Unternehmen reden viel über Green IT. Doch in der Praxis passiert offenbar wenig. Das hat diese Studie des BPM Forums ergeben. Zwar halten es 97 Prozent der IT-Profis für wichtig, den enormen CO2-Ausstoß von PCs und Servern zu reduzieren. Doch weil häufig konkrete Richtlinien und Aktionspläne fehlen, wird der Energieverbrauch nur von wenigen Firmen tatsächlich gesenkt. 86 Prozent der CTOs kennen ihren eigenen CO2-Footprint nicht.
Interessant ist auch, dass es zum CO2-Ausstoß von IT-Firmen zudem kaum nachvollziehbare, aggregierte Zahlen gibt – anders als etwa zur Autoindustrie. Und wenn einen sogar die Pkw-Herstwller ökologisch überholen, dann muss man sich vielleicht mal ernsthafte Gedanken machen.
Bob Lutz, Vizechef und oberster Produktguru von General Motors, will Ende des Jahres in den Ruhestand gehen. Lutz
war lange Zeit GM-Europachef und maßgeblich an der Überarbeitung von Modellen und der Entwicklung neuer Fahrzeuge wie dem
Elektroauto Chevrolet Volt beteiligt, auf den der Autobauer große Hoffnung setzt.
Schade, denn unter all den farblosen Automanagern war Lutz ein Lichtblick – der 76-jährige Ex-Marine fliegt in seiner Freizeit Kampfjets und hat einen sehr hohen Unterhaltungswert. Der Mann mit dem Eisenhobel-Timbre war immer für ein bissiges Zitat gut. Über den Volt sagte Lutz Anfang 2008: “Das hehre Ziel ist, Emissionen zu vermeiden .. das weniger hehre Ziel lautet, Toyota eins in die Fresse zu geben.” Das ist doch mal Tacheles.
Ein weiterer Beleg für die These, dass Porsche eigentlich ein Hedgefonds mit angeschlossener Automobilproduktion ist: Der Stuttgarter Sportwagenbauer muss sich bei der Verlängerung seiner zehn Milliarden Euro schweren Kreditlinie auf drastisch steigende Zinsen einstellen – weil die Kreditgeber nach der letzten Leihperiode stinkend sauer sind.
“Porsche wird bei der Refinanzierung auf böse Banken und auf böse Konditionen treffen”, sagte der Leiter eines Kreditkonsortiums der Nachrichtenagentur Reuters. Porsche hatte das Geld aus einer Kreditlinie im Februar 2008 zu besonders günstigen Konditionen gezogen. Aber nicht um etwas zu kaufen oder zu investieren, sondern um es aufs Tagesgeldkonto zu legen – was den Gläubigern herbe Verluste beschert haben soll.
Während Porsche nur 20 Basispunkte über dem Euribor zahlte, mussten die Banken sich das Geld 80 Basispunkte teurer beschaffen.
Das ist eine hübsche Zinsarbitrage. 60 Millionen Euro dürfte das die Gläubiger gekostet haben. Mitleid mit den Banken muss man wohl trotzdem nicht haben ;)
Und jetzt die Eigenwerbung: Wenn ich Kollegen oder Bekannte nach der Seite 2 von SPON frage, dann gucken die mich immer an wie ein Auto mit Abblendlicht. “Die was?” Dabei ist die Zwo äußerst lesenswert, denn sie versammelt die schönsten Reportagen, Analysen und Kommentare des Tages auf einer magazinigen Überssichtsseite. Außerdem gibt es einen Kalender,sodass man alte Seiten-Zwos durchblättern kann. Super,oder? Einfach mal reinschauen.
Jetzt wird es langsam äußerst krass: Der US-Automarkt befindet sich weiter im freien Fall: Im Januar sackten die Verkaufzahlen auf den niedrigsten Stand seit 27 Jahren. Das über viele Jahre weltweit dominierende Autoland USA liegt Branchenschätzungen zufolge damit bei den Verkäufen erstmals hinter China.
Quelle: Reuters
Update: Ein paar gruselige Absatzahlen dazu (für Januar 09, yoy):
GM -50,9%
Ford -41,3%
Chrysler -56,5%
Toyota -34,4%
Quelle: Autodata
Da fragt man sich, wie lange die Kreditspritze vom Staat wohl noch reicht. Vermutlich nicht allzu lange.
