Leichenentsorgung bei Google
Mitunter machen mir die Kontextanzeigen in Gmail echt Angst:

Der Deutsche Journalisten-Verband und das Internet, das ist keine Liebesbeziehung. Unlängst hat der DJV gefordert, bestimmte unentgeltliche Informationsangebote im Internet zu verbieten. Für eine engagierte (und inzwischen von der Gewerkschaft beendete) Diskussion sorgt zudem ein unbekannter Autor, der in einem Blog auf der DJV-Homepage gegen Google vom Leder zieht.
Ich finde viele Einlassungen des DJV wunderlich, aber das ist nur meine Meinung. Weil es trotz der ganzen Pöbeleien eigentlich um ein wichtiges Thema geht (den Fortbestand des Qualitätsjournalismus) habe ich als kleinen Beitrag zur Debatte einmal nachgeschaut, was der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken in der Vergangenheit in Sachen Internet so von sich gegeben hat.
Das Ergebnis als kleine Slideshow.
Update: Ebenfalls lesenwert ist die Antwort des DJV auf die Kritik an der Haltung gegenüber Bloggern, Gratisangeboten, Google etc.
Jeff Jarvis seems to think that every company, organization, manager and spaniel on the planet should think more like Google - not least of all those ailing car companies. He has a point.
But back in 1997, someone published a humorous list called “If Microsoft built cars”. So if Google built cars, what would they be like?
Here are some ideas:
1. The dashboard would be all white, without any odometer, speedometer or other controls.
2. All your road trip data, as well as your fuel consumption information would be collected in a Google database.
3. The commercials on your car radio would be targeted to you.
4. You could ask your car to take you to the next grocer or to the next store that sells orange flare bell bottoms in 33.
5. After entering your destination in the navigation computer, you could just cross your arms and say “I’m feeling lucky”.
6. One day at around 0930 AM GMT all Google cars in the word would suddenly stop working for a couple of hours.
Also wenn ich dieses interessante - wenn auch argumentativ etwas löchrige - Essay über evolutorische Teleologie richtig verstehe, dann ist Google jene Doomsday-Maschine, die die Menscheit verksklaven und die Herrschaft der Maschinen einläuten wird. Sozusagen die Cyberdyne Systems Corporation der realen Welt. Irgendwie hatte ich sowas geahnt.
Mein Sohn konnte zuerst Mama sagen, dann Papa. Soweit, so gut. Aber heute morgen hat er “Gugl!” gerufen. Au Mann.
Okay, ich gebe es zu. Manchmal google ich mich selber. Dabei wetteifere ich mit zwei Namensvettern um die vorderen Plätze. Der eine ist Profifußballer in der ersten Liga, der andere ist ein Forscher an einem Max-Planck-Institut. Meistens liege ich hinter den Kollegen, manchmal auch vor Ihnen.
Als jetzt die als Google-Nemesis gehypte Suchmaschine Cuil.com startete, habe ich mich gleich mal gecuilt. Resultat: Ich bin kein Top-Treffer, der Kicker und der Doc allerdings auch nicht. Laut Cuil ist der Benediktinerabt Thomas Hillenbrand aus der Blue Cloud Abbey viel wichtiger als wir.
Kann ja sein. Unter “thomas hillenbrand journalist” finde ich zwar Einträge zu mir, aber sie sind mit dem Konterfei von Hanns-Martin-Schleyer versehen. Und als Subkategorien zu meinem Profil gibt Cuil “VfB Stuttgart” und “Mondkrater” an. Ich würde sagen: Suchindex löschen, nochmal von vorne anfangen.
Beinahe täglich finde ich bei der Nutzung des wunderschönen iPhones weitere Non-Features - Funktionen, ohne die ein modernes Smartphone eigentlich undenkbar ist. Aber das ist Steve natürlich mal wieder blunzn.
Kontakte lassen sich nicht per SMS oder Email weiterleiten.
Die Adressbuchsuche durchsucht nicht die Funktionsbezeichnungen (z.B HNO-Arzt, Anwalt etc.).
Im Adressbuch tauchen Faxnummern in der Liste vor den Telefonnummern auf - das merkt man natürlich erst, wenn man das Gefiepse hört.
SMS lassen sich nicht weiterleiten.
An Emails lassen sich aus der Mail-Anwendung keine Fotos attachen
Man kann das unfassbar dämliche Apple-T9 nicht abklemmen
Das blöde MobileMe-Mail hat keinen Spam-Button
Das verdammte MobileMe-Mail hat keine Suchfunktion
Man kann über einen Kalendereintrag mit Ortsangabe nicht per Hyperlink zu Google Maps gelangen.
