Du Hamburg, wir müssen mal reden. Jetzt guck nicht so überrascht, Du ahnst doch eh schon, dass dieses Gespräch auf Dich zukommt. Also. Wie soll ich anfangen?
Ich bin hier geboren, der Herbert würde sagen: Ich komm aus Dir. Als ich dann ins Ruhrgebiet musste, zum Studium, da hat das anfangs sehr weh getan. Immer wenn ich am Hauptbahnhof in den Intercity stieg und über Deine Elbbrücken ratterte, einen letzten Blick auf Hafen und Landungsbrücken erhaschend, dann musste ich heulen.
Wenn ich heute in die Bahn steige, lässt mich das kalt. Ich habe keine feuchten Augen. Eher freue ich mich, mal eine von den anderen zu sehen. Berlin etwa, die viel aufregender ist als Du. Essen, die authentischer ist. Oder München, wo die Sonne scheint.
Ja klar, das mit dem Wetter, das findest Du jetzt unfair, aber nun hab ich’s eh schon angeschnitten, also raus damit. Hamburg, Dein Wetter ist zum Kotzen. Es ist unerträglich. Früher hat mir das nicht so viel ausgemacht. Wenn man 20 ist, dann verbringt man ja auch bei strahlendem Sonnenschein den ganzen Tag drinnen oder verschwendet laue Sommernächte in finsteren, verrauchten Clubs.
Aber wenn man älter wird, weißt Du Hamburg, dann giert man nach Licht, nach dem Blau des Himmels. Jetzt haben wir November, seit Tagen schifft es, der Himmel über Dir ist dicht bewölkt, man kann die Sonne hinter dieser grauen Suppe nicht einmal erahnen. Und ich weiß, das bleibt jetzt so, bis April.
Wie mies Dein Wetter ist, erkennt man auch daran, wie abgehärtet Deine Bürger sind. Sie halten jeden fahlen Sonnenstrahl für ein Gottesgeschenk. Sobald die Außentemperatur über 8 Grad steigt, drängen sie in die Straßencafés. Und in wohl keiner anderen Stadt der Welt käme man auf die Idee, ein Volksfest im November zu veranstalten. Niemand will mit einer nassen Zuckerwatte in der Hand bei eisigem Wind Achterbahn fahren. Nur die Hamburger, die trotten brav in ihren Öljacken über Deinen Winterdom.
Ein bisschen Schlechtwetter ist kein Trennungsgrund, sagst du? Das stimmt wohl. Aber ich bin auch noch lange nicht fertig. Der Dauerdüsterregen ist ja nur eine von ganz vielen Sachen.
Eine andere ist Deine Großspurigkeit. Es heißt immer, Hamburg und seine Bewohner seien besonders zurückhaltend, sprächen nicht über Ihr vieles Geld, neigten zum Understament. Aber das stimmt nicht. In Wahrheit sind die Hanseaten borniert und größenwahnsinnig
Als ich nach dem Studium wieder herzog, ins randseitige Rahlstedt, da quittierte das eine Bekannte mit süffisantem Lächeln und dem Satz: “Wirklich? Also ich hab’ noch nie außerhalb der Stadt gewohnt.” Nie seinen Hintern aus Eimsbüttel rausbewegt und auch noch stolz darauf. So sind sie, Deine Bürger, provinziell und selbstgerecht. Halten ihre Stadt für den Nabel der Welt. Dabei ist sie nicht einmal der Nabel der Republik.
“Weltstadt an der Elbe”. Glaubst Du diesen Scheiß wirklich? Warst Du schon mal in London, Paris oder New York – oder einfach nur in Berlin? Dann wäre Dir klar, dass Du kein besonders heißer Feger bist, schon gar keine “Metropole”. Im globalen Maßstab gehst Du als bessere Landpomeranze durch. Aber als Weltstadt? Du bist bestenfalls das Bielefeld unter den Weltstädten.
Wenn man sich einmal zu dieser Erkenntnis durchgerungen hat, dann fängst Du erst so richtig an zu nerven, mit Deinem selbstgefälligen Lokalpatriotismus. Dann wird einem schlecht, wenn irgendeine besoffene Menge bei Dom oder Hafengeburtstag “Hamburg, meine Perle” gröhlt. Immer wieder muss ich mir von dümmlich verliebt grinsenden Einheimischen erzählen lassen, Du seist “die schööiinste Stadt der Welt”.
Sicher, ein paar Ecken von Dir sind wirklich nett: Das Rathaus, die Außenalster, Planten und Blomen, der Stadtpark.
Aber warum, glaubst du wohl, ist es dort bei gutem Wetter so unfassbar voll? Weil der Rest Deiner 750 Quadratkilometer nicht weiter der Rede wert ist, deshalb. Die Leute ballen sich an jenen wenigen schönen Flecken, denen die raumgreifende Ödnis des unfassbar grauen Hamburger Ostens gegenübersteht. Der Nordwesten, mit Eidelstedt oder Schnelsen, ist ebenfalls total verbaut und nicht viel schöner als Gelsenkirchen oder Bottrop.
Und während man aus München oder Frankfurt, letztere beileibe keine Schönheit, zumindest ins Umland flüchten kann, gibt es für Deine Bewohner kein Entrinnen: Um Dich herum existieren nur Sumpfgebiete wie Pinneberg oder Norderstedt. Dort gibt es absolut nichts.
Jetzt wirst Du sagen, dass man Menschen und auch Städte so nehmen muss, wie sie eben sind. Hast’ einen Punkt. Du kannst ja nichts für den Regen, und für Wandsbek-Ost kannst Du eigentlich auch nichts. Was ich Dir aber wirklich übelnehme ist, dass Du in den letzten Jahren angefangen hast, mich immer schlechter zu behandeln.
Das passiert ja manchmal, wenn man lange zusammen ist und den anderen für selbstverständlich nimmt, aber Du hast es echt zu weit getrieben. Andere Städte geben sich richtig Mühe, es ihren Bürgern nett zu machen. Sie sorgen zum Beispiel dafür, dass man mit dem Fahrrad fahren kann, ohne täglich den Unfalltod zu riskieren. Du nicht. Ich habe gehört, dass Du kommendes Jahr “Green Capital Of The World” wirst. Ist das ein Witz? Mit wem musstest Du dafür ins Bett gehen? Genausogut könnte man Berlin zur “Freundlichsten Metropole der Welt” küren.
