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Das Pesto-Prinzip oder: Warum ich an der Lebensmittelindustrie verzweifle

Januar 27th, 2011

Tom

Jedes Mal, wenn es wieder einen Lebensmittelskandal gibt oder eine unappetitliche Sache ans Licht kommt, hofft man, dass es danach besser wird – dass die Produzenten von Lebensmitteln lernfähig sind. Aber leider ist das eine hoffnungslose Hoffnung. Folgendes Beispiel illustriert das.

Ich liebe Pesto. Und bin mit dieser Vorliebe ich nicht allein, im Gegenteil. Diese Nudelsoße, die vor 20 Jahren in Deutschland kaum einer kannte, hat seitdem einen beispiellosen Siegeszug angetreten. Nur Tomatensoße ist populärer.

Und mit dem Siegeszug, wie das bei Lebensmitteln so oft der Fall ist, begann eine ziemlich degoutante Geschichte, leider symptomatisch für die Lebensmittelindustrie von heute.

Marcella Hazan, die Grande Dame der authentischen italienischen Küche, drückt es so aus: “Pesto may have become more popular than is good for it.”

Die genuesische Soße besteht aus wenigen Zutaten. Damit sie schmeckt, müssen diese sehr guter Qualität sein. Der Begriff “Pesto Genovese” ist zwar nicht geschützt, aber es ist halbwegs Konsens, was hineingehört. Man kann es in Hazans Standardwerk nachlesen. Die Zutaten sind:

Frisches Basilikum
Erstklassiges Olivenöl
Knoblauch
Pinienkerne
Butter
Käse (Pecorino, möglichst Fiore Sardo; ferner Parmigiano Reggiano)

Und sonst nichts. Bis ich bei Foodwatch las, dass die von mir präferierte Pesto von Bertolli kaum Olivenöl enthält (sondern … andere Öle) und außerdem Kartoffelflocken als Füllstoff, aß ich stets Fertigpesto. War praktisch, ging schnell, die perfekte Soße zu meinem hektischen Leben.

Nachdem ich dann im Supermarkt zum ersten Mal die Inhaltsangabe studierte, kaufte ich nie wieder Pesto aus dem Glas. Das war im September 2008.

Bertolli, eine Marke des Unileverkonzerns, bekam wegen dieser Nummer damals in den Medien richtig Feuer. Mich persönlich ärgerte das Ganze maßlos, ich fühlte mich als Verbraucher getäuscht. Vorne stand etwas von feinstem nativen Olivenöl drauf, hinten wurde dann erklärt, dass sich zu den 2 Prozent Olivenöl 98 Prozent unspezifiziertes “pflanzliches Öl” gesellen.

Deshalb schrieb ich damals an Bertolli und bekam eine längliche (wenn auch vorgefertigte) Antwort. Den ganzen Text habe ich hier gepostet, die Kernaussage war:

“Ein wirklich traditionell italienisches Pesto aus frischem Basilikum, Pinienkernen, Parmesan, Salz, Knoblauch und Olivenöl in unserer angebotenen Größe (würde) zwischen 8 und 9 Euro kosten – wer soll und kann das ausgeben?”

Da ich mir seit einiger Zeit mein Pesto selber mache, habe ich gewisse Zweifel an dieser Rechnung. Die notwendigen Zutaten (preislich relevant sind ja im wesentlichen Basilikum, Öl, Pinienkerne und Käse) bekomme ich in einem normalen Supermarkt sowie beim türkischen Gemüsehändler für etwa 10 Euro.

Damit vermag ich in etwa die 185 Gramm ml herzustellen, die in einem handelsüblichen Pestoglas sind – eher sogar etwas mehr. Jetzt muss man aber ja wohl davon ausgehen, dass ein Riesenkonzern wie Unilever aufgrund von Großhandelspreisen und Mengenrabatten die Zutaten billiger bekommt – vielleicht für die Hälfte.

Der gesunde Menschenverstand sagt einem folglich, die Behauptung, unter 9 Euro könne man hochwertige Pesto gar nicht anbieten, nicht ganz hinkommt.

Aber viel wichtiger ist folgendes, weil es zeigt, wie Lebensmittelkonzerne leider denken: Eigentlich müsste eine Firma wie Bertolli, die sich auf eine fast 150-jährige Tradition beruft, meines Erachtens an die Produktion hochwertiger Lebensmittel folgendermaßen herangehen: Unser Produkt kostet, was es eben kosten muss. Wenn es sich nur mit Schrottzutaten realisieren lässt, dann machen wir es nicht.

Tja. Das würde man tun, wenn man unbedingt dem Premiumgedanken verpflichtet ist. Bertolli hingegen argumentiert: “Wir sind ein Massenkonsumgüterhersteller und wollen daher möglichst vielen Verbrauchern bezahlbare Markenartikel anbieten.” Form follows function also, oder unfeiner gesagt: Nur der Preispunkt zählt.

Lange kaufte ich parallel zur Bertolli-Pesto auch deren Olivenöl. Ich verband mit der Marke eben irgendwie Premium. Sollte ich ja auch. Auf der Bertolli-Seite heißt es: “Das Geheimnis liegt in der Komposition der ausgesuchten Olivenöle, die mit Sorgfalt ausgewählt werden. Sie garantieren den typischen Geschmack und die hohe Qualität.”

Nach der Erfahrung mit der kartoffeligen Pesto fragte ich mich jedoch: Wenn jemandem als Nudelsoßenhersteller authentische italienische Küche wurscht zu sein scheint – kann er dann als Olivenölhersteller ein qualitätsbewusster Purist sein?

Vielleicht. Mir ist an dem Bertolli-Öl nie etwas Negatives aufgefallen. Dann kaufte ich vor zwei Jahren auf Kreta im Supermarkt Olivenöl. Es kam in einer billigen Plastikflasche daher, für 1,79 Euro, die weiße Marke der Supermarktkette Ariadne. Das Öl war eine Offenbarung, schmeckte mir um Längen besser als das 7-Euro-Öl von Bertolli – oder irgendein anderes deutsches Supermarktolivenöl.

Das gab mir erneut zu denken. Ich bin kein Gourmettester und auch keine Lebensmittelchemiker, aber zumindest nach meinem persönlichen Empfinden war die Sache damit klar: Einem Kreter kann man kein zweitklassiges Olivenöl vorsetzen und auch kein überteuertes. Einem Deutschen schon. Und er zahlt dafür auch noch richtig Geld. Im Marketing nennt man so etwas “die Konsumentenrente abschöpfen”.

Ich würde gerne mal wissen, ob sie den Leuten in Genua auch Pesto mit Kartoffelflocken verkaufen.

Nach dem medialen Furor war ich mir sicher, dass Unilever bestimmt etwas ändern würde. Über die “volle Packung Lug und Trug” (Spiegel Online) und den “Bluff im Supermarkt (Weser-Kurier) berichteten damals Dutzende Medien. Spon-Kolumnist Ulrich Fichtner erboste sich:

“Man kann in unserer Welt jeden Möbelhändler, der einem ein Plastiksofa als echte Ledercouch andreht, verklagen. Es ist selbstverständlich, dass ein Auto wirklich 100 PS haben muss, wenn der Hersteller behauptet, es habe 100 PS. Für unser Essen gilt das in vielen Fällen nicht. Der Etikettenschwindel ist die Regel.”

Wenn ich in meinem Bekanntenkreis heute Menschen frage (meist Besseresser), dann sagen sie mir, dass sie “diese widerliche Pestopampe aus dem Glas” nicht mehr kaufen. Die Aufregung hat also etwas gebracht, richtig? Und Unilever hat bestimmt die Rezeptur geändert?

