Bisher ärgern sich vor allem die Hollywood-Studios über Copyrightverletzungen. Dabei geht es es zurzeit vor allem um Youtube, den wohl größten Fundus von Piratenvideos weit und breit. Die gute Nachricht (oder auch nicht): Printverlagen droht jetzt ähnliches Ungemach. Das liegt an Scribd, einer Art Youtube für Dokumente. Die Seite erfreut sich wavhsender Beliebtheit (Daten hier).
Bei Scribd kann man selbstgeschriebene Haikus finden - aber eben auch eingescannte Magazingeschichten, die man nach Youtube-Manier embedden kann. Das gibt zweifelsohne richtig Ärger. Bis dahin ist Scribd eine prima Recherchemöglichkeit, auch in Google-Treffern taucht es immer öfter auf.
Nachdem sich alle monatelang wegen Apples iPhone die Finger fusselig geschrieben haben, ist das mutmaßliche Googlephone jetzt das nächste große Blogosphören-Geekjournalisten-Spekulations-Ding. Es gibt sogar schon (vermutlich gefakte) Bilder von Prototypen. Schon seit längerem weisen Google-Watcher darauf hin, dass die Suchmaschinenfirma in den letzten Jahren alle möglichen Firmen aus dem Mobilbereich gekauft hat, darunter Android, die Firma des Danger-Gründers Andy Rubin (Danger stellt das ziemlich coole Chat/Internet/Email-Telefon Sidekick/Hiptop her). Ebenfalls interessant ist, dass Google das Unternehmen Dodgeball geschluckt hat, einen Anbieter ortsbezogener Buddylists, die über das Mobiltelefon Bekannte in umliegende Kneipen aufspüren.
Google könnte so ein Telefon dringend brauchen. Denn der Aktienkurs schwächelt, seit vielen Investoren klar wird, dass das Super-Startup aus Mountain View möglicherweise nur ein one trick pony ist. Googles bisherige Versuche, in Spezialsuchen vorzudringen
oder sich neue (eigentlich alte) Medien (TV, Radio,Print) für Anzeigen zu erschließen, waren bisher wenig erfolgreich.
Beim mobilen Internet ist die Lage inzwischen meines Erachtens sogar richtiggehend bedrohlich: Wer sich einmal Yahoos neue Handy-Software Yahoo Go angeschaut und diese mit Googles mittelmäßigen mobilen Anwendungen vergleicht, der ahnt, dass der Marktführer in diesem wichtigen Bereich schlichtweg ins Hintertreffen geraten ist. Stattdessen bastelt Google an drittrangigen Anwendungen wie einem farbigen Hintergrund für seine Suchseite herum.
Anbei habe ich mal eine kleine Liste der Funktionen gemacht,über die das Googlephone verfügen sollte. Ich taufe es Googlething, denn mit einem Telefon hat es nicht mehr viel zu tun:
Googlething-Spezifikationen:
Verbesserte Version des Java-Gmail-Clients (mit allen PC-Funktionalitäten) mit Alert bei neuen Mails
Google Calendar, in beide Richtungen synchronisierbar
Java-Version von Google Office
Global Positioning System, das sich automatisch mit Google Maps und Google Local abstimmt, um relevante Treffer zu liefern
Spracherkennung, die Suchanfragen, SMS und Email per Voice-Eingabe ermöglicht
RSS-Reader (Google Reader)
Voice Repository - speichert alle ab- und ausgehenden Gespräche im Web auf einer Google-Festplatte ab - und zwar verknüpft mit den - Kontakten, dem Kalender und Gmail. Wandelt die Daten zudem in googlebare Textdateien um (Zugriff von PC und Googlething). Das heißt man kann jederzwit nach Transkripten aller vergangenen Gespräch suchen 8per keyword, Datum, Kontakt etc.)
Kamera - Bilder werden automatisch an picasa gestreamt und können vom Googlething aus angeschaut werden. über die Kamera lassen sich zudem alle Arten von Barcodes lesen. über die Barcodes lassen sich zum Beispiel Produktsuchen (Froogle starten)
RFID-Chip - ermöglicht, das Handy wie einen Speedpass zu nutzen (über Google Checkout)
Google Chatclient, der nicht nur wie ICQ funktioniert, sondern auch den Aufenhaltsort der Buddies auf Google Maps abbildet und Alerts sendet, sobald bspw. ein Kumpel in der Nähe ist (wie Dodgeball)
Formfaktor entweder ähnlich dem Sidekick oder dem iPhone - allerdings mit Tastatur
Ja, es kann telefonieren - über 3G (WCDMA) o.ä.