Noch ein Beispiel gefällig? Du arbeitest seit längerem daran, zur kinderfeindlichsten Stadt Deutschlands zu werden. Deine Kitaplätze, ohnehin zu dünn gesäht, kosten jetzt über 500 Euro. Du hast das Essensgeld in Kindergärten und Schulen auf einen Schlag um 60 Prozent erhöht.
Deine Spielplätze sind vergammelt. Du würdest gerne die Elternschulen schließen, den schulärztlichen Dienst streichen, die Verkehrserziehung eindampfen und das Altonaer Muesum plätten – während Du gleichzeitig am Hafen für über 300 Millionen Euro Deine Philharmonie baust. Ja, das passt zu Dir: Das kleine Museum, das keinen Touristen interessiert, das Deine Bürger aber lieben, machst Du dicht. Die Philharmonie, die den Bürgern schnurz ist, bei Besuchern aber für ein großes “Ahh” sorgt, für die hast Du Geld.
Früher rümpftest Du über Düsseldorf und München die Nase, weil die sich immer so aufgedonnert haben. Heute hast Du selber nichts anderes mehr im Kopf als die Frage, wie Du die Blicke anderer auf Dich ziehen kannst. Protzig bist Du geworden, prunksüchtig und oberflächlich.
Davon verstehe ich nichts? Das nennt man Standortmarketing, sagst Du? Hör mir bloß mit diesem Sermon auf, den hab ich schon so oft von Dir gehört. Ich weiß, Du bist unheimlich stolz auf Deine ganzen Events. Und darauf, dass Deine Hotelübernachtungen um fast 30 Prozent gestiegen sind. Merkt man. Wenn ich im Sommer durch Deine City laufe, dann ist alles voll mit schwäbelnden Rucksackträgern in Funktionswesten. Und später wenn ich schlafen will, kriege ich kein Auge zu, weil aus der Stadt der Feuerwerkslärm herüberschallt und die Schiffshörner vom Fluss heraufdröhnen.
Gratuliere, Hamburg, Du hast es geschafft. Du bist zum Elb-Disneyland geworden, zum Hansepark. Alle Bielefelder besuchen Dich, weil sie das Bielefeld der Weltstädte sehen wollen. Tarzan-Musical, Reeperbahn-Bummel und dann ein kleiner Ausflug ins pittoreske Schanzenviertel – nebst Abendessen bei Tim Mälzer
Klingt verbittert, meinst Du? Ich bin ja nur neidisch auf Deinen Erfolg? Ach Hamburg, Du hast überhaupt nichts kapiert. Du bist bornierter als eine Pöseldorfer Perlenketten-Elblette.
Touristen kommen und gehen, also freu Dich nicht zu früh. Das einzige, was Du dauerhaft erreicht hast, ist, Deine Bürger zu vergrätzen. Deine Leute! Die Dich immer verteidigt haben. Die immer eine Niederschlagsstatistik zur Hand hatten, wenn die Münchner Dich wegen Deines Wetters verspotteten. Die immer eine Liste namhafter Künstler herunterrattern konnten, wenn mal wieder ein Berliner behauptete. “Hamburg? Da ist doch nichts.”
Für die müsstest Du mal Standortmarketing machen. Mit bezahlbaren Wohnungen. Mit Angeboten für Familien. Ist Dir eigentlich bewusst, dass ein Krippenplatz in Hamburg fast dreieinhalb mal so viel kostet wie in München?
Was ich da mache? Wie sieht es denn aus? Ich packe. Ich ziehe irgendwo hin, wo die Sonne scheint. Ich suche mir eine Stadt, die sich freut, dass ich in ihr wohne. Und ich glaube, ich werde nicht der einzige sein, der abhaut.
Du hattest irgendwann mal diese Idee mit der “Wachsenden Stadt”, wolltest zwei Millionen Einwohner. Was Du allerdings nicht kapiert hast, Hamburg: Man muss nicht nur Neubürger dazugewinnen, sondern auch dafür sorgen, dass die Bestandskunden nicht durchbrennen. Genau das passiert einem aber, wenn man sich so verhält wie Du.
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Ich finde es einfach nur peinlich! Wahrscheinlich verkauft er zu wenig Bücher und will einfach nur mal in Gespräch kommen.
Natürlich hat Hamburg ein paar Ecken, die nicht so schön sind! Aber andere Städte schließlich auch!
Keine andere Stadt hat in der Innenstadt ein so großes Binnengewässer wie die Alster. Und wir haben soviel grün. Schließlich wird Hamburg ja auch “die grüne Stadt” gennant! ich könne hier noch ganz viele positive Eigenschaften von HH aufzählen! Und natürlich auch ein paar negative! Aber da würde wohl die Liste zu lang werden! Wenn man eine Stadt nicht mag: schön. Aber dann nicht dumm rummlabern, sondern einfach wegziehen. Schließlich lecken sich andere Leute geradezu die Finger um nach HH zu ziehen.
Und übrigens Berlin z. B. ist viel dreckiger! Dort liegt (leider) viel mehr Müll rum! (Berliner, bitte nicht aufregen, ich finde auch eure Stadt hat sehr schöne Ecken!).
Achwas – so eine Winselstute. Der schreibt diese Zeilen doch nur, weil er jetzt schon vor Heimweh heult. Ich kenne diverse Menschen die aus München, Heidelberg, Duisburg etc. pp. nach Hamburg gezogen sind und allen gefällt Hamburg sehr gut.
Man muss nicht jeden Scheiss ernst nehmen, den Journalisten so absondern. Manche schreiben eben für € pro Zeile – auch mal Mist.
Und abgesehen davon! Was kann eine Stadt dafür, wenn es zuwenig Kita Plätze gibt. Er sollte viel lieber mit der Politik abrechnen, anstelle mit der Stadt an sich!
Mein Gott und wem ihm der Lärm zu laut ist, ja dann soll er sich doch Oropax kaufen!
peinlicher abgang…
jetzt aber nicht gleich über münchen beschweren
Jaja, Reizzentrum,
man muss nicht jeden Scheiß ernst nehmen, den Journalisten so absondern. Und genau so wenig jenen, den Du absonderst.
Junge, Junge…. dann war er aber noch nie längere Zeit in Berlin, im MV – nur malwegen den hässlichen Ecken – da ist es so gottverdammt hässlich…. oder im Wedding….
