Es gibt so Dinge, die braucht eigentlich kein Mensch. Ein iPad. Beheizte Autositze. Hemden mit eingestickten Initialien.
Oder eine eigene Shorturl.
Bei Bit.ly, Arm.in und vielen anderen Diensten kann man lange Internetadresse in kurze verwandeln (lassen). Eine eigene Shorturl braucht deshalb keiner, schon gar kein Betreiber eines Winzblogs wie ich. Eigentlich.
Trotzdem habe ich mir eine geschnappt. Erstens, weil es irgendwie Geekchic ist. Zweitens, weil ich wissen wollte, wie das technisch funktioniert.
Okay, es gibt natürlich auch sachliche Gründe. Jede Bit.ly-URL ist meines Erachtens eine verpasste Branding Opportunity. Außerdem kann ich mit meiner eigenen Shorturl analysieren, wieviel Traffic durch welche Tweets durchgegangen ist. Das gibt mir Aufschluss darüber, was meine Follower interessiert.
Wie geht das? Es ist ziemlich einfach, dauert nicht lange und kostet fast nix. Wer auch eine personalisierte Shorturl möchte, für den folgt hier eine kleine Anleitung.
1. Shorturl-Domain reservieren. Meistens nimmt man eine Internetadresse, die an den eigenen Seitennamen erinnert. Beispiele sind nyti.ms, pep.si, oder yhoo.it. Wer Inspirationen sucht, geht am Besten zu Domainr und gibt seinen Markennamen ein. Domainr ermittelt dann Kombinationen – z.B. Nfbue.ro. Sehr hilfreich, weil kein Mensch die ganzen Domainendungen auf dem Schirm hat.
Wichtig: Umlautdomains sind zwar oft noch zu haben, aber machen ständig Ärger – so werden sie z.B. bei Tweetdeck oder Seesmic nicht als Hyperlinks eingefügt. Klickt folglich keiner. Meine erste Wahl (fubü.net) musste ich deshalb durch eine andere Shorturl (nfbr.de) austauschen.
2. Bit.ly-Pro-Account einrichten. Die Proversion ist Beta, man braucht eine Einladung, das dauert ein paar Stunden. Ist aber umsonst. Es gibt auch eine Premiumversion, die kostet aber 1000 Dollar im Jahr und ist nur für Dickschiffe zu empfehlen.
3. Shorturl mit Bitly verlinken. Hierzu muss man das A-Record ändern oder, wenn man für die Shorturls eine Subdomain verwendet (z.B. l.faz.de), das C-Name-Record. Das wird bei Bit.ly gut erklärt und ist, z.B. über das Controlpanel von 1&1, eine Sache von einer Minute.
4. Hauptdomain mit Bit.ly verlinken. Dazu muss ein kleiner HTML-Fitzel auf der Webseite eingefügt werden.
5. Kaffee holen. Verifikation läuft. Bit.ly pingt die Seiten, dauert ca. 10 Minuten.
6. Einrichtung eines URL-Shorteners. Es gibt Bit.ly-Widgets, z.B. für Firefox. Damit kann man jede URL kürzen und das Ergebnis direkt twittern oder facebooken. Das Widget verwendet automatisch die eigene Shorturl.
7. Einrichtung auf der Webseite. Bei Blogsoftware (z.B. WordPress) ist das relativ simpel. Man braucht ein Plugin, z.B. Twitter Tools und Twitter Tools: bit.ly Links sowie den API-Schlüssel von Bit.ly (zu finden in den Settings). Dann kann man es so einrichten, dass z.B. bei jedem neuen Post ein Tweet mit der Shorturl rausgeschossen wird.
Das wars schon. Also, ich finds cooler als Initialen aufm Hemd.
