Google wird zu Oooorwell

25. Januar 2006 1 Kommentar

Heute ging Google.cn
live. Die chinesische Version der Suchmaschine ist zensiert, d.h, sie verzichtet auf Treffer, der Chinas Regime sauer aufstoßen könnten.

Meine 20 Cents dazu: Googles Motto ist „Don’t be evil“. Wenn es nicht böse ist, einem faschistoiden Regime eine Suchmaschine zu basteln, die dessen Sicht der Webrealität abbildet, dann weiss ich auch nicht. Klingt mir nach Orwell pur.

Google wusste wohl, dass dieser Schritt dem Unternehmen Ärger einbringen wird. Entsprechend hatten die Kalifornier ausgewählte Publikationen auf das Ereignis vorbereitet und Journalisten gebrieft. Allein, es half nichts. Frank Patalong von Spiegel Online bringt es auf den Punkt:

Google wollte anders sein und wurde mit diesem Anspruch bisher auch ernstgenommen. Damit aber verträgt sich ein Vertrag nicht, der Google nicht nur zur Selbstzensur verpflichtet, sondern auch dazu, in China keine Instrumente zur freien Meinungsäußerung zur Verfügung zu stellen. Blogs, E-Mail-Dienste, Forenzugänge und ähnliches wird es von Google in China deshalb nicht geben. Auch wenn sich die Manager im Google-HQ noch immer einreden, sie seien nicht böse – mit ihrem Kotau vor den chinesischen Machthabern haben sie heute viel von der Sympathie verspielt, mit der sich die Suchmaschine in wenigen Jahren zur wichtigsten Marke im Web entwickelt hatte.

Die Maßstäbe, an denen die Google-Macher heute gemessen werden, haben sie selbst gesetzt.

Update: Auch lange Erklärungen helfen da nicht viel.



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