Auf seiner Homepage schreibt Bertolli heute über seine Pesto:

Pesto Verde in Premiumqualität wird nach traditioneller Rezeptur nur aus erlesenen, hochwertigen Zutaten und BERTOLLI extra vergine Olivenöl zubereitet. Aromatisches Basilikum, Grana Padano Käse (italienischer Hartkäse), Pinienkerne und BERTOLLI extra vergine Olivenöl.

Diese Woche war ich im Supermarkt, und schaute mir die Bertolli-Pesto im Nudelregal an. Und siehe da – es scheint tatsächlich etwas geändert worden zu sein. Auf dem Etikett steht zum Beispiel vorne nichts mehr von Pinienkernen.

Aber laut dem Etikett auf der Rückseite enthält die Pesto Verde immer noch Kartoffelflocken, Cashews und 98 Prozent unspezifiziertes “pflanzliches Öl”. Um ganz sicherzugehen, habe ich nochmal bei der Pressestelle nachgefragt. Und die teilte mit:

“Die Zusammensetzung unseres Produkts Pesto Verde von Bertolli ist nach wie vor so wie bisher. Es gab und gibt für uns keinen Anlass, etwas daran zu verändern”

126 Comments

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  1. Tom #
    Januar 28, 2011

    Nun ja, ich bin nach Lektüre dieses Artikels etwas hin-und hergerissen. Grundsätzlich ärgern mich Lebensmittelskandale auch, aber speziell der Fall Bertolli und Pesto ist für mich eher ein Armutszeugnis für die, die sich aufregen.

    Wenn ich einkaufe – und ich kaufe durchaus Fertigprodukte wie dieses Pesto – dann schaue ich grundsätzlich auf die Zutatenliste, weil ich zumindest wissen will, was drin ist. Dafür wird das Ding nämlich draufgedruckt. Letztlich ist die Liste der Inhaltsstoffe nichts anderes als die AGB eines Geschäfts. Kaufe ich ein Produkt ohne die AGB / Zutaten zu studieren, akzeptiere ich, dass ich nicht weiß, was drin ist, vulgo bin ich selber schuld.

    Wir leben (leider) in einer Zeit, in der viele Menschen nicht mehr die Wahl haben, Lebensmittel nach ihrer Qualität auszuwählen. Insofern ist es irgendwie kurzsichtig auf die Massenproduktion von Lebensmitteln zu schimpfen. Ohne die ließe sich eine moderne Weltbevölkerung gar nicht mehr versorgen.

    Wenn jeder Hersteller nur die (prozentual geringe) Top-Qualität einer Rohzutat abnehmen würde, wieviel könnte dann noch produziert werden? Lebensmittelrohstoffe stammen aus der Natur und wenn es wirklich hochwertig sein soll, darf der Mensch auch nicht mit Düngern, Mastmitteln etc. eingreifen. Die Natur sorgt für’s Wachstum und zig Einflussfaktoren wirken auf das Produkt ein. Zu fordern, dass Lebensmittel samt und sonders nur aus Top-Zutaten hergestellt wird ist illusorisch. Aber es gibt ja durchaus Hersteller, die Pesto aus den “richtigen Zutaten” herstellt – aber auch da müsste man VOR dem Kauf die Zutatenliste lesen.

    Wie schon gesagt, ich stimme voll und ganz zu, dass es unmöglich ist, wenn Lebensmittelhersteller den Kunden bescheißen und am Ende sogar gefährden. Wo ich aber bei der Lektüre dieses Artikels nur noch verständnislos den Kopf schüttel konnte, war der Abschnitt

    >>> Bis ich bei Foodwatch las, dass die von mir präferierte Pesto von Bertolli kaum Olivenöl enthält (sondern … andere Öle) und außerdem Kartoffelflocken als Füllstoff, aß ich stets Fertigpesto. War praktisch, ging schnell, die perfekte Soße zu meinem hektischen Leben. <<<

    Entschuldige bitte – was dann kommt ist für mich einfach unverständlich. Scheinbar hat dir das Pesto ja lange Zeit geschmeckt, sonst hättest Du es nicht gekauft. Und dann sagt Dir eine Organisation, was Du durch Lektüre der Zutaten schon lange hättest herausfinden können – und mal ganz ehrlich: wer sich wie Du mit Lebensmitteln beschäftigt, sollte zudem in dieser Hinsicht noch mehr sensibilisiert sein, als wir "Normalverbraucher" – und plötzlich schmeckt Dir das Pesto nicht mehr? Es ist nichts schädliches in dem Pesto, es ist nur eine vom italienischen Original abweichende Rezeptur.

    So wie Du das beschreibst, bist du für mich ein Lebensmittelsnob. Du gerierst Dich als "Besseresser", aber Du schmeckst nicht mal, dass in dem Pesto kaum Olivenöl drin ist? Du schreibst einen Lebensmittelblog und guckst nicht auf die Zutatenliste eines Produkts? Und ein Produkt, das grundsätzlich in Ordnung ist, schmeckt Dir plötzlich nicht mehr, weil Du verpennt hast, das Glas umzudrehen. Das ist für mich doppelzüngig.

    Ach ja, noch etwas: Ist es wirklich so ein Wunder, dass Olivenöl in einem Produktionsland anders schmeckt, als ein Supermarkt-Olivenöl bei uns? Die Griechen, Italiener, Türken, Spanier etc. produzieren seit Jahrtausenden Olivenöl, ja es ist sogar ein Grundnahrungsmittel. Die schmecken wahrscheilich sogar raus, ob die Olive an der Ost- oder Westseite des Baumes hing. Klar, dass die das Öl bei sich behalten und uns, die wir kein einheimisches Olivenöl und insofern auch keine Vergleichsmöglichkeit haben, die mindere Qualität geben. Bei uns ist Olivenöl doch genau genommen ein Modeprodukt, das auf der "Ars vivendi" und Gesundheitswelle zu uns geschwappt ist.

    Grundsätzlich muss uns allen klar sein, dass alle Produkte, die kartonweise im Supermarkt stehen, Massenprodukte sind – mit all den möglichen Konsequenzen. Als Verbraucher muss man sich halt die Mühe machen, die Zutatenliste zu studieren und dann zu entscheiden, ob man es sich zumuten will, oder nicht. Und wenn man das nicht will, dann muss man in ein kleines Fachgeschäft gehen und dort dann die entsprechende Summe auf den Tisch legen.

    So traurig die Feststellung ist, aber wir selber sind Schuld an den Lebensmittelskandalen und der Massenproduktion. Noch vor 100 Jahren war Fleisch die Ausnahme auf deutschen Tellern, ein Sonntags- oder Festessen. Heute ist Fleisch das Hauptgericht, der Rest Beilagen. Würden wir wie vor 100 Jahren nur einmal in der Woche Fleisch oder Wurst essen, wäre der Schritt von der Massenproduktion vielleicht möglich – aber wer will das schon.

    Zum Abschluss noch ein Beispiel zum Thema Verbrauchermacht, Top-Zutaten und Preiskalkulation, das sich auch auf Deine Pestorechnung übertragen ließe.
    Wiesenhof produziert am Tag hunderttausende von Tiefkühlhähnchen,die für wenige Euro im Supermarkt verkauft werden. Massenproduktion, Hähnchenschnellmast im Stall. Vor einiger Zeit hat Wiesenhof den Versuch gemacht auch "hochwertige" Hähnchen anzubieten – aus Zucht mit Freilauf und besserem Futter und weniger intensiver Mast. Das Endprodukt war ein paar Euro teurer – und vergammelte in den Tiefkühltruhen, weil die Verbraucher doch wieder zum
    Billighähnchen griffen.