Das Googlething würde viele disparate Dienste zusammenbinden und außerdem die Nutzer an Google ketten.
Ziemlich interessant Google testet ein neues Anzeigenprodukt, bei dem Werbetreibende nicht mehr jedesmal zahlen, wenn der Surfer auf den Anzeigenlink klickt (Pay per click), sondern nur dann, wenn er auf der durch den Link erreichten Webseite auch etwas tut, also zum Beispiel etwas kauft (pay per action). Michael Arrington hat die ganze Geschichte.
Unternehmen
Virtuelle Axt im Kopf
Thomas Hillenbrand
352 words
13 March 2007
Financial Times Deutschland
6
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German
(c) 2007 - All rights reserved. Copyright Financial Times Deutschland, Hamburg.
Das Interportal Cyworld.de möchte ohne Werbeeinnahmen auskommen. Geld verdienen soll das Tochterunternehmen der Telekom stattdessen mit virtuellen Gütern
thomas Hillenbrand Im Frankfurter Nordend produziert die Firma Cyworld Europe allerlei Utensilien für die Onlinewelt. Zehn Mitarbeiter designen quietschfarbene Sofas, Krankenschwesterkostümchen und wallende Hochzeitskleider. “Wir verkaufen digitale Güter jeder Couleur”, sagt Co-Geschäftsführer Lars Schwenk. Ebenfalls unter den 20 000 Pixelprodukten, die Schwenk derzeit auf Lager hat: eine Axt, die Cyworld-Mitglieder ihrem Alter Ego (Avatar) in den Schädel rammen können - “um einen fiesen Kater zu symbolisieren”, erklärt der Manager.
Was sich wie eine Spielerei anhört, soll die Geschäftsgrundlage des Internetportals Cyworld bilden, das in der zweiten Jahreshälfte in Deutschland an den Start geht. Mitglieder können ihre Homepage und ihren Avatar mithilfe virtueller Gegenstände aufpeppen - dafür müssen sie zahlen.
Cyworld kommt ursprünglich aus Südkorea und ist eines der erfolgreichsten Communityportale der Welt: Etwa 90 Prozent aller koreanischen Teens und Twens unterhalten eine Cyworld-Seite. Der Betreiber SK Telecom gründete vergangenes Jahr mit der Deutschen Telekom das Gemeinschaftunternehmen Cyworld Europe. Das Startup entwickelt zurzeit eine auf Deutschland zugeschnittene Version des Portals, weitere Länder sollen folgen.
In der Branche hat das koreanische Portal vor allem wegen seines ungewöhnlichen Geschäftsmodells Furore gemacht. Während sich Onlinenetzwerke wie Myspace über Werbeeinnahmen finanzieren, verdient Cyworld vor allem an virtuellen Gegenständen.
Täglich setzt SK Telecom mit der virtuellen Ware laut einer Studie der Beratung Capgemini 240 000 Euro um. Der Jahresumsatz je Kunde liege bei 5,20 Euro. Myspace komme nur auf 1,70 Euro. Schwenk zufolge soll die deutsche Cyworld-Version völlig ohne Werbung auskommen.
Aber sind deutsche Nutzer tatsächlich bereit, echtes Geld für virtuelle Gegenstände auszugeben? Lässt sich ein asiatisches Modell auf Westeuropa übertragen? Schwenk sieht da kein Problem: “Die Deutschen geben ja bereits Geld für virtuelle Sachen aus.” Als Beispiel nennt er das Onlinerollenspiel “World of Warcraft” (WoW). “Es gibt erstaunlich viele WoW-Spieler, die waren seit Monaten nicht mehr online. Aber sie zahlen weiter die Abogebühr - damit ihre digitale Spielfigur nicht gelöscht wird.