Der will nur Aufmerksamkeit, die ich ihm jetzt sicher nicht mehr geben werde…… soll er doch in München verrotten…..
PS.: icke bin Berliner, aber bald zieh ick wahrscheinlich nach Hamburg!!!!!
Starker Artikel, vielen Dank dafür Tom!!
Wie einer meiner Vorredner schon erläuterte: “…Und meistens nicht sachlich, sondern mit viel eingeschnapptem Hochmut dabei; gerade eine Metropole, die “offen und multikulturell” ist, sollte sowas mit nem Lächeln wegstecken können…”. Wenn man sich sich die Kommentare hier zum Teil durchliest, “PISA” lässt grüßen…
Wohne in Hamburg, komme selbst aus ihr und habe das Glück, beruflich und privat viel durch Europa und die westliche Welt zu reisen. Dabei lerne ich viele schöne Städte kennen und nehme mir vor , wenn es die Zeit zulässt, hinter die Kulissen zu schauen. Auch Hamburg ist nur eine Stadt, objektiv gesehen. Subjektiv, meiner persönlichen Ansicht nach, ist Hamburg eine selbstverliebte und manchmal auch realitätsfremde, wenn auch in wenigen, wohlhabenden Teilen, sehr schöne und grüne Stadt.
Wenn ich die Wirklichkeit betrachte, ist die bewunderte Alster auch nur ein Stausee in der das Wasser im Auge betrachtet eher auschaut wie trübe Jauche, es vielleicht auch ist. Aber trotzdem sind dort prunkvolle Villen aufgebaut und gehören die Straßenzüge um die Alster herum mit zu den teuersten Flecken der Hansestadt. Und an Sonnenscheintagen in Massen am Elbstrand und Konsorten, Pötte und Hafenkräne eines Handels – und Industriehafens zu bewundern und bestaunen, das tut man eigentlich nirgendwo sonst. Kenne den New York Habor, Port of Long Beach, Rotterdam, Bremerhaven und viele andere nur zu gut, aber so “spannend” wie in Hamburg geht es dort nicht zu. Und ständig größere Schiffe, die nicht mal ihre Jungfernfahrt dort begonnen haben und montiert wurden einem Volksfest widmen, Würstchenbuden aufzustellen und mit einem Feuerwerk nachzutrauern ist auch eine Hamburger Eigenart.
Mit den angesprochenen Kitaplätzen, damit hat nicht nur Hamburg zu kämpfen, wobei es um dem Speckgürtel herum, in Sumpfgebieten wie Quickborn, Norderstedt noch schwieriger sein soll überhaupt einen halbwegs bezahlbaren Platz zu bekommen. Das hat mir zumindest eine Bekannte erzählt. Und Spielplätze gibt es in der Tat viele schöne, nur sind diese “schönen und kinderfreundlichen Plätze” meistens dem Hamburger Schmuddelwetter entsprechend überdacht und kosten nicht gerade wenig Eintritt, sprich auf Dauer nur der wohlhabenden “Hamburger Klassengesellschaft” vorbehalten. Schade das selbst Kinder zum spielen Eintritt zahlen müssen. Macht aber nichts, dafür haben wir Pfeffersäcke unsere tolle Elbphilharmonie, noch mehr Schulden und auswärtige (Tages-)Touristen.
Und München ist in der Tat lebenswert. Freizeitmäßig ist sehr viel machbar und die südliche Lage würde ich dem Norden vielleicht gar selbst vorziehen. Vor kurzer Zeit hatte ich mal eine Statistik mit den 25 zukunftsträchtigsten, wirtschaftlich aussichtreichsten Regionen der Republik in der Hand gehabt, in der von Hamburg aber keine Spur war, überwiegend Süddeutschland und Gegende um Mainhatten. Jedoch muss man auch in München gutes Geld auf der hohen Kante haben, ohne Immomakler und Ausdauer läuft dort auf dem Wohnungmarkt so gut wie nichts mehr.
Hamburg ist lebenswert und vielleciht auch sexy, wenn man sich die begehrten Stadtteile des weißen Hanseatischen Hamburgs leisten kann und nicht in der “raumgreifende Ödnis des unfassbar grauen” Hamburger Ostens, Westens, Nordens, Südens mit Bezirke wie Billstedt, Lurup, Flottbek, Wilhelmsburg, Veddel, Eidelstedt, Farmsen, Schnelsen, Mümmelmannsberg, Billbrook, Lenzsiedlung, um nur einige zu nennen, geradezu gezwungen ist zu wohnen.Es gibt aber auch über die angesprochende Stadtteile schon viel “merchandising”, bleibt also spannend.
Schade, dass viele Hamburger, meiner Meinung nach, nicht über den Tellerrand schauen, oder schauen wollen, dass es noch mehr lebenswerte, sehenswerte Ecken in Deustchland gibt und nicht nur Hamburg “die schönste Stadt der Welt” ist.
In Hamburg gibt es viel schönes aber auch sehr viel negatives, hässliches. So nun aber gut, mein Kommentar sprengt schon eine ganze Seite:)
Wie gesagt, herzlichen Dank, Tom, für Deinen tollen, erfrischenden Beitrag zu Hamburg. Und viel Glück und Erfolg in München!
MFG
Starker Artikel, vielen Dank dafür Tom!!
Wie einer meiner Vorredner schon erläuterte: “…Und meistens nicht sachlich, sondern mit viel eingeschnapptem Hochmut dabei; gerade eine Metropole, die “offen und multikulturell” ist, sollte sowas mit nem Lächeln wegstecken können…”. Wenn man sich sich die Kommentare hier zum Teil durchliest, “PISA” lässt grüßen…
Wohne in Hamburg, komme selbst aus ihr und habe das Glück, beruflich und privat viel durch Europa und die westliche Welt zu reisen. Dabei lerne ich viele schöne Städte kennen und nehme mir vor , wenn es die Zeit zulässt, hinter die Kulissen zu schauen. Auch Hamburg ist nur eine Stadt, objektiv gesehen. Subjektiv, meiner persönlichen Ansicht nach, ist Hamburg eine selbstverliebte und manchmal auch realitätsfremde, wenn auch in wenigen, wohlhabenden Teilen, sehr schöne und grüne Stadt.