    Wir selber sind das Problem. Wir fordern saubere Lebensmittel, wir protestieren, wenn sich in der Nachbarschaft Tiermastbetriebe ansiedeln – und dann kaufen wir den Ramsch. Ein Teil der Bevölkerung hat nicht das Geld wählerisch zu sein, und auch der Rest rennt inzwischen zu Aldi, Lidl und Co. Geiz ist immer noch geil!

  2. Komunizma #
    Januar 28, 2011

    Bertolli muß neben den Zutaten auch Mitarbeiter sowie eingesetzte Maschinerie bezahlen – und nebenbei auch noch einen Profit erwirtschaften. Deswegen können sie Dir leider kein Pesto in selbstgemachter Qualität für billiger verkaufen als es dich selbst kosten würde, auch wenn das eine schöne Vorstellung wäre. Ach ja, dieses Pesto würde sich auch zwei, drei Tage im Kühlschrank halten… Nix von Wochen, nein, Monatelanger Lagerung im Supermarkt damit Du schnell die perfekte Soße für Dein hektisches Leben kaufen kannst.

  3. Jens Hausherr #
    Januar 28, 2011

    Bei der Preiskalkulation der 8-9 Euro ist auch nicht zu vergessen, dass ja auch alle Beteiligten, nicht zuletzt der Supermarkt, Großhändler und andere daran verdienen wollen.

    Bei einem Ladenpreis von 8-9 Euro dürfte der Herstellungspreis (inkl. Marketing/Werbung und sonstiger Nebenkosten) für das Originalpesto eher bei 3-4 Euro liegen – hier werden *sicher* alle möglichen Großeinkaufskonditionen ausgenutzt.

    Den Endhandelspreis mit den eigenen Einkaufskosten zu vergleichen greift einfach zu kurz, das ist ja nicht das Gleiche wie der Einkauf im Hofladen beim Bauern :).

    Gruß,
    Jens

  4. nurmalso #
    Januar 28, 2011

    @tom

    hättest du nur dies geschrieben, wärst du philosoph gebleiben:

    “Wir selber sind das Problem. Wir fordern saubere Lebensmittel, wir protestieren, wenn sich in der Nachbarschaft Tiermastbetriebe ansiedeln – und dann kaufen wir den Ramsch. Ein Teil der Bevölkerung hat nicht das Geld wählerisch zu sein, und auch der Rest rennt inzwischen zu Aldi, Lidl und Co. Geiz ist immer noch geil!”

    dass sich die “moderne” weltbevölkerung nicht anders versorgen ließe, musst du mir erst einmal beweisen. der berüchtigte butterberg und die milchseen lassen grüssen.

    zum thema “es steht ja alles hinten in der zutatenliste drauf”:
    weisst du, was für ein eiertanz es war/immer noch ist, die hersteller dazu zu bringen, dort vernünftige und ehrliche angaben zu machen? ohne organisationen wie foodwatch wüsste der autor dieses artikel hier vielleicht nicht einmal heute, dass in seinem gekauften pesto statt “feinstem olivenöl” nur pressrückstände der rapsbauern enthalten ist. am liebsten würden die nämlich gar nichts dort hinschreiben.

  5. GroberUnfug #
    Januar 28, 2011

    Habe jetzt nicht alle Kommentare gelesen, aber beim Querlesen fällt auf, dass fast jeder sich an der womöglich falschen Reiskalkulation aufhängt. Daran zeigt sich doch, dass es den meisten um den Preis geht. Was bekomme ich für wieviel?
    Liebe Leute: geht einfach mal davon aus, dass ihr von 90% der Lebensmittelkonzerne von vorn bis hinten an der Nase herumgeführt werdet. Wer keinen Mist konsumieren möchte, muss einen enormen Aufwand betreiben und kleinlichst auf alles achten, was er kauft. Gesunde Ernährung erfordert heute schon einen Uni-Abschluss in Chemie. Die Zahl der Zusatzstoffe, deren unterschiedliche Bezeichnungen, deren Wirkungen und Spätfolgen kann kein normaler Mensch mehr im Auge behalten.
    Die Konzerne leben vom Vertrauen des Verbrauchers in die jeweiligen Marken. Vertrauen ersetzt Kontrolle. Kontrolle durch den Verbraucher aber verlangt Zeit, Geld und ist mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden. Daher greift der Verbraucher gerne zu Altbewährtem.

  6. AL #
    Januar 28, 2011

    Ehrlich gesagt habe mich beim Lesen mehrmals gefragt, wie kann jemand über einen langen Zeitraum dieses sogenannte Pesto aus dem Glas essen, ohne dass ihm auffällt, dass es nicht mal annähernd nach auch nur einer einzigen der enthaltenen Zutaten schmeckt, sondern lediglich nach dem, was es ist: eine undefinierbare, grau- grüne Pampe. Wer auch nur ein wenig Anspruch an das Essen, das man zu sich nimmt, hat, würde sich doch bereits nach dem ersten Probieren über den befremdlichen Geschmack wundern.
    Und jetzt, wo das Pesto selbst gemacht wird, heißt es, das Bertolli- Zeug ist Mist, weil nicht genug Olivenöl etc. drin ist und obendrein auch noch Kartoffelflocken, Säuerungsmittel u.ä. enthalten sind. Jeder, der von sich selbst behauptet, auf seine Ernährung zu achten, sollte doch schon allein anhand des Geschmacks erkennen können, dass das Pesto von Bertolli & Co. – entschuldigt den Ausdruck – in Gläser abgefüllte Scheiße – ist.
    Ich schätze die Arbeit von Foodwatch sehr, aber ich denke nicht, dass man als geistig normal entwickelter Verbraucher erst einen Hinweis von Foodwatch braucht, um zu merken, dass Fertigprodukte aus dem Supermarktregal minderwertig und voll von unnötigen Zu – bzw. Ersätzen sind, da man in der Lage sein sollte, Ihre Qualität im Verhältnis zum frischen Produkt beurteilen zu können. Insofern ist der Gehalt dieses Artikels in meinen Augen ziemlich belanglos.

    P.S. Die Rechnung zum 9,00 € Pesto von Bertolli möchte ich hier nicht kommentieren, was mir allerdings aufgefallen ist: Der Autor macht sein eigenes Pesto und benötigt für in etwa die selbe Menge, die ein Bertolli- Glas enthält, Zutaten im Wert von 10,00 €. 10,00 EURO für knapp 200 Gramm Pesto??? Wenn man für ZEHN EURO Pesto- Zutaten kauft, kann man daraus erheblich mehr als nur 200 g herstellen. Was ja allein schon durch das Gewicht der einzelnen Zutaten bedingt ist…

  7. Tropha #
    Januar 28, 2011

    Das Problem an der Sache ist, dass sich immer noch zu wenig Menschen Gedanken darüber machen, was sie da eigentlich essen, geschweige denn die Zutatenlisten lesen. Wenn vorne drauf steht, das ist gesund, das hat suuuper Qualität, das hilft beim Abnehmen wird blind gekauft, ohne mal zu recherchieren warum dieses Produkt denn jetzt besser sein soll als jenes oder warum es denn jetzt so super gesund usw. ist.
    Ist doch klar, Firmen wollen ihr Produkt verkaufen. Natürlich schreiben die vorne drauf, dass ihr Produkt das Beste ist. Und dabei darf man sich auch nicht darauf verlassen, dass Marken immer besser sind!

