Das hier dürfte die Spekulation um das Googlephone mächtig anheizen: Google-Boss Schmidt hat der FCC (der US-Version der Bundesnetzagentur) dargelegt, unter welchen Umständen der Suchmaschinenkonzern Funknetzlizenzen erwerben würde. Immer wieder erstaunlich finde ich dabei den Stil dieses Unternehmens: Normalerweise legt der Auktionator fest, wie so etwas abläuft. Google jedoch legt der Aufsichtsbehörde schriftlich die Bedingungen dar, unter denen das Unternehmen sich zu einer Teilnahme an der FCC-Auktion durchringen könnte. In einem offenen Brief. Sehr diplomatisch.
Die australische Wettbewerbsbehörde hat ein Verfahren gegen Google eingeleitet. Geklärt werden soll die Verantwortung des Unternehmens für Inhalte der Anzeigen von Werbekunden. Das teilte die Australian Competition & Consumer Commission (ACCC) gestern in Melbourne mit.
Im Kern geht es darum, dass Googles gekaufte Werbelinks (AdWords), so der Vorwurf, die Nutzer irreführen. Die ACCC hat übrigens den Ruf, fast alle ihre Verfahren zu gewinnen, schreibt die FT. Autsch.
Google-Schmidtchen hat seine kleine Suchfirma auf der gestrigen Hauptversammlung ein bisschen umpositioniert. Die Corporate Tagline (also: der Slogan) lautet fortan “Search, Ads and Apps”. Eric Schmidt hat jetzt somit endlich zugegeben, was wir alle schon seit Jahren wissen und was Google früher oft dementiert hat: Dass das Unternehmen nicht nur eine Suchmaschine ist, sondern auch eine Softwarefirma und in direktem Wettbewerb mit der Bestie von Redmond steht. Zudem hat Schmidt gesagt, Milliardenzukäufe seien denkbar (ach was, echt?).
Ein bisschen interessanter ist da schon die Einlasung, dass Handys Googles größter Wachstumsmarkt werden dürften.
“Many people in the next five to 10 years, their first experience in the Internet will be through a mobile phone,” Chief Executive Officer Eric Schmidt said at a press briefing today before its annual shareholder meeting. He said mobile is “mathematically” the largest new opportunity the company faces.
Das gibt nicht nur den Googlephone-Gerüchten neue Nahrung. Es wirft auch die Frage auch, warum Google bei mobiler Sucher derart erbärmlich aufgestellt ist, wenn der Markt tatsächlich so wichtig wird (redaktionelle Netzfundbüro-Bloglinie: Oh boy, es wird verdammt wichtig). Im Vergleich zu Yahoo Go ist Googles Handy-Portfolio eine traurige Angelegenheit – zugegeben, das könnte sich schnell ändern. Eine nette Branchenspekulation der vergangenen Tage ist, dass Google Sun Microsystems neue Handysoftware-Plattform JavaFX verwenden könnte.
Für das Mobiltelefon gibt es einige neue Dienste wie SimulScribe, die Nachrichten auf der Mobilbox automatisch in Text umwandeln. Man kann also beispielsweise seine Voicemails auf dem Blackberry lesen,ohne irgendwo anrufen zu müssen – und es ist auch nicht notwendig, die Nachrichte in irgendeiner festgelegten Reihenfolge abzufragen (David Pogue hat das Ganze ausgiebig getestet).
Natürlich kann man die Nachrichten auch durchsuchen – und die Voicemails sind vermutlich erst der Anfang. Alle Telefongespräche, die man führt, werden inzwischenals Datenpakete durchs IP-Netz gejagt und lassen sich folglich problemlos als Soundfiles archivieren und von einem Server im Hintergrund in Texte umwandeln.
Insofern ist es nur eine Frage der Zeit, bis jeder seine gesamte Gesprächshistorie indexiert auf der Platte hat und diese durchgooglen kann. Ebenfalls wahrscheinlich ist, dass zumindest im Unternehmensbereich mittelfristug eine Querindexierung mit Outlook erfolgt. Anhand der Kontakte und des Kalenders wird man nachschauen können, wer mit wem wann was besprochen hat.
Es klingt etwas gruselig, aber das Telefonarchiv wäre äußerst nützlich. und darum wird es kommen. Ich würde schätzen, spätestens um 2010 herum wird sich das zügig auszubreiten beginnen. So ein Feature wäre meines Erachtens auch etwas, das das lange erwartete Google-Telefon (Googlephone) einzigartig machten könnte (siehe Feature-List)
Update, passend zum Thema: Google startet eine sprachbasierte Suche per Telefon (nur in den USA, über 1800-GOOG-411. Aus der Beschreibung von Google 411:
Using this service, you can:
* search for a local business by name or category.
You can say “Giovanni’s Pizzeria” or just “pizza”.
* get connected to the business, free of charge.
* get the details by SMS if you’re using a mobile phone.