Wenn ich die Wirklichkeit betrachte, ist die bewunderte Alster auch nur ein Stausee in der das Wasser im Auge betrachtet eher ausschaut wie trübe Jauche, es vielleicht auch ist. Aber trotzdem sind dort prunkvolle Villen aufgebaut und gehören die Straßenzüge um die Alster herum mit zu den teuersten Flecken der Hansestadt. Und an Sonnentagen in Massen am Elbstrand und Konsorten, Pötte und Hafenkräne eines Handels – und Industriehafens zu bewundern und bestaunen, das tut man eigentlich nirgendwo sonst. Kenne Den New York Harbor, Port of Long Beach, Rotterdam, Bremerhaven und viele andere nur zu gut, aber so “spannend” wie in Hamburg geht es dort nicht zu. Und ständig größere Schiffe, die nicht mal ihre Jungfernfahrt dort begonnen haben und montiert wurden einem Volksfest widmen, Würstchenbuden aufzustellen und mit einem Feuerwerk nachzutrauern ist auch eine Hamburger Eigenart.
Mit den angesprochenen Kitaplätzen, damit hat nicht nur Hamburg zu kämpfen, wobei es um dem Speckgürtel herum, in Sumpfgebieten wie Quickborn, Norderstedt noch schwieriger sein soll überhaupt einen halbwegs bezahlbaren Platz zu bekommen.Das hat mir zumindest eine Bekannte erzählt. Und Spielplätze gibt es in der Tat viele schöne, nur sind diese “schönen und kinderfreundlichen Plätze” meistens dem Hamburger Schmuddelwetter entsprechend überdacht und kosten nicht gerade wenig Eintritt, sprich auf Dauer nur der wohlhabenden “Hamburger Klassengesellschaft” vorbehalten. Schade das selbst Kinder zum spielen Eintritt zahlen müssen. Macht aber nichts, dafür haben wir Pfeffersäcke unsere tolle Elbphilharmonie, noch mehr Schulden und auswärtige (Tages-)Touristen.
Und München ist in der Tat lebenswert. Freizeitmäßig ist sehr viel machbar und die südliche Lage würde ich dem Norden vielleicht gar selbst vorziehen. Vor kurzer Zeit hatte ich mal eine Statistik mit den 25 zukunftsträchtigsten, wirtschaftlich aussichtsreichsten Regionen der Republik in der Hand gehabt, in der von Hamburg aber keine Spur war, überwiegend Süddeutschland und Gegende um Mainhattan. Jedoch muss man auch in München gutes Geld auf der hohen Kante haben, ohne Immomakler und Ausdauer läuft dort auf dem Wohnungmarkt so gut wie nichts mehr.
Hamburg ist lebenswert und vielleicht auch sexy, wenn man sich die begehrten Stadtteile des weißen, Hanseatischen Hamburgs leisten kann und nicht in der “raumgreifende Ödnis des unfassbar grauen” Hamburger Ostens, Westens, Nordens, Südens mit Bezirke wie Billstedt, Lurup, Flottbek, Wilhelmsburg, Veddel, Eidelstedt, Farmsen, Schnelsen, Mümmelmannsberg, Billbrook, Lenzsiedlung, um nur einige zu nennen, ist zu wohnen. Es gibt aber auch über die angesprochende Stadtteile schon viel “merchandising”, bleibt also spannend.
Schade, dass viele Hamburger, meiner Meinung nach, nicht über den Tellerrand schauen, oder schauen wollen, dass es noch mehr lebenswertere Ecken in Deustchland gibt und nicht nur Hamburg “die schönste Stadt der Welt” ist.
In Hamburg gibt es viel schönes aber auch sehr viel negatives, hässliches. So nun aber gut, mein Kommentar sprengt schon eine ganze Seite:)
Wie gesagt, herzlichen Dank, Tom, für Deinen tollen, erfrischenden Beitrag zu Hamburg. Und viel Glück und Erfolg in München!
MFG
Hillenbrand schafft es tatsächlich sich mit so einem “dumm tüch” ins gerede der Hamburger und Münchener zu bringen. Irgendwann wird er über München das gleiche schreiben. Reines Selbstmarketing. Sicher hat er in München nun ein paar Bussi-Bussi Freunde gewonnen und Hamburgern ist der Typ äh Supergeek sowieso egal.
Supergeek – never heard of Tom Hillenbrand!!!
Danke!
Endlich mal einer der nicht alles so durch die rosarote Brille sieht.
Du hast mir aus der Seele gesprochen, Ich habe zwar das Glück im schönen Blankenese zu leben aber welche Bäckereifachverkäuferin kann sich das leisten?
Kultur wird hier kleingeschrieben und das wenige was gut ist,wird durch wenige, aktive Einzelpersonen geleistet z.b. das Repperbahnfestival… Damit hat die Stadt (Senat) nichts zu tun.
Jetz höre ich sie schon wieder rufen “der Senat ist ja nicht die Stadt”. Aber die Leute die diesen Senat gewählt haben machen diese Stadt aus.
Straßenfeste in Hamburg sehen in allen Stadtteilen gleich aus. Durchkommerzialisiert und herzlos.
Eine Stadt wie Hamburg glaubt auch das sie für eine leidlich funktionierende Infrastruktur nicht zuständig ist. Staus jeden Morgen und abend und niemand macht sich die Mühe was dagegen zu tun. Ist halt so, das ist in anderen Staädten nicht anders.
Ist das so?
Nehmen wir Essen. Dort kann ich innerhalb einer halben Stunde an fast jeden beliebigen Stadtteil sein. Eine Querung von Hamburg von Rissen nach Farmsen dauert 1,5 Stunden. Davon stehe ich ein halbe Stunde an der Ampel weil es soetwas wie eine grüne Welle hier nicht gibt.
Wenn ich auf den öffentlichen Nahverkehr zurückgreife ( im übrigen einer der teuersten Deutschlands, München, Berlin, Düsseldorf etc.. sind alle günstiger) darf ich mich in eine müffelnden, alten Bahn setzen deren Pünktlichhkeit nicht besser ist als die der deutschen Bahn.
Nur die ach so tollen Vorzeigestadtteile wie der Freihafen sollen natürlich eine neue Linie bekommen.
Der Freihafen ist ja auch so ein Thema. Was ist daran schön? Die wirklich schönen alten Gebäude werden mit einer Allerweltsarchitektur zugeschissen die ich so auch in Peking oder
Göttingen finde.
