BP nutzt Social Media für Schadensbegrenzung,

BP's Oil Spill measured in Exxon Valdezes [original size]

Neulich habe ich darüber geschrieben, wie sich eine Facebook-Fanpage für Unternehmen zur Falle werden kann. Was auf der Seite passiert, lässt sich kaum kontrollieren, wie etwa Nestlé nach einer Greenpeace-Kampagne erfahren musste.

Dagegen zeigt BP gerade,wie man Social Media gekonnt einsetzt: Nach dem Deepwater-Horizon-Desaster hat das Unternehmen umgehend eine Facebook-Seite eingerichtet. Alle neuen Infos zum Sachstand gehen zuerst über FB und Twitter raus.

Das ist schneller als eine Pressemitteilung, was allerdings nicht der wichtigste Grund für dieses Vorgehen sein dürfte. Denn auch wenn die auf FB platzierten Informationen die gleichen sind wie in der PM, erweckt BP so den Eindruck, man wende sich direkt an die Betroffenen. Das ist ziemlich clever, denn eine Message besteht schließlich nur zu 20 Prozent aus Inhalt und zu 80 Prozent aus Ansprache und Melodie.

Außerdem kommt BP damit Umweltaktivisten zuvor, die ansonsten mit an Sicherheit grenzender wahrscheinlichkwit Anti-BP-Seiten auf FB eröffnen würden. Dadurch, dass BP Interessierten selber eine Plattform bietet, mildert die Firma den Imageschaden ab.

Ferner umgeht BP auf diese Weise die klassischen Medien. Die herausgegebenen Informationen gelangen direkt zum Leser und werden nicht mehr von kritischen Fachjournalisten gefiltert, die womöglich gemeine Nachfragen stellen und den Spin verändern könnten.

Mehr Hintergrund bei Reuters.

Nachtrag: Die beste Social Media PR nützt einem natürlich nichts, wenn der eigene CEO Tony Hayward in der Öffentlichkeit solch dämliche und lachhafte Ausflüchte versucht:

“The Gulf of Mexico is a very big ocean. The amount of volume of oil and dispersant we are putting into it is tiny in relation to the total water volume.”