Just say “text message”.
Die Suchmaschine Ask.com (früher Ask Jeeves) hat eine Werbekampagne gestartet, in der fiktive Internetrevolutionäre Googles Suchmonopol anprangern. Die Webpage heißt Information Revolution. Nice try, aber den meisten Nutzern ist das vermutlich schniepepiepe. Details hat das Wall Street Journal.
Lange erwartet, nun geht es los: Google wird in den Markt mit TV-Werbespots einsteigen. Zusammen mit dem Satelliten-TV-Betreiber EchoStar werde die Suchmaschine einen ersten bundesweiten Test starten, kündigte das Unternehmenan. EchoStar betreibt das DISH-Netzwerk, auf dem rund 120 TV-Sender von insgesamt 13,1 Millionen Zuschauern empfangen werden können.
Bisher ärgern sich vor allem die Hollywood-Studios über Copyrightverletzungen. Dabei geht es es zurzeit vor allem um Youtube, den wohl größten Fundus von Piratenvideos weit und breit. Die gute Nachricht (oder auch nicht): Printverlagen droht jetzt ähnliches Ungemach. Das liegt an Scribd, einer Art Youtube für Dokumente. Die Seite erfreut sich wavhsender Beliebtheit (Daten hier).
Bei Scribd kann man selbstgeschriebene Haikus finden – aber eben auch eingescannte Magazingeschichten, die man nach Youtube-Manier embedden kann. Das gibt zweifelsohne richtig Ärger. Bis dahin ist Scribd eine prima Recherchemöglichkeit, auch in Google-Treffern taucht es immer öfter auf.
Nachdem sich alle monatelang wegen Apples iPhone die Finger fusselig geschrieben haben, ist das mutmaßliche Googlephone jetzt das nächste große Blogosphören-Geekjournalisten-Spekulations-Ding. Es gibt sogar schon (vermutlich gefakte) Bilder von Prototypen. Schon seit längerem weisen Google-Watcher darauf hin, dass die Suchmaschinenfirma in den letzten Jahren alle möglichen Firmen aus dem Mobilbereich gekauft hat, darunter Android, die Firma des Danger-Gründers Andy Rubin (Danger stellt das ziemlich coole Chat/Internet/Email-Telefon Sidekick/Hiptop her). Ebenfalls interessant ist, dass Google das Unternehmen Dodgeball geschluckt hat, einen Anbieter ortsbezogener Buddylists, die über das Mobiltelefon Bekannte in umliegende Kneipen aufspüren.
Google könnte so ein Telefon dringend brauchen. Denn der Aktienkurs schwächelt, seit vielen Investoren klar wird, dass das Super-Startup aus Mountain View möglicherweise nur ein one trick pony ist. Googles bisherige Versuche, in Spezialsuchen vorzudringen
oder sich neue (eigentlich alte) Medien (TV, Radio,Print) für Anzeigen zu erschließen, waren bisher wenig erfolgreich.
Beim mobilen Internet ist die Lage inzwischen meines Erachtens sogar richtiggehend bedrohlich: Wer sich einmal Yahoos neue Handy-Software Yahoo Go angeschaut und diese mit Googles mittelmäßigen mobilen Anwendungen vergleicht, der ahnt, dass der Marktführer in diesem wichtigen Bereich schlichtweg ins Hintertreffen geraten ist. Stattdessen bastelt Google an drittrangigen Anwendungen wie einem farbigen Hintergrund für seine Suchseite herum.
Anbei habe ich mal eine kleine Liste der Funktionen gemacht,über die das Googlephone verfügen sollte. Ich taufe es Googlething, denn mit einem Telefon hat es nicht mehr viel zu tun:
Googlething-Spezifikationen:
Das Googlething würde viele disparate Dienste zusammenbinden und außerdem die Nutzer an Google ketten.
Gebt es zu, Ihr würdet das Ding kaufen ;)
Ziemlich interessant Google testet ein neues Anzeigenprodukt, bei dem Werbetreibende nicht mehr jedesmal zahlen, wenn der Surfer auf den Anzeigenlink klickt (Pay per click), sondern nur dann, wenn er auf der durch den Link erreichten Webseite auch etwas tut, also zum Beispiel etwas kauft (pay per action). Michael Arrington hat die ganze Geschichte.
Google hat seine jährliche Zeitgeist-Liste veröffentlicht. Danach sind die meistergoogelten Begriffe des Jahres:
1. Routenplaner
2. WM 2006
3. Wetter
4. Wikipedia
5. Paris Hilton
6. Bild
7. Knuddels
8. ICQ
9. YouTube
10. Tokio Hotel
11. Firefox
12. Sudoku
13. Tchibo
14. Gelbe Seiten
15. Aldi
Wer oder was ist ein Knuddels? Ah, jetzt: Es ist ein Chatportal.
Update: Das Ganze gibt es natürlich auch für Google.com