Das alles wäre ja kein Thema wenn nicht immer alle davon reden würden wie toll doch diese Stadt ist. Sie hat wirklich schöne Ecken aber das haben andere Städte auch. Nur weil hier die Preise auf Weltstadtniveau sind ist Hamburg deswegen noch keine Weltstadt.
So das musste mal raus!
Reiner
14.01.2010 Kommentar in der Mopo (nur 700 Zeichen)
Von: Recht hat er!
Was wurde aus dem schönen Altonaer Bahnhof? In 1979 abgerissen, ersetzt durch einen Betonklotz, der bald einer Wiese weicht. Warum wurde das historische Gängeviertel am Gänsemarkt für ein Hochhaus geopfert? Warum wurde der Dovenhof, die alte Münchmeyer-Bank am Ballindamm und vor Kurzem noch alte Kontorhäuser abgerissen?
/ /
Damit ein Bürgermeister sagen kann, er habe eine „Europapassage“ erbaut? Damit Spekulanten von „Perlenkette“ reden, wenn sie das schöne Elbufer mit Büros zupflastern? Damit man vornehm „Hafencity“ sagt, aber gesichtslose Industriequartie für Menschen meint? // // Hillenb. hat in Vielem Recht: „Eine Stadt sollte es ihren Bürgern (…) nett machen“,- weniger den Touristen.
- – -
PS: Zensur in der Mopo
Ich stellte diesen Beitrag um 17.15 im Kommentar-Bereich ein;- jedoch war er kurz später verschwunden. Ich stellte genau den gleichen Beitrag um 17:40 nochmals
ein. Bei Redaktionsschluss war er wieder weg. Es blieb nur Kritik an Hillenbrandt.
PS-2:
In Videobeiträgen fragt die Mopo 5 Jugendliche, ob Hamburg eine Weltstadt sei. Das bejaht natürlich die Mehrheit; und warum? Wegen der guten Konsummöglichkeiten, wegen des Fischmarktes, der Elbe und überhaupt; der „Weltoffenheit“. Im Sommer sei Hamburg eine Weltstadt, im Winter hingegen nicht,- das ist auch eine Meinung…
Peinlich, peinlich,- das alles.
ich kann Ihnen nur Recht geben. Sie haben vergessen: manchmal humorlos und intolerant, sind die Hamburger auch. Sie können nicht einmal Ihren Denkanstoß als Ironie verstehen. Gleich beleidigt. Hamburg zu kritisieren ist tabu.
Ich bin mal so frei (falls nicht passend, einfach löschen):
Hamburg… lass uns Freunde bleiben
Zugegeben, Hamburg es würde mir schwer fallen mit dir ab zu rechnen. Daher habe ich das auch nicht vor,ja ich würde es kaum übers Herz bringen. Ich glaube dir aber sagen zu müssen, das es mit uns so nicht weitergehen kann. Um dem etwas Nachdruck zu verleihen sage ich es dir mit den häufig zitierten Worten, die aber eigentlich niemand hören will: “ich glaube es ist aus, aber lass uns Freunde bleiben”.
Wie jeder enttäuschte Partner wendest du dich sicherlich von mir ab. Ich habe allerdings das Gefühl, das ich dir sowieso nie wirklich viel bedeutet habe. Deine Immobilienpolitik macht mich zum Zaungast in der eigenen Stadt. Du lässt mich zwar teilhaben an den schönen Dingen deiner Stadt (und dafür bin ich dir dankbar), schickst mich aber regelmäßig mit der S-Bahn wieder an den Stadtrand zurück, denn ab jetzt feiert die geschlossene Gesellschaft. Die Zahlt besser und nennt dich sowieso Ihr Eigen. Es tut mir wahrhaftig weh, wenn ich zusehen muss, wie du dich an diese grauen Herren verkaufst. Du hast das nicht verdient, hälst es aber auch nicht für nötig auf deine wahren Freunde zu hören.
Als ich dich kennenlernte hatte ich Schmetterlinge im Bauch und hätte alles für dich getan. Ja, ich war neu und naiv. Oder wie du mich nanntest, einen “quitsche”. Erst in der dritten Generation wäre ich einer von dir sagte man mir und damit fing es auch schon an. Deine Freunde sind patrioten und bedingungslose Liebhaber. Was du auch tust, Sie stehen zu dir, deine Fahne halten Sie in den Wind! Ich freue mich für dich und all diejenigen, die deine Liebe nicht brauchen. Meine rosarote Brille habe ich aber längst abgelegt. Du weißt ja wie das ist: Es gehören immer zwei dazu.
Alsterfest und Hafengeburtstag, statt Wohnraum und gestaltung eigener Freiräume – Zuckerbrot und Peitsche. Und alle machen mit. Bezeichnen dich als Weltstadt an der Elbe, als Tor zur Welt und überhaupt als gottgegeben. Dein penedranter Geltungsdrang macht mich wahnsinnig. Hinter den Grenzen Europas kennt dich keine Sau. Warum kannst du nicht einfach du selbst sein?
Es fällt mir schwer das zu sagen, aber ich glaube du bist nicht das wofür du dich hälst und auch nicht das wofür dich deine Touristen halten. Dazu muss ich dich keine drei Generationen kennen. Ganz sicher nicht. Ich habe mich tatsächlich viel mit dir beschäftigt, habe dich versucht zu verstehen und Ich weiß das jede Beziehung Ihre Höhen und Tiefen hat, nicht nur mit dir Hamburg.
Jedes weitere Jahr wäre aber nur ein Zugeständnis meinerseits. Ich werde mir wohl was neues suchen müssen, auch wenn ich Gefahr laufe mit meiner Entscheidung falsch zu liegen. Aber ich denke daran führt kein Weg vorbei, denn das kann noch nicht alles gewesen sein. Es fällt mir wirklich schwer, denn wenn ich morgens die Hafenstraße Richtung Fischmarkt laufe, im Sommer die Fähre zum Elbstrand nehme, oder nach einem Heimspiel durch die Straßen von Sankt Pauli flaniere bekomme ich Gänsehaut, denn hier zeigst du deinen ganzen Charme und die Dinge wofür ich dich so sehr schätze, bevor du mich dann wieder mit der nächsten Bahn zurück an den Stadtrand schickst.
Gratulation! Ich kann Dir in vielen Punkten nur Recht geben und Deinen Text mit einem Zitat von Daniel Richter abschliessen:
“Hamburg ist nur für Reiche schön!”.