Technology Journal: Shop Online — In Mongolia? — ISP Entrepreneur Wants to Bring E-Commerce to the Steppe — How to Collect Payments? Issue Your Own Debit Cards
By Yasmin Osman and Thomas Hillenbrand
24 January 2001
The Wall Street Journal Europe
(Copyright (c) 2001, Dow Jones & Company, Inc.)
ULAN BATOR — Mongolia’s biggest Internet service provider has just 3,000 registered subscribers — and it’s profitable. But Datacom’s chief executive, Enkhbat, isn’t content to leave it at that. His next project: introducing e-commerce.
Mr. Enkhbat (Mongolians use only one name), 41 years old, looks more like the friendly but shy university professor he used to be than a brash Web entrepreneur. His career as a CEO began when he and twenty fellow scientists bought Datacom, then a state-owned computer research institute, from the government. (Today he owns 60% of the company; his employees own the rest.)
The government wanted to close it down to cut costs,” he says. So the scientists put up the equivalent of $6,000 for Datacom’s assets: a couple of chairs, some desks and two computers. Their first project was a domestic e-mail system, called Mongolian Access to Global Information & Communications Network - Magicnet for short.
Today, Magicnet.mn addresses are on the business cards of many Mongolian executives — few companies can afford their own domain name, let alone their own server. Mr. Enkbhat estimates that around 10,000 people use Magicnet’s service via its 3,000 registered addresses.
That’s a tiny number of prospective customers. Most of the country’s 2.4 million people are nomadic herders. They live on steppes — and they’re not wired to the Web. Before Mr. Enkhbat can proclaim himself the Mongolian Jeff Bezos, he has to solve a couple of problems — reaching customers, collecting payments, and delivering the goods.
There’s little technological infrastructure available for e-commerce. So Mr. Enkbhat plans to offer the whole retail chain: from online ordering through payment and distribution. To reach more consumers, he plans to set up Internet cafes at local supermarkets and retail shops in all of the country’s 21 aimag, or provinces, starting next summer. “People can use Internet terminals at local supermarkets to order goods and collect them a week later” on their next trip, he says. At first, Datacom will focus on Ulan Bator and the adjacent provinces. But serving more remote regions is likely to be far more difficult.
A growing number of Mongolians have begun to realize the Web’s potential, agrees Ariunaa, a United Nations official in charge of the organization’s development program for the country. In Ulan Bator, young Mongolians flock to Internet cafes — there are around 40 in the capital and the cities of Darkhan and Erdenet — surfing the Web on tiny 11-inch screens that rest on old camping tables. But many people can’t afford to use them. Half an hour of surfing costs 500 tugrik, about 50 U.S. cents. “That’s a lot in a country where the per capita GDP is around $400,” says Mr. Ariunaa. In a recent poll by the U.N., three-quarters of students questioned said lack of money was the main obstacle to Internet access.
About 7,000 people had Web addresses in Mongolia in 1999, Mr. Ariunaa says, according to local ISPs, compared with just 500 in 1996. Many people “share their account with colleagues and friends,” he adds, “so the total number (of users) may be higher.” However, he warns, “the existing infrastructure isn’t sufficient to allow for e-commerce outside the major cities. Something has to be done to improve the telecommunications network.”
Mr. Ariunaa also doubts that Mr. Enkhbat’s business concept will work with rural consumers. “E-commerce could vastly improve the living conditions of herders and inhabitants of really remote places. But how will they know how to handle computers?”
Mr. Enkhbat seems undaunted. He says the supermarket terminals will improve Internet availability. And he says he’s taking steps to adapt distribution, logistics and payment to local needs, signing up with local partners. “We already have agreements with around 20 wholesalers and logistic companies,” he says.
As for payment, credit cards won’t work: Most people still keep their money in a paper carton under the bed. “Mongolians don’t trust the banking system,” says Mr. Enkhbat; they’re wary after several scandals, including some banks that collapsed under the weight of bad loans. “Our clients rarely have credit cards, and even if they do, the banks work very slowly,” he says.
So he’s come up with his own payment system. Licensed in August by the Mongolian Central Bank, Datacom’s Netcard unit, a nonbank financial company, has begun issuing debit cards to customers. “I wrote to our customers and asked them, if they were interested in Netcard. Several hundred answered yes. We think there will be more,” says Mr. Enkhbat. He sees the cards as the first tangible proof that his e-business plans are for real.