Was verdient eigentlich so ein Buchautor?

Malte Welding hat einen sehr kurzweiligen Text über Buchautoren und deren Bezahlung veröffentlicht. Darin klingt an, dass viele am Buchgeschäft beteiligte Verlags-und Buchketteneigentümer finanziell derart abgesichert sind, dass sie gemeinsam kleinere EU-Staaten durchfüttern könnten, was man von den Produzenten der von ihnen verkauften Erzeugnisse, also den Buchautoren, nicht behaupten kann, außer vielleicht sie heißen Rowling.

Was fehlt, sind ein paar Zahlen. Ich glaube, den meisten Menschen ist nicht ganz klar, wieviel vom Preis eines Buches (besser: wie wenig) bei den Autoren ankommt. Das soll jetzt kein Rumgeheule werden, jeder sucht sich seinen Job schließlich selber aus und ich persönlich würde nichts anderes tun wollen als schreiben. Die kleine Rechnung soll einfach dazu dienen, die Sache zu illustrieren:

Ohne Malte Weldings Autorenvertrag zu kennen oder Details aus meinem eigenen zu verraten, kann man verallgemeinernd sagen, dass Buchautoren von dem, was der Kunde für ein Buch auf den Tisch legt, von allen in der Verwertungskette am wenigsten bekommen. Es ist wie bei kolumbianischen Kaffeebauern: Ihr Anteil an der Erstellung des Produktes mag hoch sein, ihr Gewinnanteil ist es nicht.

Zwischen 5 und 10 Prozent (Absatzstaffel) vom Nettoladenpreis sind die Regel. Das heißt konkret: Ein Titel, der für 8,99 über den Ladentisch geht (NLP 8,41) bringt demjenigen, der das Ganze geschrieben hat (bei 8% Tantieme) 67 Cent je Exemplar.

Nehmen wir an, es ist ein Sachbuch. Es wird ein sehr ordentlicher Erfolg und verkauft sich 50.000 Mal. Klingt nach wenig? Man muss sich klar machen, dass man mit so einer Absatzahl bei einem Sachbuch auf der SPIEGEL-Bestsellerliste landet, wochenlang.

Macht also 33.500 Euro. Das ist natürlich Umsatz, bleiben also nach Abzug der Steuern (ein Drittel) etwa 22.300 Euro. Man muss für den Bestsellerautor hoffen, dass er noch etwas Schotter in Reserve hat, denn bevor er dieses Geld für Krankenversicherung, Rentenversicherung, Cornflakes und Wasser verprassen darf, muss er natürlich noch ein paar Monate warten. Denn gezahlt wird traditionell am Jahresanfang, zwischendurch gibt es nix.

Das ist der Ist-Stand, ganz ohne das böse Internet (vor dem ich als Autor ehrlich gesagt überhaupt keine Angst habe).

Bildcredit: Euromagic