Eine bedauerliche Entwicklung der letzten 10 bis 15 Jahre. Wer das nicht sehen will, verdient wahrscheinlich zuviel, bzw. mehr als der Durchschnitt.
hamburg meine perle? olle glasmurmel triffts wohl eher! ich bin hier geboren und aufgewachsen..war immer stolz drauf, doch was sich hier in den letzten 20 jahren kulturell, stadtplanungstechnisch etc. abgespielt hat ist absolut unfassbar und aeusserst peinlich! weltprovinz hamburg… du kommst grossspurig aber inhaltsleer daher wie eine kader loth oder daniela katzenberger…
Oh je, was mit Hamburg passiert.
Nach 3 Wochen Hamburg, geht es nächste Woche wieder nach Berlin zurück, wo ich seit 2003 lebe. Und weisst du was Hamburg? Der Abschied fällt mir leicht.Und das sagt ein Hamburger Jung!
Hamburg und München sind sich mittlerweile ähnlicher als viele Glauben möchten (in Folge der “wachsenden Stadt”?!). Hochnäsig, versnobt, geldgeil, viel Schein wenig Sein – beides halt Schnöseldörfer. Wobei ich München mit seinem Umland irgendwie doch ein bissel schöner finde.
Habe auch gedacht, Hamburg wäre die einzig wahre Alternative zu Berlin. Dem ist nicht so. Die letzten Jahre haben es angedeutet: Hamburg “stirbt”. Auch die paar noch übrig gebliebenen “Alternativ-Straßen” werden daran nichts ändern können. Die einzige halbwegs annehmebare Alternative zu Berlin ist für mich Köln und noch andere ausgewählte wie zum Beispiel Leipzig, Dresden, oder halt Potsdam.
Mir ist die ehrliche Berliner Schnauze zig mal lieber als dahin geheucheltes “Hanseatisches Understatement”. Wobei es mir auffällt, dass die ältere Generation der normalen, einfachen Hamburger tätsächlich noch Understatement pflegt.Und das ist schön.
Was wird eigentlich aus Hamburg wenn die restlichen Bezirke, was jetzt schon der Fall ist, der Verkaufsförderung zum Opfer fallen? Werden die Bewohner weiter ins Umland gekarrt?
Wer noch in Lokalpatriotismus schwelgt, dem weiss sich leider auch nicht zu helfen. Entweder wollen sie, zumindest meiner Meinung nach, die Realität schlicht nicht einsehen oder sie verdienen dementsprechend damit ihnen die Stadt mit Miete, Kita, Ausgehen und allem PiPaPo erhalten bleibt. Alles traurig aber wahr. Leider.
Auch wenn Berlin machmal etwas schroff sein kann und in weiten Teilen nicht so schön aussieht wie Hamburg, die Stadt ist für mich lebens- und liebenswerter.
Ich bin beileibe kein negativ Denker , aber was mit Hamburg passiert….
Und nein, ich bin NICHT Stolz darauf, dass meine Geburtsstadt “Umwelthauptstadt 2011″ wird. Weshalb auch?
@ Mike, “14.01.2010 Kommentar in der Mopo (nur 700 Zeichen)”
Dito!!
Allem anschein nach, zensiert die Mopo tatsächlich BERECHTIGTE Hamburg Kritik. Schaut mal in Netz nach Jungs, Google spuckt noch brisantes Material aus;)
Als ich als aus Düsseldorf stammender Wahl-Hamburger schon nach zwei Wochen zum ersten Mal zum Arzt musste, meinte dieser, als er meine Krankenkassen-Karte mit Noch-Düsseldorfer Adresse sah: “Ach, Sie kommen aus Düsseldorf? Kann man da leben?” Was für ein sympathischer Empfang! Das war keine Ironie, das war purer, arroganter Hanseaten-Ernst!
Und jetzt bitte nicht mit Anti-Düsseldorf-Kommentaren antworten, denn wir wollen ja hier nicht Äpfel mit Birnen vergleichen! Wenn schon, dann kann man Hamburg in Deutschland aufgrund der Einwohnerzahl nur mit Berlin vergleichen. Was mir oft aufgefallen ist: Von den echten Berlinern sagt keiner: Wir sind die beste Stadt!. Das haben die gar nicht nötig, da wird in Berlin überhaupt kein Gedanke dran verschwendet. Während man sich in HH andauernd anhören muss, wie toll und einmalig die Stadt doch sei… und wie provinziell der Rest, und wie dreckig Berlin etc.
Ich mag HH trotzdem, exklusive des Teils seiner Einwohner, die zu Arroganz und Überheblichkeit neigen. SInd zum Glück bei weitem nicht alle…
Spricht mir aus dem Herzen, jawohl. Ich bin in Hamburg geboren, war weg und bin wiedergekommen.. und dann merkt man erst, wie bescheuert diese kleine pomadige Stadt .. nein Dorf ist.
Für mich gehts demnächst nach Berlin. Tschüss Hamburg
Bin Exil-Berliner und wohne seit 1996 in HH – hier in Kürze, was mich am aller, aller meisten an HH nervt . . .
(1) Es gibt keine seriöse Tageszeitung à la Tagesspiegel und Co. – nur schlecht gemachtes, provinzielles Springerzeugs
(2) Es gibt keine vernünftigen Radiostationen mit Talkradio, brauchbaren Kulturtipps, coolen Bandinterviews usw – nichts, nur nonstop blöde Chartmucke aus der Retorte. Offensichtlich quatschen die HHer nicht gerne und sind lieber schweigsam – ärmlich und schade
(3) Dazu sind die Ampelschaltungen katastrophal: langsam, unlogisch und oft unkoordiniert – 10 Km Stadtverkehr in HH dauert doppelt so lang wie 10 Km Stadtverkehr in Berlin
(4) Hamburger generell sind recht langsam, eher unexperimentell, unflirty, analog ein/aus und kommen auch sonst nur selten zackig aus dem Quark. Das lustigste an den HHern: wenn es eine Schlange gibt, stellen sich die HHer brav hinten an (lustiger Weise auch im 2-spurigen Straßenverkehr), anstatt im Laden den Tresenleuten umgehend die Hölle heiss zu machen, was denen eigentlich einfällt, die Leute so lange warten zu lassen (im Straßenverkehr: anstatt auf die leerere 2. Spur zu gehen)
(5) Und noch eins: Die Zuschaustellung der sogenannte “Szene” um Peinlichkeiten wie Michael Ammer, Dieter Bohlen und Co. (auf der Straße wie in der Mopo) ist einfach unerträglich. Wie kann es sowas ernsthaft geben?! In Berlin würden Ammer & Co. von Kindern mit Steinen beworfen und aus der Stadt gejagt werden. In HH fehlt diese soziale Kontrolle/Abstrafe völlig. Reiche Idioten können in HH machen, was sie wollen…
Wie kann man Hamburg diskreditieren und gleichzeitig ein nicht näher erwähnenswertes Rattenloch südlich von Oranienburg zur Weltstadt ernennen? Ich glaub’, es hackt.
