Was verdient eigentlich so ein Buchautor?

2. April 2012 20 Kommentare

peanuts

 

Malte Welding hat einen sehr kurzweiligen Text über Buchautoren und deren Bezahlung veröffentlicht. Darin klingt an, dass viele am Buchgeschäft beteiligte Verlags-und Buchketteneigentümer finanziell derart abgesichert sind, dass sie gemeinsam kleinere EU-Staaten durchfüttern könnten, was man von den Produzenten der von ihnen verkauften Erzeugnisse, also den Buchautoren, nicht behaupten kann, außer vielleicht sie heißen Rowling.

Was fehlt, sind ein paar Zahlen. Ich glaube, den meisten Menschen ist nicht ganz klar, wieviel vom Preis eines Buches (besser: wie wenig) bei den Autoren ankommt. Das soll jetzt kein Rumgeheule werden, jeder sucht sich seinen Job schließlich selber aus und ich persönlich würde nichts anderes tun wollen als schreiben. Die kleine Rechnung soll einfach dazu dienen, die Sache zu illustrieren:

Ohne Malte Weldings Autorenvertrag zu kennen oder Details aus meinem eigenen zu verraten, kann man verallgemeinernd sagen, dass Buchautoren von dem, was der Kunde für ein Buch auf den Tisch legt, von allen in der Verwertungskette am wenigsten bekommen. Es ist wie bei kolumbianischen Kaffeebauern: Ihr Anteil an der Erstellung des Produktes mag hoch sein, ihr Gewinnanteil ist es nicht.

Zwischen 5 und 10 Prozent (Absatzstaffel) vom Nettoladenpreis sind die Regel. Das heißt konkret: Ein Titel, der für 8,99 über den Ladentisch geht (NLP 8,41) bringt demjenigen, der das Ganze geschrieben hat (bei 8% Tantieme) 67 Cent je Exemplar.

Nehmen wir an, es ist ein Sachbuch. Es wird ein sehr ordentlicher Erfolg und verkauft sich 50.000 Mal. Klingt nach wenig? Man muss sich klar machen, dass man mit so einer Absatzahl bei einem Sachbuch auf der SPIEGEL-Bestsellerliste landet, wochenlang.

Macht also 33.500 Euro. Das ist natürlich Umsatz, bleiben also nach Abzug der Steuern (ein Drittel) etwa 22.300 Euro. Man muss für den Bestsellerautor hoffen, dass er noch etwas Schotter in Reserve hat, denn bevor er dieses Geld für Krankenversicherung, Rentenversicherung, Cornflakes und Wasser verprassen darf, muss er natürlich noch ein paar Monate warten. Denn gezahlt wird traditionell am Jahresanfang, zwischendurch gibt es nix.

Das ist der Ist-Stand, ganz ohne das böse Internet (vor dem ich als Autor ehrlich gesagt überhaupt keine Angst habe).

Bildcredit: Euromagic



20 Kommentare

  • baranek sagt:

    Und? Ohne hier den Großverlagen allzusehr beizuspringen, aber wie sieht denn die Kalkulation für den Verlag aus?
    Hier:
    8,99 BruttoVK
    8,41 NettoVK
    ./. 50 % Durchschnittsrabatt im Vertrieb
    bleiben: 4,20
    ./. Druckkosten (irgendwas zwischen 10 und 20%, je nach Auflage) ok, sagen wir mal 1 €
    bleiben 3,20
    ./. Autorenhonorar 0,67 €
    bleiben +- 2,50

    Ok, jetzt denken natürlich alle: eh, das ist ja 4mal soviel, wie für den Autor. Vergessen wird dabei, dass da natürlich noch Kosten gedeckt werden müssen für
    – Marketing
    – Grafiker, um das Buch zu setzen
    – Lektorat etc.
    – Rechnungswesen
    Letztlich bleibt dem Verlag kaum mehr als dem Autoren.
    Hinzukommt:
    Der Verlag realisiert seine Margen erst dann, wenn die Auflage komplett verkauft wird. Also mit den letzten 500 Exemplaren.
    Im Grunde ist es daher so: wenn ein Buch nicht in eine zweite Auflage geht, ist es ein Minusgeschäft.
    Von daher: wenn ein Verlag 10 Bücher macht, sind 5 totale Flopps, 4 sind okay und eins geht durch die Decke. Und das eine, dass durch die Decke, finanziert alles andere mit.


