Tom Hillenbrand’s Netzfundbüro

Google plant webbasiertes Office-Paket

28 August 2006 — News, Google

Anbieter von kostenpflichtigen Hosting-Angeboten wie 1&1 können sich freuen (na ja). Denn Google bietet mal wieder ein paar Dinge umsonst an, für die man bisher zahlen musste: Domain-Creator, zentral gemanagte Email, Kalender für alle User und so fort. Offenbar will Google mehr Traffic auf GMail und Google Calendar lenken. Das ganze heißt Google Apps for Your Domain. Und ist, wie gesagt, gratis.

Update: Und das ist erst der Anfang. InformationWeek berichtet, dass demnächst auch Google Spreadsheet und Google Writely zu dem neuen Produkt hinzugefügt werden - womit dem geneigten Webmaster dann eine komplette webbasierte Productivity-Suite zur Verfügung stünde:

“Later this year, Google plans to add its Writely word processor and Google Spreadsheets to the suite, build online collaboration features that work across its applications, and market the whole package to large companies for a fee. Google will include IT-friendly features such as APIs, directory-server integration, guaranteed performance levels, and telephone tech support.”

Anders gesagt: Hier kommt Google Office, ein Produkt, vor dem sich Microsoft seit längerem fürchtet und dass Google meines Wissens in der Vergangenheit bereits mehrfach dementiert hatte. Das gibt ein Hauen und Stechen erster Güte.

Übrigens: Wer webbasiertes Office toll findet, sich aber mit Google nicht so recht anfreunden kann, sollte mal Zoho auschecken. Die bieten ähnliches bereits an.

Musiküberwachung à la Google

28 August 2006 — News, Google, Suchmaschinen, Musik-Suche

In etlichen Chatprogrammen kann der Nutzer einstellen, dass seinen Buddies angezeigt wird, welche Musik gerade auf seinem Computer dudelt (der Chat Client wird z.B. bei iTunes angeflanscht). Google Talk sammelt all diese Daten und aggregiert sie - das Ergebnis ist eine Hitliste aller User namens Google Music Trends.

Dazu zwei Anmerkungen:

1. Google hat schon viel zu viele meiner Daten (selber schuld, ich weiss), aber meine Playlist bekommen sie nicht.
2. Die aggregierten Daten sind ziemlich wertlos, denn niemand benutzt Google Talk. Der Chat-Client ist eins der erfolglosesten Produkte des Suchmaschinenkonzerns. Für Yahoo/MSN oder AIM wäre sowas intressanter.

Google hat auch gleich eine Songdatenbank mit Kauflinks (iTMS, Napster, Amazon) reingehängt. Naja. Wer ein tolles personalisiertes Musik-Suchtool ausprobieren will, der sollte sich lieber Pandora anschauen (Infos und Reviews hier). Die stehen übrigens kurz vor einem Deutschland-Launch.

Google legt schon wieder zu

21 August 2006 — News, Google

Dass Google es immer noch schafft, seinen Marktanteil zu steigern, ist beachtlich. Hier die neuesten Zahlen von Nielsen Netratings:

Top 10 Search Providers for July 2006, Ranked by Searches (U.S.)

+——————–+———–+————+——————-+
| Provider | Searches | YOY Growth | Share of Searches |
| | (000) | | |
+——————–+———–+————+——————-+
| Google Search | 2,775,833 | 35% | 49.2% |
| Yahoo! Search | 1,345,991 | 34% | 23.8% |
| MSN Search | 542,300 | -3% | 9.6% |
| AOL Search | 355,138 | -7.8% | 6.3% |
| Ask.com Search | 149,370 | 106% | 2.6% |
| My Way Search | 128,738 | 29% | 2.3% |
| EarthLink Search | 32,148 | -5% | 0.6% |
| iWon Search | 31,185 | -21% | 0.6% |
| Netscape Search | 28,605 | -60% | 0.5% |
| Dogpile.com Search | 24,022 | -40% | 0.4% |
+——————–+———–+————+——————-+

Source: Nielsen//NetRatings MegaView Search, August 2006

Google wird ein Fernsehsender

7 August 2006 — News, Google, SEO/Suchmarketing

… und dabei geht es nicht um Google Video, wo man Filmchen abrufen kann, sondern: Laut dem Wall Street Journal und Reuters wird Google in Zukunft Videos von Viacom/MTV syndizieren. Mitglieder von Googles Anzeigennetzwerk zeigen Filmchen wie “Spongebob Sqaurepants” in einem Fenster auf ihren Seiten, natürlich mit Werbung. Ich weiß nicht, ob jemand schon mal eine Nielsen-Messung zu so etwas gemacht hat: Aber MTVs Clips dürften damit auf Hunderten (Tausenden) weiterer Websites zu sehen sein.

Irgendwo ein Video zu embedden, ist nix besonderes, aber dass Google den TV-Sendern sein feinmaschiges Anzeigennetzwerk zur Syndication zur Verfügung stellt, ist interessant. Nach all den Null-Meldungen, die Google zuletzt produzierte, wird das ein großes Ding.

Ist nämlich nur ein Testlauf für Internetfernsehen (IPTV). Demnächst hat jeder Zuschauer eine IP-Adresse. Folglich könnte ein Werbetreibender oder ein Sender Google beauftragen, einen beliebigen Content mal an eine Millionen, sagen wir, Auto- oder Scifi- oder Porno-affine Couch Potatotes zu verschicken.

Klassische Mediaplaner begeben sich bitte mit einem Bleigewicht am Fuß zum Nikolaifleet oder Wahlweise zum Rhein. Euer bisheriger Job ist nunmehr leider überflüssig.

Reuters-Meldung bei CNet