Da liebt jemand seine Heimatstadt zutiefst, ist aber nicht damit einverstanden, was die Politik aus dieser Stadt macht.
Als gebürtiger Münchener bin ich doch recht froh in Hamburg wohnen zu können.
1x im Jahr zu Besuch in München zu sein reicht mir völlig um zu wissen, dass meine Entscheidung richtig war. In D gibts für mich keine Alternative.
Wer allerdings Stadtpark und Rathaus in HH als Highlights betrachtet und aus der Stadt nach Norderstedt flüchtet, hat herzlich wenig begriffen.
Viel Spaß in München und BussiBussi.
Lustig und durchaus kurzweilig zu lesen. Ich bin nur über 6vor9 hier gelandet, sonst hätte ich von diesem “Aufreger” gar nichts mitbekommen. Vielleicht weiß man Hamburg nur so richtig zu schätzen, wenn man um Mopo et al einen Bogen macht.
Doch halt, ich bin ja gar kein Hamburger, ich bin ja Zugereister und wohne eh außerhalb – im weiten, grünen Umfeld. Nein, nicht Norderstedt. Wer aus Hamburg in Richtung Segeberg flüchtet und dort irgendeine Form der Verbesserung erwartet, der ist ja auch irgendwie selbst Schuld oder nicht weit genug gefahren oder beides.
Überhaupt, die Eigenverantwortung. Wer sich abwechselnd mit hochnäsigen Snobs und besoffenen Proleten umgibt, der darf sich nicht wundern, daß er nicht den besten Eindruck von seiner Umgebung mitnimmt. Ich kenne viele Leute, die gerne in Hamburg wohnen und das auch gerne zum Ausdruck bringen, allerdings nicht ungefragt oder in Form alkoholisierten Gesanges.
Wieviel bleibt eigentlich von den gesparten Krippenkosten in München übrig, wenn man die Immobilienpreise verrechnet? Und ist die Welt jetzt wirklich so schwarz und weiß, wie man es nach diesem Beitrag erwarten könnte? In München scheint immer die Sonne und in Hamburg gibt es im Winter Niederschlag? Na dann mal viel Spaß beim Schneeschieben und mit dem Föhn. Zumindest letzterer bleibt einem im Norden ja meistens erspart. Da nehme ich doch lieber den Hamburger Nieselregen, gerne auch waagerecht.
Ich wünsche jedenfalls viel Vergnügen in der neuen Wahlheimat. Aber bitte diesmal vielleicht etwas offener an die Sache rangehen. Eine Stadt ist nun mal eine Stadt, mit schönen und häßlichen Ecken, mit netten und mit doofen Menschen, mit guter und mit schlechter Politik, mit teuren und billigen Wohngebieten, mit Vor- und Nachteilen. Das gilt für Hamburg, Münschen, Frankfurt, Düsseldorf, sogar für Köln und Berlin. Wenn es Dir in einer anderen Stadt leichter fällt, Dir die schönen Dinge herauszusuchen, dann nur zu. Niemand hält Dich fest.
Aber bitte beim nächsten Umzug nicht wieder so ein wehleidiges Nachtreten. Das schlechte Licht trifft nämlich vor allem Dich und Dein Umfeld und weniger irgendeine Stadt. Du kannst zwar die Stadt wechseln, aber Dich selbst nimmst Du immer mit.
Schon mal in Hannover gewesen? ;)
Ohh, die Passarelle!
Ja wie wäre es denn ihr Hamburger, die ihr doch durch eure Kommentare zum Text nur DAS bestätigt, was der Autor geschrieben hat….wenn ihr einfach mal in euich geht und dranmacht, DAS zu werden, was ihr in der Werbung so gerne vorgebt ?
Nehmt doch einfach mal Kritik ernst….mal abgesehen davon, dass euch zumindest in Sachen Beatles die englische Hafenstadt Liverpool schon lange den Rrang abläuft….noch so ein Thema….wie kann man eigentlich ein Thema wie die Beatles in Hamburg so verpennen wie ihr Hamburger ? Und das ihr sogar mit dem Thema “Hamburger” weltweit besser dastehen könntet, auf die Idee seid ihr noch nicht gekommen ?
Der Glauben ist manchmal das eine, die Realitäöt sieht aber oft garnicht “glaubensmässig” aus, wie auch eine gewisse Kirche seit Monaten ständig belegt….
Volltreffer. Ich wohne inzwischen seit sechs Jahren in der Gegend von Hamburg und bin vor gut einem Jahr entnervt ins Umland gezogen. Alles, was in diesem Text steht, unterschreibe ich sofort. Und die angepissten Kommentare der vielen Hamburg geben mir Recht: Der gemeine Hamburger ist nicht sonderlich kritikfähig in seinem Kampf gegen die Realität. Nein, Hamburg ist einfach die selbstüberschätzteste Stadt der Welt.
Relaltiv witzlos, eine Stadt, das Wetter, die Politik und alle in ihr lebenden Menschen gleichzusetzen.
Es gibt Dinge die sind nicht zu vergleichen, entweder es gefällt, oder es gefällt nicht und das eben auch nicht allen gleich.
Es gibt Menschen denen Pieselregen und ständiger Wind um die Nase lieber ist als ein plötzlicher Hagelsturm und brütende Schwüle. Oder eben andersrum. Hamburg bietet viele Probleme in sämtlichen Bereichen, genau wie Berlin und Köln und Düsseldorf und München und Potsdam und Frankfurt, meinetwegen auch Bielefeld.
Also liebe Freunde, die ihr euch mit Städten identifiziert, lebt doch da wo ihr euch wohlfühlt oder meckert woanders.
