Skip to content

Archive for März, 2010

Webklassiker: Money Good! Napster Bad!

März 31st, 2010

Tom

Ein zehn Jahre altes Webvideo kann inzwischen durchaus schon als zeitgeschichtliches Dokument durchgehen. Dieses hier dreht sich um das Thema Bezahlinhalte. Damals gab es noch keine so grundlegende – und vor allem keine so verzweifelt geführte – Diskussion über die Frage, ob man für Content im Netz bezahlen sollte (und wenn ja für welchen).

Na ja, ganz richtig ist das nicht. Das Jahr 2000, das war die Ära von Napster, als sich irgendwie jeder gerippte Musik runterzog und die Plattenfirmen Zeter und Mordio schrien. Noch lautstarker als die Labels erregte sich damals eine Band namens Metallica, die Klage gegen die Filesharing-Plattform einreichte:

“We take our craft very seriously, as do most artists. It is therefore sickening to know that our art is being traded like a commodity rather than the art that it is. From a business standpoint, this is about piracy — a/k/a taking something that doesn’t belong to you; and that is morally and legally wrong. The trading of such information — whether it’s music, videos, photos, or whatever – is, in effect, trafficking in stolen goods.”

Unter dem Strich war Metallica mit der Klage erfolglos – Musik-Visionäre wie Trent Reznor haben inzwischen gezeigt, dass man mit Offenheit und Copyleft-Strategien viel mehr Geld verdienen kann als mit restriktiver Politik. Das einzige, was die Aktion Metallica letzlich einbrachte, war ein massives Imageproblem, auf alle Zeiten verewigt in diesem wunderschönen Video von 2000. Viel Spaß damit.

iPod-Steuerung fürs Muscle Car

März 25th, 2010

Tom

Dieser findige Herr steuert seinen 69er Pontiac GTO vermittels eines iPod Touch.

Via TUAW.

Nerdore: Warcraft als Rap

März 18th, 2010

Tom

Gar nicht übel: World of Warcraft als nerdiger Hiphop.

As soon as I charge
and at the second I’m flagged
My frame rate stalls,
what the heck man I’m lagged

Dowload mit Stoßgebet

März 5th, 2010

Tom

Schutzheilige gibt es haufenweise – Christophorus hilft den Autofahrern, Matthäus den Bankern. Auch für die Medien gibt es patron saints. Das Fernsehen etwa wird von der Heiligen Klara von Assisi betreut. Diese Heiligen bekommen ihre Schutzbefohlenen nicht nach dem Zufallsprinzip zugeteilt, sondern aufgrund ihrer Historie.

Die Arme Klara etwa wurde von Pius XII. 1958 zur TV-Heiligen auserkoren, weil sie dereinst der Überlieferung zufolge wegen einer Krankheit nicht der Messe nicht beiwohnen konnte – ihr der liturgierenden Priester aber wundersamerweise auf der Mauer ihrer Zelle erschien. Halleluja.

Nur das Internet hat bis heute keinen Schutzheiligen. Dabei könnte das Web gut einen gebrauchen: Überall sind Viren, Phisher und Hacker unterwegs. Und wer mit einem Windows-PC arbeiten muss, der schickt ohnehin dauernd Stoßgebete zu Himmel. Deshalb wäre ein surfer’s saint ganz gut.

Vor einigen Jahren war dann tatsächlich der Heilige Isidor von Sevilla im Gespräch. Der spanische Kirchenmann aus dem 7. Jahrhundert ist der Verfasser der Etymologiae, des wohl ersten modernen Lexikons.

Anders als frühere,krautigere Werke war Isidors Offline-Wikipedia erstmalig hierarchisch geordnet. Der Kirchenmann legte das gesamte Wissen seiner Epoche gewissermaßen in Baumstruktur ab, nach der Logik C:\Tiere\Vögel\Amseln. Das klingt heute banal, war aber damals revolutionär – der Erfolg der Etymologiae war dann auch derart durchschlagend, dass das Lexikon bis ins späte Mittelalter hinein verwendet wurde.

Wegen seiner Rolle als Informationsguru und Erfinder des file trees wurde Isidor von einem Beratungsgremium des Vatikans für den Job des Web-Schutzheiligen ins Gespräch gebracht. Er ist aber, soweit sich das festellen lässt, vom Pontifex nie offiziell bestätigt worden.

Im Internet wird das zwar an verschiedenen anders dargestellt, aber soweit ich es recherchieren konnte, gibt es bis heute keinen offiziellen katholischen Internet-Schutzheiligen. Der Vatikan und seine deutsche Nuntiatur wussten zumindest auf anfrage nichts von einem Internet-Patron.

Ist aber eigentlich auch egal, oder? Padre Pio wurde von den Italiener schließlich auch verehrt – Jahrzehnte, bevor die katholische Kirche dann auch irgendwann Ihren Segen gab. Ich finde die Idee eines Internet-Schutzheiligen einfach sehr nett. Und man muss dazu auch gar nicht katholisch oder christlich sein. Man kann den Web-Isi auch einfach als lucky charm begreifen.

Also hab ich einfach mal eine Facebook-Seite für Isidor eingerichtet – ganz ohne päpstlichen Segen.

  • RSS
  • Newsletter
  • Twitter
  • Google+
  • Facebook
  • LinkedIn
  • Flickr
  • Goodreads
  • Tumblr