    Klar, Kartoffelflocken und Co bringen mich nicht um. Aber allein der Begriff “Kartoffelflocken” müsste mich doch schon stutzig machen. Was ist das eigentlich?? Hhhm wohl irgendwas, was früher mal eine Kartoffel gewesen ist. Ich frage mich da nur, wie das ganze hergestellt wurde. Wie viele sog. “Hilfsstoffe” wurden für die Produktion von Kartoffelflocken wohl verwendet?? Und müssen danach noch nicht einmal deklariert werden!!

    Um jetzt mal zum eigentlichen Thema zu kommen!
    Wer weiß denn eigentlich, was in einer echten italienischen Pesto drin ist (außer dem Italiener selbst!)?? Hier in Deutschland wohl kaum jemand!
    Dann, müssen wir zugeben, dass das Lesen des Etiketts nicht wirklich weiter hilft.
    Trotzdem müssten mich Begriffe wie “Zucker, Kartoffelflocken, Milcheiweiß, .., Aroma” beunruhigen. Wieso sind da diese komischen Zutaten drin??
    Und diese Zutaten sind ja nicht nur im Pesto. Es gibt ja noch viel schönere und “wohlklingendere” Zutaten, die mich glauben lassen, ich stehe in einem Chemielabor. Leider kann man heutzutage kaum noch Lebensmittel kaufen, in denen kein Zusatzstoff drin ist!

    Deswegen: Kauft eure Lebensmittel so unverarbeitet wie möglich!! Macht euch eure Pfannkuchen, eurer Kartoffelpüree, euren Salatdressing und euer Pesto selbst!! Eignet euch Küchenkompetenzen an! Und scheut nicht davor für die richtige (!) Qualität etwas mehr zu bezahlen!

    Und bevor ich mich jetzt weiter hier in Rage rede und vom Hölzchen auf nen ganzen Urwald komme, verabschiede ich mich jetzt!

    Gruß! Und Guten Appetit!

    Eins noch:
    Essen ist Lebensgrundlage! Wir sollten ihr mehr Beachtung schenken!

  8. Thomas #
    Januar 28, 2011

    Freitzeit-Enthüllungs-Wutbürger-Blog. Gähn.

  9. SILen(e #
    Januar 28, 2011

    An die, die hier “laut” schreiben, dass es mit den 5 Euro für die Zutaten noch nicht getan wäre:
    Bei Amazon.de, die definitiv nicht der günstigste Anbieter von Lebensmitteln sind, gibt es Bertolli Pesto Rosso und Verde in der typischen Größe gerade für 3,74€.
    Da ich die Einschätzung, dass die Zutaten im Großhandel wohl maximal 5 Euro kosten werden teile, ergibt sich nun für diejenigen, die auf der Einrechnung der Herstellungs- und Vertriebskosten beharren folgendes Dilemma:
    Bertolli schafft es ein (um evtl. Abmahnungen zu entgehen halt diese Formulierung) nicht ganz original italienisches Pesto für unter 4 Euro abzuliefern, Zutaten und Herstellung, Vertrieb und Händlermarge bereits enthalten.
    Laut diverser ciao.de Rezensionen gibts das aber auch teilweise schon für 2-3 Euro und diverse Discountermarken (wo dann halt nicht Bertolli draufsteht) gibts auch für unter 2 Euro, so extrem teuer kann die Herstellung also eh nicht sein und Betolli ist ja, da es auch fern von “original italienisch” ist, nicht wirklich teurer in der Herstellung, eher teuer im Markennamen.

    Das alles mit einbezogen, scheint ein Preis von 7 Euro für ein traditionelleres Pesto (sofern Zutatenkosten von 5 Euro stimmen, aber ich halte es für realistisch und auch hier wird dem Punkt ja eigentlich nie widersprochen) absolut realistisch.

    Ansonsten ein schöner Post :)

  10. Tim #
    Januar 28, 2011

    @ Tom

    Exzellente Darstellung der Sachlage. “Lebensmittelsnob” ist ein sehr schöner Begriff. In der Tat sind Lebensmittel ja längst ein Mittel der sozialen Distinktion geworden.

  11. Ulysses #
    Januar 28, 2011

    komisch, anscheinend hat dir das pesto doch geschmeckt, bis foodwatch mit den zutatenlisten in den medien hausieren ging.. ich will garnicht abstreiten das konzerne wie unilever mit werbung und produktaufmachung verbrauchertäuschung betreiben, nur scheinen mir die meisten verbraucher ganz zufrieden damit, solange sie niemand mit der nase hinein stösst.. zugegeben, ich bin koch und habe diesbezüglich einen ganz anderen zugang zu solchen themen, aber grade das doch sehr salzige pesto von bertolli, mit dieser ungesunden hellgrünen farbe und der breiigen konsistenz.. da muss einem doch klar sein das es eben nicht nach der alten genovesichen familienrezeptur hergestellt ist.. zumindest wenn man wenigstens einmal pesto selbstgemacht hat, oder mal selbstgemachtes probiert hat.. wobei es vermutlich ohnehin schwierig sein dürfte, eine klassisches pesto für die industrielle verarbeitung und den globalen verkauf herzustellen.. ich persönlich werfe leuten wie ihnen da durchaus eine gewisse naivität vor, wenn sie von lebensmittelkonzernen hausmannskost wie bei muttern erwarten.. und ich glaube auch, das die meisten mit der lüge von der “Premiumqualität nach traditioneller Rezeptur nur aus erlesenen, hochwertigen Zutaten” besser leben können und wollen als im regal nur “mittelmässiger pamps aus kartoffelflocken und rapsöl mit irgendwelchen kräuterstrünken aromatisiert” vorzufinden.. mit deinem selbstgemachten pesto für 10 euro (arbeitszeit, geräteanschaffung, strom & wasserverbauch mal nicht mitgerechnet) hast du dir die frage, warum bertolli nicht einfach premiumqualität für einsfüffzich ins regal stellt, m.m. nach selbst beantwortet..

  12. veganzombie #
    Januar 28, 2011

    Ganz ehrlich: der durchschnittliche Deutsche bekommt einfach genau das was er eben nun mal verdient. Er will beschissen und belogen werden…

    So finde ich es auch ein wenig lustig, dass man sich hier über den Preis und die Kartoffelflocken wundert aber es nicht seltsam findet, dass in einem “natürlichen” Pesto Zucker, Aroma und Milcheiweiß enthalten ist.

    Zudem muss man sich einfach mal nur anschauen was noch auf der Packung steht: Unilever.

    Vielleicht sollte man nicht beim Pesto mal auf die Inhaltsstoffe achten sondern auch bei den anderen Produkten des täglichen Lebens – da wird sich dieses Pesto noch als harmlos outen.

    Wer echtes Pesto möchte der macht es sich selber oder holt sich im Notfall ein Pesto aus dem Bio-Laden für 3,50 € bis 4 €. Da ist dann auch kein Aroma, Zucker, Milcheiweiß, Kartoffelflocken etc. enthalten sondern nahezu die gleichen Inhaltsstoffe wie bei der selfmade Pesto.

  13. Januar 28, 2011

    Ja, wir werden verarsch. Aber wir wollen es ja nicht anders. So eine Scheinheiligkeit hier…..