Ich habe 2 Jahrzehnte in Hamburg gewohnt. Habe selbst vor drei Jahren mit Anfang Zwanzig meinen Haushalt in meinen Kleinwagen gepackt und die Stadt auf ewig verlassen. Ich konnte mich noch nie so wirklich mit ihr anfreunden. Da ist einerseits das berüchtigte Wetter, der (fast) ewig bedeckte und graue Himmel und anderseits das Preisniveau, die tristen Backsteinfassaden, das “norddeutsche Temperament”, die angesprochene Großspurigkeit. Nein, ich als lebensfroher, aufgeschlossener, nicht-elitär feiner Mensch habe mich mit ihr auseinandergelebt. Bin jetzt nach Zwischenstationen in Stuttgart und Wiesbaden in Frankfurt am Main gelandet. Vom Stadtbild und dem sozialen Miteinander nicht so prickelnd, jedoch ist das Umland, auch wenn es provinziell und bürgerlich erscheinen mag, sehr schön und die Freizeitmöglichkeiten wie Sportaktivitäten oder Tagestrips aufgrund der zentralen Lage in Deutschland wie auch Europa sehr vielfältig. Auch wettermäßig ist es hier merklich besser. München kenne ich nur von kurzen Tagesaufenthalten, also kann ich mir keine tiefergehende Meinung über sie erlauben. Jedoch gefiel sie mir vom Stadtbild her größtenteils sehr schön.
Ich werde aber in absehbarer Zeit Deutschland ganz in Richtung Grande Nation verlassen. Sei es Nordsee oder Schwarzwald, Berlin, München, Stuttgart, Hamburg- mich verschlägt es auf Dauer, auch weil ich beruflich sehr flexibel bin und keine Verpflichtungen habe nach Frankreich. Überhaupt nach Südwesteuropa. In Deutschland gleichen sich die Regionen eben doch sehr aneinander und wir sind alle irgendwie miesepetrig, spröde und nicht nur die Schwaben leben nach dem Motto Schaffe Schaffe Häusle baue. Da entspricht mir die Leichtigkeit des Seins in den südlichen Ländern, der landschaftlichen wie auch kulinarischen Vielfalt einfach mehr meinen Bedürfnissen und meines Sinn des Lebens. Ich brauche keine dekadenten Materialansprüche, sei es in Hamburg, Düsseldorf, München, FFM oder Lyon.
Im Leben muss man eben einige Städte und Länder bereist und sei es auch nur für kurze Zeit gewohnt haben, um wirklich zu wissen wo es einem auch auf Dauer gefällt. Und in einer Gegend aufgrund rationaler Werte zu leben, in der man vielleicht auch geboren wurde, obwohl es einem auf Lebenszeiten nicht gefällt? Man muss es rausfinden, es braucht seine Zeit. Ich habs hinter mir:)
Sehr geehrter Herr Hillenbrand,
Sie haben völlig Recht mit Ihrem Post.
Jedoch muss ich sagen, dass München noch weniger eine wohnenswerte Stadt ist als Hamburg.
Das liegt nicht an der Stadt selbst, sondern an ihren Einwohnern.
Bei meinem drei monatigem Aufenthalt im “Süden” konnte ich dies nur all zu gut feststellen.
Jede Stadt hat ihre Macken, aber grade dies finde ich macht den Charme einer Stadt aus.
Wer will schon eine perfekte Stadt leben, wenn man selbst nicht perfekt ist?
Die Heimat ist wie ein guter Freund: man liebt sie/ihn wie sie/er ist.
Viele Grüße
Clarissa
So kann nur jemand schreiben, der “seine” Stadt aufrichtig liebt!!!
hab garde ein Bericht( Elektrischer Reporter) im ZDF Kanal auf YouTube über diesen Abschiedsbrief gesehen da musste ich gleich mal reinschauen.sehr lustig was du da geschrieben hast. Ich finde Hamburg ist eine schöne Stadt, genauso wie Berlin oder München. Bin öfters da gewesen weil ein Freund von mir dort Arbeitet. Ich finde es ist auch einfach mal interessant zu lesen was einen Hamburger so richtig ankotzt. Besonders das mit dem Wetter hat mir gefallen. Die Berliner sind ein bisschen entspannter drauf wenn man über ihre Stadt meckert. Viele sagen in Berlin riecht es nach scheiße und Nudelpfanne gleichzeitig und jedem zweiten Döner kann man nicht vertrauen. Aber das ist mir vollkommen egal. Ik mag Nudelpfanne und Berlin noch mehr auch wenn manche drüber meckern und mit Hamburg ist das doch ähnlich so. Man mag Sie einfach obwohl se mieses Wetter hat und manche Leute ein auf dicken Bonzen machen.
So ein Schwachsinn! HH ist super. Habe nur 3 Monate dort gelebt aber m.E. ist es die beste deutsche Stadt. War auch 4 1/2 Jahre in Berlin, nerv nerv nerv. Voll mit aufgeblasenen Mutanten und Hipstern, grosse Klappe und nix dahinter. SED traditionell im Rathaus. Wetter auch nicht ‘redeeming’. Auch nicht mehr wirklich billig.
Sie haben wohl schlechte Laune gehabt als Sie obigen Text verfasst haben.
Ja, Muenchen hat schoenes Wetter und ist OK (*huestel* – man soll stets das Gute betonen, es gibt auch Dinge die ich nicht so verstehe in Muenchen)
Aber HH hat Stil! Und so schlecht war das Wetter nicht.
PS: Berlin = fuer den Arsch. Sie meinen HH ist ein Elb-Disney? Berlin ist ein Club-Disney, ein Erwachsenen-Spielplatz fuer Singles. Man sollte einen Zaun drumherum ziehen und Eintritt verlangen. Vielleicht muessten dann nicht stets andere zahlen fuer die Schlampe von der Spree, die sich selbst fuer so sexy haelt.
und in west berlin wird nicht mit (in wahrheit nicht vorhandenem) geld geprotzt?
GAAAAANZ schlimm.
schon mal das wort ‘bolle’ gehoert?
Nice. Very nice.
Berlin hat Ghettos, Rio Favelas, Istanbul Gecekondus, Kapstadt Shanty Towns und Hamburg, “die Weltstadt der Elbe”? Hamburg hat Backsteinhäuser…