll mir schon passieren? Ich habe schließlich schon Heathrow überlebt, mehrfach. Dazu British Rail und Amtrak. Schlimmer kann die Bahn ja wohl nicht sein.
Man muss sich einfach nur ordentlich vorbereiten. Das Motto lautet: Fully strapped, always packed. Deshalb lade ich jetzt bereits meine Halbautomatik, bügle meine Utilityweste und packe den Army-Rucksack.
Bahn-Sommerset:
3 Flaschen Evian (1,5 Liter) – geben Dehydration
500 Euro in kleinen Scheinen – damit man aufs Taxi umsteigen kann
1 asiatischer Klappfächer – zum Windmachen
2 frische T-Shirts – ist klar, oder?
1 Waschlappen – als kalte Kompresse für den Nacken
1 große Maglite-Lampe – bei Stromausfall und Sitzplatz-Disputen
1 Packung Elektrolytbeutel aus der Apotheke – bei fortgeschrittenen Dehydrationserscheinungen
1 Sitzkissen (aufblasbar) – zum Im-Gang-Hocken
1 Latthammer X-Striker – zerlegt selbst dicke Scheiben beim ersten Schlag
1 Defibrillator – zur Reanimation kollabierter Primaner
1 HK USP .45 Stainless Full-Size mit zwei Langmagazinen – zur crowd control und für alle Fälle