  • bosch sagt:

    Aber das ist natürlich das Ur-Ding des Verlagswesens: verlegerische Risiken tragen. Und nun? Der Thalia sackt 50 % des VK-Preises ein und darüber hinaus noch Kohl für gute Platzierungen von Büchern in Kassennähe und Bejubelung im eigenen Thalia-Magazin und ist nun, nachdem er kleinen Verlagen und Buchläden das Leben jahrelang schwer gemacht hat, trotzdem dem Abgrund nahe. Buchbranche, wat nu?


  • Tom sagt:

    Und man sollte noch hinzufügen, dass der Buchhändler die Ware natürlich remittieren kann.


  • Jens Best sagt:

    @baranek

    Deine erweiterten Zahlenspiele zeigen deutlich, warum auf dem Buchmarkt kleine Verlage durch ihre geringere Angebotsbreite eben weniger Chancen haben. Die Zusammenschlüsse auf dem Buchmarkt und die Beherrschung durch große – meist multimediale – Verlagshäuser wie Bertelsmann usw. ist damit auch einleuchtend aus Sicht einer markttreuen Betrachters von Kultur.

    Alles dies hat wenig mit dem Internet zu tun. Was mit dem Internet zu tun hat, ist das die Optimierung des gewinn-orientierten Buchveröffentlichens mit den Produktions- und Distributionsmöglichkeiten des Web ein mehr Hände gelegt wird als vorher.

    Das ändert nicht die Notwendigkeit für ein gutes Skript, ein unterstützendes Lektorat, sowie Marketing und digitale Verteilung. Es ändert auch nicht die Grundlagen des Urheberrechts (auch wenn die sinnvolle Ergänzung mit Creative commons und die damit rechtssichere Umsetzung eines irgendwie gearteten Freemium-Modells hinzukommt).

    Warum also der ganze Huzzle in der Branche der bisherigen Contentverteiler? Achja, genau, weil hier die monolitischen Formen des Verlags-/TV-Sender/Musikmajor-Daseins obsolet geworden sind. Dezentralität ist möglich. Bei gleichzeitiger maximaler Verbreitungsmöglichkeit.

    Die Frage die sich jetzt doch stellt: Wie muss rechtlich/kulturell diese neue Form der Kulturproduktion in der Bevölkerung etabliert werden? Welche Restriktionsmassnahmen sind berechtigt, um den Wandel vom Monolitischen ins „Flüssige“ einerseits zu befördern, anderseits aber die respektlose unbezahlte Kopie zu vermeiden.

    100% Kulturflatrate (Vom Buch über den Song bis hin zum Porno)? Marktbezogene Flatrate (spotify, netflix), abgesichert vielleicht mit einer gesetzlichen Access-Garantie für Abonnenten? Community-Flatrates a la flattr? Nach welchem Schlüssel soll verteilt werden? Wer überwacht den Prozess? Wer garantiert den Datenschutz, wenn gewünscht? Oder soll jeder sein eigner Unternehmer werden? Mit lockeren Zusammenschlüssen in co-working-spaces und luftigen Kreativ-Bauernhöfen?
    Und abschliessend: Sind all die Fragen deswegen so schwierig zu beantworten in der umsetzung, weil wir gerade in einem Umbruch sind und das Alte Biz-Modell sich vehement wehrt, beerdigt zu werden? Wenn ja, was tun?


  • Kerstin sagt:

    „Zwischen 5 und 10 Prozent (Absatzstaffel) vom Nettoladenpreis sind die Regel.“

    Nicht für Fachbuchautoren. Die erhalten soweit ich weiß flächendeckend 8 bis 12 Prozent vom Nettoladenpreis minus Händlerrabatte


  • baranek sagt:

    Leute, ich weiß es doch auch nicht, wie’s weitergeht. Manchmal scheint mir aber die Kritik an den Mechanismen des Kulturmarktes eher ein Vehikel für eine Kritik an der Marktwirtschaft generell. Wobei dieser spezielle Markt (Buchpreisbindung, verminderte Mehrwertsteuer) ja eh schon nicht ganz so frei ist. Trotzdem: wer mit Kapitalismus nix anfangen kann, für den ist der im Bereich Kunst und Kultur besonders perfide.

    So sah das aber schon immer aus und das Web mit seinen Mechanismen ist da eigentlich nix neues.