Die Suchfunktion für Kontakte befindet sich zwischen den Knöpfen “A” und “Neuer Kontakt”, sodass man jedes mal versehentlich eine neue Karteikarte anlegt
Das Mailprogramm hat keine Landscape-Ansicht
Das Mailprogramm hat keine breite Qwerty-Tastatur im nicht vorhandenen Landscape-Modus
Keine MMS
Keine Speicherkarte
Keine Videokamera
Keine vernünftige Kamera
Kein Multitasking
Synchronisieren ist Glückssache (Kontakte, Kalender abgleichen ist Grütze - trotz me.com)
Keine Themes (siehe MobileCrunch)
Part of an ongoing series …
Gefunden auf der deutschen Homepage von American Express - ein gutes Beispiel für eine Suchfunktion, die nur das findet, was der Kunden finden soll. Ebenfalls nicht auffindbar sind die Begriffe Kündigungsfrist, AGB, Geschäftsbedingungen oder Beschwerde.
Viele Journalisten haben, wie der Rest der Menschheit auch, einen Eintrag be Netzwerkportal Xing. Der ist für die Selbstdarstellung ganz praktisch und kann zudem bei investigativen Recherchen eine Hilfe sein. So könnte man, um ein Beispiel zu nennen, von der Kündigung bedrohte Mitarbeiter eine Handyherstellers über Xing finden und sie direkt ansprechen. Für eine Insider-Reportage.
Oder, um ein reales Beispiel aus meiner eigenen Arbeitspraxis zu nennen: In einem HRG-Eintrag fand ich einen Eintrag über die Gründung eines mysteriösen Startups, bei dem es sich offenbar um die Tochtergesellschaft eines Dax-Konzerns handelte. Letzterer mauerte und wollte keinen Kontakt vermitteln. Eine Webseite hatte das Startup nicht. Aber im Handelsregister war der Geschäftsführer namentlich vermerkt, er war bei Xing gespeichert und durchaus gesprächsbereit.
Kleiner Haken an der Sache: Wer seine Xing-Einstellungen nicht genau kontrolliert, gibt unfreiwillig Informationen preis, die man als Journalist lieber für sich behalten sollte. Es ist z.B. ganz erstaunlich, wie viele Kollegen ihr Kontakte-Netzwerk bei Xing für jeden Interessierten zugänglich machen. Da kann dann Pressesprecher X nachgucken, mit wem der Herr Redakteur verkehrt.
Selbst wer das ist den Einstellungen abklemmt (”Kontaktliste ist sichtbar für: Niemand”), hat möglicherweise weiterhin ein Leck. Auf der persönlichen Startseite von Xing gibt es nämlich eine Rubrik namens ” Neues aus meinem Netzwerk”. Dort wird nachgehalten, wen man wann als Kontakt hinzugefügt hat. Wer also zum Beispiel einen Pressesprecher in seinem Netz hat, muss davon ausgehen, dass dieser Benachrichtigungen bekommt, wenn der Herr Redakteur neue Kontakte hinzufügt.
Kann man auch abstellen. Aber in der Standardeinstellung leckt es.
Bis das Googlephone (also Handys mit dem Betriebssystem Android) auf den Markt kommen, wird es noch dauern - im HIer und Jetzt mausert sich aber der Blackberry immer stärker zu einem alternativen Googlephone.
Gmail, Google Maps und viele andere mobile Applikationen funktionieren nur auf wenigen Handys (Maps zum Beispiel nicht auf Nokia-Geräten) - auf der Brombeere laufen sie jedoch alle:
Gmail: Gibt es für viele Handys, für den Blackberry gibt es jedoch eine spezielle Version, die alle Nachrichten im Hintergund lädt und bei neuen Nachrichten eine Benachrichtigung sendet.
Google Maps 2.0: Erkennt auch ohne GPS den eigenen Standort
Google Calendar: Für den Kalender gibt es seit einigen Tagen ein kleines Programm namens Google Sync, dass den Blackberry-Kalender over the air mit dem Google Calendar synchronisiert - und zwar in beide Richtungen. Funktioniert mit keinem anderen Handy.
Google Updater: Es gibt auch eine spezielle Software, die die ganzen Anwendungen automatisch aktualisiert.
Das ist zumindest ein Dreiviertel GPhone. Funktionierte im Test alles makellos und ohne Abstürze.