    Mal abgesehen von der finanziellen Seite (darauf wurde genug rumgeritten: Es ist nicht machbar) ist doch wohl absolut klar, das niemals ein rein hausgemachtes, einzigartiges Produkt in einem Konservenglas stecken kann!? Das Zeug würde binnen weniger Tage schlecht werden. Hinzu kommt der Punkt, das in dem besagten Pesto weniger Kartoffelflocken stecken als Zucker! Hallo?? Daran stört sich nun auch wieder keiner, das hier einfach mal wieder Zucker reingeschmissen wurde um den deutschen Massen-Geschmack zu bedienen. Laut dem Rezept gehört da KEIN Zucker rein, aber über geschmacksneutrale Kartoffelflocken, die vermutlich nur als Füll- & Verdickungsmittel (bei anderen kommen Sachen wie Guarkernmehl und dergleichen rein) dienen, wird sich hier masslos (sinnlos) aufgeregt. Da sind mir die Kartoffeln 10x lieber als der Zucker.
    Desweiteren könnte das pflanzliche Öl dennoch Olivenöl sein. Natives Öl ist lecker, teuer aber auch kaum haltbar. Raffiniertes Öl hingegen hält sehr lang und ist billiger. Schonmal drüber nachgedacht, das es sich bei den 98% also auch um raffiniertes O-Öl handeln könnte? Und wenn nicht, dann ist es vermutlich Sonnenblumenöl, um (wiedermal) den deutschen Massen-Geschmack besser zu treffen. Aber…. lassen wir das.

    Um mich meinem Vorredner anzuschließen:
    Es hat ja anscheinend jahrelang geschmeckt und keiner hat’s gemerkt. Auch Du nicht! Aber kaum sagt “Foodwatch” es ist eklig, meckern plötzlich alle rum, man fühle sich betrogen! Dabei klebte das Etikett schon immer auf dem Glas, nur lesen wollte es keiner. Im M-markt Prospekt steht ja auch, das der PC 123 der schnellste und billigste ist, warum sollte ich also auch noch nachschauen, welcher Prozessor wirklich verbaut wurde….tzzz…

  14. Januar 28, 2011

    Alnatura Pesto Rosso oder Pesto verde. Hammergeschmack für knapp 3 Euro – das Basilikumpesto ist sogar bei 2,50. Auf den Preis kommt man ungefähr auch für ein Bio-Pesto, wenn man es selbst macht. Bei den Pinienkernen muss man aber suchen, die sind z.T. sehr überteuert!

  15. Januar 28, 2011

    Aber es ist süß zu glauben, dass Markenprodukte bessere Qualität liefern (müssen). Ein bisschen naiv, wenn man weiß, was Werbung kostet.

  16. Kat #
    Januar 28, 2011

    Kritisches Konsumentenverhalten ist ja gut und schön, aber es ist ziemlich zeitaufwendig, bei jedem einzelnen Produkt erstmal hinten das Kleingedruckte zu lesen, dann noch zu überprüfen, ob die Angaben bei den angeblich vergleichbaren Kilo-/etc-Preisen auch wirklich stimmen (regelmäßig nicht – als könnten die Kaufleute keinen Dreisatz…) und dann auch noch zu prüfen, ob das, was im Regal als Preis ausgezeichnet ist, an der Kasse auch korrekt abgerechnet wird.

    Wenn man das mal eine Weile macht, stellt man fest, dass sowohl die Hersteller als auch die Händler einen Großteil ihrer Energie darauf verschwenden, mich als Verbraucher über den Tisch zu ziehen und mich zu betrügen. Es ist nicht drin, was drauf steht und es wird alles getan, um den Verbraucher zu täuschen. So arbeiten Betrüger und sonstige Kriminelle, aber von Lebensmittelproduzenten und -herstellern sollte man in einem modernen Staat, der die Interessen der Bürger stärker gewichtet als die von habgierigen Panschern, und im schlimmsten Fall sogar Giftmischern, schon ein bisschen mehr erwarten können.

  17. Andreas Roedl #
    Januar 28, 2011

    32.5 % Basilikum, 31 % Olivenöl (extra nativ), 25 % Nüsse (Walnüsse, Cashewnüsse, Pinienkerne, letztendlich in diesem Falle egal), 6.6 % Hartkäse (Pecorino, Parmesan), Meersalz, Knoblauch:

    http://i.imgur.com/iEdGw.jpg

    Das für 2.50 Euro.

  18. ubarto #
    Januar 28, 2011

    aus den Originalzutaten hergestelltes Pesto wird nach 2-3 Tagen schlecht? So einen Quatsch habe ich ja noch nie gehhört!
    Mein selbstgemachtes Pesto halt sich im Kühlschrank mehrere Wochen, man muss halt drauf achten dass es oben gut mit Öl bedeckt ist.
    Bei den Supermarktpestos ärgert mich ja auch immer dass statt Pinienkernen Cashewnüsse drin sind, das gibt einen echt leckeren Beigeschmack nach Erbrochenem *würg*. Bei den Fertigpestos habe ich bisher nur eins gefunden dass ich als halbwegs essbar erachte, und das ist von Kattus (Achtung, da gibts zwei grüne Pestos, ich meine das OHNE Cashews!)

    Für ein fertiges echtes Pesto aus echten Originalzutaten (plus meinetwegen etwas zur Konvervierung und längeren Haltbarkeit, da bin ich ja bereit Zugeständnisse zu machen) würde ich übrigens liebend gerne 8€ bezahlen!

  19. Stefan #
    Januar 28, 2011

    Wenn du der Meinung bist, dass sich ein Pesto mit frischen Originalzutaten günstig genug herstellen lässt um es mit Profit zu verkaufen, warum machst du es dann nicht einfach? Das soll hier nicht das bekannte “Wenn du es selbst nicht besser kannst halt die Fresse” Argument niederbeten, aber mir scheint fast so als wäre dir selber bewusst, dass dies eben nicht ganz so einfach ist.

    Tatsache ist, dass die meisten erst auf den Preis schauen und selbst denjenigen denen Qualität den Mehrpreis wert ist, müsste man das ja erst einmal glaubwürdig weismachen, was wiederum einen Riesenaufwand bedeutet. Wenn du wirklich daran glaubst dass sich das ganze mit Profit oder zumindest ohne rote Zahlen in Massenfertigung produzieren lässt, dann wäre es doch einfacher das einfach zu machen, anstatt darauf zu hoffen, dass die da oben ihre Lektion schon irgendwann lernen werden.

  20. Somebody #
    Januar 28, 2011

    “Bis ich bei Foodwatch las, dass die von mir präferierte Pesto von Bertolli kaum Olivenöl enthält (sondern … andere Öle) und außerdem Kartoffelflocken als Füllstoff. [...] Lange kaufte ich parallel zur Bertolli-Pesto auch deren Olivenöl. Ich verband mit der Marke eben irgendwie Premium.”

    Welch kindliche Naivität. Und Du willst Wirtschaftsjournalist sein?

    Aus irgendeinem Grund wirst Du ja die Fertig-Pesto von Bertolli “präferiert” und aus einem anderen unerfindlichen Grund hast Du in all den Jahren nie auf das Etikett geschaut haben. Ich habe das Gefühl, dass Du Dich mit diesem Artikel als Journalist disqualifiziert hast.

  21. Aldi-esser #
    Januar 28, 2011

    Pesto alla Genovese von Aldi Süd (Billigprodukt, 190g):
    Basilikum 33%, Olivenöl, Sonnenblumenöl, Grana Pardano 6%, Cashew, Kartoffelstärke, Salz, Pecorino 2%, Zucker, Pinienkerne, Säureregulator: Milchsäure, Knoblauch

    Pesto Alle Genovese (aus Frankreich, Billigprodukt, 190g):
    Sonnenblumenöl 50%, Basilikum 21%, Cashewkerne, Käse, Salz, Kartoffelstärke, Knoblauch, Säuerungsmittel: Milchsäure, Pinienkerne

    Ersteres schmeckt besser.

  22. Januar 28, 2011

    Erschütternd, mit welcher Selbstverständlichkeit die meisten hier es völlig in Ordnung finden, beschissen zu werden.