    Es gibt zudem ein paar Fakten im Buchmarkt, die die Web-Apologeten gerne wegdrücken
    – Umsatz von Amazon und Konsorten ist fürs Geschäft zwar wichtig, aber aktuell im Vergleich zum stationären Handel fast marginal. Vom eBook-Verkauf ganz zu schweigen.
    – der Buchmarkt hat nach einigen Jahren des Schrumpfens zuletzt wieder zugelegt. Das Bild des „Es geht total bergab“ ist mit Fakten nicht belegbar. OK, das sieht in der Musikindustrie anders aus. Liegt auch an der Art der Ware.
    – Warum Thalia Probleme hat? Keine Ahnung. Vielleicht haben die sich mit den Läden in Innenstadtlagen total verhoben. Mit Internet hat das IMHO nix zu tun.
    – Raubkopien hat es im Buchmarkt auch schon immer gegeben. Scheint aber aktuell kein wirkliches Problem mehr zu sein.

    Was Malte Welding doch eigentlich sagen will: die Verlage sind die größten Schweine überhaupt und schuld daran, dass ich von meinen Büchern nicht leben kann. Und schlimmer noch: sie haben Schuld, dass erst gar keine Kultur entsteht, weil sie sie verhindern. Das ist doch gelinde gesagt Quark mit Soße. Noch nie war es billiger seine Werke zu publizieren. Noch nie war es aber auch schwieriger sie zu monetarisieren.

    Von einer staatlich alimentierten Kultur halte ich, sorry, rein gar nichts. Schon jetzt sind die Ergebnisse zumindest diskutabel. Und wenn sich dann noch jeder Künstler nennen darf, um ab sofort eine Rente einzustreichen – ich weiß nicht, ob wir das wirklich wollen.


  • Malte sagt:

    @Baranek
    Die Verlage sind die größten Schweine überhaupt? Das soll ich geschrieben haben? so ein Unsinn. Ich habe ein fantastisches Verhältnis zu meinem Buchverlag. Wenn ich es richtig sehe, verdient meine Lektorin weniger als ich, und arbeitet an zehn Büchern gleichzeitig.
    Marketing wird in meinem Fall praktisch nicht gemacht, was der Verlag auf jden Fall leistet, ist der Vertrieb. Dazu natürlich das Lektorat, die Druckkosten, die Verlagsvorschau.
    Mit dem Vorschuss, den er mir zahlt, übernimmmt er das unternehmerische Risiko. Verluste durch digitale Kopien könnten erst jetzt mit dem zweiten Buch entstehen, das erste lag digital nicht vor.
    Verluste durch Preisdumping gab es nicht, durch die Buchpreisbindung.

    Also noch einmal: Piper trägt das Risiko, Piper verdient nur von Zeit zu Zeit etwas an einem Buch, die Angestellten bei Piper werden nicht gerade fürstlich entlohnt, die Autoren nur, wenn ein Bestseller entsteht oder erhofft wird.

    Aber die, denen Piper gehört, die sind sehr reich. Sehr, sehr reich. So reich, dass sich ein Fußballnationalspieler zu ihnen ausnimmt wie ich mich zu einem Motzverkäufer.

    Man kann also recht gut davon leben, dass man einige Dutzend Millionen verkauft. Dass man einige Dutzend Bücher schreibt, nährt einen nicht zwangsläufig.

    Nun ist ja die Frage: Warum läuft das so? Warum gibt es eine Industrie, die in Deutschland ungefähr so viel umsetzt wie ALDI-Süd, die im Grunde von den meisten nur als besseres Hobby betrieben werden kann?
    Müssten Bücher teurer sein? Billiger, damit mehr Leute sie kaufen?
    Müssten die Autoren selber den Vertrieb organisieren und die Milliardäre überflüssig machen?

    Ich weiß es nicht. Wir kommen der Antwort aber durch so alberne Fronten nicht näher. Der Malte Welding hat gesagt, Verlage sind die größten Schweine überhaupt! Noch einmal: So ein Unsinn.


  • baranek sagt:

    @malte
    Ich sagte „eigentlich sagen will“. Kleiner Unterschied, geschenkt.

    Ich halte die deutsche Verlagslandschaft nicht von den Großen dominiert. Kann das jetzt nicht mit Zahlen unterfüttern, aber die große Zahl der Kleinverlage, die immer hart an der Insolvenz operieren und mit viel Enthusiasmus arbeiten, belegt das.

    Deine These: Autoren werden mit Almosen abgespeist, während die Verlagsinhaber ihre Villen im Tessin vergrößern. Meine Gegenthese: die Kalkulation bei den einzelnen Produktionen ist in Ordnung.

    Und immer wieder kommt die Frage auf: sollen Autoren sich selbst verlegen und die neuen Vertriebsmöglichkeiten nutzen? Ich sage: Herrgott, macht es doch einfach. Macht wie die Biobauern eure eigenen Hofläden auf. Nur: wollen die Autoren das wirklich? Dient das der Qualität ihrer Arbeit? Ich bezweifele das. Einige können das und es funktioniert für sie auch, aber als conditio sine qua non für die Produktion von Kulturgütern halte ich das für untauglich.


