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Motivationshilfe: Die Grillwalker-Meditation

Juli 2nd, 2010

Tom

Es gibt ja so Tage, da findet man seinen Job, sein Los, sein Leben überhaupt, nicht ganz so optipoppi. Da geht einem dann dieser weinerliche alte Song von Ton Steine Scherben im Kopf herum: “Ich mach den ganzen Tag nur Sachen,die ich gar nicht machen will.”

In diesen Momenten gilt es sich ins Gedächtnis rufen, dass alles nicht so schlimm ist. Nicht heulen! Oder um einen anderen Songtext zu zitieren (diesmal von Cake): “Shut the fuck up. Learn to buck up.” Wenn das nicht hilft, empfehle ich zur Aufrechterhaltung der Motivation eine kleine Visualisierung.

Wenn ich wieder einmal einen Anflug von Wohlstandslarmoyanz bemerke, dann rufe ich mir den Berliner Grillwalker vor Augen.

GrillWalker

Grillwalken ist nämlich der mieseste Job der Welt. Du musst 20 Kilo glühendes Blech auf dem Buckel und vor der Plauze tragen, während Du fühlst, wie sich deine Bandscheiben reihenweise ins Altersheim verabschieden und Deine Nackenmuskulatur zu Granit wird.

Dabei züngelt Dir der Fettgeruch von Thüringern um die Nüstern. Es sind keine guten Thüringer, sondern Glutamat getränkte Fleischabfälle, die Du für 1 Euro an das Passantenpack verscheuern musst.

Der ranzige Gestank geht nie wieder ab, auch nach dem Duschen nicht, weswegen Du keinen Schlag bei den Damen hast. Die riechen Deinen Job nämlich zehn Meilen gegen den Wind und wollen nichts mit solch einer armen Wurst zu tun haben.

Während Du am Alex herumstehst, stinkend, schwitzend, schmerzend, denkst Du darüber nach, was Du mit Deinem Schichtlohn von 50 Euro nachher wohl Schönes machen könntest. Dann fallen Dir die ganzen Rechnungen ein und die Antwort gleich dazu: Nichts. Ende des Monats wirst Du Dich wieder von übrig gebliebenen, pechschwarzen Krakauer Käsekrachern ernähren müssen, weil das Geld vorne und hinten nicht reicht.

Du siehst die Passanten, sie grinsen, mitleidig. Du bist die ärmste Wurst in Mitte, und alle wissen es, alle sehen es. Ein Blitz. Das war jetzt der zehnte oder zwanzigste Tourist, der Dich heute fotografiert hat.

Jetzt geht’s besser, oder? Wer nun immer noch über seinen klimatisierten Bürojob mault, dem gebricht es an Demut und Dankbarkeit.

One Comment

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  1. StrikaSkin #
    Mai 19, 2011

    Einen Vollschaden nenne ich diese herbeigezogene angebliche Motivationshilfe. Ich kenne gute und zuverlässige Leute von Grillwalker. Und du ziehst sie alle damit in den Dreck. Abartig nenn ich das. Aber wahrscheinlich bist du nur ein verweichlichter Klugscheißer, der keine Ahnung hat wie das leben läuft. Lerne mal erstmal das Leben kennen, bevor du solche Aussagen triffst und dann auch noch veröffentlichst. Danke

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