  23. Stefan #
    Januar 28, 2011

    Bei Renate gab es gutes Pesto, wenn auch etwas teurer. http://www.mattwagner.de/2008/08/der-gestoppte-countdown.htm

  24. Somebody #
    Januar 28, 2011

    @Sannie: Wir werden nicht beschissen, denn wir lesen die Zutatenliste. Wir verwenden auch nicht das Wort “Etikettenschwindel”, weil es kein Schwindel ist. Dort wird genau das aufgelistet, was enthalten ist.

    Und genau deshalb kauft man sich ein Gläschen Pesto, das eben genau das enthält, was traditionell eine Pesto ausmacht. Diese gibt es (siehe bisherige Kommentare) und sind in der Regel sogar preislich günstiger als der Bertolli-Dreck.

    Wenn man allerdings jahrelang diese Bertolli-Pampe kauft und nur aufgrund eines Foodwatch-Artikels darauf aufmerksam wird (und nicht etwa durch das Lesen des Etiketts oder der unnatürlich hellen Farbe), dass da Dinge drin sind, die nicht drin sein sollten, dann ist das gelinde gesagt naiv.

  25. Magggus #
    Januar 28, 2011

    Auch die Pestos von Jamie Oliver haben KEINE Pinienkerne! JAMIE OLIVER, man ziehe sich das rein!

  26. Januar 28, 2011

    Wenn ich eine Puten-Salami kaufe, dann erwarte ich , daß sie aus Pute gemacht ist und nicht zur Hälfte aus Schwein. Kaufe ich ein Pesto Genovese, dann erwarte ich die Zutaten eines Pesto Genovese und nicht Ersatzstoffe, die für Bertolli billiger sind. Wenn allein die Zutatenliste relevant ist, dann kann man ja auf irreführende Bezeichnungen künftig verzichten.

    Es ist korrekt, was der Spiegel-Redakteur in oben erwähntem Zitat sagt. Und es ist empörend.

  27. Somebody #
    Januar 28, 2011

    @Sannie: Wenn Du Dir mal das erste Bild dieses Artikels ansehen würdest…

    (ich warte so lange hier…)

    Ist Dir aufgefallen, dass da gar nicht “Pesto Genovese” draufsteht? Gut. Ihm nämlich jahrelang auch nicht. “Verde” ist italienisch für “grün” und kann somit alles sein. Alleine diese Tatsache entzieht seinem Artikel jegliche Grundlage.

    Es stand auch übrigens nie “Pesto Genovese” drauf. Das hätte sich Bertolli auch nie getraut. Da hat jemand halt einfach mal wieder nicht darauf geachtet, was er sich in den Einkaufswagen gelegt hat und erst lange Zeit später ging ihm ein Licht auf. Peinlich, mehr nicht.

  28. superlupo #
    Januar 28, 2011

    “Ich würde gerne mal wissen, ob sie den Leuten in Genua auch Pesto mit Kartoffelflocken verkaufen”
    definitiv: JA
    wer Gelegenheit hat, einfach mal italienische TV-Werbung gucken: was der überwiegenden Masse v. Volk der Besseresser und Genießer mittlerweile aufs panino geschmiert wird, unterscheidet sich nur noch im höheren Preis vom deutschen (europäischen) Konzernfraß, selbes Bild übrigens in Frankreich oder Spanien.
    Und in den noch erschwinglichen Restaurante & Trattorie in Italien (Frankreich, Spanien…) wirds rohstofftechnisch sehr bald nicht mehr viel anders ausschaun wie in der “gutbürgerlichen” MaggiFix- Knödelfabrik auf dem deutschen Land.

  29. Januar 28, 2011

    Ich kenne das Pesto selbst nicht, denn ich kaufe keine Markenartikel, aber die Pute war übrigens echt falsch. Und ich finde es kein bißchen peinlich, nicht bei jedem Artikel auf die Zutatenliste zu schauen, ja nicht einmal für einen Journalisten.

    Deine Rechthaberei geht mir auf den Keks. Ich will einfach nur nicht verarscht werden, nicht von der Lebensmittelindustrie und schon gar nicht von urllosen Kommentatoren, die mit großer Aggressivität das Recht, andere zu täuschen, verteidigen.

  30. Harry #
    Januar 28, 2011

    @somebody:

    Endlich sagt es mal jemand. Keiner von den vielen Kommentatoren hat es bisher gemerkt und der Autor offensichtlich schon gar nicht! Da prangt auf einem Glas die Bezeichnung “Grüne Paste” und dann muß da, ungeachtet des Preises, pesto genovese drin sein! Vielleicht ist das ja wirklich ein Trick, dass man dem Kunden das suggerieren will, aber es ist schon lustig, wie leicht sich manche Leute reinlegen lassen. Wenn es Flaschen gäbe mit der Aufschrift “Roter Saft”, würden die wahrscheinlich auch nicht genauer hingucken, ob es Trauben-, Tomaten-, Rote Bete- oder sonst was für Saft ist. Dafür steht’s doch hinten drauf, was drin ist! Da sollte man immer nachsehen.
    Für irreführende Bezeichnungen gibt es viele Beispiele, dieses ist keins!
    Der ganze Artikel ist außerdem auch peinlich wegen der Milchmädchenrechnung mit den Zutaten und mit den 2% Oliven- und 98% Pflanzenöl.

  31. URS #
    Januar 28, 2011

    Zur Haltbarkeit von Pesto:

    Gutes, kalt gepresstes Öl hält sich ein Jahr. Auch, wenn das Gefäß häufiger geöffnet wird. Nach zwei Jahren wird das Öl langsam ranzig.

    Nüsse/Pinienkerne halten sich ein Jahr. Je weniger Luftaustausch vorhanden ist, desdo besser. In Öl eingelegte Nüsse haben keinen Luftkontakt und halten dadurch länger. Irgendwann werden die Nüsse ranzig.

    Käse: Je länger ein Käse im Laib reift, desdo länger hält er nach dem Anschnitt. Im Laib wird er durch die Salz-Einreibung geschützt, und nach dem Anschnitt ist eher Schimmel, der durch die Luft kommt, eine Gefahr. In Öl eingelegter Käse sollte sich lange halten.

    Basilikum könnte ein Problem sein. An der Pflanzen halte die Blätter einige Wochen. Für’s Pesto werden sie gepflückt, also können sie keine Lebensstoffe mehr aufnehmen. Außerdem werden sie zerhackt, haben dadurch eine größer Oberfläche und verderben noch schneller. Andererseits sind sie unter Öl recht gut geschützt und bekommen keinen Luftsauerstoff, halten also länger.

    Das ganze erklärt, warum bei mir ein angebrochenes Glas echtes Pesto im Kühlschrank nach einem halben Jahr immer noch genießbar war.
    Voraussetzungen: obenauf schwimmt eine dicke Ölschicht, und der Kühlschrank steht auf 4°C.

    Übrigens: das Rezept für echtes, italienisches Pesto kommt aus einer Zeit, in der es keine Kühlschränke gab. Unter Öl halten sich Lebensmittel nun mal länger.

  32. ChristophKK #
    Januar 28, 2011

    Nicht jedes Pesto aus dem Glas ist mist! Guckst du hier:

    http://www.gourmondo.de/g/product/1000889201/Pesto-Genovese-Basilikumpesto+Cascina-San-Giovanni.jsf

    Sehr feines Pesto! Es gibt noch ein paar mehr die munden, einfach mal bei den den Feinkostversändern dieser Welt vorbeischauen.