  • Jens Best sagt:

    @Baranek @Malte @all

    Der Anteil des Online-Versandbuchhandels ist in Deutschland zwar gering (12,2%) – aber innerhalb von 4 Jahren auch von 3,8% auf 12,2% gewachsen. Beachtet man das Desaster, mit dem in Deutschland mit der Einführung der ebooks umgegangen wird (was man als markthemmend bezeichnen kann) sind das schon ganz gute Wachstumszahlen.

    Sieht man sich den (sicher nicht direkt vergleichbaren) US-Markt an, ergibt sich ein anderes Bild. Die Einführung der ebook-Reader (mit unangenehmen lock-In-Methoden der marktbeherrschenden Firmen) ist dort wesentlich schneller umgesetzt worden, der Anteil der ebook am Gesamtverkauf von Büchern höher.

    Für die Autoren ändert sich hier wenig. Es wechseln lediglich „die Herren Milliardäre“ statt Barnes & Noble heissen sie nun halt Bezos und Jobs. Auch wenn Amazon als Verlag nun den Autoren eine wesentlich höhere Marge anbietet, muss sich jeder Fragen, ob er dieses etwas unpersönlichere Angebot annehmen will (und am Ende mit einem freiberuflichen Lektor zusammenarbeitet).

    Wenn der Börsenverein schlau (gewesen wäre) sein würde, würde libreka.de als Plattform Verlagen und Autoren genau einen solchen Service anbieten. Stattdessen darf der Kunde dort am Ende des Einkaufes ankreuzen, welchem Buchladen (den er nicht in Anspruch genommen hat) den Buchhändleranteil zukommen lassen will.

    Baranek hat recht. Wenn man sich nicht in einem gemeinsamen und offen gestalteten Modell der digitalen Herausforderung stellt (z.B. über mal ein paar gute kreative Lösungen vom Börsenverein), dann werden nur die analogen Milliardäre durch die digitalen ersetzt und der Autor guckt weiterhin mit ein paar Groschen in der Hand in die Luft.


  • Tom sagt:

    Ich will mein Buch nicht selbst verlegen. Vielleicht könnte ich das als langjähriger Onlineredaktuer sogar, aber ich möchte meine finite Energie lieber darauf verwenden, gute Bücher zu schreiben – und mit einem Verlag zusammenarbeiten, dessen Lektor mein Buch besser, dessen AD mein Cover schöner und dessen PR-Leute meinen Namen bekannter machen als ich es selbst je könnte. Arbeitsteilung eben.

    Vielleicht ist unsere Zukunft ja auch ganz toll. Viele Verlage geben ihren Autoren bei eBooks nämlich einen höheren Cut, weil sie den Buchhandel zwar nicht komplett umgehen, aber zumindest mehr vom Copypreis abbekommen und das Remissionsrisiko wegfdällt. Und man könnte in Zukunft auch mutiger sein, was neue Titel angeht.

    Wenn das zum Lasten von Duftölen und Yogamatten verkaufenden Gemischtwarenhändlern wie Thalia geht – macht nix.


  • Erbloggtes sagt:

    „Ich will mein Buch nicht selbst verlegen.“ schreibt Tom, und nennt Lektorat, Covergestaltung (was man auf Layout verallgemeinern könnte) und PR.

    Ich möchte mal darauf hinweisen, dass im Wissenschaftsbereich ein Großteil dieser Aufgaben vom Autor selbst übernommen – oder organisiert und finanziert – wird. Im zweiten Semester habe ich angefangen, die Manuskripte von Profs zu lektorieren. Später stellte ich fest, dass sie teilweise das Buch als fertiges PDF an den Verlag geben; Satz habe ich dann auch gelernt (natürlich nicht wie ein professioneller Setzer, sondern im Selbststudium). Und für PR im Wissenschaftsbereich sind ohnehin Rezensionen entscheidend, für die manche Verlage die Autoren bitten, doch bitte die Adressen zu organisieren, wo sie die Rezensionsexemplare hinschicken sollen – die Wissenschaftler wissen ohnehin besser, wer ihre Peers sind, und in welchen Fachzeitschriften ihr Buch besprochen werden sollte.

