Kindle Economics: Wie die Printpresse ihre große Chance verpatzt

19. Februar 2009 1 Kommentar

Ich will sofort einen Kindle – denn mit dem E-Book könnte ich meine Zeitungs- und Zeitschriftenkosten radikal reduzieren. Alleine mein FT-Abo würde es rausreißen,denn das kostet laut Amazon auf dem Kindle monatlich nur 9,99 $ – entspricht 94,80 Euro im Jahr. Da sparte ich gegenüber dem Printabo unglaubliche 481,40 Euro – könnte mir also den Kindle kaufen und hätte noch Geld übrig.

Die anderen Kindle-Abos sind ähnlich absurd bepreist (Übersicht bei Amazon). Magazine wie Fortune oder Newsweek gibt es für 1,49 $, was etwa einem Viertel des (bereits rabattierten) US-Abopreises der Printausgabe entspricht.

Bei der FT beträgt die Differenz sogar 83 Prozent zum Print. Nun kann es ja sein, dass die Verlage wegen der digitalen Distribution Vertriebs- und Produktionskosten in signifikanter Höhe sparen (ich schätze 60%) – und die zusätzlichen Grenzkosten für einen Vertrieb über den Kindle gehen vermutlich gegen Null.

Aber das ist doch kein Grund, das Zeug dem Leser zu Ramschpreisen in den Rachen zu werfen. Wo war denn da das Marketing? Hallo, Konsumentenrente? Auch wenn die FT auf dem Kindle nur halb so teuer wäre wie auf Papier, würde ich sie trotzdem elektronisch abonnieren.

Die Verlage versauen sich auf diesem interessanten neuen Vertriebsweg von Anfang an den Preis – mir ist schleierhaft, wie sie nach Abgabe geschätzter 40 Prozent der Umsatzerlöse an Amazon überhaupt irgendetwas verdienen wollen. Ist ja auch keine Werbung drin.

Erst jammern, dass die Leute für Content nix zahlen wollen -und dann bei einer Gelegenheit, diesen Trend umzukehren, gleich eine Ramschstrategie fahren.



1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.