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Dez 14 / Hilli

Googles Monopol ist futsch.

Das hier klingt technisch kompliziert, ist aber ein Knaller:

Die Amazon-Tochter Alexa hat bekannt gegeben, dass Sie interessierten Dritten ihre Suchmaschinen-Ressourcen (gegen Bezahlung) zur Verfügung stellt. Alexa durchforstetet vier bis fünf Milliarden Seiten und indexiert die dazugehörigen Daten (etwa 100 Terabyte). Link zum Produkt hier.

“It sounds innocuous but it’s big,” said Alexa CEO Bruce Gilliat. “We’re giving access to billions of pages and computing resources…. Users have never had this opportunity before. Big industry has ruled search, because it was the only player with access to the tools.”

Im Klartext bedeutet das wohl, dass sich Leute demnächst ihre eigene Suchmaschine bauen können, mit eigenen Spezialabfragen – ohne dass Sie dafür einen Serverpark, Dutzende Programmierer und Mathematiker mit Gehirnen von der Größe eines roten Gasriesen benötigen. Man braucht lediglich eine originelle Idee, wie man aus Alexas Datenschatz neue interessante Infos herausziehen könnte (und Papier, Bleistift, Powerbook, Java-Kaffee).

Alexa hat bereits einige Beispielsuchmaschinen ins Netz gestellt. Musipedia zum Beispiel sucht nach Musikstücken. Man kann Suchbegriffe eingeben oder der Software eine Melodie allen Ernstes vorsingen. Nach wie vor muss jemand diese Sachen programmieren. Aber er kann Abfragen dann mit Alexas gesammelten Daten auf neue innovative Weise abgleichen.

Die moderne Medienindustrie macht mich schwindlig. Erst killen Blogs das Verbreitungsmonopol, weil man keine Druckerpresse mehr braucht. Den Jungs bei Google und Yahoo, die diese Entwicklung bisher ganz lustig fanden, fällt jetzt vermutlich das Frühstück aus dem Gesicht. Denn dank dem Alexa-Modell wankt ihr Suchmonopol, weil zum Konstruieren einer Suchmaschine kein Serverpark mehr notwendig ist.

Ach ja: Wer einen schönen neuen Dienst kreiert, kann ihn bei Bedarf dann auch gleich bei Amazon/Alexa hosten lassen.

Weitere Infos: Wired, John Battelle

Update: Hier nochmal ausführlich auf deutsch.

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