    Wenn bei hochspezialisierten Wissenschaftlern so die (gewiss sinnvolle) Arbeitsteilung zwischen Autor und Verlag aufgehoben wird, dann können Sachbuch- und Belletristik-Autoren das auch – vermutlich werden sie’s künftig auch machen müssen (zumindest organisieren und finanzieren):
    baranek schreibt: „wenn ein Verlag 10 Bücher macht, sind 5 totale Flopps, 4 sind okay und eins geht durch die Decke. Und das eine, dass durch die Decke, finanziert alles andere mit.“
    Und die Verlage wollen (natürlich) am liebsten nur dieses eine Buch machen. Die werden schon zusehen, dass sie ihre Hit-Quote von bisher 1/10 (in diesem Rechenbeispiel) verbessern auf 1/4, 1/2 oder 1/1. Dafür ist es ja empfehlenswert, nur für einen Millionenmarkt zu produzieren.
    Also, liebe Autoren für kleinere Zielgruppen: Stellt Euch schon mal drauf ein, Lektorat, Layout und PR selbst zu organisieren!


  • stefle sagt:

    Vielleicht sollte man das Einkommen des Autoren aus dem Buch mit dem durchschnittlichen Einkommen aller sonstigen am Buch verdienenden Leute ausrechnen und dies dann vergleichen.


  • Tom sagt:

    @stefle Dann wäre einer von 10 Autoren weit drüber. Und die anderen 9 vermutlich gleich oder drunter, zumindest, wenn wir Tantieme mit Nettojahresgehältern vergleichen. Abgesehen davon, dass das kommunistische Gleichmacherei ist, die mir nicht schmeckt.


  • freval sagt:

    Zwischen fünf und zehn Prozent für den Autor? Sind das Erfahrungswerte aus dem Bekanntenkreis? Das kommt mir skandalös wenig vor. Nach dem, was ich gehört habe, bekommen Autoren zwischen 10 und 15 Prozent vom Verkaufspreis, nur bei Softcover ist es ein bisschen weniger. Gibts da einen Unterschied zwischen Sachbuch und Belletristik?


  • Tom sagt:

    Softcover 5-10%, Hardcover 8-12%


  • Christoph sagt:

    Je nach Standing und Verhandlungsposition bekommt man als Autor irgendwas zwischen 5% und 15% vom Nettoladenverkaufspreis, wobei 15% quasi unerreichbar sind, und 5% der normale Einstiegssatz für Debütanten. Für gewöhnlich gibt es allerdings eine Staffel, die mit verkauften Büchern steigt. Als kleines Beispiel:

    1 bis 5.000 Exemplare: 5%
    5.001 bis 10.000 Exemplare: 6%
    10.001 bis 50.000 Exemplare: 7%
    50.0001+ Exemplare: 9%

    Der letzte Posten ist ein kleines Schmankerl, mit dem offensichtlich niemand rechnet. Bei der Staffel würde ich sagen, dass man mit irgendwas zwischen 5.000 und 10.000 verkauften Exemplaren rechnet. Der Vorschuss wäre dementsprechend und würde mit den Tantiemen verrechnet. Immerhin darf man den Vorschuss behalten, auch wenn das Buch ein totaler Flop wird.

    Die Staffel orientiert sich normalerweise an den Erwartungen des Verlags. Das gilt für Belletristik, mit Sachbüchern kenne ich mich nicht so aus. Es gibt auch andere Abrechnungsmodelle, aber die meisten großen Publikumsverlage nutzen dieses.

    Und ich stimme Tom zu: als jemand, der hauptberuflich Romane schreibt, kann und will ich gar nicht auch noch all die Aufgaben stemmen, die erledigt werden müssen, damit man vom Schreiben leben kann. Als Autor bei einem Verlag vom Schreiben zu leben ist schwierig, als self-published Autor aber noch viel schwieriger.


  • Karl sagt:

    Als meine Zwischenbilanz:

    Für die Großen ist es rentabel,
    für die Kleineren nicht.
    Autoren wie Verleger…

    An sich eine deprimierende Geschichte.


  • Nicole Klauß sagt:

    …und wenn man Pech hat, wird die Hälfte des Honorars mit den Verkäufen verrechnet. Das kann für neue und unbekannte Autoren, deren Buch nicht „durch die Decke geht“, mitunter bedeuten, nur die Hälfte des wahrscheinlich eh schon nicht super üppigen Honorars zu bekommen…Diesen Teil darf man dann allerdings behalten…
    Dieses Procedere wenden die Verlage gerne bei unerfahrenen Autoren an – hier darf man dann ruhig freundlich im Ton, aber hart in der Sache in die Verhandlung gehen und ein erfolgsunabhängiges Honorar fordern.


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