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Kreta, 33 Grad im Schatten. Wie wärs mit einem Pelzmantel?

Oktober 10th, 2009

Tom

Massentourismus macht mit bildschönen Landstrichen teils groteske Sachen. Auf Mallorca kann man statt Boquerones Eisbein essen und Bundesliga gucken. Auf Menorca offerieren die Kneipen “Steak in a Yorkshire crust”. Eine weitere eigentlich bildschöne Region, die stellenweise arg unter dem Ansturm bleicher Nordeuropäer gelitten hat, ist der Norden Kretas. Westlich von Rethymnon reihen sich Pizzabuden, Autovermietungen und Funparks an der Hauptsraße, deren Lärm zum Strad herüberweht.

Die wichtigsten Kunden sind hier neben den Deutschen und den Briten die Russen. Zwar habe ich nirgendwo Restaurants gesehen, die Borschtsch feilbieten (ich kann freilich auch kein Russisch lesen). Dafür gibt es aber alle 100 Meter ein Pelzgeschäft. Dort kann man alles erwerben, was man in einem strengen sibirischen Winter so braucht. Im August hat es auf Kreta locker über 30 Grad. Schon die Anprobe dürfte eine Tortur sein.

Eine Hamburger Illustrierte machte vor einigen Jahren mal mit dem etwas rassistischen Urlaubstitel “Die Russen kommen” auf und erregte sich über deren rüdes Verhalten an Pool und Frühstücksbüffet. Die Russen in meinem Hotel waren sehr freundlich. Und ihre Pelze, so sie welche dabei hatten, trugen sie weder am Strand noch an der Beachbar.

Dass die Russen so friedlich waren, mag auch daran gelegen haben, dass sie sich ab 10 Uhr morgens zügig mit Heineken zuzogen – genau wie die Deutschen und die Engländer.

One Comment

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  1. Danilos #
    Oktober 11, 2009

    Was die Russen anbelangen; Ich war kürzlich auf Kreta und im Hotel waren auch einige. Die gehörten zum Mittelstand, das sind auch die mit Anstand. Das Problem ist mehr, mit den sogenannten neureichen, die haben manchmal das Gefühl denen gehört die ganze Welt!

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