  33. Somebody #
    Januar 28, 2011

    @Sannie: ich verteidige hier keine Täuschung. Ich verteidige hier höchstens den gesunden Menschenverstand.

    Er hat sich eine grüne Sosse gekauft und war im Irrglauben, es müsste “Pesto Genovese” sein. Wenn man sich im Regal vergreift und sich dann darüber beschwert, sich das falsche Produkt gekauft zu haben, dem kann man auch nicht mehr helfen.

    Das, was er eigentlich haben wollte steht ebenfalls im Regal und ist sogar günstiger.

    Wie ein anderer Kommentator schon schrieb: er würde mit Sicherheit auch ein Produkt mit der Bezeichnung “Rote Flüssigkeit” kaufen und dann schwer enttäuscht sein, wenn es kein Rotwein ist.

  34. Turtle #
    Januar 28, 2011

    Ich habe mir angewoehnt von jedem Pesto mit Basilikium dass ich in irgendeinem Lebensmittelladen sehe, das Etikett zu lesen. Egal ob ganz billig oder ganz teuer. Auch wenn ich gar kein Pesto auf dem Einkaufszettel stehen habe.
    Bis jetzt habe ich genau eine Sorte gefunden wo nur Basilikum, Pinienkerne, Olivenoel, Parmesan (sowie etwas Kartoffelflocken und Sauerestabilisator) drin ist, kein billiges Oel, Cashews oder sonst. Das kommt von Rewe Feine Welt und kostet (glaube ich) knapp 3 Euro.
    Das kauf ich, da beim Pestoselbermachen der Aufwand anstaendiges Basilikum zu bekommen einfach zu sehr nervt.

  35. Zap #
    Januar 28, 2011

    Naja, das steht hier alles schon seit September 2008:

    http://www.abgespeist.de/bertolli_pesto_verde/index_ger.html

    Schlimm, dass sich nichts ändert….

    Zap

  36. fisch #
    Januar 28, 2011

    neben allem was schon genannt wurde: wie kommt eigentlich das Ei in den Käse??

  37. Jana #
    Januar 28, 2011

    Noch mehr authentisches Pesto unter 9 EURO:
    http://www.pestodealerberlin.de/4-home.html

  38. Anna #
    Januar 28, 2011

    Hm. Ich bin da mittlerweile wirklich schwer im Dilemma. Ja, alle schreien über Massentierhaltung und Dioxin im Fleisch (etc. pp.) – aber der Anteil Biofleisch am Fleischmarkt beträgt 1%. 99% der Verbraucher kaufen KEIN Biofleisch. Das finanzielle Argument zieht hier übrigens nur sehr bedingt, denn jeden Tag Fleisch müsste wirklich nicht sein – das esse nicht mal ich als überzeugte Carnivore. :)

    Mein Fazit ist also (leider): Der Verbraucher will besch*ssen werden. Anders kann ich es mir beim besten Willen nicht erklären. Anstatt selber auf’s Etikett zu schauen und schlichtweg beim Einkaufen AUSZUWÄHLEN und den berühmten Druck auszuüben auf Hersteller und Verkäufer wird stattdessen nach Vater Staat geschrieen – der soll doch gefälligst Ampeln aufdrucken, Nährwertangaben aufkleben und immer neue Gesetze erlassen. Mit “mündigem” Verbraucher bzw. Bürger hat das nichts, aber auch gar nichts zu tun. Es ist eben doch anstrengender, selber zu tun als tun zu lassen. Bei so mancher aktuellen Debatte bekommt man ja fast das Gefühl, als wäre einem nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung auch die Rückkehr zur Monarchie ganz Recht… Demokratie ist de facto anstrengender.

    Oh, what to do. Ganz verzagen möcht’ ich nicht, aber nach dem x-ten Lebensmittelskandal ist man fast gewillt, es zu tun. Nicht nur die Hersteller und Verkäufer ändern nichts – die VERBRAUCHER ändern nichts!

  39. hiro #
    Januar 28, 2011

    Als Allergiker bin ich gezwungenermaßen fleißiger Student der Zutatenliste. Unbegreiflich, wo man zum Beispiel überall Milchzucker oder -eiweiß findet – übrigens auch im oben abgebildeten “Pesto”. Oder auch “kann Spuren von xyz enthalten” – daran kann man meist recht gut erkennen, was der Hersteller noch so durch seine Maschinen pumpt und wie sehr er der Reinigung zwischendurch vertraut.

    Besonderes Highlight sind immer unangekündigte Rezepturänderungen. Ich meine nicht die “jetzt noch besser”-Werbung auf der Vorderseite, mit der der höhere Preis für das kleinere Glas gerechtfertigt werden soll, sondern die klammheimlichen Änderungen am Arsch der Zutatenliste. Bedeutet für Allergiker, daß man immer bei allem auf die Zutaten in gut lesbarer 3-Punkt-Schrift gucken muß.

    Übrigens werden Zutatenlisten tatsächlich nicht lesbarer, wenn man die einzelnen Zutaten auch noch erklärt, wie auf obigem Pesto-Glas. Da hat man sich bei “Bertolli” allerdings wirklich Mühe gegeben, dem Verbraucher das Leben nochmal extra schwer zu machen – solche Verschleierungs-Taktiken sieht man wirklich selten.

    Oft kann man schon an der Länge der Zutatenliste die Qualität erkennen. “Lang” enthält fast immer Hefeextrakt (das Glutamat des neuen Jahrtausends …), Milchzucker, “Aroma” (enthält: Milch, Senf, Erdnüsse, Weizen, gemahlene Knochen, Gülle).

    “Kurz” sind zum Beispiel Discounter-Chips: Kartoffeln, Salz, Öl.

  40. Chuck #
    Januar 28, 2011

    Hmmm,

    ich kaufe meine Genueveser Pesto auf dem heimischen Wochenmarkt beim Spezialitätenhändler mit heimischer Pestoschmiede. Schmecken tut sie um Längen besser als Glaspesto aus dem Supermarkt. Das 300-400ml Schälchen kommt mich jede Woche so an die 5 Euro; fairer Preis dafür, dass wirklich nur Basilikum, Olivenöl und Pinienkerne etc. reinkommen.

  41. Frau Elk #
    Januar 29, 2011

    Die ändern doch nichts dran, solange es noch jemand kauft…
    BTW: Wenn du mal Fertigpesto kaufen willst, warum nicht in Bio-Qualität?
    Danke für den Kommentat & bon appetit ;-)

  42. horch #
    Januar 29, 2011

    bei einigen leuten könnte man fast denken, sie halten es für angemessen, wenn bei allem, wo nicht “bio” drauf steht, der letzte scheiss drin sein darf – schliesslich steht “bio” ja für gutes essen… was für bullshit, in mehrfacher hinsicht

    auch jemand, der das billigste lebensmittel einer kategorie kauft, sollte – auch wenn es nicht geschmacklich überragend ist – sich zumindest nicht damit vergiften… andererseits:

    http://www.youtube.com/watch?v=LydSP1eTuhE

  43. Stefan W. #
    Januar 29, 2011

    Ja, 3 Anmerkungen.

    a) Natives Olivenöl gibt es schon für 3€/l. Das macht auf 200ml also 60¢, wenn man annimmt, es bestünde zu 100% aus Olivenöl, und das Dioxinverseuchte Rapsöl welches sonst drin ist, sei umsonst. Also um mehr als 0,6€ kann so ein Glas nicht teurer werden duch Verwendung eines – zugegeben billigen, aber reinen, nativen Olivenöls. Ja richtig – das ist hier wie dort der Konsumenten-, nicht der Einkaufspreis, es ist also jeweils eine Gewinnmarge drin, sowie alle Kosten.