Der vielleicht umstrittenste Autodesigner der jüngeren Vergangenheit braucht einen neuen Job. 17 Jahre war Chris Bangle bei BMW. Jetzt ist Schluss. Hier steht ein kleiner Nachruf.
Eine schöne Anekdote,die ich nicht mehr im Artikel untergekriegt habe: Neulich erzählte mir ein BMW-Manager, er sei mit Bangle auf der Teststrecke unterwegs gewesen. Der Designer habe am Steuer eines 7ers gesessen und sich plötzlich zu ihm umgedreht und ihn gefragt: “Kennen Sie den Fuck-Moment?”
Der irritierte Manager verneinte, woraufhin Bangle bei 160 Sachen ohne Vorwarnung einen seeehr schnellen Spurwechsel durchgeführt habe. “Sehen sie”, habe der Designer dann gesagt, “das war der Moment, wo Sie gedacht haben: ‘fuck fuck fuck’.”
“Lalala meck meck” oder warum mir Twitter schon nach 5 Tagen mächtig auf den Zeiger geht
Februar 2nd, 2009
Tom
Eigenlich soll man sich neue Dinge ja zunächst eine Zeit lang anschauen, bevor man gleich rumnölt. Da gilt sicherlich auch für Twitter, das ich seit dem 28. Januar benutze.
Ich nöle trotzdem ein bisschen.
Im großen und ganzen finde ich den Dienst recht kurzweilig und es macht mir Spaß, damit zu experimentieren. Es ist interessant, zu verfolgen, was z.B: Kollegen wie Christian Stöcker oder Holger Schmidt so machen und meinen. Und es ist mir klar, dass nicht jeder Tweet aus 140 schnell hingeknallten Zeichen einen brillanten Gedanken enthalten kann. Entertainment & diversion, das reicht.
Aber was da teilweise durch mein Handy düdelt, macht mich wahnsinig müde.
Ich hatte gedacht, ich erführe, was die Leute denken. Machen. Lesen. Stattdessen bekam ich in den vergangenen Tagen eine ziemlich absurde Form der Liveberichterstattung reingedrückt, weil erst DLD war und dann Davos.
Klaro, auf Konferenzen sitzt man in überheizten Sälen herum und langweilt sich. Also spielt man mit seinem Telefon herum und twittert man ein bisschen, vielleicht auch ein bisschen zu viel. Aber muss man wirklich das gestanzte Gewäsch von Angela Merkel durch den Äther jagen? Kostproben:
heiko merkel: the crisis opens new opportunities for a better and more sustainable world #davos09
heiko merkel: an international crisis can only be solved on an international level #davos09
Das ist Luft, und sie ist nicht mal heiß. Heiko Hebig, der dies und allerlei anderes Zeugs vom WEF getwittert hat, schätze ich seit Jahren außerordentlich – wegen seines Blogs, seiner Ideen, seiner tollen Fotos. Aber diese Politiker-Tweets fressen nur Bandwidth. Sie sind langweilig, inhaltsleer und bar jeden Esprits. Wenn ich PMs der Kanzlerin haben möchte, dann abonniere ich Ihren Presseverteiler.
Noch schlimmer als Konferenzen sind offenbar sportliche Großereignisse. Ich interessiere mich überhaupt nicht für Sport, kann aber nachvollziehen, dass so ein Superbowl-Finale für echte Fans eine wahnsinnig emotionale Sache ist.
Trotzdem war ich schwer genervt, als ich auf meinem iPhone am heutigen Morgen 22 neue Tweets des – ebenfall höchst geschätzten – Kollegen Thomas Knüwer vorfand. In denen geriert er sich als postpubertärer Chefgröler (oder meintewegen twitternder Cheerleader). Ein paar Kostproben gefällig? Gerne:
tknuewer Cheeziest anthem EVER! #superbowl
tknuewer wtf #superbowl
tknuewer SHIT! #superbowl
tknuewer good challenge!
tknuewer lalala meck meck meck! no touchdown!!!! #superbowl
Lalala meck meck meck? Da macht sich bei mir dann doch eine gewisse Produktenttäuschung breit.