    Gemessen am Gewicht deutlich teurer ist der Parmesan, und noch teurer die Pinienkerne.

    Am besten aber ist, dass beim geizigen Deutschen das 190g-Glas ein halbes Jahr halten muss. Ja, kein Wunder, dass es mit Salz und schlimmeren gestreckt wird bis Norwegen!
    Mensch, so ein Glas sollte eine Mahlzeit für 4 Personen, oder 2 Portionen für einen Single ergeben.

    Wenn man aber einen Mixer im Haus hat, und das ist ja nun wirklich machbar, dazu Parmesan, Pinienkerne und Olivenöl, sowie einen Blumentopf Basilikum – auch der gehört übrigens in 2 Portionen gegessen, und nicht über den Winter gebracht – dann hat man ruck-zuck ein Pesto selbstgemacht, und es ist nicht billiger, aber besser, und wenn man sich dran gewöhnt hat, dann macht man eben Zucker rein, und Kartoffelchips mit Ei. :)

    Frisches Basilkum kann rasch schimmeln, das ist schon richtig, und sorgfältig all die Blättchenfutzel unters Öl zu drücken ist auch nicht jedermanns Sache.

    Einfach keine Fertigprodukte kaufen, sondern immer nur 100% Zucker, 100% natives Olivenöl, reines Speisesalz, Paremesan wie gewachsen und eine kl. Monokultur Basilikum. Wenn Besuch kommt mit Spinat und Petersilie strecken, und Wal- oder Cash-Nuss.

  44. Marenlin #
    Januar 29, 2011

    Wir (das heißt meine Eltern) kaufen schon seit je her unser Pesto über einen schweinisch teuren Importeur, der alle seine Sachen direkt aus Italien holt. Da zahlen wir ca. 6 Euro für ein Glas. Als ich das zum erstem Mal gehört hab, musste ich auch ganz schön schlucken. Dann bin ich aber zum Studieren ausgezogen und weil ich auf den Geschmack von Pesto nicht verzichten wollte (und selber machen doch ziemlich viel Aufwand ist), hab ich angefangen, nach leckerem preiswerteren Pesto zu suchen.
    Was soll ich sagen? Das gibt es nicht. Wenn man ein Pesto haben will, in dem nicht mehr Konservierungsstoffe drin sind als nötig (man will das Zeug ja schon ne Weile lagern können) mit allen leckeren Zutaten, die in so ein Pesto eben rein gehören, dann muss man dafür eine ganze Stange Geld hinlegen.
    Inzwischen esse ich Pesto nur zu Hause mit meiner Familie. Da ist das Glas oder die selbstgemachte Soße schnell leer und nichts verschimmelt. Und Spaghetti mit Pesto sind für uns immer wieder ein Festessen. Teuer aber wirklich lecker.

  45. Ando #
    Januar 29, 2011

    Richtige Pesto hält sich auch einige Zeit, sie muss nur von Olivenöl bedeckt sein. Wenn ein Hersteller dann noch die Luft aus dem Glas zieht, kann man das ohne Weiteres in den Einzelhandel schicken. 10 Euro für die Zutaten zu einem Glas scheinen mir auch hoch: Basilikum 2,-, Pinienkerne anteilig ca. 1,-, Käse 1,-, Salz und Knoblauch noch ein paar Cent. Ein Hersteller bekommt das alles noch viel günstiger, aber ich sehe keinen Grund, warum irgendjemand das herstellen sollte: Alles zusammen in den Mixer, ein paar Mal drücken, schon ist’s fertig. Das Lesen der Etiketten dauert sicher länger. :)

  46. Ando #
    Januar 29, 2011

    Ok, ich habe das Öl vergessen: Noch ein Euro. :)

  47. Januar 29, 2011

    Zutaten hin oder her, Hauptsache es schmeckt!

    Mir schmeckt das Zeug mit teilweise über 50% Öl nicht, ich kaufe meistens das Pesto-verde von Riesa, da sind 70% Basilikum drinn und das schmeckt man!

  48. Mile #
    Januar 29, 2011

    Ich finde es schon etwas merkwürdig, dass man sich über die Wertigkeit von Lebensmittel beschwert und dann gleichzeitig von einem Billigöl schwärmt, dessen Grundbestandsteile ganz bestimmt nicht hochwertige Oliven sein können.

  49. chriskunze #
    Januar 30, 2011

    Sorry, aber als ich diesen Beitrag gelesen habe musste ich doch sehr grinsen.
    Da isst du eben über lange Zeit eben dieses Gruselpesto (Ich habe es noch nie gekauft) und dann kommt es negativ in die Medien und plötzlich magst du es nicht mehr. Komisch… Hat sich doch geschmacklich nicht verändert oder?

    Ich esse so gut wie keine Fertigprodukte. Der Aufwand ist gar nicht so groß wie viele vielleicht meinen. Eine Ausnahme stellen ab und zu Produkte von Frosta dar, weil die sehr genau deklarieren was sie verwenden und grundsätzlich ohne AROMA arbeiten.

    Die Kostenkalkulation für das Pesto finde ich “gelindegesagt” kindlich naiv.
    Ich selber produziere viele leckere Sachen in der Küche wie z.B. die verschiedensten Marmeladen, Saucen Pesto etc. Bin allerdings noch nie auf die Idee gekommen diese zu verkaufen, da mir klar ist, dass sie deutlich teurer würden als die industriell produzierten Waren.

    So koche, brate und backe ich also mit natürlichen Zutaten und freue mich wenn mir etwas gelingt. Wem die Industrieprodukte schmecken der soll sie doch essen und sich nicht von irgendwelchen Berichten davon abhalten lassen. Die meiste Menschen schmecken meiner Erfahrung nach ohnehin nicht sehr viel. Wie erklärt sich sonst der Erfolg von Milka, McDonalds, Pringles und Co? Vielleicht sind diese Menschen auch schon so “aromaverseucht”?

    Es gibt so viele Beispiele von so vielen Produkten, die vorgeben etwas anderes zu sein als sie wirklich sind. Aber die Werbung für diese Dinge scheint alles zu übertünchen. Wenn ich mir z.B. die Werbung für die aus Teig hergestellten Formchips Pringles anschauen, dann wird man von denen fröhlich und hat Freunde. Wer´s glaubt…. Aber die Dinger sind für mich nicht mal Kartoffelchips. Das ist aus Kartoffelpüree zusammengepresstes Gebäck mit Aroma. Und statt glücklich und beliebt wird man wohl eher fett und einsam.

    Wie soll die Lebensmittel Industrie lernen, wenn es doch so wie es ist prima klappt?

    Grüße

  50. PizzaSpezialmitKäseundSardellen #
    Januar 30, 2011

    Jedes Kind lernt doch:

    “Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser”

    Also wer nur vertraut und nicht kontrolliert ist selbst Schuld.

    Sorry. Mir geht dieses ganze geheule: Ich habe gekauft, aber mir nicht durchgelesen, was ich kaufe, sowas von auf die Eier.

    Egal, ob es Lebensmittel sind, Handyverträge, Klingeltonabos usw.

    Wer über 18 Jahre alt ist, und nicht unter Betreuung steht ist mündig, und damit für seine Entscheidungen rein selbstverantwortlich. Und wer einem Verkäufer (und was anderes ist ein Werbemensch auch nicht) blind vertraut, der sollte dringend darüber nachdenken, ob er seine Mündigkeit wirklich verdient hat.

    Die Zutatenliste zu lesen dauert keine 30 sek, wenn man etwas nicht versteht, läßt man es stehn, und fertig. Dann kocht man halt was anderes.

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